Sicherheit braucht Schutz
Blitz- und Überspannungsschutz in der VideoüberwachungDamit Sicherheitssysteme ihre Aufgaben erfüllen können, müssen sie stets einsatzbereit sein. Werden solche Anlagen für die Außenaufstellung vorgesehen, sollte bei der Planung der Blitz- und Überspannungsschutz berücksichtigt werden, um von dieser Seite keine Ausfälle der Anlagen zu provozieren.
Falschalarme können dabei zu unnötigen Kosten führen und zu einer Gewöhnung der alarmierten Personengruppe führen. Berechtigte Alarme werden dann unter Umständen nicht mehr ernst genommen, was fatale Folgen nach sich ziehen kann. Technisch bedingte Falschalarme können vielfältige Ursachen haben. Einer dieser Gründe ist die elektromagnetische Beeinflussung der Überwachungsanlagen. Bei Gewittern ist dies eine besonders gefährliche Paarung von Umständen: Einerseits besteht bei Gewittern immer eine erhöhte Gefahr von Bränden, ausgelöst durch die thermische Wirkung eines Blitzeinschlages, andererseits ist eine Blitzentladung ein sehr starker elektromagnetischer Störer, der die Sicherheitssysteme sowohl durch leitungsgebundene Störungen als auch durch das elektromagnetische Feld beeinflussen kann. Ergebnis davon sind gestörte oder zerstörte Sicherheitssysteme, die im konkreten Fall eine Gefahrenlage nicht melden konnten. Zur sicheren Funktion derartiger Systeme sind deshalb Blitz- und Überspannungsschutzmaßnahmen notwendig.
Aufgabenstellungen
Videoüberwachungsanlagen werden zur Überwachung von öffentlichen oder privaten Räumen, von Verkehrsströmen und von technischen Anlagen eingesetzt. In der Industrie leistet die Videoüberwachungstechnik einen großen Beitrag dazu, Betriebsabläufe sicher und effizient zu gestalten. Überwachungskameras, die im Außenbereich eingesetzt werden, sind oftmals durch ihre exponierte Anordnung durch direkte Blitzeinschläge gefährdet. Diese Gefahr kann durch die geeignete Anordnung der Kameras an Außenwänden von Gebäuden (Bild 1) oder durch die Installation von Blitzschutzeinrichtungen für die Kameras (Bild 2) abgewendet werden.
Planung und Installation
Grundlage für die Planung und die Installation der Blitzschutzmaßnahmen bilden die Blitzschutz-Normen der Reihe VDE 0185-305. Das Schutzziel der beiden gezeigten Schutzmaßnahmen besteht darin, durch die geeignete Anordnung von Fangeinrichtungen einen direkten Blitzeinschlag in die zu schützende Kamera zu vermeiden. Bei der Auslegung der Ableitungen die Äußeren Blitzschutzes der Kamera ist darauf zu achten, dass zwischen der Ableitung der Blitzschutzanlage und der Überwachungskamera mit deren Versorgungsleitungen ein genügend großer Trennungsabstand eingehalten wird, damit ein Überschlag zwischen Ableitung und Überwachungskamera vermieden wird. Der Mindestwert des einzuhaltenden Trennungsabstandes errechnet sich anhand des in VDE 0185-305-3 vorgegebenen Kalkulationsschemas. Ist z. B. zur lückenlosen Überwachung eines Objektes oder einer Anlage die Installation von Überwachungskameras auf einem einzeln stehenden Kameramast (Bild 2) notwendig, so gestaltet sich die Einhaltung des Trennungsabstandes zwischen der Überwachungskamera und den Einrichtungen des Äußeren Blitzschutzes oft als schwierig. Aber auch dafür gibt es praxiserprobte Lösungen. Bei einer solchen Anwendung wird das Isoliervermögen eines räumlichen Trennungsabstandes wie in Bild 2 (links) gezeigt durch den Einsatz einer hochspannungsfesten, isolierten Leitung erreicht. Wie in Bild 2 zu erkennen, ist durch den Einsatz dieser speziellen Leitung keine räumliche Trennung zwischen der Überwachungskamera und der Ableitung mehr erforderlich.
Die Montage von Überwachungskameras auf Masten erfolgt in der Regel an der Peripherie größerer Objekte und Einrichtungen. Die damit verbundenen großen Leitungslängen zwischen der Überwachungszentrale und den Kameramasten bieten eine große Angriffsmöglichkeit für das elektromagnetische Feld der Blitzentladung. Dadurch können impulsförmige, kurzzeitig sehr hohe Spannungen in die Leitungen der Videoüberwachungsanlage induziert werden, die Störungen oder gar Zerstörungen der Überwachungskameras zur Folge haben können. Um dies zu vermeiden, sollten Überspannungsschutzgeräte zum Schutz der Versorgungsspannung und des Videosignals der Kamera eingesetzt werden (Bild 3).
Fazit
Mit dem gezielten Blitz- und Überspannungsschutz von Sicherheitssystemen wie Videoüberwachungsanlagen kann eine deutliche Erhöhung der Betriebszuverlässigkeit dieser Systeme erreicht werden. Dies betrifft die Verhinderung von Fehlalarmen bei nicht vorhandenen Gefahren und auch die Vermeidung dadurch entstehender Kosten. Nur unter Beachtung aller technischen Randbedingungen können Systeme der Sicherheitstechnik störungsfrei funktionieren und damit die erforderlichen Informationen zur Abwehr von Gefahren liefern.
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