Heizungswasser für Firmenzentrale
Gesicherte Qualität im HeizungskreislaufWenn es um die Qualität des Heizungswassers geht, ist die VDI 2035 Stand der Technik. Auch die meisten Kesselhersteller fordern Kreislaufwasser, das dieser Norm entspricht. Dennoch wird die richtige Heizwasserqualität immer wieder zu einer Herausforderung – wie in der Zentrale der hagebau GmbH. Die Lösung bringt in diesem Fall eine kontinuierliche Kreislaufwasseraufbereitung.
Dies ist zwar nicht das Silicon Valley, aber Soltau in der Lüneburger Heide hat auch eine besondere Geschichte. Pflegen IT-Giganten wie Apple oder Hewlett-Packard gerne den Mythos ihrer Gründung aus einer Garage heraus, so könnte dies auch die hagebau Handelsgesellschaft für Baustoffe mbH & Co. KG tun. 1964 von einer Gruppe von 34 Baustoff-Fachhändlern gegründet, wurden die ersten Geschäfte aus der Garage eines Einfamilienhauses in Soltau betrieben. Bis heute ist der Händlerverbund auf 370 Unternehmen mit 1.750 Standorten in acht Ländern angewachsen. Im Jahr 2017 hat die Gruppe 6,51 Mrd. €...
Dies ist zwar nicht das Silicon Valley, aber Soltau in der Lüneburger Heide hat auch eine besondere Geschichte. Pflegen IT-Giganten wie Apple oder Hewlett-Packard gerne den Mythos ihrer Gründung aus einer Garage heraus, so könnte dies auch die hagebau Handelsgesellschaft für Baustoffe mbH & Co. KG tun. 1964 von einer Gruppe von 34 Baustoff-Fachhändlern gegründet, wurden die ersten Geschäfte aus der Garage eines Einfamilienhauses in Soltau betrieben. Bis heute ist der Händlerverbund auf 370 Unternehmen mit 1.750 Standorten in acht Ländern angewachsen. Im Jahr 2017 hat die Gruppe 6,51 Mrd. € umgesetzt. Der Umsatzzuwachs im ersten Halbjahr 2018 lag bei 4,0 %.
Das Unternehmen wächst, schafft Arbeitsplätze und entsprechend wächst der Bedarf an Büroflächen. Die Zentrale der hagebau in Soltau wird deshalb regelmäßig erweitert, sie besteht mittlerweile aus fünf Bauabschnitten. Parallel wächst die Leistung der Heizzentrale, die nach wie vor im Dachgeschoss des Altbaus untergebracht ist. Heute arbeiten die Mitarbeiter hier auf einer Fläche von 13.000 m2.
Zuletzt wurde 2016 der Bauabschnitt „Riegel III“ errichtet. Dies war der Anlass, die bestehende Heizungsanlage komplett auszutauschen. Die alten Gusskessel wurden entfernt, lediglich das Rohrnetz blieb bestehen. Angefangen bei den Kesseln, Hydraulikkomponenten und Mischergruppen bis hin zur Reglungstechnik wurde ein komplett neues Heizungsystem installiert. Betrieben wird jetzt eine Kaskade bestehend aus vier Weishaupt-Brennwertkesseln „WTC-GB 300“ mit einer Leistung von je 300 kW, insgesamt also 1,2 MW.
„Da haben wir einen richtigen Schnitt gemacht. Das, was es derzeit an aktueller Technik gibt, haben wir realisiert, so wie es heute geboten ist“, erläutert Rüdiger Frühauf, verantwortlicher Facility Manager bei hagebau. „Die Leistung – derzeit auf 1 MW eingestellt – reicht jetzt auch noch für einen weiteren Anbau.“
Mögliche Optionen
Vorangegangen war eine Prüfung möglicher Optionen: Bleibt es bei einem zentralen System oder wären dezentrale Heizsysteme eine bessere Lösung, auch im Hinblick auf weitere Ausbauten? Setzen wir künftig auf Biogas? Eine andere Alternative hätte ein Wärmeliefervertrag mit den Soltauer Stadtwerken geboten. Dabei hätten die Stadtwerke eine neue Heizung gebaut, die Investitionen dafür übernommen und auch dafür gesorgt, dass alles durch regelmäßige Wartung einschließlich aller anfallenden Reparaturen reibungslos funktioniert. Die Abrechnung wäre über die gelieferte Heizmenge erfolgt.
