Sicherheit in der Kreisverwaltung

Elektronische Zutrittslösung in einer öffentlichen Einrichtung

Die Möglichkeit einer Zutrittskontrolle sowie eine schnelle und zuverlässige Steuerung in Gefahrensituationen waren die zentralen Ziele der Einführung einer elektronischen Schließanlage in der Kreisverwaltung Gütersloh. Erreicht haben das die Verantwortlichen mit einer funkvernetzten Lösung, über die eine Türzustandsüberwachung in Echtzeit sowie Notschließungen aus der Ferne möglich sind.

Mitarbeiter öffentlicher Einrichtungen sind immer wieder Ziel von Angriffen. Einer solchen Situation, bei der ein Mitarbeiter verletzt wurde und ein SEK-Einsatz die Folge war, sah sich auch die Kreisverwaltung Gütersloh gegenüber. Da es seinerzeit nicht möglich war, alle Mitarbeiter zeitnah zu informieren oder Gebäudeteile abzuriegeln, war die Zugänglichkeit des Gefahrenbereiches für Besucher der Kreisverwaltung immer noch gegeben. Außerdem hatte der Täter etliche Fluchtmöglichkeiten. Die Situation vor Ort war unübersichtlich, was einen sehr hohen Personal- und Abstimmungsaufwand für das SEK...

Mitarbeiter öffentlicher Einrichtungen sind immer wieder Ziel von Angriffen. Einer solchen Situation, bei der ein Mitarbeiter verletzt wurde und ein SEK-Einsatz die Folge war, sah sich auch die Kreisverwaltung Gütersloh gegenüber. Da es seinerzeit nicht möglich war, alle Mitarbeiter zeitnah zu informieren oder Gebäudeteile abzuriegeln, war die Zugänglichkeit des Gefahrenbereiches für Besucher der Kreisverwaltung immer noch gegeben. Außerdem hatte der Täter etliche Fluchtmöglichkeiten. Die Situation vor Ort war unübersichtlich, was einen sehr hohen Personal- und Abstimmungsaufwand für das SEK zur Folge hatte.


Bereichssicherung als Ziel

„Wir haben den Vorfall gründlich aufgearbeitet, u.a. mit einer Begehung durch die Polizei“, erinnert sich Anke Dreier, Leiterin der Gebäudewirtschaft beim Kreis Gütersloh, und führt weiter aus: „Unser weitverzweigter Baukörper verfügt über etliche unkontrollierte Zugänge, wie diverse Nebeneingänge und die Tiefgarage. Diese Zugänge wollen wir künftig nur noch Berechtigten vorbehalten. Gleichzeitig ist uns wichtig, dass wir Berechtigungen ohne Mühe anpassen können, beispielsweise, wenn sich Arbeitszeiten ändern, und dass wir den Türzustand neuralgischer Zutrittspunkte in Echtzeit wissen.“

Ziel war es, dass die Kreisverwaltung Flurbereiche bzw. Gebäudeteile umgehend abschotten kann. „Wir wollten eine Notschließung aus der Ferne, insbesondere für die Flurtüren“, präzisiert Anke Dreier.

Aus diesem Grund entschlossen sich die Verantwortlichen zur Einführung einer elektronischen Zutrittslösung, da sie diese Anforderungen nicht mit einer mechanischen Anlage umsetzen konnten. Ein komplett verkabeltes System kam allerdings nicht in Betracht, da das aufgrund der Gebäudestruktur deutlich zu aufwendig geworden wäre. Daher favorisierte man von Anfang an eine Funkvernetzung der elektronischen Tür-Hardware.

Außerdem sollten Sonderbereiche, wie Serverräume und Aufzüge, in die Zutrittslösung eingebunden werden. Überdies gehörte zu den Anforderungen, dass die Zutrittskontrolle mit der Einbruchmeldeanlage gekoppelt wird.

