Haustechnik für urbanes Wohnen

Das Frankfurter Großprojekt „BelVista“

Der Definition „urbanen Lebens“ im 21. Jahrhundert nähern sich Experten unterschiedlicher Disziplinen von ebenso unterschiedlichen Seiten. Ganz handfest sind die Werte modernen Stadtwohnens allerdings auf den Baustellen umzusetzen. Hier gilt es, aktuelle normative Vorgaben sowie die Forderungen von Investoren und Ansprüche von Bewohnern wirtschaftlich und effizient miteinander zu verknüpfen – mit der Haustechnik als entscheidender Schnittstelle. Ein erfolgreiches Beispiel, wie Sicherheits- und Komfortansprüche zu verbinden sind, ist das bald bezugsfertige Wohnensemble „Bel­Vista“, das an prominenter Lage im Europaviertel von Frankfurt am Main entsteht: Planung und Fachhandwerk entschieden übereinstimmend, zur Versorgung der 219 Wohnungen und vier Gewerbeeinheiten mit Trinkwasser und Raumwärme Produkte aus der Systemwelt eines Herstellers zu installieren.

„Urbanität“ ist heute vielfach ein Oberbegriff für das gehobene Lebensniveau geworden, das städtisches Leben bieten kann. Als Spiegelbild dessen schickt sich die Entwicklung des Europaviertels im Herzen der Finanzmetropole Frankfurt am Main an, die Anforderungen von Stadtbewohnern mustergültig zu erfüllen: kulturelle, kulinarische und gewerbliche Angebote vor der Tür, ebenso die Anbindung zum öffentlichen Nahverkehr mit Bus und Bahn sowie den individuellen Fernverkehr per Pkw und Flugzeug.

Im Zentrum des Quartiers liegt der Europagarten als grüne Oase. Beim Blick aus den oberen Geschossen in...

„Urbanität“ ist heute vielfach ein Oberbegriff für das gehobene Lebensniveau geworden, das städtisches Leben bieten kann. Als Spiegelbild dessen schickt sich die Entwicklung des Europaviertels im Herzen der Finanzmetropole Frankfurt am Main an, die Anforderungen von Stadtbewohnern mustergültig zu erfüllen: kulturelle, kulinarische und gewerbliche Angebote vor der Tür, ebenso die Anbindung zum öffentlichen Nahverkehr mit Bus und Bahn sowie den individuellen Fernverkehr per Pkw und Flugzeug.

Im Zentrum des Quartiers liegt der Europagarten als grüne Oase. Beim Blick aus den oberen Geschossen in Richtung Osten aber sticht immer zugleich der „Maintower“ als Synonym für die pulsierende Großstadt ins Auge.

An dieser „feinen Adresse“ entsteht ein neuer Wohnkomplex mit 122 großzügig zugeschnittenen Mietwohnungen, zusammengefasst in dem Abschnitt „BelVivo“ und 97 exklusiven Eigentumswohnungen des Ensembles „BelVerde“, dazu vier Gewerbeeinheiten und eine Kindertagesstätte. Realisiert wird das Großprojekt mit etwa 27 700 m² Bruttogrundfläche, zusammengefasst unter dem Titel „BelVista“, von Hochtief Projektentwicklung GmbH.

Die Bauzeit von weniger als zwei Jahren in Verbindung mit den gehobenen Ansprüchen künftiger Mieter und Eigentümer an den Wohnkomfort stellten besondere Herausforderungen an die Haustechnik. Um dabei „auf der sicheren Seite zu sein“ wurde entschieden, die Sanitär- und Heizungsinstallation konsequent mit der Systemwelt des Herstellers Viega umzusetzen.

Wenig Platz

Vor Objekten in exponierter Lage wie dem „BelVista“ stehen auch herausgehobene wirtschaftliche Vorzeichen. Die Fläche ist praktisch das kostbarste Gut. Je weniger Platz beispielsweise von der Haustechnik beansprucht wird, umso mehr Nutzfläche kann vermietet oder verkauft werden. Rund 9500 m des Viega-Rohrleitungssystems „Prestabo“ für die Heizwasserverteilung (verzinktes Stahlrohr) und ein weitverzweigtes Trinkwasser-Leitungsnetz mit etwa 8500 m Länge aus „Sanpress-Inox“ (Edelstahl 1.4521) galt es, platzoptimiert zu planen – sowohl, was die Trassenführung betrifft, als auch die Größe der Steigschächte.

