Großprojekte richtig aufsetzen

Auf den Auftakt kommt es an

Gerade bei Großprojekten der öffentlichen Hand zeigen sich Bauvorhaben anfälllig für Verzögerungen und Kostenexplosionen. Dies wurde gleich an mehreren prominenten Beispielen in den letzten Jahren nur allzu deutlich.

Dennoch könnten diese Probleme weitgehend vermieden werden. Damit Politiker, Projektmanager und Planer hierfür mehr Handlungssicherheit haben, wurde das Forschungsprojekt „OI+BAU – Optimierung der Initiierung komplexer Bauvorhaben“ aufgesetzt. Ziel des Forschungsprojekts, das u.a. vom BMUB gefördert wird, ist es, in den nächsten zwei Jahren ein Handbuch mit konkreten, praxisnahen...

Gerade bei Großprojekten der öffentlichen Hand zeigen sich Bauvorhaben anfälllig für Verzögerungen und Kostenexplosionen. Dies wurde gleich an mehreren prominenten Beispielen in den letzten Jahren nur allzu deutlich.

Dennoch könnten diese Probleme weitgehend vermieden werden. Damit Politiker, Projektmanager und Planer hierfür mehr Handlungssicherheit haben, wurde das Forschungsprojekt „OI+BAU – Optimierung der Initiierung komplexer Bauvorhaben“ aufgesetzt. Ziel des Forschungsprojekts, das u.a. vom BMUB gefördert wird, ist es, in den nächsten zwei Jahren ein Handbuch mit konkreten, praxisnahen Empfehlungen zu entwickeln.

Gerade beim Projektstart werden bislang immer noch viele Weichen falsch gestellt, um ein öffentliches Bauprojekt erfolgreich auf den Weg zu bringen. Schon bei der Bedarfsanalyse und dem Aufbau der Organisation werden unnötige Fehler gemacht, die später nur schwer zu korrigieren sind. 

Es ist wohl ähnlich wie in der Raumfahrt. Die Rakete muss mit dem richtigen Kurs und der richtigen Beschleunigung starten, dann gelingt der weitere Flug – meistens.

Es sollte daher wohl deutlich mehr Aufmerksamkeit auf den Start des Projekts gelegt werden. Eigentlich muss von Anfang an ein Kompetenzteam aus den Fachleuten und Experten zusammenwirken, die auf ein Gebäude auch im späteren Planungs- und Bauablauf einen wesentlichen Einfluss haben, damit der Start gelingen kann.

Da neben Experten der TU Braunschweig auch namhafte Branchenunternehmen wie Bilfinger Hochbau, Obermeyer Planen + Beraten sowie Wolff & Müller an diesem Forschungsprojekt beteiligt sind, dürfte es gelingen, praxisnahe Empfehlungen zu entwickeln. Leider werden diese Empfehlungen für mehrere in der Kritik stehende Großprojekte, die inzwischen nicht mehr namentlich genannt werden müssen, spät oder zu spät kommen. Doch wenn es gelingt, die gewonnenen Erkenntnisse fest in den Köpfen der vorwiegend politischen Entscheider zu verankern, wäre auch schon etwas gewonnen.

Den Ursachen für Verzögerungen und Kostenexplosionen
bei öffentlichen Großprojekten muss entgegengesteuert werden.
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