Die generellen Vorteile einer elektronischen Zutrittskontrolle gegenüber der Mechanik waren für den Kreis Gütersloh zwar nicht der Anlass für die Um­rüs­tung, für Anke Dreier spielte dennoch eine wichtige Rolle, dass „Schlüsselverluste kein Risiko mehr darstellen, da wir die Transponder einfach sperren und zugleich den Publikumsverkehr steuern können. Da alle Kreisbediensteten einen Transponder erhalten, haben auch Kollegen der Außenstandorte freien Zutritt zum Gebäude“.


Detail- und Sonderlösungen

Die Auswahl der Zutrittskontrolle erfolgte über eine öffentliche und produktneutrale Ausschreibung. Den Zuschlag erhielt aufgrund des wirtschaftlich besten Ergebnisses die Adverbis Security GmbH mit einer Lösung auf Basis der „Salto Space“-Systemplattform. „Die Wahl erwies sich als Glücksfall“, resümiert Peter Westerbarkei, Architekt des Kreises Gütersloh. „Wir wurden fachlich wirklich gut betreut. Adverbis hat uns mit konstruktiven Ideen maßgeblich unterstützt. Einige Funktionen und Details wurden erst während der Umsetzungsplanung oder Installation hinzugefügt. Da hat man gemerkt, dass sie sich in die jeweiligen Situationen hineingedacht und die für uns beste Lösung gefunden haben.“

Die Installation begann mit einem Testlauf an ausgewählten Türen, bei dem sich eine Reihe von neuen Erkenntnissen ergab. „Dadurch haben wir u.a. eine Sonderlösung für den barriere­freien Zugang und Austritt auch außerhalb der Öffnungszeiten gefunden, indem wir einen zusätzlichen Wandleser im Innenbereich angebracht und die Türoffenzeit für die betroffenen Personen verlängert haben. Ebenso konnten wir den Zugang mit vollen Händen durch Lieferdienste und Paketzusteller während der Installation noch durch einen Taster und automatische Türen optimieren“, ergänzt Peter Westerbarkei.

„Die Inbetriebnahme erfolgte in mehreren Schritten“, erklärt Dimos Wehmeier, Leiter Technik bei Adverbis Security. „Nachdem wir die Hardware montiert hatten, haben wir die Datenbank für das Zutrittsmanagement eingerichtet und die Transponder kodiert. Die wurden mehrere Wochen vor der Inbetriebnahme an die Mitarbeiter ausgegeben. Gleichzeitig hat die Kreisverwaltung die Mitarbeiter über den Grund der Einführung und die Funktionsweise der neuen Zutritts­kontrolle informiert.“

Funkvernetzung und virtuelles Netzwerk

Die gesamte Zutrittskontrolle ist über die Salto-Wireless-Technologie funkvernetzt. Dieses Systemlayout eignet sich vor allem für Anwendungen, in denen eine Echtzeitüberwachung von Türen erforderlich oder gewünscht ist und setzt daher die Anforderungen der Kreisverwaltung Gütersloh exakt um. Die Wireless-Technologie verbindet die batteriebetriebenen elektronischen Beschläge und Zylinder mit Gateways, die wiederum per Ethernet mit dem Server kommunizieren. Bei einer Unterbrechung oder Störung der Funkverbindung arbeitet das Zutrittssystem weiterhin, da die virtuelle Vernetzung der kabellosen Beschläge und Zylinder über das „Salto Virtual Network“ (SVN) als Basistechnologie immer aktiv bleibt.

Im SVN mit patentierter Schreib-/Lese-Funktionalität und verschlüsselter Datenübertragung werden die Schließberechtigungen auf dem Identmedium gespeichert, wodurch die elektronischen Beschläge und Zylinder kabel- und netzunabhängig funktionieren. Gleichzeitig schreiben die Beschläge und Zylinder Informationen über gesperrte Identmedien oder z.B. Batteriestände auf die Identmedien und geben sie somit weiter. Die Update-Punkte übertragen die ausgelesenen Daten an den zentralen Server und übermitteln gleichzeitig die aktuellen Schließberechtigungen auf die Identmedien.

