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Bestand intelligent genutzt

Wie das Wohnbauprojekt Maingold moderne Technik und bestehende Substanz verbindet – und mithilfe der Wärmepumpentechnologie von Mitsubishi Electric neue Maßstäbe im urbanen Wohnungsbau setzt.

Neubau auf Bestand: Das Wohnprojekt Maingold in der Bremer Neustadt wurde auf dem Fundament eines ehemaligen Bunkers realisiert.
© Mitsubishi Electric LES

Neubau auf Bestand: Das Wohnprojekt Maingold in der Bremer Neustadt wurde auf dem Fundament eines ehemaligen Bunkers realisiert.
© Mitsubishi Electric LES

Die urbane Nachverdichtung zählt zu den komplexesten Disziplinen moderner Bauplanung. In der Bremer Neustadt ist mit dem Projekt Maingold ein Wohngebäude entstanden, das beweist, wie effizient und zukunftssicher sich bestehende Strukturen in ein regeneratives Heizkonzept integrieren lassen. Das Fundament stammt von einem ehemaligen Bunker – alles darüber ist konsequent neu gedacht.

Stadtentwicklung mit Substanz

Im beliebten Flüsseviertel der Bremer Neustadt verbindet das Wohnbauprojekt Maingold architektonische Klarheit mit energetischer Voraussicht. Errichtet auf dem Fundament eines ehemaligen Luftschutzbunkers entstand ein Neubau mit 13 Wohneinheiten, vier Geschossen und 1.069 m² Gesamtwohnfläche. Die Wohneinheiten – zwischen 40 m2 und 107 m² groß – sprechen ein breites Spektrum an Nutzern an: Singles, Paare, Familien. Bodentiefe Fenster, Dachterrassen, Balkone und eine klare Fassadenstruktur prägen das Erscheinungsbild.

Für das ausführende Architekturbüro M-Projekt unter der Leitung von Architekt Gunnar Neimke bedeutete das Projekt eine anspruchsvolle Gratwanderung: Wie lassen sich vorhandene Strukturen sinnvoll einbinden, ohne funktionale oder energetische Kompromisse einzugehen? Die Antwort lag in der präzisen Abstimmung von Gebäudebestandteilen, Versorgungskonzept und Raumaufteilung, verbunden durch einen klaren architektonischen Duktus. Entworfen wurde das Gebäude von den Architekten Mielke + Freudenberg aus Bremen, die bereits mehrere Bunkerumbauten realisiert haben.

Effizienz beginnt im Fundament

Zwar blieb vom ursprünglichen Bunker oberirdisch nichts erhalten, doch die Grundmauern und das Fundament bildeten eine tragfähige Basis, statisch wie konzeptionell. Darauf aufbauend entstand ein Gebäude im Standard eines KfW-Effizienzhauses 55 (EnEV-konform, GEG-konform ab 2021). 20 cm Außendämmung im Wärmedämmverbundsystem, dreifach verglaste Fenster und eine energieeffiziente Lüftungslösung ergänzen das technische Konzept. Das Ergebnis: ein Endenergiebedarf von nur 12,9 kWh/(m²a) sowie ein Primärenergiebedarf von 23,2 kWh/(m²a) – Spitzenwerte im urbanen Wohnungsbau.

„Ein gutes Energiekonzept muss sich nicht in den Vordergrund drängen. Es muss einfach funktionieren – im Grundriss, im Alltag und in der Jahresbilanz.“

– Klaus Schierenbeck, TGA-Fachplaner und Energieeffizienzexperte (dena)

Heiztechnik als Schlüssel zum Konzept

Herzstück der Wärmeversorgung sind drei Ecodan Luft/Wasser-Wärmepumpen von Mitsubishi Electric mit Zubadan Inverter-Technologie. In der Außenanlage als Kaskade installiert, liefern die Module gemeinsam 33,6 kW Heizleistung. Das modulare System deckt nicht nur die Heizlast des Gebäudes, sondern stellt gleichzeitig Energie für die Warmwasserbereitung zur Verfügung.

 

Die Entscheidung für Luft als Energiequelle war pragmatisch und baulich klug: Geothermie kam wegen der innerstädtischen Lage und der dafür notwendigen Bohrung durch das Bunkerfundament nicht infrage. Außenluft hingegen lässt sich nahezu überall erschließen – ohne Bohrungen, ohne Erdarbeiten, ohne Verzögerungen.

