Facharztzentrum in Bottrop
Neubau mit StrahlentherapieMit der Eröffnung des neuen Facharztzentrums in Bottrop sind auch die beiden Komfortstationen des Knappschaftskrankenhauses in Betrieb gegangen. Das Bauvorhaben liegt auf einem anliegenden Grundstück in unmittelbarer Nähe zum Krankenhaus.
M it dem neuen Facharztzentrum können Patienten, die Wahlleistungen in Anspruch nehmen möchten, seit der Eröffnung auf den Komfortstationen „Prosper“ und „Haniel“ versorgt werden. Die Namen sind das Ergebnis eines Wettbewerbs in Form einer Mitarbeiterbefragung und erinnern gleichermaßen an die Bergbautradition der Stadt wie an die Historie des Hauses. Das Knappschaftskrankenhaus entwickelte sich nach seiner Gründung im Jahr 1931 von einer Heilstätte für Bergleute zu einem modernen Gesundheitsdienstleister in der Region.
Das Gebäude
Das Gebäude wurde in einem Bauabschnitt realisiert, ist...
M it dem neuen Facharztzentrum können Patienten, die Wahlleistungen in Anspruch nehmen möchten, seit der Eröffnung auf den Komfortstationen „Prosper“ und „Haniel“ versorgt werden. Die Namen sind das Ergebnis eines Wettbewerbs in Form einer Mitarbeiterbefragung und erinnern gleichermaßen an die Bergbautradition der Stadt wie an die Historie des Hauses. Das Knappschaftskrankenhaus entwickelte sich nach seiner Gründung im Jahr 1931 von einer Heilstätte für Bergleute zu einem modernen Gesundheitsdienstleister in der Region.
Das Gebäude
Das Gebäude wurde in einem Bauabschnitt realisiert, ist viergeschossig und weist eine L-Grundrissform auf. Das Gebäude wird durch ein zentrales Treppenhaus mit angegliederten zwei Aufzügen erschlossen. Zusätzlich wurden zwei separate dem Baukörper vorgestellte Fluchttreppenhäuser gebaut. Im Erdgeschoss wurde eine Gemeinschaftspraxis Strahlentherapie der Borad eingerichtet und erhielt einen eigenen Zugang.
Ein Teil der Erdgeschossflächen wird als offenes überdecktes Parkdeck genutzt.
Die Haustechnik für die Strahlentherapie befindet sich hauptsächlich im 1. Obergeschoss und im Technikraum EG. Das 1. Obergeschoss wurde bis zum Fertigstellungstermin im Rahmen des Gesamtausbaus ausgebaut. In den Obergeschossen 2 und 3 entstanden zwei Komfortstationen für das Knappschaftskrankenhaus Bottrop.
Außenanlagen
Die Zufahrt zum Grundstück erfolgt über eine Stichstraße, genannte Nordkurve, von der Osterfelder Straße aus. Das Gebäude kann durch die Planstraßen umfahren werden. Die Planstraßen gehören zur öffentlichen Erschließung und bleiben so weit wie möglich erhalten. Die neu geplanten Parkplätze und Zufahrten sind gemäß Planung als Leistung berücksichtigt. Es werden auf der Parzelle Neubau 24 Stück Parkplätze geschaffen. Die restlichen nach Baurecht geforderten Parkplätze befinden sich auf dem Grundstück des Krankenhauses.
Das bestehende Knappschaftskrankenhaus und der Neubau wurden durch eine Brücke im 1. Obergeschoss verbunden. Hierzu waren Arbeiten am Bestandsgebäude bzw. an der Fassade notwendig.
Komfort & Service
Die neuen Komfortstationen bieten Patienten die Unterbringung in großen, besonders hochwertig ausgestatteten Zimmern. Dabei handelt es sich um 50 Betten. Diese sind auf 18 Zweibettzimmer und 14 Einbettzimmer verteilt. Die Sanitärräume sind mit bodenebenen Duschen und beleuchteten Spiegeln ausgestattet. Warme Farben, Holzelemente und eine besondere Lichtgestaltung sorgen dafür, dass sich Patienten wohl fühlen können. Zudem besteht die Möglichkeit, verschiedene Serviceleistungen in Anspruch zu nehmen.
