Solarthermie für die Waschanlage

Warmwasser für die Autowäsche

Vor vier Jahren installierte Mr. Wash die erste Solarthermie-Anlage von Ritter XL Solar auf dem Dach der Waschstraße in Mannheim. Was als Pilotprojekt begann, ist heute bereits Standard. Noch vor dem Sommer geht bereits die vierte Waschstraße samt solarer Wärmeversorgung in Betrieb.

Waschanlagen sind energieintensiv. Sie benötigen nicht nur Strom, sondern auch Wärme. Durchschnittlich 24.000 l warmes Wasser verbraucht eine Waschstraße von Mr. Wash am Tag. In den Sommermonaten steigt der Bedarf noch einmal deutlich an, da bei Sonnenschein besonders viele Autos blitzeblank herausgeputzt werden. Das benötigte Wasser zur Reinigung der Fahrzeuge erwärmt Mr. Wash mit Sonnen­energie. 

Große Anlagen brauchen ein stabiles Dach

Mit den Themen Ressourcen­effizienz und Umweltschutz beschäftigt sich das Familien­unternehmen bereits seit einigen Jahren. „Da war die Solarthermie der...

Waschanlagen sind energieintensiv. Sie benötigen nicht nur Strom, sondern auch Wärme. Durchschnittlich 24.000 l warmes Wasser verbraucht eine Waschstraße von Mr. Wash am Tag. In den Sommermonaten steigt der Bedarf noch einmal deutlich an, da bei Sonnenschein besonders viele Autos blitzeblank herausgeputzt werden. Das benötigte Wasser zur Reinigung der Fahrzeuge erwärmt Mr. Wash mit Sonnen­energie. 


Große Anlagen brauchen ein stabiles Dach

Mit den Themen Ressourcen­effizienz und Umweltschutz beschäftigt sich das Familien­unternehmen bereits seit einigen Jahren. „Da war die Solarthermie der logische Schritt“, erklärt Raoul Enning, Geschäftsführer von Mr. Wash. Und die Niederlassung in Mannheim der ideale Standort für ein Pilotprojekt. „Wir hatten hier nicht nur ausreichend Platz, sondern auch die notwendigen baulichen Voraussetzungen, um eine solche Idee zu verwirklichen.“ Heute liefert die Anlage von Ritter XL Solar mit einer Kollektorfläche von 197 m² etwa 135 MWh Wärmeenergie pro Jahr. Damit können mehr als 40.000 Autos gewaschen werden.

Dabei ist die Anlage in Mannheim vergleichsweise klein. Bei Mr. Wash in Hannover wurden auf dem Dach der neu errich­teten Waschstraße 600 m² Kollektorfläche verlegt. Da die Sta­tik für den Bau bereits geplant war, musste der Betreiber für die zusätzliche Dachlast eine aufwendige Stahlkonstruktion errichten, wie Raoul Enning erzählt. „Das Problem war die Anbindung der Anlage an das Gebäude – die Montagerahmen der Solarthermiekollektoren liegen auf dem Dach und werden nur durch das Eigengewicht der Kollektoren gehalten.“ Mehr Stabilität bieten spezielle Fußverankerungen, die das Dach durchdringen und fest mit den Trägerstützen verbunden sind. Der Vorteil: Die Verankerungen sind vergleichsweise günstig, da sie keine aufwendige Konstruktion benötigen. Daher werden bei Mr. Wash sämtliche Neubauten mit Fußverankerungen ausgestattet, selbst wenn keine Solarthermie-Anlage geplant ist. „Damit haben wir die Freiheit, später nachzurüsten“, sagt Raoul Enning.

 

Zwei Abnehmer, ein Kreislauf

So wie jedes Gebäude individuelle Voraussetzungen mitbringt, ist auch jede Solarthermieanlage einzigartig. Dennoch hat Mr. Wash inzwischen zum eigenen Standard gefunden. „Wir sind an einem Punkt angekommen, an dem es nur noch wenige Verbesserungsmöglichkeiten gibt“, sagt Raoul Enning. „Dafür haben wir aber auch eine eigene Steuerung aufgebaut.“

In einer Waschstraße gibt es zwei große Wärmeabnehmer. Zum einen benötigt das Osmosewasser für die Reinigung der Fahrzeuge eine Temperatur von 45 bis 50 °C. Dieses von Kalk und Schadstoffen gereinigte Leitungswasser wird direkt von den Kollektoren erwärmt. Überschüssiges warmes Osmosewasser lagert Mr. Wash in großen Stahltanks, die sich in 5 m Tiefe unter der Waschstraße befinden und die Temperatur weitgehend konstant halten.

Der zweite Wärmeabnehmer sind die Lufttrockner. Sie benötigen Temperaturen von 90 °C. „Ursprünglich wollten wir zwei unabhängige Heizkreise installieren, wobei die Solarthermie ausschließlich das Osmosewasser erwärmen sollte“, erinnert sich Raoul Enning. „Wie sich herausstellte, ist das nicht notwendig.“ In den Rücklauf der Heizungsanlage wird das Wasser beider Abnehmer eingespeist und zunächst über einen Wärmetauscher der Solaranlage geführt. Erst dann kommt der Gasbrenner zum Einsatz. „An sonnigen Tagen wird die Wärmegrundlast vollständig von der Solaranlage getragen und der Brenner schlägt höchstens 3 bis 5 K obendrauf, um eine stabile Ausgangstemperatur herzustellen.“

 

Solarthermie ist eine Win-win-Situation

Raoul Enning schätzt, dass die Solarthermieanlagen je nach Größe etwa 35 bis 40 % des jährlichen Wärmebedarfs der Waschstraßen decken. Dabei ist der Einsatz der Solarkollektoren für die Autowäsche besonders attraktiv, da die produzierte Wärme direkt abgenommen wird.

„Im Grunde haben wir eine Win-win-Situation: Wir haben an sonnigen Tagen besonders viele Kunden und die Kollektoren produzieren bei Sonne besonders viel Wärme“, resümiert Raoul Enning.

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