Zukunftsbranche TGA
Studieren an der Hochschule Esslingen
Doppelte Schulabgängerzahlen, die entfallene Wehrpflicht, aber auch geringere Nachwuchszahlen durch geburtenschwache Jahrgänge sind einander entgegenstehende Tendenzen, die eine Planung von Studiengängen nicht vereinfachen. Prof. Gerhard Fetzer, Dekan der Fakultät Versorgungs- und Umwelttechnik der Hochschule Esslingen, stellte sich den Fragen der tab-Redaktion zur Zukunft der Gebäudetechnik.
Kurzinterview
tab: Herr Prof. Fetzer, der Bereich der Technischen Gebäudeausrüstung ist noch lange nicht so populär, wie es die TGA-Branche gerne hätte. Haben Sie an der Hochschule Esslingen einen Ansatz, um Studierende für diesen Fachbereich zu gewinnen?
Prof. Fetzer: Ein aus unserer Sicht wichtiger Aspekt ist die Arbeit in Netzwerken auf verschiedenen Ebenen. So sind die Kollegen der Fakultät z. B. auf Informationstagen, Messen und weiteren Veranstaltungen präsent, um für das Studium zu werben. Dazu zählen auch die guten Kontakte zum Industrieverband Technische Gebäudeausrüstung...
Kurzinterview
tab: Herr Prof. Fetzer, der Bereich der Technischen Gebäudeausrüstung ist noch lange nicht so populär, wie es die TGA-Branche gerne hätte. Haben Sie an der Hochschule Esslingen einen Ansatz, um Studierende für diesen Fachbereich zu gewinnen?
Prof. Fetzer: Ein aus unserer Sicht wichtiger Aspekt ist die Arbeit in Netzwerken auf verschiedenen Ebenen. So sind die Kollegen der Fakultät z. B. auf Informationstagen, Messen und weiteren Veranstaltungen präsent, um für das Studium zu werben. Dazu zählen auch die guten Kontakte zum Industrieverband Technische Gebäudeausrüstung Baden-Württemberg und zu den Unternehmen der Branche. Bestätigt wird dies z. B. durch eine unter den Studienanfängern regelmäßig durchgeführte Umfrage – hier steht die Technische Gebäudeausrüstung mit der Energieversorgung, dem sparsamen Umgang mit Energie und Ressourcen sowie dem Umweltschutz im Fokus und als für die Wahl des Studiums ausschlaggebend wird dabei neben dem persönlichen Umfeld – Eltern, Freunde, Schule/ Ausbildung – immer mehr auch die Internet-Präsenz des Studiengangs genannt. Bemerkenswert ist dabei, dass mehr als 60 % der Studienanfänger eine Berufsausbildung haben. Insgesamt ist das Studium der Versorgungstechnik und Umwelttechnik an der Hochschule Esslingen seit Jahren gut nachgefragt, was mit Sicherheit auch darauf zurückzuführen ist, dass die TGA in Baden-Württemberg, besonders aber im Großraum Stuttgart mit zahlreichen namhaften Firmen gut vertreten ist.
tab: Welche besonderen Schwerpunkte der TGA-Branche bieten Sie an der Hochschule Esslingen an?
Prof. Fetzer: Das Studium der Versorgungstechnik und Umwelttechnik bietet mit der Heizungs-, Klima- und Sanitärtechnik die Schwerpunkte der klassischen TGA. Eine Kernkompetenz der angehenden Ingenieure ist deshalb auch die Entwicklung effizienter Systeme zur Versorgung von Liegenschaften und Gebäuden mit Energie und Medien. Kostengünstige, umwelt- und ressourcenschonende Techniken im Hinblick auch auf die Erreichung der ehrgeizigen Klimaschutzziele stehen dabei im Vordergrund.
tab: Wie stellt sich die Hochschule Esslingen auf die schnellen Wechsel bei den Studierendenzahlen ein?
Prof. Fetzer: Die Hochschule Esslingen ist in dieser Sache schon frühzeitig aktiv geworden und hat sich am Programm 2012 der Landesregierung beteiligt, um mehr Studienanfängerplätze anbieten zu können. Mit Mitteln aus diesem Programm wird das zusätzlich erforderliche Lehrpersonal finanziert. Auch die Fakultät Versorgungstechnik und Umwelttechnik hat in diesem Zusammenhang die Zahl der Anfängerplätze von 90 auf 120 pro Jahr erhöht. Inzwischen sind aber die Reserven an Vorlesungsräumen und Laborabeitsplätzen praktisch restlos aufgebraucht. Bezüglich der knappen Laborflächen ist allerdings schon Abhilfe in Sicht – so wurde Ende des vergangenen Jahres vom zuständigen Ministerium die Planung für einen Laborneubau in Auftrag gegeben.
tab: Auf welche Chancen können sich Ihre Absolventen am Arbeitsmarkt einstellen?
Prof. Fetzer: Das Thema Energieversorgung hat durch die Geschehnisse des vergangenen Jahres für die Öffentlichkeit wieder neu an Bedeutung gewonnen. Effiziente Systeme, Energieeinsparung, energetische Sanierung und erneuerbare Energien sind deshalb noch stärker als bisher schon gefragt. Dies zeigt sich auch in der steigenden Zahl der bei uns eingehenden Stellenangebote für Absolventinnen und Absolventen auf diesem Gebiet. Die Energiewende hat gerade erst begonnen; die Chancen am Arbeitsmarkt werden deshalb mit Sicherheit noch über einen längeren Zeitraum hervorragend bleiben.
tab: Bieten Sie auch Weiterbildungsangebote an?
Prof. Fetzer: Die Kollegen der Fakultät sind an verschiedenen Weiterbildungsaktivitäten beteiligt – etwa an der seit vielen Jahren bestehenden Möglichkeit der Weiterbildung zum „Energieberater“ an der Technischen Akademie Esslingen, dem jetzt akkreditierten Masterstudiengang „Netztechnik und Netzbetrieb“ in Kooperation mit der EnBW-Akademie oder der Weiterbildung zum „Fachplaner Brandschutz“ an der Hochschule Esslingen in Kooperation mit der International Security Academy, sowie an dem im kommenden Semester startenden berufsbegleitenden Master-Studium „Regenerative Energien“ der Hochschulallianz für angewandte Wissenschaften.
tab: Herr Prof. Fetzer, vielen Dank für das Interview.
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