Im Geschossbau State-of-the-Art

Dezentrale Wohnungsstationen in den Havel-Terrassen

Der Gesetzgeber beeinflusst den Wohnungsbau in vielerlei Hinsicht: Mit regulatorischen Anforderungen an die Energieeffizienz ebenso wie mit Vorgaben zur Nutzung regenerierbarer Energiequellen. Wie sich mehr und mehr zeigt, verändert die Novelle der Trinkwasserverordnung die bisher üblichen Planungsansätze zur Trinkwarmwasser­versorgung: Die dezentrale Versorgung löst die zentrale Versorgung aus dem Puffer­behälter ab und wird zum Standard.

Im Umland von Berlin gelegen, fügt sich die Stadt Werder harmonisch in eine wasserreiche Fluss- und Seenlandschaft ein, die sich entlang des Laufs der Havel erstreckt. So bietet die 25.000-Einwohner-Stadt beinahe einen „Hauch von Toscana mitten in Brandenburg“. 

In dieser von Natürlichkeit, Ruhe und Wasser geprägten Region ist das Projekt „Havel-Terrassen am Zernsee“ mit mehr als 100 Wohnungen und vielen Ladenflächen angelegt. Investor ist die Antan Recona Objektgesellschaft Havelterrassen mbH & Co. KG. Antan Recona hat eine ebenso einfache wie überzeugende Philosophie: Die Nachhaltigkeit der...

Im Umland von Berlin gelegen, fügt sich die Stadt Werder harmonisch in eine wasserreiche Fluss- und Seenlandschaft ein, die sich entlang des Laufs der Havel erstreckt. So bietet die 25.000-Einwohner-Stadt beinahe einen „Hauch von Toscana mitten in Brandenburg“. 

In dieser von Natürlichkeit, Ruhe und Wasser geprägten Region ist das Projekt „Havel-Terrassen am Zernsee“ mit mehr als 100 Wohnungen und vielen Ladenflächen angelegt. Investor ist die Antan Recona Objektgesellschaft Havelterrassen mbH & Co. KG. Antan Recona hat eine ebenso einfache wie überzeugende Philosophie: Die Nachhaltigkeit der Investition steht, unabhängig von kurzlebi­gen Trends und klassischen Preiszyklen, im Vordergrund des Vorhabens.

Und: Angestrebt wird auch nach Übergabe der Immobilie eine langjährige Betreuung der Kunden.

Der bereits fertig gestellte erste Bauabschnitt umfasst sechs Häuser mit 104 Wohnungen, die in einem Karree angeordnet sind. Die Ausstattung der Wohnungen ist sehr hochwertig (u. a. Fußbodenheizung, bodentiefe Fenster, Zimmerhöhe 2,70 m etc.). Ziel der Architekten Rehwinkel & Partner und deren Team war es, eine Verbindung zu schaffen zwischen einer aufgelockerten Wohnbebauung und einer gewerblichen Nutzung mit Ladenlokalen und Büros im Untergeschoss. Realisiert wurden im Grunde separate Gebäude, die auf einem durchlaufenden Unter- und Obergeschoss basieren. Um die Wohnungen für jedes Alter der Bewohner offenzuhalten, sind die Räumlichkeiten barrierefrei und über Aufzüge erreichbar.

Nahwärme aus dem Netz in die Wohnungen

Die Gebäude erfüllen als KfW-70-Energieeffizienzhaus hohe ökologische Standards. Ein externes BHKW versorgt die Gebäude mit elektrischer Energie und speist Wärmenergie in ein Nahwärmenetz ein.

Vom Nahwärmenetz gelangt die Wärme über Übergabestationen in die Wohnungen. Sie sind das (indirekte) Bindeglied zwischen Anbieter und Empfänger. Als „Gehirn“ der Übergabestationen sind entsprechend konfigurierte Regler aktiv; u. a. sichern sie die konstante Vorlauftemperatur der jeweiligen Hausanlage.

In einem ausreichend dimensionierten Heißwasser-Pufferbehälter wird die Energie zwischengespeichert und bei Bedarf an die individuellen Wohnungsstationen in den Wohnungen übergeben. Die Größe des Pufferspeichers muss dem Wärmebedarf einer 10-Minuten-Spitzenzapfung entsprechen. Installiert sind Danfoss-Wohnungsstationen des Typs „EvoFlat FSS“ in Verbindung mit Fußbodenverteilern „GTZC“.

Dezentrale Wohnungsstationen statt zentrale Wärmeversorgung

Für die Architekten Rehwinkel & Partner und deren Team standen Hygieneüberlegungen im Vordergrund: „Ziel war es, die Bevorratung größerer Mengen an Trinkwarmwasser zu vermeiden – dass sich dort und in den notwendigen Zirkulationsleitungen unter Umständen Legionellen verbreiten können, ist ja mittlerweile hinlänglich bekannt. Dezentrale Wohnungsstationen mit integriertem Frischwassersystem und Trinkwasser-Erwärmung im Durchfluss vermeiden die Legionellenproblematik. Und der Verwalter muss sich nicht mit der Trinkwasserverordnung und den Untersuchungspflichten auf Legionellen herumschlagen“, so Eric Rehwinkel.

Eine Partnerschaft des Vertrauens

Die Systemwahl fiel auf Danfoss. Das liegt in erster Linie an den über Jahre guten Erfahrungen in der Zusammenarbeit mit dem Unternehmen. „Wir konnten den Generalunternehmer und auch den Bauträger davon überzeugen, dass Danfoss ein zuverlässiger, solventer, innovativer Partner ist, der eine fundierte fachliche Beratung bietet.“ Es gibt natürlich auch rein technische Features, die für den Planer im Falle der Havel-Terrassen überzeugend waren.