Speziell geschulte Servicekräfte stehen Patienten bei der Aufnahme zur Seite und helfen, bzw. erläutern die Stationsabläufe. Eine Patientenlounge in angenehmer Atmosphäre lädt Besucher zum Verweilen ein. Bei der Versorgung wurde Wert daraufgelegt, keine Zwei-Klassen-Medizin zu schaffen.
Strahlentherapie „Borad“
Das Erdgeschoss beherbergt die Strahlentherapiepraxis „Borad“. Die Strahlentherapie musste aufgrund gesetzlicher Vorgaben der Strahlenschutzverordnung neu erstellt werden. Mit der Gemeinschaftspraxis „Borad“ konnte ein langjähriger Kooperationspartner als Ankermieter gewonnen werden. Das „Herzstück“ dieser Praxis ist der sogenannte „Bunker“ mit 1,60 m dicken Wänden aus speziellem eisenhaltigen Beton und einer 1,20 m dicken Stahltür.
Die Technik
Die Lüftungs- und Kälteanlagen für die Komfortstationen wurden auf der Dachfläche aufgestellt.
Kälteerzeugung
Die Kälteerzeugung konnte nicht zentral durch das Knappschaftskrankenhaus bereitgestellt werden, und musste daher für den Neubau separat errichtet werden. Folgende Kälteabnehmer sind berücksichtigt:
Strahlentherapie Praxis Borad: technologische Kälte für den Linearbeschleuniger (Linac) mit ca. 20 kW, Lüftungskälte für Kühlung und Trocknung mit ca. 80 kW, Umluftkälte (Serverraum) nach Bedarf, bis 20 kW. Es ist in Summe eine Leistung für eine Spitzenlast von 120 kW installiert. Eine Versorgungssicherheit wurde für die technisch und technologisch erforderliche Kühlung vorgesehen.
Die Kälteversorgung wurde für die Strahlentherapie und die Komfortstation getrennt aufgebaut:
Die Kälte wird über Kältemaschinen mit Scroll-, Schrauben-, oder Kolbenverdichtern bereitgestellt. Die Kältemaschine wurde redundant für die Strahlentherapie im Haustechnikraum EG eingebaut, die Verdampfer wurden auf der Dachfläche aufgestellt.
Die Anlage für die Strahlentherapie wird über die Sicherheitsstromversorgung gespeist. Das primäre Kaltwassernetz wird mit Pumpenkaltwasser (PKW) 8/14 °C betrieben.
Lüftungsanlagen Parkdeck EG
Es wurde keine Garagenlüftung vorgesehen. Es wurde davon ausgegangen, dass die geplanten Stellplätze mit geringen Zu- und Abgangsverkehr über natürliche Öffnungen be- und entlüftet werden. Eine Brandgasentrauchung ist nicht erforderlich.
Strahlentherapie EG – Lüftung, Kälte und Regeltechnik
Für die Planung wurden folgenden Richtlinien und Normen berücksichtigt: Die Lufttechnischen Anlagen wurden nach DIN 1946-4 „Raumlufttechnische Anlagen in Gebäuden und Räumen des Gesundheitswesens“, nach DIN EN 13779 „Lüftung von Nichtwohngebäuden“ und nach VDI 3803 „Zentrale Raumlufttechnische Anlagen – Bauliche und technische Anforderungen“ geplant. Weiterhin waren zu berücksichtigen VDI 6022 „Raumlufttechnik, Raumluftqualität – Hygiene-Anforderungen an Raumlufttechnische Anlagen und Geräte“ und RKI Richtlinie für Krankenhaushygiene und Infektionsprävention.
Für die raumlufttechnischen Anlagen wurden folgende Außenluftkonditionen zugrunde gelegt:
ta = -10 °C,
Schallschutz (nur für Schallemission der RLT-Anlagen)
Als Grenzwerte für Schallimmission innerhalb des Gebäudes wurden die Werte für Krankenhäuser nach DIN 1946-4 berücksichtigt:
Zentralgeräte Klima Linac
Für die Linac-Anlage (Linearbeschleuniger) wurde eine eigene Klimaanlage errichtet. Der Volumenstrom der Klimaanlage ist in hohem Maß abhängig von der Kühllast und Art der Linac-Gerätetechnik und beträgt erfahrungsgemäß zwischen 5.000 und 10.000 m³/h. Es werden Vollklimaanlagen mit zweifacher Filterung, WRG als KV-System, Heizen, Kühlen, Trocknen und Befeuchten bereitgestellt. Die Ventilatoren wurden in energiesparender EC-Technik geplant. Der bauliche Strahlenschutz, wie Bleibeläge der Durchbrüche und Schutz der Technikzentralen ist, soweit erforderlich, in den Baugewerken erfasst.
