Compliance
wirkungsvoll kommunizieren und durchsetzen

„Bestechend erfolgreich“. So und ähnlich lauten Schlagzeilen zu Bestechungs- und Betrugsfällen, die den guten Ruf einer Firma innerhalb kurzer Zeit massiv beschädigen können. Regel- und gesetzwidrigem Handeln treten Unternehmen mit der Durchsetzung von Compliance-Regeln entgegen und wollen – im Falle von Verstößen – mögliche Schäden begrenzen. In der TGA-Branche sind unter anderem vergabe- und kartellrechtliche Risiken in Betracht zu ziehen. Dabei gilt: Je geringer die Zahl der Beteiligten und je höher die Geschäftsvolumina sind, desto größer die Compliance-Risiken.

Sind entsprechende Compliance-Maßnahmen beschlossen, sollte interne Kommunikation die Führungskräfte und Mitarbeiter von Anfang einbinden und Orientierung zu dem von der Rechtsordnung und vom Unternehmen vorgeschriebenen Handeln verschaffen. Es gilt zu vermitteln, wo genau die Grenzen für regelkonformes Verhalten sind. Mitarbeiter sollten ein einwandfreies Verhalten als vorteilhaft für sie selbst und für das Unternehmen wahrnehmen. Dies ist möglich, wenn Compliance-Regeln und die Folgen bei Verstößen nicht nur unmissverständlich kommuniziert werden, sondern auch mit der beruflichen Praxis verknüpfbar sind. So lässt sich erreichen, dass Compliance-Programme tatsächlich verinnerlicht und eingehalten werden.

Von besonderer Bedeutung ist, dass das Management mit Compliance vorbildhaft umgeht. Interne Kom­munikation muss all dies transparent darstellen. Andernfalls droht das Thema Compliance nicht ernst genommen zu werden, verbunden mit dem Risiko, dass eventuell erforderliche Verhaltens­änderungen nicht stattfinden.

Ein weiterer Aspekt der Compliance-Kommunikation betrifft unternehmensexterne Zielgruppen. Hier kann gegenüber Marktpartnern vermittelt werden, wie ein Unternehmen auf Grundlage eines Compliance-Programmes mit bestehenden Risiken umgeht und regelkonformes Handeln fördert. Es lohnt sich also, Compliance in der Unternehmenskommunikation zu thematisieren – nicht nur als vertrauenspflegende Maßnahme, sondern auch, um für den Fall von Regelverstößen die nötige Handlungsfähigkeit unter Beweis zu stellen.

Die Dokumentation von Handlungsfähigkeit ist insbesondere dann entscheidend, wenn ein Regelverstoß öffentliche bzw. mediale Aufmerksamkeit verursacht. In diesem Fall müssen zuvor trainierte Mechanismen für die Krisenkommunikation „greifen“. Eine wichtige Grundlage hierfür sind die geltenden Compliance-Bestimmungen als Komponente des gesamten Risikomanagements. Die Art und Weise wie ein Unternehmen mit einem gravierenden Regelverstoß umgeht, kann als bester Beleg dafür dienen, dass die Compliance-Maßnahmen funktionieren und konsequent durchgesetzt werden.

Kurzgefasst: Die Wirksamkeit von Compliance-Programmen hängt maßgeblich von damit einhergehender, professioneller Unternehmenskommunikation ab. Hierfür ist eine enge Zusammenarbeit der Personen gefragt, die für diese Aufgabenbereiche jeweils verantwortlich sind. Eine solche interne Vernetzung wird idealerweise von der Unternehmensführung unterstützt, insbesondere um bei gravierenden Compliance-Verstößen drohende wirtschaftliche Schäden abzuwenden bzw. zu minimieren.

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