Das NanoEnergieTechnikZentrum
Ein Neubau für die Universität Duisburg-Essen – Teil 2Das NanoEnergieTechnikZentrum (NETZ) an der Universität Duisberg-Essen ist ein Forschungsgebäude, das physikalische und chemische Labore sowie Büro- und Seminarbereiche enthält. Bei der Planung und Ausführung des Gebäudes wurden besondere Anforderungen gestellt, was insbesondere temperaturstabile Raumluftbedingungen, die schwingungsfreie Aufstellung von Messgeräten und die elektromagnetische Verträglichkeit (EMV) betrifft.
Elektrotechnik
Mittelspannungsschaltanlagen
Die Einspeisung der 10 kV-Mittelspannungsschaltanlage erfolgt als Ring vom EVU/Universität Duisburg-Essen (UDE). In Abstimmung mit dem EVU/UDE wurde die Messung des Energieverbrauches auf der Mittelspannungsseite durchgeführt. Die Schaltanlage wurde so konzipiert, dass ein Parallelbetrieb der beiden Transformatoren gegeben ist. Für Wartungszwecke ist der Einzelbetrieb vorgesehen.
Eigenstromversorgungsanlagen
Ein Notstromdiesel mit 400 kVA versorgt alle sicherheitsrelevanten Einrichtungen wie sensible Labore, Brandmeldeanlage,...
Elektrotechnik
Mittelspannungsschaltanlagen
Die Einspeisung der 10 kV-Mittelspannungsschaltanlage erfolgt als Ring vom EVU/Universität Duisburg-Essen (UDE). In Abstimmung mit dem EVU/UDE wurde die Messung des Energieverbrauches auf der Mittelspannungsseite durchgeführt. Die Schaltanlage wurde so konzipiert, dass ein Parallelbetrieb der beiden Transformatoren gegeben ist. Für Wartungszwecke ist der Einzelbetrieb vorgesehen.
Eigenstromversorgungsanlagen
Ein Notstromdiesel mit 400 kVA versorgt alle sicherheitsrelevanten Einrichtungen wie sensible Labore, Brandmeldeanlage, Alarmierungsanlage und Sicherheitsbeleuchtung im Gebäude. Die separate Gebäudehauptverteilung wird vom Generator und von der Niederspannungshauptverteilung eingespeist.
Bei Netzausfall erfolgt eine automatische Umschaltung der Systeme. Die Energieverteilung von der Gebäudehauptverteilung erfolgt über ein separates Schienensystem in einem separaten Versorgungsschacht in eine Etagenunterverteilung zur Versorgung der einzelnen Geräte in den Etagen.
Die EDV-Unterverteiler sowie einzelne Laborunterverteilungen werden jeweils durch separate USV- Anlagen geschützt.
Niederspannungsschaltanlagen
Die Niederspannungshauptverteilung wird von zwei Transformatoren eingespeist. Von der Niederspannungshauptverteilung erfolgen die Abgänge auf das Schienensystem sowie die Abgänge auf die erforderlichen Unterverteilungen für Labore, HLS und sonstige. Das Schienensystem versorgt die jeweiligen Etagenunterverteilungen und die Laborunterverteilungen vom normalen Netz. Die auf der Dachfläche errichtete PV-Anlage speist zusätzlich in die Niederspannungshauptverteilung ein. Die eingespeiste Leistung wird über einen Zähler erfasst.
Niederspannungsinstallationsanlagen
Es erfolgte eine Installation der Etage, für Büro- und auch Laborräume und Flurbereiche. Entsprechend den Vorschriften LAR 2000 (Leitungsanlagen Richtlinie) wurde eine halogenfreie Verkabelung der Büroräume, Flure und Laborbereiche durchgeführt. Die Versorgung der Geschosse erfolgt über ausgebaute Kabelwege in den Labor- und Bürobereichen. Zusätzlich wurden separate Schienensysteme für die Versorgung der Laborunterverteilungen und der Notstromversorgung eingebaut. Die Trassenführung erfolgt ebenfalls durch die Laborbereiche. Erforderliche Querungen in den Rettungswegen und Treppenhäusern wurden gemäß Brandschutzkonzept und der DIN 4102 brandschutzmäßig geschottet. Die Steckdosen für EDV und normale Steckdosen wurden über separate Gruppen – Fehlerstromschutzschalter abgesichert.
