Spiel, Satz und Sieg für das Hallenklima

Strahlungswärme für Schweizer Tenniszentrum

Das Tenniszentrum Horgen am Zürichsee ist eines der größten der Schweiz. An 363 Tagen im Jahr geöffnet, kommen über 10.000 Trainerstunden im Jahr zusammen. Im Freien stehen vier Tennis-Force-Außen-Sandplätze und ein Padel-Tennisplatz zur Verfügung, die im Winter mit einer Traglufthalle überdeckt werden können. Des Weiteren existieren für ganzjährig wetterunabhängigen Spaß am Sport vier Hallenplätze. Im Zuge einer Rundum-Erneuerung der Einrichtungen wurde der Indoor-Bereich im Juli 2014 auf ein neues Wärmeverteilsystem umgerüstet. Statt Lufterhitzern kommen nun Deckenstrahlplatten zum Einsatz.

„Wir hatten bisher drei Lufterhitzer im Einsatz, die aber an kalten Tagen leider nur eine Hallentemperatur von 12 °C ermöglichten“, erinnert sich Betreiber Christian Gell an den Zustand der Halle im Tenniszentrum Horgen vor der Erneuerung. „Das ist selbst in einer Sporthalle schon relativ frisch. Im Zuge der anstehenden Renovierung wurde uns dann vom Planungsbüro vorgeschlagen, auf die zeitgemäße und besonders effiziente Beheizung durch Deckenstrahlplatten umzusatteln, mit welcher wir jederzeit 18 °C erreichen können – ohne, dass wir einen größeren Energieeinsatz veranschlagen müssten oder die...
„Wir hatten bisher drei Lufterhitzer im Einsatz, die aber an kalten Tagen leider nur eine Hallentemperatur von 12 °C ermöglichten“, erinnert sich Betreiber Christian Gell an den Zustand der Halle im Tenniszentrum Horgen vor der Erneuerung. „Das ist selbst in einer Sporthalle schon relativ frisch. Im Zuge der anstehenden Renovierung wurde uns dann vom Planungsbüro vorgeschlagen, auf die zeitgemäße und besonders effiziente Beheizung durch Deckenstrahlplatten umzusatteln, mit welcher wir jederzeit 18 °C erreichen können – ohne, dass wir einen größeren Energieeinsatz veranschlagen müssten oder die Wärmequelle verändern.“ 

Eine wirtschaftliche Wärmeverteilung zählt bei Großobjekten wie der Horgener Halle besonders: Mit 31,5 x 65 m und einer maximalen Innenhöhe von 15 m unter dem mittig verlaufenden Giebel beinhaltet sie eine enorme Luftkubatur. Sie mit Lufterhitzern zu erwärmen, ist beim heutigen Stand der Technik ziemlich unwirtschaftlich und unkomfortabel. Denn um die Zieltemperatur zu erreichen, müssen die Gebläse das gesamte Luftvolumen auf dieses gewünschte Niveau bringen. Daraus entstehen einerseits lästige Geräusche und, da warme Luft steigt, verpufft viel Energie sinnlos unter dem Hallendach.


Vorteile der Deckenstrahlplatten

Deckenstrahlplatten, die parallel zur Dachkonstruktion abgehängt werden und somit keinen lichten Raum verschwenden, verteilen die Wärmeenergie nicht durch Konvektion, sondern funktionieren nach demselben Prinzip wie Sonnen­strahlen: Von warmem Wasser durchströmt, geben sie dessen Energie überwiegend in Form von Infrarotstrahlung ab, die sich erst beim Auftreffen auf den menschlichen Körper oder Gegenstände in Wärme umwandelt. Da für das Wärmeempfinden nicht erst die gesamte Luft erhitzt werden muss, kann mit niedrigerem Energieeinsatz gearbeitet werden. Die gleichmäßig verteilte, direkte Wärme – vergleichbar mit der Behaglichkeit eines Kachelofens – wird vom Menschen als sehr angenehm empfunden. Der Clou ist, dass man beim Strahlungswärmeprinzip für dasselbe menschliche Temperaturempfinden ca. 3 K kühlere Raumlufttemperaturen fahren kann als mit Lufterhitzern. Im Fall des Tenniszentrums Horgen bedeutet dies, dass nun mit tieferen Vor- und Rücklauftemperaturen angenehme 18 °C erreicht wird, ohne dass gegenüber dem alten System, das nur 12 °C lieferte, ein höherer Energieverbrauch entstünde. Bei einem Systemwechsel mit gleicher Zieltemperatur sind im Aufenthaltsbereich der Halle Energieeinsparungen von über 40 % gegenüber Konvektoren möglich. Dabei kann das moderne System, wie die alten Lufterhitzer zuvor, mit Fernwärme betrieben werden.


Ziel Behaglichkeit erreicht

„Ein weiterer positiver Effekt ist, dass keine Temperaturschichtung mehr in der Halle entsteht wie bei der bisherigen Umwälzung der Luft, so dass Zugluft der Vergangenheit angehört“, weiß Pascal Mürdter von der Altner AG, der mit seinem Team die Deckenstrahlplatten von Typ „Zehnder ZBN“ einbaute. „Auch die Wärmequelle musste nicht verändert werden“, so Pascal Mürdter. „Schon die Lufterhitzer wurden durch das örtliche Fernwärmenetz versorgt, das ist bei dem neuen System genauso.“ In Horgen hat man sich für Deckenstrahlplatten „Zehnder ZBN“ entschieden.

„Insgesamt haben wir 48 Elemente mit je 6 x 1,2 m Abmessung installiert, jeweils zu 18 m langen Bändern à drei Stück zusammengeschlossen“, erinnert sich Herr Mürdter. „Über jedem Platz erstrecken sich also vier dieser Strahlplattenbänder nebeneinander in einer Montagehöhe von bis zu rund 15 m.“ Dazu wurden mit Gewindebolzen Mehrfachgelenke unter dem Hallendach montiert, an welchen die Montagesätze der Firma Zehnder, bestehend aus Karabinern und Kettengliedern, fixiert wurden und so die Deckenstrahlplatten mit der Schräge des Dachstuhls nivelliert. „Die praktischen Montagesätze und die Top-Unterstützung durch den Hersteller machten es möglich, alle 48 Deckenelemente mit einem kleinen Team von vier bis sechs Monteuren auf zwei Hebebühnen innerhalb weniger Werktage einzubauen und in Betrieb zu nehmen.“

So lautete das Resümee der Sanierung: Spiel, Satz und Sieg für die Deckenstrahlplatten „Zehnder ZBN“. Die zahlreichen Tennisfreunde am Zürichsee jedenfalls können künftig ganzjährig bei maximaler Behaglichkeit spielen und der Betreiber freut sich über zufriedene Kunden und eine niedrige Heizkostenrechnung. „Wir würden uns auf jeden Fall wieder für diese Produktlösung entscheiden“, ist sich Christian Gell sicher.

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