Energieaudit oder EMS?
Wie KMU das EDL für sich nutzen könnenEnergiekosten, verursacht durch Heizungs-, Lüftungs-, Klima- und Beleuchtungsanlagen, stellen einen signifikanten Anteil der Gesamtbetriebskosten eines Gebäudes dar. Kontinuierlich steigende Preise für Gas, Öl und Elektrizität erhöhen den Kostendruck auf die Gebäudebetreiber und -nutzer: Energieeffizienz wird zu einem bestimmenden Faktor für die Wettbewerbsfähigkeit eines Unternehmens. Für Nicht-KMUs gilt das Energiedienstleistungsgesetz (EDL-G), das ein regelmäßiges Energieaudit vorschreibt. Doch auch KMUs können Energieeinsparmaßnahmen ergreifen und sogar Fördergelder erhalten.
KMU können profitieren
Den KMU will man die zu erreichenden Energieeinsparpotentiale, die durch ein Audit oder eine Energie- bzw. Umweltmanagementsystem erreicht werden können, nicht vorenthalten. Die BAFA bietet mit „Energieberatung im Mittelstand“ ein Förderprogramm an, das Firmen in Deutschland beantragen könnten (www.bafa.de/bafa/de/energie/energieberatung_mittelstand/index.html und www.bafa.de/bafa/de/energie/energieberatung_mittelstand/vorschriften/richtlinie_dezember_2015.pdf). Die Energieberatung muss den wesentlichen Anforderungen an ein Energieaudit im Sinne von Artikel 8 des EDL-G und insbesondere den Anforderungen der DIN EN 16247-1 entsprechen. Wer eine Förderung für eine freiwillige Energieberatung in Anspruch nimmt, geht laut BAFA keine Verpflichtung für ein wiederholendes Audit ein. Doch warum sollten KMU Energiesparmaßnahmen vornehmen?
Investitionen in Energiesparmaßnahmen machen Sinn
Im produzierenden Gewerbe, im Handel und im Hotelgewerbe haben Energiekosten einen direkten Einfluss auf die Margen des Unternehmens. Dies erhöht die Bereitschaft, in Energiesparmaßnahmen zu investieren. Vor jeder Investition steht jedoch die Frage, welche Maßnahmen vorrangig angegangen werden sollen, da sie ein ungünstigeres Kosten-/Nutzen-Verhältnis aufweisen.
Energiemanagementsysteme leisten einen wesentlichen Beitrag zur Identifikation von Optimierungspotentialen, dienen aber auch zum Nachweis des Erfolgs ergriffener Maßnahmen. Automatisierte Auswertungen erlauben eine einfache, kontinuierliche Dokumentation der Verbrauchsdaten sowie Kosten und visualisieren so die Effizienz der gebäudetechnischen Systeme. Energiemanagement ist jedoch keine rein „technische Aufgabe“, sondern die Summe aller Maßnahmen, die geplant und durchgeführt werden, um die geringstmögliche Energiemenge bei gegebenem Komfort- bzw. Produktionsniveau (Industrie und Gewerbe) zu verbrauchen.
Um Einsparungen realisieren zu können, ist ein genaues Verständnis des Energieverbrauchs in einem Gebäude unverzichtbar: Nur wenn der Gebäudebetreiber genau weiß, wie viel Energie durch welches System in welchem Bereich eines Gebäudes verbraucht wird, sind Entscheidungen zu Investitionen an genau den Stellen, an denen sich die besten Ergebnisse erzielen lassen, möglich.
Diverse Aspekte des Energiemanagements
Um den Energieverbrauch genau zu kennen, müssen mehrere Aufgaben erfüllt werden:
Datenerfassung: Dies ist die Überwachung der Verbräuche in Echtzeit, um z. B. zu verstehen, wie viel Wasser wo verbraucht wird. Die Messung sollte sowohl auf der Versorgungs- als auch auf der Verbrauchsseite erfolgen, damit nachvollzogen werden kann, wo die zugeführte Energie verbraucht wird. Heute werden tendentiell Zähler mit „Busverbindung“ verwendet, da diese Zähler automatisch ausgelesen werden können und mehr Daten zur Verfügung stehen.
