Hygiene, Funktion und Vielfalt

Urinale in halböffentlichen und öffentlichen Gebäuden

In diesem Beitrag werden acht Faktoren aufgeführt, die bei der Auswahl des passenden Urinals im (halb)öffentlichen Raum eine wichtige Rolle spielen. Am Beispiel der Angebotspalette eines bekannten Markenherstellers wird gezeigt, auf welche Aspekte es bei der Planung ankommt.

Wo viele Menschen aufein­ander treffen, ob am Arbeitsplatz, in Sportstätten oder an Flughäfen, sind die sanitären Anlagen ein essentieller Bestandteil des Gebäudekonzepts. Im halböffentlichen Bereich erlangt der Sanitärraum auch als Imageträger innerhalb der Architektur einen immer höhe­ren Stellenwert. Für öffentlich zugängliche Sanitärräume gel­ten darüber hinaus hohe Anforderungen an Hygiene, Robustheit, Langlebigkeit und Wirtschaftlichkeit. Weil sie sowohl dem Benutzer als auch dem Betreiber entscheidende Vorteile bieten, zählen Urinale längst zur Standardausstattung stark frequentierter...
Wo viele Menschen aufein­ander treffen, ob am Arbeitsplatz, in Sportstätten oder an Flughäfen, sind die sanitären Anlagen ein essentieller Bestandteil des Gebäudekonzepts. Im halböffentlichen Bereich erlangt der Sanitärraum auch als Imageträger innerhalb der Architektur einen immer höhe­ren Stellenwert. Für öffentlich zugängliche Sanitärräume gel­ten darüber hinaus hohe Anforderungen an Hygiene, Robustheit, Langlebigkeit und Wirtschaftlichkeit. Weil sie sowohl dem Benutzer als auch dem Betreiber entscheidende Vorteile bieten, zählen Urinale längst zur Standardausstattung stark frequentierter Sanitäranlagen.

Effiziente Raumnutzung

Ein Urinal benötigt weniger Raum als ein WC mit Trennwandsystem. So können bei gleichem Platzangebot mehr Einheiten installiert werden. Besonders effizient sind Reihenanlagen, bei denen ein Urinal neben dem anderen hängt. Daher sollte der Mindestabstand von Mitte Zulauf bis Mitte Zulauf jeweils 750 mm betragen. Das Urinalprogramm von Duravit umfasst einige Modelle, die erstaunlich wenig Raum einnehmen, z.B. „Starck 3“ mit nur 245 mm Breite: Wahlweise mit Zulauf von oben oder von hinten bieten sie für alle Anforderungen eine adäquate Lösung. Sichtschutz und Intimität bieten die schlichten Trennwände aus dem „Starck 3“-Programm – eine reinigungsfreundliche und unempfindliche Variante aus Sanitärkeramik.

Faktor Wirtschaftlichkeit

In Sachen Wirtschaftlichkeit punktet das Urinal gegenüber dem WC nicht nur bei der Anschaffung. Der Wasserverbrauch ist mit 0,5 bis 2,1 l deutlich geringer als bei einer Toilette, die bis zu 6 l pro Spülgang verbraucht. Urinale mit Spüldüse, wie sie für die Modelle „Architec“ und „DuraStyle“ angeboten werden, arbeiten mit verschiedenen Spülprogrammen: Standardspülung mit 2,1 l, automatischer Wechsel zwischen Standardspülung und reduzierter Spülung, die je nach gewähltem Spülprogramm nur 1,2 oder 0,5 l verbraucht oder das Eco-Programm, das beim „Architec“ automatisch alle 15 min eine Standardspülung auslöst. Für den Betrieb als „Hybrid“-Variante erfolgt beim „DuraStyle“ erst nach einer individuell definierten Benutzeranzahl eine Hygienespülung.

Neue Modelle arbeiten sogar ganz ohne Wasser. Im Ablauf von „Architec Dry“ oder „DuraStyle Dry“ ist eine Schlauch­membran integriert, die sich nur beim Durchfluss des Urins öffnet und danach wieder automatisch, geruchsdicht und ver­borgen verschließt. Die Kosten für die nach 7500 Benutzungen zu tauschende Membran betragen in etwa die Hälfte der Kosten für Frisch- und Abwasser, die ein herkömmliches Urinal im selben Zeitraum verursacht.

Berührungslose Hygiene

Je weniger der Benutzer anfassen muss, desto hygienischer ist dies. Deshalb bieten sich für öffentliche und halböffentliche Anlagen Urinale mit Spülautomatik an. Urinale wie „Architec“, „DuraStyle“ und „Utronic“ spülen berührungslos und vollautomatisch. Für die 100%-ige Hygiene sorgen bei den beiden letztgenannten Urinalen speziell vom Hersteller entwickelte elektronische Steuer­einheiten. Sobald der Benutzer sich vom Urinal entfernt, löst die Infrarot-Beinkennung die Spülung aus. 12 h nach der letzten Be­nutzung erfolgt eine Zwangsspülung. Werkseitig vormontiert und bereits voreingestellt ist die Steuerungseinheit unten an der Keramik befestigt. Beim Urinal „Architec“ detektiert der Sensor nicht den Benutzer, sondern die Benutzung selbst. Erkennt er Veränderungen im Siphon, löst er automatisch den Spülvorgang aus. Sinkt der Wasserstand, weil das Urinal nicht frequentiert wurde, wird automatisch gespült, um den Geruchsverschluss wieder herzustellen. Die Technik ist im Inneren der Keramik bestens geschützt. Bei allen drei Urinalvarianten erfolgt der Betrieb wahlweise via Batterie oder Stromnetz.