Beleuchtungsanlagen
Die Beleuchtungsanlage wurde nach der EN 12464 (Richtwerte für die Arbeitsstätten in Innenräumen und im Freien) ausgelegt.
In den Büroräumen und Laborbereichen wurden Bildschirmarbeitsplatzleuchten eingesetzt. Das Netzersatzgerät, mit 400 kVA, ist so bemessen, dass ein Netz-Parallelbetrieb möglich ist. Die erforderlichen Steuerungen sind in der MSHV / NSHV / NEA-Verteilung / NEA und in den Unterverteilungen mitberücksichtigt.
Sicherheitsbeleuchtung
Entsprechend den ASR 7/4, BGR 216, EN 1838, SchulBauR sowie der VDE 0108 in der neusten Fassung ist eine einstündige Sicherheitsbeleuchtungsanlage mit Zentralbatterie für das gesamte Gebäude eingebaut. Teile der Flurbeleuchtung sind als Sicherheitsleuchten geschaltet, die erforderlichen Leuchten sind mit den notwendigen Vorschaltgeräten ausgerüstet. Die Flurleuchten gehören zur erforderlichen Deckenkonstruktion. Die Treppenhauskerne werden zentral über die Zentralleittechnik und DN-Netz/Sicherheitslicht geschaltet. Hierzu sind die betreffenden Leuchten mit elektronischen Vorschaltgeräten N-EVG CG-S ausgestattet. Das Zentralbatteriesystem ZB-S ist mit einer automatischen Prüfeinrichtung ausgerüstet. Weiter wurde eine Einzelleuchtenüberwachung mit individueller Zustands- und Namensanzeige pro Leuchte im Steuerteil realisiert. Bei einer Störung in der Anlage bzw. bei Ausfall einer Leuchte ist zusätzlich eine Meldung an die ZLT gegeben. Die Übertragung der Meldungen an die Zentraleleittechnik erfolgt über eine LON-Schnittstelle.
Unterverteilungen in den Etagen
In jedem Geschoss sind Hauptverteilungen innerhalb des Technikraums als Standverteiler installiert. Jeder Hauptverteiler und Etagenverteiler erhielt eine TNS – Prüfeinrichtung, die auf die ZLT aufgeschaltet wurde. Generell sind alle Etagenverteilungen (Schutzart IP 43) als Standschrank mit Sockel und mit Tür und Sicherheitsschloss sowie Schaltplantasche errichtet.
Für die allgemeine Stromversorgung innerhalb der Geschosse wie z. B. Flure, Treppenhäuser, WC´s, elektrische Betriebsräume etc. sind Fehlerstromsschutz-Schalter (FI) und Automaten in entsprechender Anzahl installiert. Die Aufteilung der FI’s erfolgt durch Einphasen-FI-Aufteilung für einpolige Steckdosen und Beleuchtung. Alle Verteilungen sind mit Überspannungsableitern für alle Außenleiter und den Neutralleiter (N – PE mit 50 V) ausgestattet. Die Phasenüberwachung ist auf die ZLT aufgeschaltet.
Unterverteilungen in den
Laboren / Seminarraum
In jedem Labor sind Laborverteiler als Stand- / Wandverteiler installiert. Für die Laborversorgung sind Fehlerstromsschutzschalter (FI) und Automaten in entsprechender Anzahl installiert. Die Aufteilung der FI’s erfolgt durch Einphasen-FI-Aufteilung für einpolige Steckdosen. Die Absicherung der Beleuchtung erfolgt aus den Etagenunterverteilungen.
Eine Aufteilung der Stromkreise ist so vorgenommen, dass jeweils max. 4 Arbeitsplätze, getrennt nach allgemein und EDV-Netz, einem Sicherungsautomat zugeordnet wurden. Es sind max. sechs Sicherungsautomaten auf einen Fehlerstromschutzschalter (FI) aufgeschaltet.
Photovoltaikanlage
Auf dem Dach des Gebäudes ist eine Photovoltaikanlage mit einer maximalen Leistung von 26 kW installiert. Die Anlage dient der Stromerzeugung zur Eigennutzung. Die Wechselrichter sind in der Technikzentrale im Dachgeschoss angeordnet. Ausreichende Kühlung der Wechselrichter ist gewährleistet. Die Geräte sind zur Wartung gut erreichbar. Die Schutzart der Wechselrichter ist entsprechend des Aufstellortes gewählt.