Kennzahlen/Normalisierung: „Übersetzung“ des Energieverbrauchs in etwas, das der Benutzer verstehen kann. Die verschiedenen Benutzer haben eine unterschiedliche Vorstellung von Energieverbrauch. Für einen Automobilhersteller kann Energie gemessen werden, z. B. als „erforderliche kWh für die Produktion von einem Auto“, für eine Öffentliche Einrichtung könnte dies „kWh pro Quadratmeter Gebäude“ bedeuten. Teil des Prozesses der Normalisierung ist die Eliminierung von externen Einflüssen, damit der Energieverbrauch zwischen unterschiedlichen Gebäuden vergleichbar wird.
Archivierung: Speicherung und Abruf der Energiedaten für einen Zeitraum, der lang genug ist, um Schlussfolgerungen ziehen zu können.
Visualisierung/Berichterstellung: Transformation der Daten in lesbare, leicht zu verstehende (meistens grafische) Darstellung. Diese Berichte haben zum Ziel, Anomalien beim Energieverbrauch leicht zu erkennen und die Mittel zur Erkennung der eigentlichen Ursachen bereitzustellen.
Wenn die obigen Schritte kontinuierlich ausgeführt werden, können sie nicht nur helfen, Potentiale für die Optimierung zu erkennen, sondern auch verwendet werden, um den Ertrag von Investitionen zur Energiesanierung zu prüfen.
CentraLine beispielsweise deckt alle Aspekte des Energiemanagements von der Datenerfassung über die Normalisierung und Archivierung bis zur Erstellung von Energieberichten und -analysen ab. Für die Überwachung der Basisverbrauchsdaten enthält das Portfolio ein großes Spektrum an Zählern zum Überwachen von Trinkwasser und Energie für Elektrizität, Heizung und Kühlung. Stromzähler gibt es von 1-Phasen- (32 A) bis 3-Phasen-Versionen (bis 1500 A). Die Zähler sind in unterschiedlichen Ausführungen und Schnittstellen erhältlich, wie z.B. Impuls, M-Bus- oder Modbus.
Die CentraLine-„Hawk“- oder „Eaglehawk“-Controller sind Datenlogger, die alle gängigen Zählertypen über Protokolle wie Modbus, M-Bus, LONworks etc. auslesen und die Zählerdaten bis zum Abruf durch die GLT archivieren, so dass sichergestellt ist, dass keine Daten verloren gehen.
Die Regler sind in der Lage, die Daten so zu präsentieren, wie es für den Kunden sinnvoll ist, z.B. als „kWh pro produziertem Auto“ für einen Automobilhersteller oder als „kWh pro Unterrichtsstunde und Quadratmeter“ für den Leiter einer Schule.
Auf der CentraLine-„Energy Vision“ werden die Daten schließlich in leicht zu verstehender Form dargestellt. Es sind Diagramme verschiedener Typen verfügbar:
- Einfache Linien- oder Balkendiagramme erleichtern das Verständnis des Energieverbrauchs von Messwerten in einem definierten Zeitraum. Linien- oder Balkendiagramme mit mehreren Y-Achsen ermöglichen Vergleiche zwischen verschiedenen Messwerten.
- Kreisdiagramme erleichtern das Verständnis des prozentualen Beitrags verschiedener Energiezähler zum Gesamtverbrauch.
- Gestapelte Balken ermöglichen den Vergleich des Beitrags verschiedener Energiezähler zum Gesamtverbrauch.
- Streudiagramme liefern die detaillierte Analyse des Energieverbrauchs anhand einer Sekundärmessung (z. B. Verbrauch auf Basis der Außentemperatur). Dies ist ein leistungsfähiges Instrument, um Erkenntnisse zum Optimierungspotential zu erlangen.