Es wird ein zentral einreguliertes Klima pro Bereich (Linac + Technikräume) zur Verfügung gestellt. Die Luftverteilung erfolgt über ein Kanalsystem und zugfreie flächige Luftauslässe. Es wurde eine Abluftfilterung in H14 vorgesehen.
Lüftungsanlage für innenliegende Räume
Die Nebenräume (innenliegende Räume, Umkleiden, Aufenthaltsbereich) werden über eine RLT-Anlage be- und entlüftet. Diese wurde für das Erdgeschoss dezentral losgelöst vom 1.OG und von der Komfortstation errichtet.
Dezentrale Umluftkälte
Sind höhere Kühllasten (wie z.B. in Serverräumen) zu kompensieren, kommen Umluftkühlgeräte zum Einsatz.
Kälteversorgung
Die Kälteversorgung steht separat für den Neubau zur Verfügung. Für die technologische Kühlung des Linac wird ein Kaltwasserkreislauf zur Verfügung gestellt.Basierend auf Erfahrungswerten ergibt sich eine Gesamtkühlleistung von 20 kW mit Prozesskaltwasser 10/16 °C.
Gebäudeautomation
Das Automationssystem ist als digitales System mit ausgewählten GLT-Funktionen ausgeführt. Es wurde ein separater Informationsschwerpunkt (ISP) für die Funktionsabteilung geplant und besteht aus einer Automationsstation. Die Automation wurde für folgende Bereiche vorgesehen:
Auf einer übergeordneten Gebäudeleittechnik werden Alarme und Warnmeldungen angezeigt. Eingriffe in die Regelparameter können an dem Informationsschwerpunkt vor Ort vorgenommen werden.
Wasseraufbereitung
Für die Dampfbefeuchtung der Klimaanlagen wird VE-Wasser im Hausanschlussraum im OG entnommen. Die benötigte Menge beträgt bis zu 0,2 m³/h, der Spitzenverbrauch ist in den Wintermonaten von November bis März. Es wurde eine wandhängende VE-Wassereinheit mit Anschluss am Trinkwassernetz installiert. Art und Umfang wurden mit dem bauherrenseitigen Gutachter für Krankenhaushygiene vom Knappschaftskrankenhaus Bottrop abgestimmt.
Brandschutz
Bei Überbrückung von Brandabschnitten wurden Brandschutzklappen vorgesehen. Gegen die Übertragung von Rauch sind diese Klappen mit motorischen Antrieben versehen, welche über Rauchmelder sowohl der Lüftungsanlagen selbst, als auch über Rauchmelder der flächendeckenden Brandmeldeanlage gesteuert werden können. Der Aufzugsvorraum in der Praxis wird im Brandfall mit Überdruck rauchgasfrei gehalten. Hierzu wurde ein Überdruckventilator mit Verrohrung ausgeführt. Eine Rauchgasentlüftungsanlage wurde nicht berücksichtigt.
Facharztzentrum EG:
Lüftung und Kälte
1. Lüftungsanlagen
Die Nebenräume (innenliegende Räume und Sanitärbereiche ohne Möglichkeit der Fensterlüftung) werden über die RLT-Anlagen be- und entlüftet. Die Abrechnung erfolgt über einen prozentualen Ansatz anteiliger Mietfläche.
2. Kälteversorgung
Für den gesamten Mietbereich wurde keine Kälte über die Lüftung berücksichtigt. Die Möglichkeit zur Kühlung mit Split-Geräten ist vorgerüstet.
3. Gebäudeautomation
Für alle RLT-Geräte wird maximal eine Sammelstörmeldung pro Gerät erfasst und auf einer übergeordneten Gebäudeleittechnik angezeigt. Reparaturen müssen dann am Gerät selbst veranlasst werden.
Komfortstation 2. und 3. OG: Lüftung, Kälte und Regeltechnik
1. Lüftungsanlagen
Die notwendigen Flure besitzen Fenster- oder Türöffnungsmöglichkeiten. Eine Brandgasentrauchung ist somit nicht erforderlich.
