KNX-System in der Sporthalle

Mit Fernzugriff zur Energieeffizienz

Mit ihrer Lauswiesenhalle kann das schwäbische Schorndorf-Haubersbronn optimis­tisch in die Zukunft blicken: Die 1466 m2 große Sporthalle in Holzbauweise und Passivhausstandard ist schon jetzt ein Sieger, was Energieeffizienz, Wirtschaftlichkeit und Sicherheit betrifft. Allein mit der cleveren Vernetzung aller haustechnischen Gewerke können bis zu 35 % der herkömmlichen Betriebskosten eingespart werden. Elektro­installation und Gebäudeautomation sorgen dafür, dass Störmeldungen automatisch übermittelt und offenstehende Fenster und Türen aus der Ferne erkannt werden.

Elegante Rhön- und Kunstradauftritte, Boden- und Geräteturnen werden in Haubersbronn ebenso trainiert wie Tischtennis, Basketball, Handball oder Volley­ball. An den Wochenenden finden zudem oft Wettbewerbe in der Lauswiesenhalle statt. Die Halle mit 44 m Länge und 22,5 m Breite bietet ein Spielfeld mit 40 m x 20 m, die sich in drei kleinere Einheiten für parallel stattfindende Trainingseinheiten aufteilen lässt. Mit einem breiten Lichtband im oberen Hallendrittel wird die Halle mit Tageslicht beleuchtet. Verantwortlich für Konzeption und Ausführung der Elektroinstallation und...
Elegante Rhön- und Kunstradauftritte, Boden- und Geräteturnen werden in Haubersbronn ebenso trainiert wie Tischtennis, Basketball, Handball oder Volley­ball. An den Wochenenden finden zudem oft Wettbewerbe in der Lauswiesenhalle statt. Die Halle mit 44 m Länge und 22,5 m Breite bietet ein Spielfeld mit 40 m x 20 m, die sich in drei kleinere Einheiten für parallel stattfindende Trainingseinheiten aufteilen lässt. Mit einem breiten Lichtband im oberen Hallendrittel wird die Halle mit Tageslicht beleuchtet. Verantwortlich für Konzeption und Ausführung der Elektroinstallation und Gebäude­automation zeichnete Schlotz Gebäudetechnik aus Schorndorf, die mit ihrem durchdachten Projekt den Gira-System-Integra­toren-Award 2014 in der Kategorie „technische Detaillösung“ gewonnen hat und für den Energieeffi­zienzpreis 2014 des ZVEH/ZVEI nominiert wurde.

KNX-System führt Gewerke zusammen

Im Mittelpunkt der Elektroinstallation steht die Vernetzung aller haustechnischen Komponenten über ein KNX-System. Beleuchtung, Jalousien, Fenster, Türen, Heizung und Lüftung sind miteinander verknüpft und werden in Abhängigkeit zuein­ander automatisch geregelt. „Durch die gewerkeübergreifende Vernetzung konnten wir bereits die Investitionskosten reduzieren, da KNX-Kombisen­soren ihre Informationen gleich mehreren Gewerken, wie Heizung, Lüftung oder Elektro, zur Verfügung stellen“, berichtet System-Integrator Ralf Schlotz. Das KNX-System ist gekoppelt mit einem Outlook-Terminkalender, in den der Betreiber die Belegzeiten einträgt – so werden Raumtemperatur, Luftqualität, Warmwasser und Beleuchtung vollautomatisch und ohne manuelles Zutun bedarfsgerecht reguliert. Die speziell von der Firma Schlotz entwickelte Software wertet den Outlook-Terminkalender mit all seinen Funktionen aus und gibt die relevanten Informationen an den Gira-„FacilityServer“ in der Halle weiter. Dieser sendet dann die entsprechenden Befehle an die Aktoren und bezieht dabei auch Informationen installierter Sensoren, wie Temperatur, CO2-Gehalt oder Luftfeuchte, mit ein.

Automatische Legionellenspülung

Für stets keimfreies Frischwasser hat Ralf Schlotz ein komplexes Programm zur kontrollierten und sicheren Legionellenspülung entwickelt. In definierten Zeitabständen übermittelt der „FacilityServer“ den Befehl an die Mess-, Steuerungs- und Regelungstechnik zur automatischen Spülung: Die Temperatur des Warmwassers wird auf mindestens 70 °C erhöht. Ist diese Temperatur erreicht, werden die elektrischen Ventile an den Wasserauslässen angesteuert und die Leitungen desinfiziert. Um Verbrühungen zu vermeiden, finden die Spülun­gen außerhalb der Belegung statt und die Räume werden zusätzlich mit Präsenzmeldern überwacht. Der Betreiber erhält ein Protokoll als konkreten Nachweis, wann, wie lange und mit welchen Temperaturen gespült wurde – er selbst muss dazu also nicht mehr selbst vor Ort sein.

Bedarfsgerechte
Beleuchtung

Die Beleuchtung der Sporthalle erfolgt bedarfsgerecht und ener­gieeffizient: aufgrund Präsenzmeldern nur dann, wenn Personen anwesend sind. Kombiniert ist dies mit einer Konstantlichtre­ge­lung via DALI – wird es im Tagesverlauf draußen heller, dimmt die künstliche Beleuchtung herunter, wird es abends wieder dunkel, schaltet sich automatisch mehr Licht hinzu. So wird immer ein konstanter Wert von 500 Lux erreicht. Bei einer Leucht­mittelstörung wird automatisch eine Meldung an den Hausmeister abgesetzt. Benötigen etwa die Tischtennisspieler eine stärkere Beleuchtung, können sie dies an einem Touchdis­play im Regieraum selbst regulieren. Das grafische Interface ist über selbsterklärende Symbole intuitiv bedienbar. Wird die gesamte Halle genutzt, wird die Beleuchtung überall geschaltet, sind die Trennwände heruntergelassen, erscheinen automatisch die einzelnen Bereiche auf dem Display und lassen sich unabhän­gig voneinander bedienen. Neben der Beleuchtung können die Sport­ler auch die Basketballkörbe herunterfahren. Über eine zwei­te, passwortgeschützte Ebene haben die Techniker Zugriff auf die gesamte Gebäudeleittechnik.

