Mit dem Terminal 3 hat die Fraport AG den Flughafen Frankfurt um ein weiteres Terminal mit 361.000 m² Bruttogrundfläche und entsprechend weitläufigen und klar gegliederten Verkehrs- sowie Aufenthaltsbereichen erweitert. Zum Bauwerk gehören das Terminalhauptgebäude, die Flugsteige G, H und J sowie die Anbindung an die neue Sky Line-Bahn. Das fahrerlose Transportsystem des Flughafens verbindet das neue Terminal mit den Terminals 1 und 2 sowie dem Regional- und Fernbahnhof. Für cm ist das Terminal 3, das auf bis zu 19 Mio. Passagiere pro Jahr ausgelegt ist, das bislang größte Projekt der Unternehmensgeschichte. „Es war für uns alles andere als ein Standardprojekt. Gerade bei einem Terminal dieser Größe zeigt sich, wie wichtig saubere Schnittstellen und eine enge Abstimmung mit Bauherr, Planer und Bauleitung für das gewünschte Ergebnis sind“, sagt Uwe Neudeck, Geschäftsführer der clauss markisen Projekt GmbH mit Sitz in Leinfelden-Echterdingen.
Blick auf die Check-in-Halle von Terminal 3 am Flughafen Frankfurt. Das neue Terminal erstreckt sich über 361.000 m² Bruttogrundfläche und ist für bis zu 19 Mio. Passagiere pro Jahr ausgelegt. Die clauss markisen Projekt GmbH (cm) realisierte hierfür textile Rauch- und Brandschutzlösungen.
Bild: Fraport AG
Architektur mit viel Tageslicht
Die architektonische Planung des Terminal 3 lag bei Christoph Mäckler Architekten, Frankfurt. Damit verbindet sich das Projekt auch mit der Geschichte des Flughafens. Schon Christoph Mäcklers Vater Hermann war am Bau des Terminal 1 beteiligt, das 1972 eröffnet wurde. Der Entwurf des neuen Terminals strukturiert das Gebäude klar und sorgt auch in großer Dimension für gute Orientierung. Offene Raumfolgen, weite Sichtachsen und viel Tageslicht bestimmen das Erscheinungsbild des Terminals. Fraport beschreibt das Konzept als einen Ort mit urbanem Charakter, in dem Flugsteige, Gates und Lounges wie Straßen und Plätze angelegt sind. Die Markthalle mit ihrer vom Architekturbüro LAVA aus Stuttgart entworfenen Decke setzt dabei einen eigenen gestalterischen Akzent.
Textile Schutzsysteme für zentrale Bereiche
cm Projekt realisierte für das gesamte Terminal 3 textile Rauch- und Brandschutzlösungen. Installiert sind 150 gerollte Rauchschürzen des Typs „RSR“, 20 gefaltete Rauchschürzen mit Längen von bis zu 70 m, 45 gerollte Rauchabschlüsse des Typs S200 sowie 9 gerollte Feuerschutzabschlüsse des Typs „EIXL“. Die Rauchschürzen übernehmen im Brandschutzkonzept die Aufgabe, Rauch in definierten Bereichen zu halten und diesen zu lenken. Zusammen mit natürlichen oder maschinellen Rauch- und Wärmeabzugsanlagen tragen sie dazu bei, Rauch kontrolliert abzuführen und darunterliegende Bereiche möglichst raucharm zu halten. Die Rauch- und Feuerschutzabschlüsse schließen im Brandfall Öffnungen ab. Als gerollte Systeme benötigen sie wenig Platz und lassen sich daher gut in architektonische Konzepte integrieren. Ausgelöst werden die Abschlüsse über Steuerungen, die Branderkennungssignale auswerten und die Systeme automatisch aktivieren. Auf diese Weise tragen sie dazu bei, die Feuerübertragung zu verhindern sowie Flucht- und Rettungswege für Passagiere und Mitarbeitende möglichst lange nutzbar zu halten und die Bedingungen für eine geordnete Evakuierung sowie den Einsatz der Feuerwehr zu verbessern. In Terminal 3 sind die Anlagen in offenen Bereichen, vor Fahrtreppen und an weiteren sicherheitsrelevanten Übergängen installiert. Ergänzend setzte cm Projekt den innenliegenden Blend- und Sonnenschutz in den Shop- und Mieterflächen um.
Koordination im laufenden Bauprozess
„Hinter dem Projekt stehen nicht nur viele Abstimmungen auf der Baustelle, sondern auch rund 12.000 Planungsstunden seit Oktober 2021. Diese Tiefe in der Vorbereitung war entscheidend, damit die Umsetzung ab Herbst 2023 im laufenden Bauprozess sauber greifen konnte“, weiß Uwe Neudeck zu berichten. Regelmäßige Baustellenbegehungen sowie laufende Abstimmungen mit Auftraggebern, Bauleitung und weiteren Projektbeteiligten prägten den Bauablauf bis in die Schlussphase des zweiten und dritten Quartals 2025. Mit der brandschutztechnischen Abnahme war zu dem Zeitpunkt ein zentraler Meilenstein für die Inbetriebnahme erreicht. Fraport sprach zur Eröffnung im April 2026 von einer Fertigstellung im Zeit- und Kostenrahmen – bei einem Flughafenprojekt dieser Größenordnung keine Selbstverständlichkeit.
