Testkampagne zum Überspannungsschutz unter realen Bedingungen

Citel veröffentlicht Handlungsempfehlungen für Planer und Installateure

Der Überspannungsschutzexperte Citel hat in seinem Forschungslabor im französischen Reims eine Testkampagne mit Ableitern verschiedener Hersteller durchgeführt. Mit den Testergebnissen schließt sich eine Datenlücke zwischen normativen Vorgaben und der praktischen Umsetzung bei der Installation von Überspannungsschutzschaltern in Bestandsimmobilien. Die praxisnahen Handlungsempfehlungen präsentiert das Unternehmen auf der weltweit führenden Fachmesse für die Solarwirtschaft Intersolar Europe im Juni.

Metalloxid-Varistoren sind die zentralen Bauteile beim Überspannungsschutz.
Bild: Citel

Metalloxid-Varistoren sind die zentralen Bauteile beim Überspannungsschutz.
Bild: Citel
Ob wegen Platzbeschränkungen, bei Nachrüstprojekten oder Installationen mit mehreren Verteilungen: In der Realität weichen die Mindestabstände zwischen Überspannungsschutzschaltern insbesondere bei älteren Bestandsimmobilien häufig von den Vorgaben der internationalen IEC-Normen ab. In diesen Situationen werden zudem besonders häufig bereits installierte Ableiter mit den nachzurüstenden aktuellen Modellen gemischt. Bisher gab es jedoch keine verfügbaren technischen Daten, ob die Ableiter in diesen Fällen noch zuverlässig arbeiten. Der Überspannungsschutzexperte Citel hat das jetzt mit einer fünfwöchigen Testkampagne untersucht.

Datenlücken geschlossen

„Wir schätzen, dass die normativ vorgegebenen Mindestabstände von zehn Metern bei rund 75 % aller Gebäudeinstallationen unterschritten werden. Mit unseren Tests wollen wir die Lücke schließen und Planern und Systemintegratoren experimentell validierte Erkenntnisse und datenbasierte Schluss-folgerungen für praxisorientierte Entscheidungen zur Verfügung stellen“, erklärt Citels Marketingleiter Lars Strzeletz. Für diesen Zweck hat das Unternehmen in seinem Hochstromprüflabor das Verhalten von Überspannungsschutzschaltern in räumlich sehr enger Nähe und bei einer Mischung von älteren und aktuellen Geräten mit den unterschiedlichsten Konzepten und von den unterschiedlichsten Herstellern untersucht.

Zunächst prüften die Ingenieure unter den kritischsten Bedingungen – also bei unmittelbarer Nähe der Schalter – ob die Koordination zwischen den vorgeschalteten und den nachgeschalteten Schutzstufen auch dann erhalten bleibt, wenn die Leiterlänge so stark reduziert wird, dass die Impedanz nicht mehr vorhanden ist. Im zweiten Schritt wurde dann untersucht, ob und wie sich Geräte verschiedener Hersteller unter diesen Randbedingungen gegenseitig beeinflussen und ob diese Wechselwirkungen bei der Planung und Nachrüstung berücksichtigt werden müssen.

Reale Bedingungen berücksichtigt

Innovative Entwicklung und modernste Fertigungsstraßen: Citels Standort im französischen Reims.
Bild: Citel

Innovative Entwicklung und modernste Fertigungsstraßen: Citels Standort im französischen Reims.
Bild: Citel
Das Ergebnis: Kombiniert man Produkte verschiedener Hersteller, sollte man stets die gemessenen Geräteeigenschaften und die tatsächlichen Energieableitfähigkeiten heranziehen, anstatt sich auf theoretische Annahmen zu verlassen. Detaillierte Einblicke in das Verhalten von Überspannungsschutzsystemen unter realen räumlichen Bedingungen und konkrete Hinweise für Installationen, in denen der normative Trennabstand unterschritten wird, findet man in den veröffentlichten Handlungsempfehlungen.

Ein mit gasgefüllten Funkenstrecken ausgestatteter VG-Ableiter von Citel an der primären Schutzposition schützt dagegen auch dann sicher vor Überspannungen, wenn die physikalische Leitungslänge zwischen den Schutzstufen minimal ist. Wer kurze Abstände erwartet, sollte die VG-Ableiter daher bevorzugt an der vorgelagerten Schutzstufe einsetzen, denn sie steuern die Energieverteilung so konsistent, dass nachgeschaltete Schutzgeräte vor kritischer Belastung bewahrt werden. Auch das hat die Testkampagne bestätigt. Der Hersteller präsentiert seine Handlungsempfehlungen und seine Überspannungsschutzschalter vom 23. bis zum 25. Juni auf der weltweit führenden Fachmesse für die Solarwirtschaft Intersolar Europe in München.

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