Hochschule schöpft Einsparpotentiale aus
Energiezähler erfassen verbrauchernah Strom auf SRH-CampusEnergie ist ein bedeutender Kostenfaktor für die SRH-Holding, die auf dem SRH-Campus in Heidelberg-Wieblingen diverse Bildungs- und Gesundheitseinrichtungen betreibt. Energiezähler helfen hier, die Energieverbräuche in allen Gebäuden verursacherbezogen zu erfassen. Die ausgelesenen Daten nutz SRH zur Nebenkostenabrechnung und künftig auch zur Energieoptimierung.
Energiezähler erfassen den Verbrauch der einzelnen Gebäude. Die ermittelten Daten werden derzeit noch vorwiegend für die Nebenkostenabrechnung verwendet. „Die Energiekosten belasten wir den den Mietern, meist SRH-Gesellschaften, weiter. Zukünftig werden wir die Kennwerte zusätzlich dazu nutzen, Einsparmöglichkeiten aufzudecken“, erklärt Eduard Silberhorn.
Gute Erfahrung mit Energiezählern
Aktuell kommen über 140 Energiezähler von ABB Stotz-Kontakt als Zwischenzähler zum Einsatz, um die Energieverbrauchswerte für Heizung, Wasser und Strom in allen Gebäuden auf dem SRH-Campus getrennt zu erfassen. Eduard Silberhorn schätzt die Zuverlässigkeit der Geräte. „Sie funktionieren einwandfrei. Wir hatten noch keine Ausfälle. Die Zähler lassen sich außerdem gut mit dem M-Bus des Gebäudeleitsystems verbinden.“ Seit 2013 werden die Energiezähler der neuen „A-Serie“ in den Unterverteilungen auf dem Standort verbaut. Eingesetzt werden Geräte mit direktem Anschluss sowie mit Wandleranschluss. Die elektronischen Hutschienen-Zähler bieten umfangreiche Möglichkeiten für die Energiedatenerfassung. Die Geräte arbeiten in einem weiten Spannungs- und Temperaturbereich. Mit einer Leistungsaufnahme von weniger als 0,8 VA arbeiten sie zudem sehr sparsam.
Die Energiezähler lassen sich einfach programmieren. Auf der Pixelanzeige können bis zu vier Messwerte gleichzeitig angezeigt werden: Gesamt- und Phasenleistung, Spannung, Strom sowie weitere Messwerte. Die Energiezähler sind mit einer integrierten seriellen Schnittstelle für den M-Bus ausgestattet, der auf dem SRH-Campus für die Verbrauchsdatenerfassung und Übertragung der Zählerdaten verwendet wird. Über eine Infrarotschnittstelle werden die Daten mittels eines Kommunikationsadapters ausgelesen und für die weitere Auswertung dem Gebäudeleitsystem zur Verfügung gestellt.
Vergleich der Verbräuche bis auf Produktebene
Vom Leittechnikrechner werden die Zählerstände derzeit noch via SRH-Intranet über eine ODBC-Schnittstelle in „Excel“-Tabellen übertragen. Eduard Silberhorn nutzt die Daten, um die Energieverbrauchswerte der Verbraucher zu vergleichen. In der Mensaküche erfassen die Zähler beispielsweise den Stromverbrauch und die Effizienz von zwei Industriespülmaschinen. Eduard Silberhorn erläutert: „Wir können den Verbrauch der beiden Maschinen mit dem anderer Spülmaschinen auf dem Campus vergleichen, aber auch untereinander, denn eine Spülmaschine wird elektrisch beheizt und die andere mit Dampf. Dadurch sehen wir, welche Technik energiesparender ist.“
Mittels der Energiezähler können außerdem u.a. die Verbrauchsdaten einzelner Gebäudestockwerke zur Verrechnung der Nebenkosten ermittelt werden. Auch die Energieerträge der beiden campuseigenen 54-kWp- bzw. 43-kWp-Photovoltaikanlagen erfassen sie.
Energiemanagementsystem eingeführt
Im Frühjahr 2014 wurde damit begonnen, ein Energiemanagement auf dem SRH Campus einzuführen. Zusammen mit den Energiezählern bildet die Software von Kieback&Peter das Kernelement des Systems. Diese erlaubt neben der präzisen Verbrauchsanalyse und Energiediagnose dem Betreiber die Identifizierung von Schwachstellen. Die kontinuierlichen Aufnahme und Auswertung der Verbrauchs- und Kostendaten ist die Basis dafür und ermöglicht es, Maßnahmen festzulegen und ihre Wirkung nachzuverfolgen.
Die erste in das System integrierte Immobilie ist ein Gebäudekomplex, der neben Räumen der Hochschule zusätzlich zwei Wohnheime mit Einzelzimmer-Appartements beherbergt. Zur Bewertung der Daten und zur Ableitung der Einsparmaßnamen dient ein Benchmark mit einem öffentlichen Gebäude. Nach Abschluss dieser Phase werden Schritt für Schritt die ABB-Zähler in das System integriert, bis alle Gebäude auf dem Campus eingebunden sind. Damit verfügt SRH über ein umfassendes System zu Erfassung, Analyse und Optimierung des Stromverbrauchs.
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