Die Wechselrichter sind so gruppiert, dass eine symmetrische Einspeisung dreiphasig ins Netz erfolgt. Die Dimensionierung erfolgte nach Festlegung der Modulstränge und deren Zusammenschaltung. Die Ausführung mit oder ohne galvanischer Trennung richtete sich nach den ausgewählten Modulen. Es sind entsprechend zuverlässige Geräte mit hohem Wirkungsgrad ausgewählt worden. Es wurden vorzugsweise Wechselrichter mit eingebautem DC-Trennschalter installiert. Die Wechselrichter besitzen die erforderlichen Anzeigen für die Betriebskontrolle, einen integrierten Datenspeicher für die Ertragsüberwachung und eine Datenschnittschnittstelle (EIA 485) zur Auswertung und zur Programmierung.
Alle Wechselrichter sind datentechnisch zusammengeschaltet, so dass eine Überwachung und Auswertung der Gesamtanlage möglich ist. Für einen Datenzugriff via Ethernet ist ein Webserver an der Anlage und ein Anschluss auf den Datenverteiler im EDV-Raum installiert.
Für die Netzeinspeisung ist der Anschlusspunkt an die NSHV innerhalb des Gebäudes gewählt. Hier ist ein entsprechender Zählerplatz für einen Lastgangzähler eingerichtet worden.
Die PV-Module werden im Brandfall automatisch freigeschaltet. Bei Auslösen der Brandmeldezentrale wird der PV-Kollektor auf der Gleichspannungsseite von den Wechselrichtern automatisch abgekoppelt.
Blitzschutz und Erdungsanlage
Die Blitzschutzanlage wurde nach der Blitz-Schutzklasse I nach DIN VDE 0185 / DIN 57185 errichtet. Das Maschensystem der Fang- und Ableitungen wurde unter Berücksichtigung der Konstruktionen auf den Dachflächen aufgebaut. Die Ableitungen wurden hinter der Fassade bzw. in den Betonstützen zum Fundamenterder geführt.
Unterhalb der Sohlen wurde ein Maschennetz mit der Weite von 5 x 5 m eingebracht (äußere Abschirmung).
Im Bauwerk wurde ein vermaschtes Erdungssystem eingebracht. Das vermaschte Erdungssystem ist so errichtet, dass im Raster von ca. 5,0 m der Bewehrungsstahl an den Potentialausgleich angeschlossen wurde. Diese Verbindungen sind als Schweißverbindungen ausgeführt.
Anschlusspunkte sind jeweils in Bereich der Labore, Unterverteilungen, Technikräumen, Aufzugschächten, Metallkonstruktionen entsprechend vorgesehen worden. Die Metallzargen der Türen sind in das Erdungssystem mit eingebunden.
Die Fassade ist ebenfalls in dem geforderten Raster in die Ableitung mit einbezogen.
Fernmelde- und IT-Anlagen
Es erfolgte eine strukturierte TK-Verkabelung gemäß CAT 6, wobei das eingesetzte Kabel CAT 7 erfüllt. Als Telefon-Anschlussdosen wurden RJ45 Doppeldosen installiert. Die Anschlusspunkte ergaben sich aus dem Raumbuch. Im Etagenverteiler wurden die aktiven Komponenten für das Telefonieren mit Voice over IP berücksichtigt. Es wurde zusätzlich noch ein 100 DA-Kabel zur Anbindung des Gebäudes mit dem Campus (Gebäude MC) installiert, um eine Anbindung an die neue Telefonzentrale gewährleisen zu können.
Brandschutz
Grundlage für die Ausführung war ein Brandschutzkonzept des Sachverständigenbüros Sondermann + Möller, die Richtlinie über brandschutztechnische Anforderungen an Lüftungsanlagen in Gebäuden sowie die Leitungsanlagenrichtlinie jeweils in der zum Zeitpunkt der Ausführung gültigen Fassung.
