„Smart City“ contra „Big Brother Award“
Von Datenschutz und Datensicherheit
Am 20. April wurden in Bielefeld die vom Digitalcourage e.V. organisierten „Big Brother Awards“ für 2018 verliehen, die Datensünder in Wirtschaft und Politik prämieren. Das Medienecho blieb auffallend leise. Dabei legen die Preise durchaus den Finger in die Wunde und zeigen auf, an welchen Stellen die Chancen der Digitalisierung über die Maßen ausgereizt werden und in eine Überwachung münden. So wurde Microsoft Deutschland für die kaum deaktivierbare Telemetrie (die Übermittlung von Diagnosedaten) in „Windows 10“ ebenso ausgezeichnet wie das Konzept „Smart City“. Nach Angaben der Jury...
Am 20. April wurden in Bielefeld die vom Digitalcourage e.V. organisierten „Big Brother Awards“ für 2018 verliehen, die Datensünder in Wirtschaft und Politik prämieren. Das Medienecho blieb auffallend leise. Dabei legen die Preise durchaus den Finger in die Wunde und zeigen auf, an welchen Stellen die Chancen der Digitalisierung über die Maßen ausgereizt werden und in eine Überwachung münden. So wurde Microsoft Deutschland für die kaum deaktivierbare Telemetrie (die Übermittlung von Diagnosedaten) in „Windows 10“ ebenso ausgezeichnet wie das Konzept „Smart City“. Nach Angaben der Jury „propagiert das „Smart City“-Konzept die „Safe City“: die mit Sensoren gepflasterte, total überwachte, ferngesteuerte und kommerzialisierte Stadt. „Smart Cities“ reduzieren Bürger auf ihre Eigenschaft als Konsumenten, machen Konsumenten zu datenliefernden Objekten und unsere Demokratie zu einer privatisierten Dienstleistung. Amazons „Alexa“ wird als „eine Abhörschnittstelle, die sich z.B. als Wecker tarnt, aber ein allwissender Butler in fremden Diensten ist, der sich von mir höchstpersönlich ins Schlafzimmer tragen und an das weltweite Überwachungsnetz anschließen lässt“ bezeichnet.
