Hallenheizung mit Dunkelstrahlern

Durch Modultechnik schnell installiert

Logistikimmobilien mit gut ausgebauter Infrastruktur boomen derzeit. Vor allem in Deutschland, dem zentralen Umschlagplatz für Waren aus ganz Europa. Davon profitieren auch TGA-Planer und Heizungsbauer. Die Industrie gibt ihnen eine passende Lösung an die Hand, die rasch installiert ist und der modernen Modul-Bauweise entgegenkommt – den Dunkelstrahler. Er entpuppt sich bei näherer Betrachtung als eine ideale Heizungslösung für hohe Hallen wie Regallager und Paketzentren.

Logistikhallen sind reine Zweckbauten ohne architektonischen Charme. Die Konstruktion besteht meist aus Stahlbetonstützen und -fertigteilen.

Generalunternehmen errichten sie in der Regel als Turnkey-Objekte zum Festpreis und Festtermin und vermieten sie anschließend. Die Zeitvorgaben für die Errichtung sind meist knapp bemessen. Kompakte Dunkelstrahler kommen dieser Forderung entgegen – nicht zuletzt wegen des relativ geringen Gewichtes. Ihre industrielle Vorfertigung birgt zahlreiche Rationalisierungeffekte – von der Produktion über die Logistik bis zur Baustelle.

Mit der Hebebühne werden die Strahler unter das Hallendach gehievt, zwischen den Unterzügen oder Dachbindern befestigt und an die Gasversorgung angeschlossen. Der geringe Platzbedarf birgt kein Kollisionsrisiko mit der übrigen Versorgungstechnik (Sprinkler, Beleuchtung, Kabeltrassen). Der Investor spart die Heizzentrale und das hydraulische Warmwasser-Rohrnetz.

Eine Reihe weiterer Vorteile machen Dunkelstrahler für Logistikhallen interessant. Der westfälische Hersteller Vacurant (wwww.vacurant.de) in Bad Lippspringe hat sie aufgelistet:

Die langwelligen Infrarotstrahlen erwärmen – der Sonne vergleichbar – nicht den Luftraum, den sie überbrücken. Sie wandeln ihre Energie dort in Wärme um, wo sie auftreffen. Und erhöhen die Oberflächentemperatur der angestrahlten Körper, von Boden und Wänden, der Einrichtung – und der Mitarbeiter. Diese Oberflächentemperatur ist entscheidend für das thermische Wohlbefinden und nicht die Lufttemperatur in der Halle. „Die Lufttemperatur lässt sich demnach ohne Komforteinbuße um zwei bis drei Kelvin senken“, betont Dirk Schmidt, technischer Leiter von Vacurant. Für jedes Kelvin Temperatursenkung soll die Brennstoffeinsparung rund 7 % betragen.

Dirk Schmidt nennt noch einen weiteren Vorteil des Strahlungsprinzips: Die Heizwirkung wird nicht unterbrochen, wenn die Hallentore offen stehen. Die Halle kühlt nicht schnell aus, denn die Wärme ist in der thermisch aktivierten Bauhülle gespeichert. Bei Bedarf werden zusätzliche Strahler über den Torbereichen installiert.


Ein konkreter Fall

Am Logistik-Hotspot Duisburg unterhält der Dienstleister Rhenus-Logistics ein riesiges Warenverteilzentrum. In vier Hallen installierten die beauftragten Heizungsbauer seit 2006 insgesamt 73 Einrohrstrahler mit je 25 m Länge. Gesamtleistung rund 3.400 kW. Vor wenigen Monaten realisierte Vacurant den letzten der vier Baubabschnitte: Zwölf Langfeldstrahler mit zusammen 535 kW in 13,5 m Abhängehöhe. Sie stellen die vom Kunden gewünschte Raumtemperatur von 18 °C sicher. Brennstoff ist Erdgas H. Um die Dachdurchbrüche zu minimieren, sind je zwei Strahler an einen gemeinsamen Abgaskamin angeschlossen.

Die Strahlungsheizungen werden von zentraler Stelle aus mit einem PC überwacht und gesteuert. Programmierbare „Vacutronic“-Steuerungen berücksichtigen die Kommissionierungsabläufe und erforderlichen Lagertemperaturen.

Dezentrale Technik

Die dezentrale Technik in Duisburg-Rheinhausen mit einzeln aufgehängten Strahlern hat sich laut Vacurant sehr bewährt. Sie vereinfacht die Zonierung nach Temperaturen durch Zu- und Abschalten von Geräten und erfordert weniger Investment als eine zentrale Lösung mit langen Rohrschleifen.

Die vollautomatischen Gasbrenner arbeiten einstufig, mehrstufig oder gleitend. Bei einer Umnutzung der Halle zu einem späteren Termin ist die Zonen-Einteilung rasch geändert. Das wird auch dadurch erleichtert, dass die Elektro- und Medienversorgung als offene Trassen ausgeführt sind.

Vacurant-Sprecher Dirk ­Schmidt ist sich sicher: „Mit Einzelstrahlern ausgerüstete Hallen sind folglich eine zukunftssichere Investition mit hohem Nachvermietungspotential.“ 

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