Knapp 100 Zutrittspunkte

Die Anwendung in Gütersloh umfasst momentan knapp 100 Zutrittspunkte, aufgeteilt in 81 Bereiche. An den Außentüren und den Flurtüren kommen 50 elektronische „XS4 One“-Beschläge zum Einsatz, die über die mit Bluetooth arbeitende Wireless-Technologie Salto-„BLUEnet“ funkvernetzt sind. Für automatische Türsysteme und Aufzüge nutzt die Kreisverwaltung 24 Wandleser und Steuerungen von Salto. Zur Hardware gehören außerdem 14 elektronische „XS4 Original“-Beschläge für Kellertüren und fünf elektronische Salto-„Geo“-Zylinder für Türen, an denen kein Beschlag montiert werden konnte. Die „XS4 Original“-Beschläge und -Zylinder sind über die Wireless-Technologie Salto-„RFnet“ funkvernetzt. Ein gemischter Betrieb von „BlUEnet“ und „RFnet“ ist aufgrund der Kompatibilität der Wireless-Infrastruktur problemlos möglich. Die Funkinfrastruktur selbst besteht aus 40 Gateways und fünf Nodes für die Reichweitenverlängerung.

„Eine zentrale Funktionalität des Systems ist die Notschließung aus der Ferne. Ausgelöst über einen Nottaster fallen alle dafür vorgesehenen Türen automatisch zu und lassen sich dann nur noch von speziell berechtigten Personen öffnen. Gleichzeitig werden die Bewegungsmelder der Automatiktüren deaktiviert“, erläutert Dimos Wehmeier. Auf diese Weise bietet die Kreisverwaltung Mitarbeitern und Gästen in Gefahrensituationen einen schnellen und zuverlässigen Schutz, da nun ganze Bereiche nicht mehr betreten werden können.

Darüber hinaus ist die Zutrittskontrolle mit der Einbruchmeldeanlage gekoppelt. Wenn Bereiche scharf geschaltet sind, lassen sich die entsprechenden Türen nicht mehr öffnen. „Das hat zu einer deutlichen Reduzierung von Fehlalarmen geführt“, sagt Anke Dreier.

 

Datenschutzkonform

Die Berechtigungsverwaltung der rund 750 Transponder übernimmt die Kreisverwaltung Gütersloh zentral für alle Verwaltungsgebäude. Dabei handelt es sich um Dual-Transponder, welche die Identifikationstechnologien „Mifare DESFire EV2“ für die Zutrittskontrolle und „Hitag 1“ für die Zeiterfassung verwenden. Derzeit sind das Kreishaus Gütersloh, das Kreishaus und Jobcenter Rheda-Wiedenbrück sowie das Kreisstadtarchiv Gütersloh angebunden.

„Für das Zutrittsmanagement schätzen wir besonders den Aufbau der Software, der das Arbeiten sehr vereinfacht. Wir haben jederzeit die Übersicht über die Zutrittsberechtigungen – so wie wir uns das gewünscht haben“, freut sich Anke Dreier und ergänzt: „Wir sind sehr zufrieden mit dem System. Da die Lösung aufgrund spezieller Funktionen sowie der verschlüsselten Datenspeicherung und verschlüsselten Datenübertragung datenschutzkonform ist und wir für die Einsicht in die Protokolldaten ein Vier-Augen-Prinzip anwenden, gibt es hierzu keine Bedenken. Sowohl Datenschutzbeauftragte als auch Personalrat sind frühzeitig in die Projektierung einbezogen worden. Letztlich ist aber natürlich die höhere Sicherheit, die wir unseren Mitarbeitern in der Kreisverwaltung bieten, der entscheidende Punkt für die Akzeptanz.“

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