Klimaregelung im Lifestyle-Hotel „nhow“ Berlin

Erhöhte Energierückgewinnung durch Kontaktbefeuchtung

Lüftungsanlagen kombiniert mit energieeffizienten Wärmepumpen, die im Sommer für angenehme Kühle und im Winter für behagliche Wärme sorgen, leisten im Berliner „nhow“ Hotel seit 2010 gute Dienste. Die Wär­me­pumpen aus dem Hause Air 2000 sowie die Klimaanlagen der AL-KO Therm GmbH wurden vom Anlagenbauer KLU aus Berlin verbaut.

Ausgefallenes Design und durchdachte Technik

Das Berliner „nhow“ Hotel punktet optisch vor und technisch hinter den Kulissen. 2010 eröffnete das Lifestyle-Hotel zwischen den Bezirken Friedrichshain und Kreuzberg seine Türen. Das moderne Hotel an der Spree bietet Unterschlupf für tausende Berlin­reisende jährlich. Das internatio­nale Publikum schätzt vor allem die musikalische Ausrichtung des innovativen Hotels. Ein eigener Musikmanager und Absolventen der Musikhochschule kümmern sich um die Gäste. Im hoteleigenen Tonstudio toben sich bekannte Musiker der Szene aus.

Der Architekt Sergej Tchoban setzte im „nhow“ auf klare Linien, eine Klinker- und Edelstahlfassade und einen 36 m über dem Ufer der Spree schwebenden Gebäudeteil. Zusätzlich zum Baustoff Stein kam viel Glas an der Fassade zum Einsatz. Große Fensterfronten lassen In- und Ausblicke zu, so dass das Hotel Teil des öffentlichen Raums wird. Im Rezeptionsbereich öffnet ein teilweise gläsernes Dach den Blick auf die Unterseite des darüber schwebenden Upper Towers. 304 Zimmer und Suiten von 22 bis 260 m2 befinden sich in den insgesamt zehn Obergeschossen des Hotels.

Frische Luft und

gutes Raumklima

Nicht nur das Konzept des Hotels ist innovativ, auch die Lüftungs- und Klimatechnik ist auf dem neusten Stand der Technik: Für frische Luft und angenehmes Klima sorgen die Wärmepumpen „Apess Inte­gral“ der Firma Air 2000 kombiniert mit den Lüftungsanlagen der AL-KO Therm, das 20 „AT4“-Lüftungsgeräte nach Berlin lieferte. Diese versorgen sich über die angeschlossenen Wärmepumpen selbstständig mit Wärme- und Kälteenergie für die Luftaufbereitung.

Der Generalunternehmer BAM, der das Gebäude schlüsselfertig an die Betreiber des Hotels übergab, engagierte für den Einbau der Klimaanlagen den Anlagenbauer KLU aus Berlin. Zum Einsatz kommen im „nhow“ rund 20 Lüftungsgeräte, die auf der Zuluft- und Abluftseite mit mehreren Wärmepumpen gekoppelt sind.

Die Wärmepumpentechnologie ermöglicht es, dass mehr als 95 % der Wärme aus der verbr uchten Gebäudeabluft zurückgewonnen werden kann und so die komplette Energie zur Erwärmung der Außenluft in den Lüftungsgeräten bereitgestellt wird. Zusätzlicher Energieaufwand zum Kühlen oder Heizen ist aufgrund der Wärmepumpentechnologie nicht mehr erforderlich. Die Spitzenheizlast, die über die Wärmepumpen erzeugt wird, beträgt zusammen 1,3 MW. Im Sommer werden die Wärmepumpen als Kälteerzeuger betrieben und können bis zu 1,1 MW Kühlenergie bereitstellen, davon 300 kW für Umluftkühlgeräte auf den Zimmern. Die Wärmeabfuhr von den Kältemaschinen erfolgt ausschließlich über die Zentrallüftungsgeräte. Das besondere dabei ist, dass außerhalb des Gebäudes keine weitere Kältemaschine bzw. kein weiteres Rückkühlwerk sichtbar ist. Das war nur realisierbar, da man zur Wärmeabfuhr in den Zentrallüftungsgeräten eine adiabatische Rückkühlstufe integriert hat.

Rentable Lösung

Die 20 Lüftungsanlagen, die sowohl im Außen- als auch im Innenbereich aufgestellt sind, fördern insgesamt eine Zu- und Abluftmenge von jeweils 170 000 m3/h. Diese technische Lösung hatte im Falle des „nhow“ Hotels auch seinen Preis. Allerdings amortisiert sich die Anlage durch die sehr niedrigen Energiekosten und die hohen Rückgewinnungsrate innerhalb weniger Jahre.

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