2. Zentralgerät Teilklima/
Dezentrale Umluftkälte
Für die Bettenetagen gelten die gleichen Rahmenbedingungen der Außenluft, für Schall- und Brandschutz wie in der Funktionsabteilung, ergänzend ist in den Bettenzimmern ein maximaler Schalldruckpegel von 35 dB(A) realisiert. Es erfolgt eine Lüftung der Sanitärbereiche über ein Zentralgerät auf dem Dach (keine Technikzentrale). Therapiebedingte spezielle Klimaerfordernisse wie dezentrale erhöhte Raumtemperaturen oder dezentrale Befeuchtung sind nicht erforderlich. Sind höhere Kühllasten in Technikräumen zu kompensieren, kommen Umluftkühlgeräte zum Einsatz.
3. Kälteanlage/Stille Kälte (nicht Leistungsbestandteil, optionale Leistung)
Die Bettenzimmer und der Aufenthaltsbereich/Lounge können mit einer stillen Kühlung im Sommer über einen Teilbereich der Raumdecke temperiert werden (erhöhte Komfortbedingungen). Diese Kühlung erfordert einen separaten Kältekreis mit den Temperaturen 16/19 °C. Die Kühlung funktioniert ohne Tauwasserbildung (Hygiene).
Das Prinzip der
Schwerkraftkühlung
Die warme Raumluft steigt nach oben, kühlt sich an der Teildecke ab, dabei erhöht sich die Luftdichte und die Luft sinkt nach dem Schwerkraftprinzip frei im Raum nach unten. Es wurde eine Teilkühldecke mit einer maximalen Kälteleistung von bis zu 1,0 kW pro Raum in die Trockenbaudecke integriert.
Die in den Patientenbädern vorhandene Lüftungsanlage wurde zur Be- und Entlüftung der Pflegezimmer erweitert. Der theoretische Luftwechsel beträgt bis zu 100 m³/h. Diese RLT-Anlagenerweiterung wurde notwendig, da im Betrieb der stillen Kühlung die Fenster geschlossen bleiben müssen, um Kondensaterscheinungen auszuschließen. Die Zuluft erfolgt in die Zimmer, die Abluft wird den Bädern entnommen, die Luftwechsel wird über einen Türunterschnitt zum Bad gewährleistet.
Ergänzend zu den beschriebenen Funktionen der Regeltechnik werden für das Komfortklima der Bettenzimmer zur Verhinderung von Tauwasser und zur gegenseitigen Verriegelung von Heizung und Kälte folgende Raumregelfunktionen vorgesehen: eine dezentrale Temperaturvorwahl in einem eng gewählten Bereich über Raumregelgerät (ΔT 4K, mit zentraler Verriegelung der Kühlfunktion im Winter und der Heizfunktion im Sommer, außentemperaturgeführt). Zur Vermeidung von Kondensation wurden Feuchtefühler installiert.↓
Gebäudeautomation
Das Gebäudeautomationssystem ist ein digitales System mit ausgewählten GLT-Funktionen. Es wurde ein separater Informationsschwerpunkt (ISP) für die Bettenabteilung installiert und besteht aus einer Automationsstation.
Jetzt Artikel freischalten:
tab DIGITAL
14 Tage kostenlos testen
2,49 € / Woche*
Fachwissen jederzeit und überall.
Greifen Sie auf exklusive PLUS-Artikel und das komplette Online-Archiv zu und lesen Sie tab bequem im E-Paper-Format. Das digitale Abo für alle, die flexibel bleiben möchten.
Ihre Vorteile:
- Exklusive tab-PLUS-Artikel
- 6 E-Paper für mobiles Lesen
- Online-Archivzugang
*129,48 € bei jährlicher Abrechnung inkl. MwSt.
tab KOMBI
4,99 € / Woche*
Das komplette tab-Erlebnis – digital & gedruckt.
Für alle, die Fachinformationen auf allen Kanälen nutzen möchten: Kombinieren Sie Print und Digital, profitieren Sie von unseren Fachforen und präsentieren Sie Ihr eigenes Projekt.
Ihre Vorteile:
- Exklusive tab-PLUS-Artikel
- 6 Print-Ausgaben pro Jahr
- E-Paper für mobiles lesen
- Teilnahme an einem Fachforum
- Online-Archivzugang
- Veröffentlichen eines Projekts
*259,48 € bei jährlicher Zahlung inkl. MwSt. & Versand