Das beauftragte Planungsbüro PGT GmbH & Co. KG setzte dafür das Programm „Viptool Engineering“ von Viega ein: „In einem Objekt von der Größenordnung ‚BelVista‘ sämtliche Rohrleitungssysteme von einem Hersteller planen zu können, reduziert die Schnittstellenproblematik drastisch. Insbesondere, wenn wie bei Viega, alle relevanten Parameter in einer Planungssoftware hinterlegt sind – bis hin zum Widerstandsbeiwert des kleinsten Verbinders.“ Gerade das Schnittstellenmanagement zwischen Planung und Ausführung gehört zu den besonderen Herausforderungen bei Großprojekten – speziell, wenn es zu unvermeidbaren Anpassungen im Verlauf des Baufortschritts kommt. In der Haustechnik hat die durchgängige Wertschöpfungskette von der Auslegung bis zur Installation durch die begleitende Systemkompetenz eines Herstellers daher auch bei diesem Projekt wesentlich zum frist-, norm- und komfortgerechten Endergebnis beigetragen.

Wenig Zeit

Zum Stichwort „fristgerecht“ stellt Daniel Herrmann vom ausführenden SHK-Unternehmen Apikal die Qualität der Pressverbinder und ihre Verfügbarkeit heraus: „Abgehend von den metallenen Rohrleitungen der Hauptverteilung haben wir auf der Etage sowohl die Heizungs- als auch die Sanitärinstallation mit ‚Raxofix‘ ausgeführt. Für jede Situation standen uns von allen Rohrsystemen die passenden Verbinder zur Verfügung – also kein umständliches ‚Gebastel‘. Abgesehen davon: Produkte im Katalog zu finden, ist das eine. Sie dann auch auf der Baustelle zu haben, ist allerdings oft schwierig. Bei Viega war das noch nie ein Problem. Das ist bei hohem Zeitdruck ein wichtiger Faktor.“

Zeitsparend und normgerecht erwiesen sich auch die vorgedämmten Produkte des „Raxofix“-Mehrschicht-Verbundrohrsystems. Die Etageninstallation etwa wurde zum Erhalt der Trinkwassergüte in der Vorwand als Reihenleitung ausgeführt. Durch die geringen Druckverluste des „Raxofix“-Systems konnte überwiegend die Nennweite 16 mm genutzt werden. Von der Rolle verlegt mit einer Rundumdämmung von 9 mm (WLG 040) werden damit die Vorgaben der EnEV (Trinkwasser warm) und DIN 1988-200 (Trinkwasser kalt) ohne aufwendiges Nachdämmen erfüllt.

Aufgrund des umfangreichen Sortiments für die Anbindung von Heizkörpern eignete sich das „Raxofix“-System in den Mietwohnungen zugleich für diese Installationsaufgaben. Da jeder Heizkörper direkt an einen Heizkreisverteiler mit Differenzdruckregler angeschlossen werden sollte, brachte die Verlegung des bereits vorgedämmten Rohrs von der Rolle auch hier einen großen Zeitvorteil. Denn insgesamt 13 km „Raxofix“-Rohr wurden verlegt! Für Heizungsleitungen im Fußboden zwischen beheizten Räumen unterschiedlicher Nutzer verlangt die EnEV ebenfalls eine 9 mm starke Dämmung. Um die Höhe des Fußbodenaufbaus dennoch praxisgerecht zu halten, wurde eine exzentrische 9-mm-Wärmedämmung eingesetzt, die sich in die Trittschalldämmung integrieren lässt.

Zum fristgerechten Baufortschritt trug aber nicht nur bei, dass sich die kilometerlange Rohrdämmung nachträglich von Hand erübrigte. Zeit gutmachen konnten die Installateure von Apikal zudem, weil das „Raxofix“-Rohr nach dem Ablängen nicht kalibriert werden muss. Die Verbinder werden einfach auf die Rohrenden aufgesteckt, dann die Einstecktiefe kontrolliert und verpresst.

Viel Komfort

Für den Komfort der Bewohner im „BelVista“ wurde bei der Haustechnik auf drei Merkmale gezielt Wert gelegt: erhöhter Schallschutz, um die Wohnung als Refugium vor dem großstädtischen Treiben zu gestalten, sowie außerdem die komfortable Versorgung mit Warmwasser analog der Anforderung nach VDI 6003. Nicht minder wichtig ist eine energiesparende und damit ökologische Beheizung der Räume.