Folgende Brandabschnitte sind gemäß Brandschutzkonzept im Wesentlichen vorhanden:
In den Lüftungsleitungen, die Brandabschnitte durchdringen, sind Brandschutzklappen mit thermo-elektrischer Auslöseeinrichtung und elektrischem Stellmotoren installiert. Sofern keine Gefahr einer Brand- und Rauchübertragung zwischen verschiedenen Brand- bzw. Rauchabschnitten bestehen, sind bei Querungen von Fluchtwegen L90-Kanäle bzw. F90-Verkleidungen ausgeführt worden. Für die Lüftung von einzelnen Räumen sind innerhalb von Wänden und Decken mit Brandschutzanforderungen Brandschutzventile oder Brandschutzauslässe mit Endschaltern installiert. Die Brandschutzklappen schließen im Brandfall automatisch bei einer Temperatur über 72 °C durch Auslösung der Thermoelemente oder durch Ansteuerung über die Brandmeldeanlage. Brandschutzklappen für aggressive Laborabluft wurden als Sonderausführung mit Beschichtung oder in aus Edelstahl eingebaut. Bei Einbau in Trockenbauwände sind entsprechend flexible Anschlüsse vorgesehen worden. Die Flure in den Laborbereichen wurden als Fluchttunnel ausgebildet und erhielten revisionierbare F30-Abhangdecken. Die Entrauchung erfolgt in der Regel über manuell öffenbare Fenster oder Türen. Oberhalb der zum Technikraum offenen Schächte wurden gemäß Brandschutzgutachten Rauchabzugsöffnungen mit einem Querschnitt von Ageo = 2,5xAh vorgesehen. Ah entspricht dabei dem lichten Querschnitt der größten Einzelleitung im Schacht. Die Aufzugsschächte erhielten natürliche Rauchabzüge an oberster Stelle (Dachkuppel) mit einem freien Querschnitt von Ageo= 0,22m² Die Ausführung erfolgte entsprechend der EnEV mit einem energieoptimierten System zur Entrauchung und Belüftung von Aufzugsschächten. Das Gebäude wurde mit einer flächendeckenden Brandmeldeanlage ausgestattet. Durch eine entsprechende Meldeleitung von der BMZ ist sichergestellt, dass die Lüftungsanlagen im Brandfall außer Betrieb gehen.
Brandmeldeanlage
Die Brandmeldeanlage wurde gemäß Brandschutzkonzept flächendeckend ausgeführt. Es besteht aus einem Ringbussystem, in dem automatische und Druckknopfmelder installiert wurden. Unter Berücksichtigung des Maßnahmenkatalogs Brandschutz wurden die automatischen Melder platziert.
Zur Überwachung der Zwischendecken wurde ein Rauchansaugsystem installiert. Die Brandmeldeanlage wurde gemäß der DIN 14675 geplant und aufgebaut. Die Alarmierung des Gebäudes erfolgt durch Hupen und Bus-Sirenen.
ELA-Anlage
Das Gebäude erhielt eine elektro-akustische Anlage auf Grundlage der DIN 0824-4 und DIN EN 54-16, jedoch ohne Linienüberwachung. Die Zentrale Einsprechmöglichkeit befindet sich im Raum der Brandmeldeanlage.
Übertragungsnetz
In den Etagen erfolgt eine strukturierte LWL-Verkabelung, von der Anschlussdose bis zum zentralen Verteiler. Die LWL-Anschlussdose wurde als Doppeldose ausgeführt.
Hierüber erfolgt die Anbindung mit dem Campus in Duisburg. Die Anbindung wurde als Stich ausgeführt und nicht als Ring. Auf Grund der gegeben Infrastruktur ist der spätere Aufbau eines Rings jedoch möglich.
Gaswarnanlage
Die Gaswarneinrichtung dient zur Warnung vor toxischen und explosiblen Gasen und Dämpfen, sowie vor Sauerstoffmangel. In jedem Geschoss wurde ein zentrales Gaswarnsystem installiert.
Bei Messwertüberschreitung wird in dem entsprechenden Labor optisch und akustisch alarmiert und ein Schaltkontakt für den Benutzer bereitgestellt. Gleichzeitig wird dies an der Unterzentrale, sowie an der „Etagen“-Zentrale signalisiert. Alle Messwerte und Statusmeldungen werden an die übergeordnete GLT mittels LON-Bus übertragen.
Gebäudeautomation
Die Anlage ist als autarke, freiprogrammierbare DDC-Anlage mit Bedienstation, einschließlich Aufschaltung auf die ZLT am Campus Duisburg über BACnet installiert. Die Schaltanlagen sind als Informationsschwerpunkte strukturiert, so dass eine Zuordnung nach Gewerk und Anlage erfolgt und somit die Betriebsführung erleichtert wird. Einzelne Informationsschwerpunkte (DDC-Teil der Schaltanlage) erhielten dezentrale Bediengeräte sowie eine Not-Bedienebene. Grundsätzlich sind alle Parameter der programmierten Software-Regler der Raumtemperaturregelung in den Laboren im Nachhinein frei einstellbar. Die Regelkreise sind als Software-Regler installiert, so dass die Parameter mit unterschiedlichen Hysteresen (unten, oben) und Verzögerungszeiten im Nachhinein eingestellt werden können.
