Brennwertkaskade im Möbelhaus

Auf schwankenden Wärmebedarf ausgelegt

Der Umbau eines großen Möbelhauses bei laufendem Betrieb ist eine Herausforderung. Um die Verkaufsfläche vergrößern und modernisieren zu können, laufen bei Möbel Eilers seit Anfang 2014 umfangreiche Arbeiten. Neben der Schaffung neuer Präsenta­tions­flächen wird auch die Heizung auf den aktuellsten Stand gebracht. In Zukunft sorgt eine Gas-Brennwert-Kaskade für angenehme Temperaturen beim Einrichtungskauf.

Das Möbelhaus Eilers im niedersächsischen Apen kann auf eine 105-jährige Geschichte zurückblicken. Unter dem Motto „Möbel für Jedermann“ bietet das familiengeführte Tradi­tions­unternehmen neben einer gro­ßen Bandbreite an hochwertigen Einrichtungskonzepten auch Leuchten, Heimtextilien sowie Haushaltwaren an. Es wird von Kunden aus einem Umkreis von 50 km im Gebiet zwischen Oldenburg, Papenburg sowie der niederländischen Grenze aufgesucht. Um in Zukunft eine noch größere Auswahl präsentieren zu können, beschlossen die Eigentümer, die Verkaufsfläche durch eine zusätzliche Halle zu erweitern und...
Das Möbelhaus Eilers im niedersächsischen Apen kann auf eine 105-jährige Geschichte zurückblicken. Unter dem Motto „Möbel für Jedermann“ bietet das familiengeführte Tradi­tions­unternehmen neben einer gro­ßen Bandbreite an hochwertigen Einrichtungskonzepten auch Leuchten, Heimtextilien sowie Haushaltwaren an. Es wird von Kunden aus einem Umkreis von 50 km im Gebiet zwischen Oldenburg, Papenburg sowie der niederländischen Grenze aufgesucht. Um in Zukunft eine noch größere Auswahl präsentieren zu können, beschlossen die Eigentümer, die Verkaufsfläche durch eine zusätzliche Halle zu erweitern und die bisherigen Räumlichkeiten zu modernisieren. Die Umbauarbeiten sind auf die Dauer von zwei Jahren ausgelegt und werden bei laufendem Geschäftsbetrieb durchgeführt. Um den Verkaufsablauf so wenig wie möglich zu stören, erfolgen die Arbeiten abteilungsweise. So konnten Anfang Dezember der neu gestaltete Eingangsbereich und das Bistro eingeweiht werden.

Kaskade als Lösung

Die Erweiterung der Gebäudefläche um ca. 2800 m² bedingte die Installation einer neuen Heizungsanlage. Ursprünglich waren die Wärmeerzeuger – zwei atmosphärische Gaskessel mit je 110 kW Nennwärmeleistung, zwei Gas-Gebläsekessel mit je 400 kW Nennwärmeleistung sowie ein Brötje-„Triobloc TE“ mit 110 kW Nennwärmeleistung – an verschiedenen Orten innerhalb des Gebäudes aufgestellt.

Für die Neuinstallation wurde die gesamte Heizungsanlage in einem neuen Technikraum zusammengefasst, der durch das Entfernen zweier Wände und der alten, gemauerten Schornsteine geschaffen werden konnte. Da der vorhandene Platz nur sehr gering ausfiel, kam es bei der Wahl der Heizkessel auf kompakte Abmessungen an. Die mit der Planung der Anlage beauftragte Firma Krüger schlug den Einbau dreier mit Erdgas L betriebenen Geräte vom Typ Brötje-„EuroCondens SGB“ in den Leistungsstufen 125 kW Nennwärmeleistung (rechter Kessel), 400 kW Nennwärmeleistung (mittlerer Kessel) sowie 540 kW Nenn­wärme­leis­tung (linker Kessel) vor. Der rechte Kessel mit 125 kW Nennwärmeleistung dient bei der Kaskade als Führungskessel. Mit der Entscheidung für diese Lösung geht eine erhebliche Energieersparnis einher, da entsprechend der angeforderten Heizlast immer nur der geringstmöglich dimensionierte Kessel in Betrieb ist. Der bereits vorhandene Kessel der Bauart „Triobloc TE 110“ wurde als Notfallkessel in die neue Anlage integriert.

Der Normnutzungsgrad des „EuroCondens SGB“ liegt bei allen Kesselgrößen über 109 %. Dies liegt u. a. am Wärmetauscher aus Aluminium-Silizium, der eine bestmögliche Wärmeübertragung garantiert. Zusätzlich ist ein emissionsarmer, modulierender Gas-Vormischbrenner integriert, der dafür sorgt, dass bei der Verbrennung nur geringe Mengen an NOX (< 20 mg/kWh) sowie CO (< 10 mg/kWh) entstehen. Die Emissionswerte liegen damit weit unterhalb der Grenzwerte.