Beim erhöhten Schallschutz nach DIN 4109 bewiesen die im Systemverbund darauf abgestimmten Installationsprodukte ihre Vorteile: Die hohe Qualität der Wärmedämmung reduziert z. B. gleichzeitig die Schall­emis­sion aus dem Leitungsnetz. Strömungsoptimierte Bauteile wie die „Raxofix“-Wandscheiben in Verbindung mit Elementen zur Schallentkopplung, integriert in den „Eco Plus“-Vorwandelementen, trugen ebenfalls zum Komfortmerkmal einer geringen Schallübertragung bei.

Für die prompte Bereitstellung der gewählten Wassertemperatur gibt die Richtlinie VDI 6003 beispielsweise für Duschen vor, dass bei einem Komfort der Anforderungsstufe II die Nutztemperatur von 42 °C spätestens nach 10 s anliegen muss. Eine exakte Dimensionierung der Leitungsstrecken mit einem möglichst geringen Wasservolumen trägt maßgeblich zur Erfüllung dieser Vorgabe bei. Im Übrigen: Der Planungsgrundsatz, bei Trinkwasser-Installationen das Rohrleitungsvolumen möglichst gering zu halten, verkürzt zudem die Intervalle des Wasseraustauschs im System – ein nachhaltiger Beitrag zum Erhalt der Trinkwassergüte. Mit den Rohrleitungssystemen von Viega, die gerade für hygienefördernde Ring- und Reihenleitungen ­ideal sind, konnte somit bei dem Frankfurter Bauvorhaben der hohe Anspruch an Trinkwassergüte und Komfort gleichermaßen realisiert werden.

Dem ökologischen Grundgedanken des in Grünanlagen eingebetteten Gebäudekomplexes entsprechend, sind im „BelVista“ hohe energetische Standards realisiert: Die Mietwohnungen sind in Passivhausqualität gebaut. Die Verteilung der Raumwärme erfolgt dort über effiziente Heizkörper. Die vier Solitäre mit Eigentumswohnungen sind nach KfW-Effizienzhaus-55-Standard errichtet und verfügen über eine komfortable, energiesparende Fußbodenheizung. Zur Erwärmung der Räume und des Trinkwassers wird Fernwärme genutzt.

Für die Verteilung sind insgesamt rund 8000 m² des Flächentemperiersystems „Fonterra Tacker“ von Viega installiert. Auch dabei konnten schnelle Montage und hoher Qualitätsanspruch zusammengeführt werden: Die Tackerplatten weisen ein hohes Niveau bei Wärme- und Trittschalldämmung auf. Gleichzeitig lassen sie sich aber auch einfach zuschneiden und sind damit schnell eingebracht. Das „Fonterra“-PE-Xc-Rohr mit 17 mm Durchmesser gewähr­leis­tet eine sehr gute Wärmeabgabe und ist schnell sowie sicher fixiert. Dazu hat Viega Tackernadeln entwickelt, die eine hohe Haltekraft aufweisen. „Bei etwa 8000 m² Fußbodenheizung und 16 km Rohrlänge, die wir eingebracht haben, summierten sich die zeitsparenden Details des ‚Fonterra‘-Systems auf beachtliche Werte“, rekapituliert Daniel Herrmann.

Fazit

Die Vorzüge urbaner Lebensräume mit der Abgeschiedenheit komfortabler Wohnräume zu verbinden, entspricht dem gehobenen Stil heutigen Stadtlebens. Für die Bewohner praktisch unsichtbar – dafür aber umso deutlicher spürbar – leistet dazu die Haustechnik einen wichtigen Beitrag. Um in diesem Kontext außerdem normative Vorgaben sicher zu erfüllen und die Wirtschaftlichkeit im Sinne der Investoren zu wahren, ist die Reduzierung von Schnittstellen entscheidend – in der Planung, in der Ausführung und zwischen Planung und Ausführung der SHK-Bereiche.

Systemhersteller wie Viega, die das dazu erforderliche Gesamtspektrum an Produkten, Rohrleitungssystemen und Kompetenz bieten, helfen hier, Sicherheits- und Komfortansprüche zusammen­zuführen.

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