Die Labore erhielten Raumbediengeräte zur Einstellung der Solltemperatur und Überschaltung des Absenkbetriebs. Die Messung der Raumtemperatur erfolgt in den Raumbediengeräten und einem gesonderten Raumtemperaturfühler, der frei im Labor platzierbar ist. Die Grundlasten werden über die Heiz-Kühl-Decke, dynamische Lasten über die Zonengeräte der RLT-Anlage ausgeregelt. Die Büros erhielten Raumbediengeräte zur Einstellung der Raumtemperatur. In der vorhandenen Liegenschaft befindet sich eine GLT der Fa Honeywell, diese wurde für die Neuanlagen aufgerüstet und erweitert. Sämtliche für den einwandfreien Betrieb relevanten Daten werden erfasst.
Regelungstechnik
Alle Laborräume sind über einen Raumschalter (Schlüsselschalter) neben der Tür schaltbar, mit den Schaltbefehlen 0 – I (0 = Absenkbetrieb / I = Automatikbetrieb über DDC). Entsprechend der Luftbilanzierung für den Normal- und Absenkbetrieb werden die erforderlichen Luftvolumenströme im Raum sichergestellt. Im Absenkbetrieb wird mindestens ein zweifacher Luftwechsel realisiert. Im Betrieb werden zusätzlich zu den Mindestluftmengen die festgelegten Raumkonditionen eingehalten und der Unterdruck ist gewährleistet. Die Lüftung der Räume im Bürotrakt erfolgt mit konstanter Zulufttemperatur. Außerhalb der Betriebszeiten ist eine Absenkung der Volumenströme und der Zulufttemperatur im Heizfall vorgesehen.
Sanitärtechnik
Es wurden im Gebäude zwei Wassernetze aufgebaut. Es gibt ein Trinkwassernetz und ein Brauchwassernetz. Im Hausanschlussraum ist der Hauptanschlusspunkt zur Weiterverlegung der Haupttrinkwasserleitung. Von hier aus wurde die Trinkwasserleitung über Absperrarmaturen, Hauptwasserzähler, Rückflussverhinderer weiter installiert. In der Haupttrinkwasserleitung wurde ein automatischer Rückspülfilter eingesetzt. Ebenso eine Enthärtungsanlage, die das Stadtwasser auf einen dem Gebäude ausreichenden ph-Wert bringt. Anschließend führt die Haupttrinkwasserleitung über eine Druckerhöhungsanlage und weiter zum Trinkwasserverteiler.
Trinkwasser
Die Trinkwasserversorgung des Gebäudes wurde über eine neu verlegte Versorgungsleitung sichergestellt. Im Hausanschlussraum ist der Hauptanschlusspunkt zur Weiterverlegung der Haupttrinkwasserleitung. Die Trinkwasserverteilung erfolgt über einen Haupttrinkwasserverteiler (stagnationsfrei) und weiter über die einzelnen Verteilleitungen im Gebäude. Es wurden grundsätzlich nur die WC-Kerne, Teeküchen, Putzmittelräume, Lichthof und Ausgussbecken der Technikräume an das Trinkwassernetz angeschlossen. Im „Labortrakt“ wurden alle Notduschen und Augenduschen an das Trinkwassernetz angebunden. Es wurde kein Trinkwasseranschluss an den Laborspülen o. ä. vorgesehen. Die Trinkwasserinstallation ist so ausgeführt, dass keine Stagnationszonen in den Leitungsführungen entstehen. Die Installationen sind mit entsprechenden Verlegeschleifen ausgeführt. Die Trinkwasserleitungen wurden immer ab dem letzten Anschlussobjekt weitergeführt. Diese wurde ab hier als Trinkwasserspülleitung an den Installationsschacht geführt. Im Installationsschacht wurden die einzelnen Trinkwasserspülleitungen der jeweiligen Geschosse zusammen und weiter bis in das UG an die Laborkühlwasseranlage geführt. Durch eine Hygienespülautomatik werden die einzelnen Trinkwasserleitungen der Geschosse gespült und das durchspülte Wasser wird als weiteres Zulaufwasser für die Laborkühlwasseranlage zu Verwendung bereitgestellt.