Beschattung

Eine Gira-Wetterstation auf dem Dach erfasst die Wetterdaten und gibt diese Informationen weiter. Im Sommer werden dann je nach Sonnenstand die Jalousien auf der entsprechenden Seite heruntergefahren. Der Facility­Server errechnet zudem die Position der Sonne und kippt die Lamellen so, dass die Halle blendfrei belichtet wird. So wird eine Aufheizung der Halle vermieden und die Lüftungsanlage entlastet. An kalten Tagen bleiben die Jalousien geöffnet und die Sonnenenergie unterstützt die Heizung beim Erwärmen der Halle.

Heizung, Lüftung, Klima

Beheizt wird die Lauswiesenhalle durch Brennwert-Gasthermen in Kaskadenschaltung. Eine Solaranlage auf dem Dach erwärmt zu­nächst das Brauchwasser in zwei großen Warmwassertanks, anschließend das Wasser in einem Pufferspeicher. Im Winter unter­stützt die Solaranlage so auch die Heizung. Die Lüf­tungs­anlage arbeitet mit Wärme­rückgewinnung, das heißt kalte Frischluft wird im Winter durch die Wärme der Abluft vorgewärmt. Die Heizungs- und die Lüftungsanlage sind mit einer Netzwerk-Schnittstelle in die Ge­bäudetechnik eingebunden. KNX-Kombisensoren übermitteln Raumtemperaturwerte, CO2-Gehalt und Feuchtigkeitswerte. Steigt der CO2-Gehalt auf einen definierten Wert an, wird auto­matisch gelüftet. Durch die Passiv­bauweise des Gebäudes, eine intelligente Beschattung und Lüftung kann auf eine Klima­anlage verzichtet werden. Im Sommer wird die Halle umwelt­bewusst kontrolliert und durch eine Nachtauskühlung über die großen Fensterflügel klimatisiert.

Sicherheit – Brandschutz und Alarmanlage

Alle Fenster und Türen sind mit Kontakten versehen und werden auf den Zustand „geöffnet/geschlossen“ überwacht. Beim Öffnen außerhalb der Belegzeiten, bei Meldungen der Vds-Brand- sowie der Rauchwarnanlage setzt der Gira-FacilityServer Alarmmeldungen ab. Auch bei Störungen der Elektro, Heizung, Lüftung sowie der Sicherheits- und Zutrittskontrolle wird der Betreiber wahlweise per E-Mail, Sprachmitteilung oder SMS informiert. „Durch das umfassende Störmeldesystem hat der Betreiber immer einen Überblick über den Status aller Gewerke“, erklärt Ralf Schlotz. „Zudem senden wir die Meldungen gleich zielgerichtet an die Verantwortlichen der einzelnen Gewerke, die bei Bedarf unverzüglich handeln können. Das spart Zeit, denn der Betreiber muss nicht ständig vor Ort nach dem Rechten sehen und dann erst die Techniker kontaktieren.“

Energiemonitoring

KNX-Zähler erfassen die Verbrauchsdaten von Strom-, Was­ser- und Wärmemengenzählern. Über das Bussystem laufen diese Daten zusammen, werden automatisch formatiert, in einem Energiebericht für die Stadtverwaltung Schorndorf gespeichert und archiviert. Zeitaufwendiges Zählerablesen vor Ort entfällt, Personalkosten, aber auch Fehlerquellen werden dadurch verringert. In der MSR-Visualisierung ist jederzeit erkennbar, wie viel Wärme gerade über die Solaranlage einfließt, welche Temperatur die Warmwassertanks haben und ob weitere Wärmeenergie in den Pufferspeicher geleitet wird. Auf dem Dach der Halle ist zudem eine Photovoltaikanlage installiert, deren Ertrag als Eigenstrom genutzt und Überschüsse ins Stromnetz eingespeist werden.

Visualisierung und Fernzugriff

Im Gira-FacilityServer laufen alle Informationen zusammen: von der Elektrotechnik, der Mess-, Steuerungs- und Regelungstechnik, Heizung, Klima, Lüftung, Was­ser­versorgung mit Legionel­lenspülung, Zutrittskontrolle, Brandmelde- und RWA-Anlage, Beschattung und Verbrauchsdatenmessung. Rund um die Uhr können Stadtverwaltung, Wartungs- und Betreiberfirmen mit unterschiedlichen Zugriffsrechten per Fernzugriff Einblick in die Liegenschaft nehmen – über ein selbsterklärendes Interface via PC oder mobile End­geräte.

Zutrittskontrolle

Nur während der Belegzeiten haben die Sportler Zutritt zur Sporthalle, per Fingerprint öffnen Sie die Tür. So gehen keine Schlüssel mehr verloren und es lässt sich jederzeit nachvollziehen, wer zuletzt in der Halle gewesen ist und diese in einem guten oder einem unangemessem Zustand hinterlassen hat.

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