Herstellerübergreifendes Anlagen-Monitoring
Effiziente Geräteregelung von Alt- und NeuanlagenWärmepumpen, Solarthermie, Gas-Brennwertkessel und Fernwärme sollen im Anlagenverbund energieeffizient betrieben werden und dadurch CO2-Emissionen senken. In der Praxis aber bleiben oft viele Anlagen hinter ihren Möglichkeiten zurück: So sind z. B. Fernwärmeanlagen übersteuert, Wärmeerzeuger gleichzeitig in Betrieb oder Regelungen greifen nicht ineinander. Statt Einsparungen entstehen so im schlimmsten Fall Mehrverbräuche. Die Lösung: Ein Monitoring, das sämtliche Alt- und Neu-Anlagen sowie Komponenten herstellerübergreifend miteinander verbindet und effizient regelt. Nachfolgend eine technische Lösung, die diesen Ansatz verfolgt.
Die Integration neuer Heiztechnik in Bestandsanlagen stellt Planer und Installateure vor besondere Herausforderungen. Gerade bei hybriden Sanierungskonzepten, wo bspw. eine Wärmepumpenanlage neben dem bestehenden Alt-Gaskessel installiert wird, kommt es auf die richtige Abstimmung an. Die Praxis zeigt: Ohne präzises Monitoring der einzelnen Komponenten werden die erwarteten Energieeinsparungen oft nicht erreicht. Häufig liegt dies an der unreflektierten Übernahme von Werkseinstellungen, oder an der mangelnden Abstimmung zwischen Alt- und Neuanlage – plötzlich muss etwa der analoge Altkessel...
Installation eines „Immoconn“-Systems zur systemischen Betrachtung und Anlagenmonitoring.
Bild: Juconn
Die Integration neuer Heiztechnik in Bestandsanlagen stellt Planer und Installateure vor besondere Herausforderungen. Gerade bei hybriden Sanierungskonzepten, wo bspw. eine Wärmepumpenanlage neben dem bestehenden Alt-Gaskessel installiert wird, kommt es auf die richtige Abstimmung an. Die Praxis zeigt: Ohne präzises Monitoring der einzelnen Komponenten werden die erwarteten Energieeinsparungen oft nicht erreicht. Häufig liegt dies an der unreflektierten Übernahme von Werkseinstellungen, oder an der mangelnden Abstimmung zwischen Alt- und Neuanlage – plötzlich muss etwa der analoge Altkessel mit der modernen, „intelligenten“ Pumpe harmonieren.
Optimierung der Einzelkomponenten als Basis
„Immoconn“ – Installations-Box geschlossen.
Bild: Juconn
Bevor hybride Systeme ihr volles Potenzial entfalten können, müssen die einzelnen Komponenten optimal eingestellt sein. Bei den Pumpen führen zu hohe Einstellungen regelmäßig zu unnötigem Energieverbrauch. Die Heizkurven sind oft nicht an das Gebäude und das Nutzerverhalten angepasst. Auch bei der Warmwasseraufbereitung gibt es erhebliche Einsparpotenziale durch bessere Regelung.
Besonders wichtig sind die Vorlauftemperaturen und die Spreizung. Hier zeigt sich in der Praxis das größte Optimierungspotenzial – deutlich größer als bspw. beim hydraulischen Abgleich. Die Nachtabsenkung bietet eine weitere wichtige Stellschraube zur Effizienzsteigerung.
Systemische Abstimmung als Grundlage effizienter Betriebsführung
Erkenntnis: Die Heizkreispumpe läuft hier auf konstantem Leistungsniveau. Teilweise wird die Pumpe in der Nachtabsenkung nur für einen sehr kurzen Zeitraum in der Leistung reduziert. Anpassung: Heizkreispumpe dynamisch und Steuerung der Pumpe an die Nachtabsenkung anpassen.