Die Norm ISO 50001 fordert von den Unternehmen ein smartes Energiemanagement zur Erreichung von Verbesserungen. Mit Verfahren wie Regressionsanalyse, Benchmarking anhand von Prognosen unter Berücksichtigung von Wettereinflüssen und Vergleichen gegenüber äquivalenten Nutzungsdaten aus der Vergangenheit, können Wissen und Erkenntnisse entwickelt werden. „Energy Vision“ macht diese komplexen und hoch entwickelten Verfahren dem normalen Benutzer zugänglich und stellt Informationen in einfachen und leicht zu verstehenden Begriffen dar.
„Energy Vision“ und die ISO 50001
Der beste Weg zu einem effektiven Energiemanagement, ist die ISO 50001. Diese internationale Norm enthält Energiemanagementverfahren, mit deren Hilfe Energie eingespart, Kosten gesenkt und Umweltschutzanforderungen erfüllt werden können. „Energy Vision“ ist eine Software für professionelles Energiemanagement, die alle wesentlichen Funktionen zur Überwachung der Energieeffizienz von Gebäuden und Anlagen bietet und vollständig in die „Niagara AX“-Web- und -Grafik-Technologie eingebunden ist. Sie eignet sich für das Energiemanagement, die Analyse und Optimierung der Verbräuche sowie für die Messung und Überwachung der Energieeffizienz sämtlicher Anlagen, Standorte, Gebäude und Abteilungen. Visuell ansprechende Grafiken und Diagramme ermöglichen eine übersichtliche Darstellung. So kann man
- Energieverschwendung erkennen,
- Maßnahmen zur Vermeidung von Energieverschwendung ergreifen und so die Verbräuche optimieren,
- Gebäude und Liegenschaften vergleichbar machen und
- das Bewusstsein der Verbraucher bezüglich des Energieverbrauchs schärfen.
Diagramme, welche die Rangordnung von Verbräuchen zwischen Zählern, Zonen, Systemen, Gebäuden und Standorten anzeigen, helfen dem Nutzer dabei, sich zuerst auf die größten Verbraucher zu fokussieren und mit der Steigerung der Energieeffizienz da zu beginnen, wo der größte Nutzen zu erwarten ist.
Ein wesentlicher Bestandteil des Energiemanagements sind die automatischen Berichte. Diese Berichte können als PDF-Dateien erstellt oder per E-Mail versandt werden. Es ist möglich, eine beliebige Anzahl von Berichten zusammenzufügen und den Verantwortlichen in definierten Zeitintervallen zuzusenden. So kann z. B. jeder Abteilungsleiter seine Verbräuche täglich, wöchentlich, monatlich oder jährlich anfordern oder ein Energiemanager sämtliche Verbrauchswerte aller Standorte analysieren. Auch der Bericht für das jährliche DIN ISO 50001 Audit kann automatisch erstellt und an die richtigen Zielpersonen versandt werden.
Der Kioskmodus zeigt eine rotierende Sequenz von Seiten mit den wesentlichen Energieverbrauchswerten, normierten Vergleichen von Verbräuchen, CO2-Ersparnissen usw., so dass ein Wettbewerb zwischen einzelnen Teams veranstaltet werden kann. Solche Teamwettbewerbe motivieren erwiesenermaßen am meisten, Energie zu sparen. Die daraus resultierenden Dashboards eignen sich ideal für eine Anzeige im Foyer oder Empfangsbereich eines Gebäudes.
Die „Energy Vision“ ist voll in die „CentraLine AX“-Plattform integriert. Die Software läuft selbstständig oder als Teil der Gebäudeleitzentrale „ArenaAX“. Berichte und Analysen werden direkt über den Webbrowser oder der webbasierten PC-Zentrale „ArenaAX“ angezeigt. Über Browser können sämtliche Geräte auf die Visualisierung zugreifen.
Fazit
Moderne Energiemanagementsysteme machen den Energieverbrauch transparent und helfen, Optimierungspotentiale zu erkennen sowie die Wirksamkeit durchgeführter Optimierungen nachzuweisen. „Energy Vision“ etwa bietet, wie gezeigt, einen Schlüssel zum Energiesparen, da die Energieeffizienz von Gebäuden bewertet und mit anderen Gebäuden vergleichbar gemacht wird.
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