Sauberkeit und Hygiene

Weil ein hochfrequentierter Ort häufig gereinigt werden muss, sollten hygienefreundliche Materialien und Produkte gewählt werden, die schnell und einfach abzuwischen sind. Die rundum glasierten Duravit-Urinale aus Sanitärkeramik sind einfach zu reinigen. Zusätzlich ausgerüstet mit „WonderGliss“, einer speziellen Oberflächenbeschichtung, bleiben sie besonders lange glatt, schön und sauber. Mit dem Wasser, das sich zu dicken Tropfen zusammenzieht, fließen Rückstände einfach ab. Und wo weniger Ablagerungen entstehen, muss auch weniger geputzt werden.

Für kürzere Reinigungszeiten und damit mehr Sauberkeit sowie Hygiene empfiehlt sich außerdem ein kleiner, aber wirkungsvoller psychologischer Trick: Eine optional in die Sanitärkeramik eingebrannte Zielfliege sorgt bei den Duravit-Urinalen für eine höhere Trefferquote. Zusätzlichen Schutz, z.B. vor Verstopfung durch Abfälle oder Zigaretten, bietet ein herausnehmbares Sieb aus elektrolytisch-poliertem Stahl.

Schutz vor Vandalismus

Ob unsachgemäße Behandlung der Ausstattungsgegenstände oder bewusste Beschädigung – Vandalismus lässt sich nicht voll­ständig verhindern. Erfahrungswerte zeigen, dass sich die mut­willige Zer­stö­rung in 90 % der Fälle eher gegen Wasserlei­tun­gen, sichtbare Siphons oder im Sichtbereich angebrachte elektronische Steuerun­gen richtet. Diesen Aspekt bezieht Duravit bei der Entwicklung von Urinalen, die vorwiegend für den Einsatz im halböffentlichen und öffentlichen Bereich gedacht sind, bereits mit ein. Die Steuerein­hei­ten sind bei elektronischen Urinalen ganz unauffällig unten am Urinal angebracht oder im Inneren der Kera­mik „versteckt“. Kompakte Formen und verdeckte Zuleitungen bieten zudem weni­ger Angriffsfläche.

Schnelle Montage und Wartung

Kurze Montage-, Installations- und Wartungszeiten sparen Geld. Bei den Duravit-Urinalen sorgen neben der einfachen Befestigungs­technik auch die werkseitig vormontierten und voreingestellten Steuerungssysteme elektronischer Urinale für einen deutlich verringerten Zeitaufwand bei der Inbetriebnahme. Für den Austausch von Siphonkartusche oder Ablaufmembran wird kein Monteur benötigt, er kann mit wenigen Handgriffen von einer Reinigungsfachkraft durchgeführt werden.

Für Sanierung oder Umbau bietet Duravit zudem eine cleve­re, zeit- und kostensparende Lösung an: Das Urinal „Architec“ deckt mit seiner flächigen Rückwand unerwünschte Bohrlöcher, Abläufe oder Zuläufe seiner Vorgän­ger ab. Mit dem flexiblen Anschlussschlauch lassen sich im dahinterliegenden Hohlraum vorhandene Anschlüsse erreichen. Der Austausch erfolgt so binnen kürzester Zeit mit einem optisch perfekten Ergebnis.

Vielfalt in Design und Funktion

So vielfältig die Bedürfnisse der Betreiber und Benutzer sind, präsentieren sich auch die Produkte und Lösungen von Duravit. Allein für den Urinalbereich stehen 36 verschiedene Modelle für unterschiedlichen Einsatzbereiche zur Auswahl: Ob serienunabhängige Klassiker oder serienbezogene Modelle für höchste Designansprüche, ob mit Zulauf von hinten oder oben, mit Wasserrand, mit Spüldüse, als elektronische Version oder wasserlos – die Urinale erfüllen die Anforderungen an Komfort und Technologie.

Nachhaltigkeit

In öffentlichen, halböffentlichen oder gewerblichen Sanitärräumen werden die Produkte täglich auf eine harte Probe gestellt – ob aus Unachtsamkeit der Nutzer oder Kontakt mit verschiedenen Reini­gungsmitteln. Kompromisslose Qualität und hochwertige Sani­tär­keramik garantieren eine lange Lebensdauer und sorgen so für Nachhaltigkeit. Daher sollte bei der Wahl der Urinale auf Qualität geachtet werden.

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