Flexibel steuern und versorgen

Steckbare Elektroinstallation im Bürogebäude

Der beschauliche Markt Lupburg im Oberpfälzer Landkreis Neumarkt i.d.OPf. kann auf eine über 1.000-jährige Geschichte zurückblicken. Davon zeugen u.a. die vollständig wieder aufgebaute mittelalterliche Burganlage und zahlreich sanierte Gebäude im historischen Ortskern. Einen großen Kontrast hierzu bieten die Gebäude im nahe gelegenen Lupburger Gewerbegebiet. Hier überwiegen moderne Bauten. So lud die FIT AG 2017 zur feierlichen Eröffnung ihres modernen Bürogebäudes ein. Der sieben­geschossige Neubau, ausgestattet mit Arbeitsplätzen für 200 Mitarbeiter, liefert ideale Arbeitsbedingungen. Wesentlichen Anteil daran hat die vernetzte Gebäudesystem­technik.

Das neu errichtete Bürogebäude der FIT AG, einem Unternehmen, das im Bereich der additiven Fertigung erfolgreich ist, ist nicht nur optisch ein Hingucker, es erfüllt auch die Anforderungen an Nachhaltigkeit, Energieeinsparung, Komfort und Wirtschaftlichkeit. Möglich ist dies mit einer bedarfsorientierten Automation auf Basis einer vernetzten Gebäudesystemtechnik. Bereits bei der Planung wurde darauf großer Wert gelegt. Denn schon bei der Ausschreibung gaben die Elektroplaner ein flexibles und steckbares Konzept für die Beleuchtungssteuerung und für die EDV-Energieversorgung vor, das zudem...

Das neu errichtete Bürogebäude der FIT AG, einem Unternehmen, das im Bereich der additiven Fertigung erfolgreich ist, ist nicht nur optisch ein Hingucker, es erfüllt auch die Anforderungen an Nachhaltigkeit, Energieeinsparung, Komfort und Wirtschaftlichkeit. Möglich ist dies mit einer bedarfsorientierten Automation auf Basis einer vernetzten Gebäudesystemtechnik. Bereits bei der Planung wurde darauf großer Wert gelegt. Denn schon bei der Ausschreibung gaben die Elektroplaner ein flexibles und steckbares Konzept für die Beleuchtungssteuerung und für die EDV-Energieversorgung vor, das zudem schnell installierbar sein sollte.

Das ausführende Elektrounternehmen, Ing. Ludwig Freitag Elektro-GmbH & Co. KG aus Parsberg, entschied sich schließlich für die flexiblen Systeme „gesis NRG“ und das auf KNX basierende „gesis Flex“ von Wieland Electric.

„Da wir mit Wieland schon gute Erfahrungen gemacht haben und diese Systeme bereits kannten, fiel uns die Wahl nicht schwer“, sagt der zuständige Projektleiter Alois Auer von Elektro Freitag. Die modulare Raumautomationsserie „gesis Flex“ wurde eingesetzt, um die eingebaute LED-Arbeitsplatzbeleuchtung und die DALI-Beleuchtung zu steuern. Für die KNX-Verdrahtung und Energieverteilung des Normalnetzes sowie für die Versorgung der EDV-Steckdosen in Bodentanks wurden zwei verschiedene Varianten der Flachleitung „gesis NRG“ verbaut. Beide Systeme zeichnen sich neben flexiblen Änderungsmöglichkeiten durch ihre einfache und schnelle Montage aus. „Zwischen der Dachabdichtung und dem Bezug des Gebäudes lagen gerade einmal fünf Monate“, erläutert Alois Auer und betont, dass die Elektroinstallation in dieser kurzen Zeit konventionell gar nicht möglich gewesen wäre. Durch die industrielle Vorfertigung und Steckbarkeit der beiden „gesis“-Systeme konnte das knappe Zeitfenster mühelos eingehalten werden.

 

Steckbare Elektroinstallation

Die Bodentankverkabelung der Büroräume ist komplett steckbar über die Flachleitung im Doppelboden ausgeführt. Für den Energieabgriff werden vorgefertigte Abgangsadapter mit Piercingkontaktierung auf die Flachleitung gesetzt, so ist weder ein Schneiden noch ein Abisolieren der Leitung nötig. Die Abgangsadapter von „gesis NRG“ erlauben eine freie Phasenwahl und können bei Bedarf ganz einfach versetzt werden. Die Verbindung von der Flachleitung zu den Bodentanks erfolgt mit vorkonfektionierten, steckbaren Leitungen. Alois Auer zeigt sich überzeugt: „Diese Elektroinstallation ist schnell und vor allem fehlerfrei, was für uns als ausführendes Unternehmen enorm wichtig ist. Letztlich müssen wir die Gewährleistung für unsere Verkabelungen übernehmen. Die im Vergleich erst einmal höheren Anschaffungskosten der Flachleitung amortisieren sich deshalb schnell.“ Insgesamt wurden im Gebäude 1.115 m Flachleitung für die Versorgung der EDV-Steckdosen und 1.115 m der Kombiflachleitung für Normalnetz und die Bussignalverteilung eingesetzt.

 

Flexibel steuern

Für die Arbeitsplatzbeleuchtung sind in jedem der sechs Obergeschosse je fünf „gesis Flex“-Einheiten verbaut. Diese bestehen aus einem KNX-Basismodul mit Bus- und Netzeinspeisung, an das bis zu sechs Erweiterungsmodule zur Beleuchtungs- und Jalousiesteuerung sowie für weitere Automationsfunktionen angereiht werden. Die Module wurden dezentral in den Räumen installiert. Dadurch ist die Schaltung lastnah und führt so zu einem verringerten Kabelaufkommen, was wiederum die Brandlast reduziert. Alois Auer erläutert noch einen weiteren Aspekt: „Da das System nur eine physikalische Adresse je Einheit benötigt, bleibt die Anlage übersichtlich und der Programmieraufwand reduziert sich bei dieser Anlage auf nur ein Viertel gegenüber herkömmlichen Systemen.“ Aufgrund mobiler Bedienmöglichkeiten sowie vorprogrammierter Lichtszenen für unterschiedliche Events und Nutzungen ist auch die Bedienung für die Mitarbeiter der FIT AG einfach und unkompliziert.

Ein weiterer Grund für den Einsatz des Systems war aber auch die Tatsache, dass „gesis Flex“ auf KNX basiert. Denn bereits im Vorfeld der Bauphase entschieden sich die Bauherren für KNX als übergeordnetes Bussystem. Speziell für dieses Bauprojekt war es wichtig, dass KNX sowohl zentrale wie dezentrale Steuerungen ermöglicht.

 

Flexibel in die Zukunft

Durch den niedrigen Stromverbrauch und die Interoperabilität mit ca. 400 Herstellern ist KNX vielseitig einsetzbar. Auch die beiden „gesis“-Systeme bieten durch die Flexibilität und die nachträglichen Änderungsmöglichkeiten beste Voraussetzungen für eine langfristige Gebäudenutzung.

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