Es wurde kein Trinkwasser-Warm-Netz für das Gebäude vorgesehen. Alle Auslaufarmaturen, die einen Trinkwasser-Warm-Anschluss benötigen, erhielten Anschluss an einen Durchlauferhitzer (Duschen / Behinderten-WC / Putzmittelräume).
Brauchwasser
Die Brauchwasserverteilung erfolgt über die Einspeisung mit Trinkwasser. Über den Trinkwasserverteiler wird ein Brauchwasservorlagebehälter befüllt, so dass eine Trennung und Sicherung des Trinkwassernetzes mit dem Brauchwassernetz gewährleistet wird. Über eine nachgeschaltete Druckerhöhungsanlage wird nun der Brauchwasserverteiler (stagnationsfrei) gespeist. Von hier aus wird das gesamte Gebäude (Labortrakt) mit Brauchwasser versorgt. Brauchwasser wird hauptsächlich in allen Laborräumen benötigt. Zusätzlich zu den Laborräumen werden im Außenbereich der Entsorgungsraum (Müllcontainer) und der Anschluss an den Chemikalienbefüllschrank versorgt. Diese Leitungen sind ebenfalls als „Schleife“ ausgebildet damit keine Stagnationszonen bzw. Stagnationsmöglichkeiten entstehen. Alle Brauchwasserzapfstellen sind gut sichtbar als solche gekennzeichnet.
Ein Brauchwasser-Warm-Netz wurde installiert. Alle Brauchwasser-Warm-Anschlüsse der Laborbereiche werden aus einer zentralen Brauchwassererwärmung (Speicherladesystem), die im UG (Hausanschlussraum) steht, versorgt.
Abwasser- und Regenwasseranlagen
Die Abwasserleitungen wurden im Trennsystem, an der Nord- und Südseite des Gebäudes aus dem Haus geführt. Im nördlichen Bereich wurde das Gebäude an einen städtischen Mischwasserkanal DN 900 und im südlichen Bereich an einen städtischen Mischwasserkanal in DN 600 angeschlossen. Das anfallende Regenwasser der Dachflächen des Hauptgebäudes sowie der zwei Nebengebäude werden der Versickerungsanlage zugeführt.
Die Lichtschächte liegen unterhalb der Rückstauebene. Das anfallende Regenwasser wird über Bodenablaufkörper einer Doppelpumpenhebeanlage zugeführt. Die Hebeanlage erhielt zusätzlich eine Notstromverbindung, so dass bei etwaigem Stromausfall die Anlagefunktionalität erhalten bleibt.
Das Regenwasser wird über die Rückstauebene der im südlichen Gelände verlegten Regenwassergrundleitung zugeführt und ebenfalls in die Versickerungsanlage eingeleitet. Vor jedem Zulauf an der Versickerungsfläche ist je ein Einlauf- und Verteilerschacht mit integriertem Filterelement vorgeschaltet. Das Regenwasser wird daher erst den Filter durchlaufen bis es in die Versickerungsfläche einlaufen kann. Die belebte Bodenzone sowie die vorherrschenden Bodenverhältnisse erlaubten laut Bodengutachten die Regenwasserversickerung nah am Gebäude.
Dort, wo Leitungen durch die Außenwand oder Boden an erdverlegte Abwassersysteme anschließen, sind wasserdichte Rohrdurchführungen gegen drückendes Wasser eingebaut.
Das anfallende Laborabwasser + Laborkühlwasserrücklauf aus dem Kellergeschoss (unter Rückstauebene) fließt über die Grundleitungen mit natürlichem Gefälle zu einer im Haus liegenden Doppelpumpenhebeanlage. Die Doppelpumpenhebeanlage führt das anfallende Abwasser in der Druckleitung über die Rückstauebene und schließt an die weiterführende Sammelleitung im Kellergeschoss an. Die Sammelleitung ist im Kellergeschoss an die Neutralisationsanlage angeschlossen.
Abwasserneutralisationsanlage
Eine Abwasserneutralisationsanlage ist zur Überprüfung und Neutralisation der anfallenden Laborabwässer installiert. Das anfallende Laborabwasser + Laborkühlwasserrücklauf aus dem Kellergeschoss (unter Rückstauebene) fließt über die Grundleitungen mit natürlichem Gefälle zu einer im Haus liegenden Doppelpumpenhebeanlage (siehe oben).