Einfache Installation

Für eine einfache Installation der Kessel ist umfangreiches Systemtechnikzubehör in bewährter Multilevelmanier vorhanden. So ist der grundsätzliche Aufbau jedes Brötje-Kessels weitestgehend identisch. Jeder Servicetechniker ist schnell mit dem Produkt vertraut und muss sich nicht zeitaufwendig einarbeiten. Ersatzteile sind sofort und überall verfügbar. Diesen Vorteil weiß auch Projektleiter Renke Harbers von der Firma Heizungsbau Krüger aus Apen zu schätzen, der die Anlage im Möbelhaus geplant hat und bereits im Vorfeld sehr gute Erfahrungen mit den Heizungslösungen aus dem Hause Brötje sammeln konnte.

Dabei stellten sich vor allem die kompakten Abmessungen der Wärmeerzeuger als Vorteil heraus: Mit einer Breite von lediglich 69,2 cm ließen sich die Kessel problemlos in den Heizungsraum einbringen. Auch der Anschluss an das Heizungssystem gestaltete sich durch die vorbereiteten Anschlüsse auf der Geräteoberseite sehr einfach. Die Abgasführung erfolgt über Abgasleitungen aus Polypropylen, die Zuführung der Verbrennungsluft erfolgt von außen. Im Hauptgebäude befinden sich neun Heizkreise, im Nebengebäude wurden sechs installiert.

Komfortable Regelungstechnik

Damit der Kesselbetrieb mit dem größtmöglichen Komfort einhergeht, erfolgt die Regelung über den integrierten ISR-Systemregler im rechten Brennwertkessel. Er regelt die Kesseltemperatur witterungsabhängig gleitend und die Modulation des Brenners je nach angeforderter Last.

Einen besonderen energetischen Vorzug bietet die serien­mäßig integrierte Kaskadenrege­lung. Durch sie können ein oder mehrere Wärmeerzeuger bedarfsgerecht je nach Wärmeabforderung geschaltet werden, wovon man auch im Möbelhaus Eilers profitiert. Dabei sind unterschiedliche Laufzeitstrategien möglich – das Optimum wird für den individuellen Fall entwickelt.

Darüber hinaus zählen u.a. folgende Merkmale zu den Pluspunkten der Regelung: Mehrere gemischte Heizkreise lassen sich direkt vom Kessel aus ansteuern, umfangreiche Solarfunktionen inklusive Pufferregelung sind mit enthalten. Daher werden für individuell konzipierte Anlagen keine weiteren Bauteile mehr benötigt. Zusätzlich kann über die einstellbare Drehzahlregelung der Kesselpumpe eine Anlagenoptimierung erzielt werden, sowohl bei einem Pufferspeicher als auch bei einer hydraulischen Weiche.

Ebenfalls als positiv zu bewerten ist die Vereinfachung der Verdrahtung, da viele Funktionen in der ISR integriert sind. Zusammen mit den vorgenannten Aspekten ergibt sich daraus ein geringerer Installationsaufwand und damit niedrigere Kosten. Schließlich lassen sich die Wärmeerzeuger durch die Klartextanzeige leicht einstellen und bedienen.

Mit Wasseraufbereitung

Um den langjährigen Schutz der Anlage gewährleisten zu können, wurde zur Wasseraufbereitung das Wandgerät „AguaSave“ von Brötje in die Rohwasserleitung eingebunden. In dieser Komponente wird das Wasser, das dem Heizkreislauf zugeführt werden soll, teilweise entsalzt, anschließend wieder mit Rohwasser gemischt sowie mit der entsprechenden Menge des Schutzproduktes versetzt. Auf diese Weise lassen sich der pH-Wert bzw. die Leitfähigkeit des Wassers stabilisieren und die Bildung von Biofilmen verhindern. Die Integration der Wasseraufbereitungsanlage ist vor allem in Anlagen mit Nennleistungen über 50 kW sinnvoll. So wird beispielsweise bei Druckabfall automatisch Wasser nachgespeist und Leckage-Alarm ausgelöst. Mit entsprechendem Zubehör kann eine Befüllleistung von bis zu 1400 l/h und eine Befüllkapazität von bis zu 6 m³ erreicht werden. Insbesondere die Erstbefüllung großer Heizungsanlagen wird so schnell, sicher und regelkonform erledigt.

Fazit

In Großobjekten wie dem Möbelhaus Eilers bietet die Heizungskaskade erhebliches Einsparpotential. Durch die kompakten Abmessungen der eingesetzten Kessel mit ihrem hohen Modulationsbereich sowie Normnutzungsgrad erfüllen sie sämtliche Anforderungen.

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