Beispielsweise sind die Wohnungen zum Teil recht groß, was entsprechend große Fußbodenverteiler erfordert – die Wohnungsstationen von Danfoss sind mit Fußbodenverteilern des Typs „GTZC“ mit 3 bis 14 Abgängen dafür gerüstet. Ein Durchflussmesser fixiert eine vordefinierte Wassermenge. Die Variante „GTZC“ bietet zudem einen Beimischkreis mit Umwälzpumpe sowie einem selbsttätigen thermostatischen Fühler „FTC“ zur Regelung der Vorlauftemperatur. Ein elektronisch angeschlossener Sicherheitsthermostat gewährleistet zusammen mit einem Zonenventil und Stellantrieb eine Begrenzung gegen zu hohe Temperaturen im Fußbodenheizkreis. Das Zonenventil ermöglicht in Kombination mit dem thermischen Stellantrieb und einem optionalen Raumthermostat eine komfortable, energieoptimierte Regelung der Heizzeiten.

Hinzu kommt, dass jede Wohnung ein Bad mit Zusatzheizung (Handtuchwärmekörper) bekommen hat; die Wohnungsstationen von Danfoss bieten dafür den Anschluss im Vorlauf an: „Der Handtuchwärmekörper steht den Bewohnern somit auch in den Sommermonaten zur Verfügung – es sind manchmal auch solche Details, die mit entscheidend sind“, so Rehwinkel. Auch der Generalunternehmer sei mit der Technik dieser Wohnungsstationen und deren Montage bestens zurechtgekommen.

Nicht zuletzt überzeugte ihn die vollständige Wärme­iso­lie­rung der Stationen, die deshalb sehr energieeffizient zu betreiben sind. Ein nicht unwichtiger Vorteil von Wohnungsstationen auch für den Generalunternehmer und für den Bauträger: Die Ver- und Entsorgungswege sind kürzer, die erforderlichen Technikräume benötigen weniger Platz.

 

Geteilte Ausführung vorteilhaft

Der Generalübernehmer beim Projekt Havel-Terrassen ist die RTLL Generalbau GmbH mit Sitz in Kirchberg. Die RTLL-Gruppe versteht sich als Lieferant von „Sorglos-Paketen“ für Bauherren, für Mieter/Betreiber und für Investoren. Das Kerngeschäft besteht aus zwei Säulen, der Projektentwicklung und der Generalunternehmertätigkeit.

Was ist das Aufgabengebiet eines Projektleiters Haustechnik bei der RTLL Generalbau? „Der plant, wie er die vorgesehene Technik wirtschaftlich und energetisch am günstigsten umsetzen kann – und überprüft dann, ob die mit dem Architekten, dem Bauherrn und dem Käufer besprochene Planung auch korrekt umgesetzt wird“, beschreibt Thomas Schleif seine Tätigkeit.

Wie beurteilt er das gewählte Konzept mit dezentralen Wohnungsstationen? „Für die meisten Käufer war dieses Konzept der dezentralen Energieversorgung schon neu – aber die Vorteile, insbesondere was die Hygiene und die Legionellenproblematik betrifft, hat im Grunde alle sehr schnell überzeugt.“

Und wie schaut es mit den Kosten aus? Da scheiden sich ja zumeist recht schnell die Geister, wenn es kos­tengünstigere Alternativen gibt.

Thomas Schleif hat bei einem Gebäude mal durchgerechnet, welche Kosten bei der dezentralen gegenüber der zentralen Lösung zu kalkulieren sind. „Wohnungsstationen sind nicht günstig, aber durch den Wegfall von zwei Leitungssystemen innerhalb des Gesamtgebäudes kompensieren sich die höheren Kosten.“ Dabei hat er nicht nur die reinen bautechnischen Kosten der Zusatzleitungen in Betracht gezogen, sondern auch den Wegfall der entsprechenden Dämmmaßnahmen und den geringeren Aufwand des Estrich­verlegers, beispielsweise weil weniger Leitungen über Kreuz geführt werden müssen. Schleif: „Unterm Strich, was die In­ves­ti­tions­kos­ten betrifft, ist das mehr oder weniger ein Null-Summen-Spiel. Wobei die dezentrale Lösung die entscheidenden Hygienevorteile hat!“

Thomas Schleif hat ebenfalls bereits über Jahre gute Erfahrungen mit Danfoss und dessen Service gemacht. „Insbesondere die Güte und Schnelligkeit der Regeltechnik ist aus meiner Sicht ein überzeugendes Argument für die Danfoss-Technik.“

Und weil die Wohnungsstationen in einer geteilten Ausführung angeliefert werden, empfindet Thomas Schleif auch das Handling als besonders angenehm: „Wir können mit dem Montageblock und den Kugelhähnen zunächst einmal die Verrohrung komplettieren und dann nach dem Estrichleger und dem Spülen der Rohre die Wohnungsstationen komplettieren, also den Wärmeübertrager und die Regelungstechnik zur Wärmeerzeugung installieren. Danach wird die Station noch einreguliert und wir sind fertig mit unserer Arbeit.“

Fazit

Architekt, Bauträger, Generalunternehmen und nicht zuletzt die Wohnungskäufer waren insbesondere von den Hygienevorteilen dezentraler Wohnungsstationen überzeugt. Technische Features wie eine zuverlässige und rasch eingreifende Regelungstechnik sowie die montagefreundliche, geteilte Ausführung machten die Entscheidung zugunsten der Danfoss-Technik einfach. Der im April 2016 begonnene zweite Bauabschnitt wird gleichfalls mit der Wohnungsstation von Danfoss ausgestattet.

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