Bild: Juconn
Die Grundlage für effiziente hybride Systeme bildet eine durchdachte Einbindung aller Komponenten. Ob die Wärmeerzeuger parallel oder in Reihe arbeiten, beeinflusst unmittelbar Temperaturführung, Regelverhalten und Speicherstrategie. Die Anlagen-Kopplungen müssen zu den technischen Eigenschaften der Erzeuger passen: Wärmepumpen benötigen niedrige Rücklauftemperaturen und gleichmäßige Volumenströme, Spitzenlastkessel arbeiten nur bei gut geregeltem Rücklauf effizient, Fernwärme verlangt klare Begrenzungen für Temperatur und Differenzdruck.
Eine zentrale Rolle spielt der Pufferspeicher: Er entkoppelt Erzeuger und Verbraucher, reduziert Taktungen und stabilisiert das System, insbesondere bei schwankendem Bedarf oder im Mischbetrieb. Erst wenn Speicher und Einbindung exakt abgestimmt sind, arbeitet die Anlage effizient.
Monitoring als Schlüssel zu Effizienz und Betriebssicherheit
Erkenntnis: Die Maximaltemperatur des Kesselkreises ist mit 75°C erhöht. Es ist keine Absenkung der Temperatur in der Nacht erkennbar. Anpassung: Reduzieren des allgemeinen Temperaturniveaus um 5 Kelvin. Nachtabsenkung im Zeitraum von 23:30 bis 05:30 einrichten.
Bild: Juconn
Für den Betrieb hybrider Systeme braucht es eine klar definierte Strategie. Die Wärmepumpe sollte bei mittleren Außentemperaturen den Grundlastbetrieb übernehmen, während Fernwärme oder Spitzenlastkessel nur bei Bedarf zugeschaltet werden. Diese Prioritäten müssen technisch in der Regelung umgesetzt sein. Die Regelungskomponente regelt dabei nicht nur die Vorlauftemperatur, sondern hält Differenzdrücke stabil und schaltet bedarfsgerecht zwischen den Erzeugern um. Raumtemperaturaufschaltungen verbessern zusätzlich den Komfort, ohne mehr Energie einzusetzen. Die Einhaltung technischer Betriebsgrenzen schützt zudem die Anlage: Mindestlaufzeiten verhindern Taktung, passende Vorlauftemperaturen müssen auf das Heizsystem abgestimmt sein.
Analysen, Handlungsempfehlungen und Einsparpotenzial - alles übersichtlich auf einen Blick.
Bild: Juconn
Die Lösung: Ein „intelligentes“ Monitoring kann der Schlüssel zu Effizienz und Betriebssicherheit sein. Dazu bieten sich diverse Systeme am Markt an. Folgende Aspekte sollten für ein Monitoring-System u. a. berücksichtigt werden:
Im Betrieb wertet ein System relevante Daten wie Vor- und Rücklauftemperaturen, Wärmemengen, Volumenströme und Schaltzustände lückenlos aus. Algorithmen erkennen automatisch Abweichungen, analysieren Muster und geben konkrete Empfehlungen – etwa bei ineffizientem Taktverhalten, blockierten Ventilen oder zu hohen Rücklauftemperaturen.
KI-basierte Hinweise unterstützen die Fehlerdiagnose und ermöglichen dem Serviceteam ein frühzeitiges Eingreifen, bevor Ausfälle oder Mehrverbräuche entstehen.
Bei Leckagen oder Störungen alarmiert das Monitoring-System und informiert das beauftragte SHK-Unternehmen, bevor ein Schaden spürbar für die Gebäudenutzer wird.
Julian Dawo, Geschäftsführer Juconn, Unterföhring.
Bild: Juconn
Besonders im Bestand braucht es dabei pragmatische Lösungen, die auf die baulichen Gegebenheiten Rücksicht nehmen und trotzdem volle Transparenz schaffen. Einen solchen Ansatz verfolgt z. B. die Produktlösung „Immoconn“ von Juconn. Das System bündelt das Heizungsportfolio einer Liegenschaft auf einer Plattform, unabhängig von Typ, Hersteller oder Alter der Anlagen und Geräte. Mit dem Monitoring bietet es eine digitale und automatisierte Lösung zur nachhaltigen Einstellung und Regelung von Heizungsanlagen.
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