Die Außeneinheiten der Wärmepumpenanlage im Innenhof versorgen das Gebäude mit Energie aus der Umgebungsluft.
© Mitsubishi Electric LES

Die Außeneinheiten der Wärmepumpenanlage im Innenhof versorgen das Gebäude mit Energie aus der Umgebungsluft.
© Mitsubishi Electric LES
 

Intelligente Kaskade mit MAX-COP-Funktion

Technisch setzt das System auf Effizienz im Teillastbetrieb. Die MAX-COP-Funktion der Ecodan Kaskade sorgt für eine dynamische Lastverteilung und einen optimierten Betriebspunkt. Redundanz inklusive: Sollte ein Modul gewartet werden, übernehmen die anderen die Wärmeversorgung ohne Komforteinbußen. Die gleichmäßige Auslastung verlängert die Lebensdauer der Komponenten erheblich. Zugleich ermöglicht die Zubadan-Technologie durch ihr Einspritzverfahren den durchgängigen Betrieb bis –15 °C bei 100 % Leistung und einen zuverlässigen Betrieb bis –28 °C. Für Planer bedeutet das Planungssicherheit selbst bei extremen Winterbedingungen.

Drei Ecodan Wärmepumpen von Mitsubishi Electric übernehmen im Projekt Maingold die komplette Wärme- und Warmwasserversorgung.
© Mitsubishi Electric LES

Drei Ecodan Wärmepumpen von Mitsubishi Electric übernehmen im Projekt Maingold die komplette Wärme- und Warmwasserversorgung.
© Mitsubishi Electric LES

Pufferspeicher und Verteilungssystem sichern eine gleichmäßige Versorgung im gesamten Gebäude.
© Mitsubishi Electric LES

Pufferspeicher und Verteilungssystem sichern eine gleichmäßige Versorgung im gesamten Gebäude.
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Komfort durch Systemintegration

Die Heizwärme verteilt sich über eine Fußbodenheizung mit Einzelraumregelung. Dynamisch voreingestellte Ventile gewährleisten einen automatischen hydraulischen Abgleich. Das System arbeitet auf einem besonders niedrigen Temperaturniveau – ein entscheidender Vorteil für den Wirkungsgrad der Wärmepumpen. Ein zentraler 800-Liter-Schichtenpufferspeicher unterstützt bei der Deckung von Spitzenlasten und übernimmt zusätzlich die Energieversorgung für die Abtauzyklen im Winter.

Für jede Wohneinheit wurde eine Wohnungsübergabestation installiert. Die dezentrale Lösung ermöglicht hygienische Warmwasserbereitung nach dem Durchlaufprinzip. So werden zum Beispiel Legionellenrisiken konsequent ausgeschlossen und Zirkulationsverluste vermieden.

Die Heiztechnik ist im Alltag kaum sichtbar und sorgt zuverlässig für Komfort in allen Wohneinheiten.
© Mitsubishi Electric LES

Die Heiztechnik ist im Alltag kaum sichtbar und sorgt zuverlässig für Komfort in allen Wohneinheiten.
© Mitsubishi Electric LES

Urban, regenerativ, wirtschaftlich

Das Wohnbauprojekt Maingold zeigt, wie eine durchdachte Kombination aus Architektur und Gebäudetechnik neue Standards im verdichteten Stadtraum setzt. Für Planer wird klar: Regenerative Heiztechnik ist im Neubau auf Bestand nicht nur realisierbar, sondern wirtschaftlich, wartungsarm und zukunftsfähig.

Ein Projekt, das Nachverdichtung im Bestand konsequent umsetzt.
© Mitsubishi Electric LES

Ein Projekt, das Nachverdichtung im Bestand konsequent umsetzt.
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Weitere Informationen erhalten Sie hier.

Projekt-Steckbrief

Projektname: Maingold – Mehrfamilienhaus Bremen

Standort: Bremer Neustadt, Flüsseviertel

Gebäudetyp: Neubau mit Bestandselementen (Fundament Bunker)

Einheiten: 13 Wohneinheiten

Wohnfläche: 1.069 m² auf vier Etagen

Energiestandard: KfW-Effizienzhaus 55, EnEV-/GEG-konform

Heiztechnik: 3 x 11,2 kW Ecodan Luft/Wasser-Wärmepumpe (Zubadan), Kaskade mit MAX-COP-Funktion

Warmwasser: Frischwasserstationen in jeder Einheit, Schichtenpufferspeicher 800 Liter

Besonderheiten: Einsatzbereich bis –28 °C, niedrige Vorlauftemperatur, kein zusätzlicher Wärmeerzeuger erforderlich

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