Unter allen Notduschen befinden sich bodenebene Abwasserrinnen, die das anfallende Duschwasser ableiten. Sie verhindern auch die Überströmung von ungewolltem Wasseraustritt einer Havarie vom Labor in den Flur. Das anfallende Laborabwasser der Laborräume wird über Einzelanschlussleitungen in das darunter liegende Geschoss geführt. Von dort aus wird das Laborabwasser über Sammelleitungen in den nächstgelegenen Installationsschacht geführt. Über die Fallleitungen wird das Laborabwasser an die Sammelleitungen im UG geführt. Von dort aus führen die Sammelleitungen das Laborabwasser an die Neutralisationsanlage. Das Laborabwasser wird hier aufbereitet und danach über die Grundleitungsanschlüsse dem städtischen Kanalnetz zugeführt. Laborabwasser in mobilen Labormöbeln wird über integrierte Hebeanlagen gehoben.
Technische Gase
Für die Laborräume ist eine komplette Druckgasflaschenversorgung installiert, einschließlich Reingas-Rohrleitungen aus Spezial-Edelstahl, inklusive Druckminderer, Absperrventile und Dosierventile. Über eine neu errichtete erdverlegte Stickstoffleitung bzw. der vorhandenen Stickstoffanlage am benachbarten Gebäude wird die Versorgung mit Stickstoff sichergestellt. Die hierfür installierten Rohre sind aus nahtlosem Kupferrohr, öl- und fettfrei gebeizt, mit allen erforderlichen Absperrventilen. Im EG befindet sich eine Argon-Gasflaschenzentrale, die die Labore über die Hauptversorgungsschächte mit Argon versorgen.
Die Vakuumpumpen stehen in den Geschossen jeweils in separaten Pumpenräumen. Von hier wird die Vakuumversorgung über Edelstahlleitungen gewährleistet. Die Heliumrückgewinnung im Gebäude wird über eine neu errichtete erdverlegte Heliumrückgewinnungsleitung vom benachbartem Gebäude bis ins NETZ-Gebäude sichergestellt. Im Gebäude selbst, wurde eine Heliumrückgewinnungsleitung verlegt, die im UG in den Laborräumen installiert und an die erdverlegte Heliumrückgewinnungsleitung angeschlossen wurde. In jedem Geschoss ist ein zentrales Gaswarnsystem installiert, das auf die GLT geschaltet ist. Die Versorgung mit Reinstgasen erfolgt laborweise über Druckgasflaschen, die in entsprechenden feuerbeständigen Druckgasflaschenschränken aufgestellt sind. In den Schränken sind entsprechende Entspannungsstationen eingebaut. Es ist eine laborweise Gas NOT-AUS-Steuerung installiert.
Laboreinrichtung
Die Laborräume wurden mit Laborabzügen, Decken montierten Versorgungseinheiten, Medienkanälen, Gefahrenstoffschränken und Labortischen ausgestattet. Bei den Laboren des NETZ handelt es sich um physikalische und chemische Labore für Forschungsbereiche der Nanotechnologie der Sicherheitsstufe 1. Eine hohe Anzahl der Labore ist als Laserlabor ausgewiesen. Das Laboreinrichtungssystem beruht auf einer konzeptionellen Trennung zwischen Medienversorgung und Arbeitstisch bzw. Stauraumgestaltung. Die Medienversorgung von Sanitär und Elektro erfolgt über wandbefestigte Medienkanäle, bodenständigen Energiezellen und von der Decke abgehängten Medienversorgungen mit den dazugehörigen fahrbaren oder vom Nutzer frei montierbaren Komponenten. Für eine ausschließliche Elektroversorgung wurden teilweise auch wandmontierte Elektrokanäle installiert. Der wandbefestigte Medienkanal, die Energiezelle oder eine von der Decke abgehängte Versorgungseinheit dient der vollständigen Aufnahme aller Medien des Arbeitsplatzes. Eine spätere Umgestaltung des Arbeitsplatzes ist durch Paneltechnik in der Medienversorgung gewährleistet. Es wurden grundsätzlich Tischabzüge mit Stützstrahltechnik installiert, um Luftmengen und damit Energiekosten zu minimieren.
Fazit
Das NETZ bedeutet für die Planung der TGA eine besondere Herausforderung, insbesondere bezüglich der Anforderungen an die Laborbereiche. Dank einer sorgfältigen Planung konnten die Wünsche des Bauherrn erfüllt werden.
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