„Bei einer solchen Lösung geht es dann um die Frage der Schnittstellen. Wer ist wann wofür verantwortlich, wenn es zu Problemen kommt“, erklärt Rüdiger Frühauf. „Wenn es heute Störungen gibt, kann ich diese per App lokalisieren und sie sofort dem jeweiligen Gebäudeteil zuordnen. Darüber hinaus hätten wir die Heizzentrale in einem von außen zugänglichen Kellerraum oder Gebäude unterbringen müssen, damit die Servicetechniker der Stadtwerke im Störungsfall auch am Wochenende Zugang zur Anlage haben.“ „Das alles war für uns nicht überzeugend – vor allem in der letztlichen Kalkulation. Der Kaufmann braucht einen Rechenwert: Was kostet uns unter dem Strich eine Kilowattstunde“, erläutert Rüdiger Frühauf weiter. „Da haben wir uns bei der jetzt gefundenen Lösung besser gefühlt. Sie ist langfristig gesehen transparenter – auch im Hinblick auf weitere Anbauten.“
Die Herausforderung
Was allerdings nicht ausgetauscht wurde, war das vorhandene Rohrsystem, an das dann auch das Leitungsnetz des neuen Bauabschnitts angeschlossen wurde. Dabei sollte sich eine Herausforderung offenbaren, die wahrscheinlich alle mit der Zeit gewachsenen Heizungsnetze mit sich bringen. „In den einzelnen Gebäudeteilen wurde bei den früheren Erweiterungen das verbaut, was gerade angesagt war: angefangen mit Stahlrohr über Kupferrohr, Aluminium, Mehrschicht-Verbundrohre mit Plastik und dazu noch Nickelverbindungen“, erklärt Rüdiger Frühauf.
Diese verschiedenen, vom Heizungswasser durchströmten Materialien, vor allem der Metallmix, verursachten letztlich eine Qualität des Heizungswassers, die nicht mehr der VDI 2035 entsprach. „In der Altanlage waren wir mit unserem Heizungswasser noch in der Nähe der Normwerte, später, nach der Erweiterung nicht mehr. Der pH-Wert war zu hoch, ebenso der Leitwert“, berichtet er weiter.
„Vor der Neuaufstellung haben wir das Wasser beprobt. Da haben wir bereits festgestellt, dass die Wasserqualität nicht optimal war“, erklärt Hajo Oltmanns, Prokurist der Bremer Peinemann + Sohn GmbH & Co. KG, die die neue Anlage installiert hat. „Wir haben dann darauf hingewiesen, dass die Wasserqualität auch nach der Inbetriebnahme der neuen Kessel schwierig bleiben könnte“, so Hajo Oltmanns. „Wenn wir auf längere Sicht keine Schäden haben wollten, mussten wir etwas tun.“ Ansonsten wären Härteausfällungen, Korrosion und Verschlammung die unausweichlichen Folgen der aktuellen Wasserqualität gewesen.
Das reguliert sich schon
Das Bestandsnetz konnte aufgrund der zahlreichen Verzweigungen nicht komplett geleert werden. „Rein theoretisch wäre das möglich gewesen, wir haben im Sommer eingebaut, die Heizung war nicht in Betrieb“, sagt Hajo Oltmanns. Doch auch bei einer kompletten Entleerung wäre noch Restwasser im System verblieben. Die leeren Rohre hätten zudem korrodieren können. So wurde nur das neue Leitungssystem mit normgerecht aufbereitetem Wasser aufgefüllt. Die Hoffnung war, dass sich im Laufe der Zeit das eingebrachte Wasser selbst reguliert.
Bereits nachdem der neue Abschnitt befüllt war, zeigten sich Ansätze einer Verschlammung des Wassers im Rohrsystem. In Folge der Flutung wurden vorhandene Härteablagerungen gelöst – auch bekannt unter Magnetit- und Bodensätze –, aus Bereichen mit schlechter Durchströmung hochgespült, die dann teilweise zu Verstopfungen der Ventile führten.
Die ebenfalls nach der Inbetriebnahme erstellte Wasserprobe gab auch keinen Anlass zur Entwarnung. Zunächst verabredeten Planer, Installationsbetrieb und Betreiber, auf den Faktor Zeit zu setzen. Alle vier Wochen wurden Wasserproben genommen – die Qualität verbesserte sich nicht.
Keine Besserung in Sicht
Eine Lösung musste her. Um die gewünschte Wasserqualität schnellstmöglich zu erreichen und diese dauerhaft sicherzustellen, fiel die Entscheidung, eine Kreislaufaufbereitung einzubauen. Denn nur mit einer kontinuierlichen Aufbereitung können das Heizungswasser dauerhaft gereinigt, die gewünschte Wasserqualität erreicht und diese letztlich auch langfristig gesichert werden.
„Weishaupt als Kesselhersteller fordert eine Heizungswasserqualität, die der VDI 2035 entspricht. Ansonsten erlischt die Gewährleistung“, erklärt Hajo Oltmanns. „Deshalb wollten wir diese Qualität erzielen, um kein Haftungsrisiko einzugehen.“
Einbau einer Kreislaufwasseraufbereitung
Installiert wurde hierzu eine „BerkeSelect plus“-Kreislaufwasseraufbereitung von Veolia Water Technologies mit einer integrierten pH-Wert-Messung. Je nach Anforderung an die Wasserqualität entsalzt, enthärtet, alkalisiert oder filtriert die Anlage das Heizungswasser und auch das Nachspeisewasser, das bei Bedarf über eine automatische Nachspeisung zugeführt wird. Darüber hinaus verfügt die Anlage über eine integrierte Entgasung, mit der Sauerstoff (02) und Kohlendioxid (CO2) aus dem Wasser entfernt werden. Beide Gase fördern die Korrosion. „BerkeSelectplus“ bietet alle diese Funktionen innerhalb eines platzsparenden Systems. Es zeichnet zudem die Werte des Heizungswassers digital auf, die gemessenen Parameter werden so langfristig dokumentiert.
Problemloser Einbau
„Wir haben uns im Vorfeld bereits am Markt informiert, was es derzeit in Sachen Kreislaufaufbereitung gibt“, erklärt Rüdiger Frühauf. Nach der Empfehlung der Firma Peinemann war die Wahl auf die „BerkeSelect plus“ gefallen. Ob salzarme oder salzhaltige Fahrweise – alle von der VDI 2035 geforderten relevanten Werte lassen sich mit dieser Anlage flexibel – durch den Einsatz von Aufbereitungsbeuteln für das jeweilige Aufbereitungsverfahren – anpassen. Durch den Einsatz im Teilstrom des Heizungssystems bereitete auch der Einbau keine Probleme. Hajo Oltmanns berichtet: „Während der Installation der neuen Anlage hatten wir die beiden Anschlüsse für eine Kreislaufaufbereitung bereits mit vorgesehen, damit wir hinterher nicht mehr in die Hydraulik eingreifen mussten.“
Das System „BerkeSelect plus“ lässt sich problemlos auch im laufenden Heizungsbetrieb einbauen, ohne korrosionsbegünstigender Entleerung des Kreislaufwassers oder einer teuren Neubefüllung. Die Kreislaufaufbereitung schützt Kessel und Kreislauf kontinuierlich vor teuren Korrosionsschäden und verhindert die Kesselsteinbildung.
Darüber hinaus wird die Effizienz des Heizungssystems durch einen optimalen Wärmeübergang und Wirkungsgrad sichergestellt. Das spart als Ergebnis Energie, damit auch CO2-Emissionen und letztlich Betriebskosten.
Eine runde Lösung
Die abschließend durchgeführten Wasserproben zeigten, dass die Vorgaben der VDI 2035 und auch die Vorgaben des Kesselherstellers jetzt sicher eingehalten werden. Auch einer erneuten Erweiterung des Systems kann die Firma hagebau am Standort in Soltau nun beruhigt entgegenblicken.
Jetzt Artikel freischalten:
tab DIGITAL
14 Tage kostenlos testen
2,49 € / Woche*
Fachwissen jederzeit und überall.
Greifen Sie auf exklusive PLUS-Artikel und das komplette Online-Archiv zu und lesen Sie tab bequem im E-Paper-Format. Das digitale Abo für alle, die flexibel bleiben möchten.
Ihre Vorteile:
- Exklusive tab-PLUS-Artikel
- 6 E-Paper für mobiles Lesen
- Online-Archivzugang
*129,48 € bei jährlicher Abrechnung inkl. MwSt.
tab KOMBI
4,99 € / Woche*
Das komplette tab-Erlebnis – digital & gedruckt.
Für alle, die Fachinformationen auf allen Kanälen nutzen möchten: Kombinieren Sie Print und Digital, profitieren Sie von unseren Fachforen und präsentieren Sie Ihr eigenes Projekt.
Ihre Vorteile:
- Exklusive tab-PLUS-Artikel
- 6 Print-Ausgaben pro Jahr
- E-Paper für mobiles lesen
- Teilnahme an einem Fachforum
- Online-Archivzugang
- Veröffentlichen eines Projekts
*259,48 € bei jährlicher Zahlung inkl. MwSt. & Versand
