Raumtemperierung im Logistikterminal

DB Schenker setzt auf Heiz- und Kühldeckensysteme

In Großbeeren, verkehrsgünstig südlich von Berlin gelegen, schuf der weltweit agierende Spediteur DB Schenker Logistics im Jahre 2011 ein neues Logistikterminal. Dieses Drehkreuz des Logistikkonzerns ist im Güterverkehrszentrum (GVZ) Berlin-Süd angesiedelt und wurde nicht nur im Hinblick auf den Warenverkehr, sondern auch bezüglich des Energieverbrauchs auf maximale Effizienz ausgelegt. So gab es bereits in der Planungsphase für den neu zu schaffenden Bürokomplex die zentrale Vorgabe, möglichst kosteneffizient und umweltfreundlich zu heizen und zu kühlen. Realisiert werden konnten diese hohen Ansprüche an die Gebäudetechnik durch den Einsatz einer
Sole-/Wasser-Wärmepumpe in Kombination mit Heiz- und Kühldeckensystemen auf Graphit­basis.

„Schon zu Beginn der Bauplanung war klar, dass bei der Temperierung des neuen Bürogebäudes auf regenerative Energien gesetzt wird und zudem ein System mit möglichst hoher Effizienz zum Einsatz kommen sollte“, erinnert sich Henning Wolkenhauer, Mitinhaber des zuständigen Planungsbüros Bernhard & Wolkenhauer aus Coburg. „Ein zentrales Anliegen war es zudem, die beiden Funktionen Heizen und Kühlen mit einem einzigen, bivalenten System realisieren zu können“, so der Fachplaner weiter. Denn in zeitgemäßen, stark gedämmten Bürogebäuden mit gleichzeitig hohem Glasanteil in den Fassaden und vielen...
„Schon zu Beginn der Bauplanung war klar, dass bei der Temperierung des neuen Bürogebäudes auf regenerative Energien gesetzt wird und zudem ein System mit möglichst hoher Effizienz zum Einsatz kommen sollte“, erinnert sich Henning Wolkenhauer, Mitinhaber des zuständigen Planungsbüros Bernhard & Wolkenhauer aus Coburg. „Ein zentrales Anliegen war es zudem, die beiden Funktionen Heizen und Kühlen mit einem einzigen, bivalenten System realisieren zu können“, so der Fachplaner weiter. Denn in zeitgemäßen, stark gedämmten Bürogebäuden mit gleichzeitig hohem Glasanteil in den Fassaden und vielen elektrischen Geräten entstehen oft hohe innere Wärmelasten, welche außerhalb der Winterperiode eine aktive Kühlung notwendig werden lassen. Aufgrund der gewünschten Doppelfunktion schieden daher einige Systemvarianten gleich zu Beginn aus. „Eine Luft-/Wasser-Wärmepumpe wäre etwa zur Wärmebereitstellung durchaus denkbar gewesen, jedoch hätten wir diese dann wieder mit einer VRV-Anlage auf Kältemittelbasis (Variabler Kältemittel-Volumenstrom) kombinieren müssen“, erläutert Wolkenhauer. „Deshalb fiel die Wahl auf eine Sole-/Wasser-Wärmepumpe mit Erdsonden. Diese kann im Heizbetrieb die nötige Vorlauftemperatur von 34 °C liefern. Im Kühlfall reicht die durch Grundwasser gekühlte, konstant niedrige Solewassertemperatur aus, um die gewünschte Kaltwasser-Vorlauftemperatur von 15 °C ohne zusätzliche Energiebereitstellung sicherzustellen.“ Es ergeben sich also sehr geringe Energiekosten im Heizbetrieb und keine im Kühlfall.

Auslegung der Heiz-/Kühldecke

Insgesamt verfügt das Gebäude über drei Geschosse (UG, EG und 1. OG), von welchen das Erdgeschoss sowie das erste Ober­geschoss mit Heiz- und Kühldeckensystemen beheizt und gekühlt werden. Die maximale Kühllast im Anwesen liegt bei 40 kW, die größte Heizlast bei 30 kW. Um diesen Leistungsanfor­de­rungen möglichst effizient gerecht zu werden, entschied sich das Planungsbüro für eine neuartige Form der Heiz- und Kühldeckensysteme, welche gleich eine Reihe an Vorteilen in sich vereint: Zehnder –„Carboline“ sind Heiz- und Kühldecken, welche aus gepresstem Naturgraphit bestehen, in dem wiederrum Kupferrohre verpresst sind, durch die das Heiß- bzw. Kaltwasser strömt.

Durch die enorme Wärmeleitfähigkeit des Werkstoffs Graphit hat das Deckensystem eine noch kürzere Reaktionszeit als herkömmliche Deckenstrahlsysteme und können mittels einer be­sonders homogenen Oberflächentemperatur extrem effizient arbeiten. Das bedeutet konkret, dass die leichten und sehr wärmeleitfähigen Deckenelemente mit besonders schnellen Ansprechzeiten und niedrigen Vorlauftemperaturen punktgenau die gewünschte Raumtemperatur realisieren können. „Die zusätzliche Leistungsfähigkeit war für uns ein entscheidender Vorzug gegenüber konventionellen Deckensystemen, da wir gerade in der heißen Jahreszeit sehr hohe innere Wärmelasten im Gebäude erwarten“, so Planer Wolkenhauer.

Zudem ist es mit Zehnder-„Carboline“ ganz einfach möglich, über ein kleines Bedienpanel an der Wand in jedem einzelnen Büro individuell die gewünschte Temperatur auszuwählen. Ein großes Plus an Komfort für die Mitarbeiter, ebenso wie die Tatsache, dass die Wärmeverteilung nach dem Prinzip der Infrarotstrahlung generell von Menschen als sehr angenehm empfunden wird. Denn diese basiert auf denselben Naturgesetzen wie das Wärmeempfinden, welches Sonnenstrahlen auf unserem Körper auslösen. Speziell im Kühlbetrieb bietet dieses Heiz- und Kühldeckensystem zudem den Vorteil, dass es zu keinerlei Zuglufterscheinungen kommt, die bei einer Umluftkühlung unvermeidbar gewesen wären.

Auch für die Flexibilität der künftigen Nutzung erwiesen sich die Heiz-/Kühldecke, welche in der Ausführung als Bandrasterdecke gewählt wurden, als optimal. „Die Planungsabteilung von Zehn­der legte die Deckensysteme so aus, dass diese genau auf die Achs­masse der Fenster abgestimmt sind“, erklärt Wolkenhauer. „Mit einem solchen Bandrastersystem ist es auch möglich, bei ge­än­dertem Nutzungsprofil die Raumaufteilung der Büros auf einer Etage ohne großen Aufwand zu ändern.“ Und auch die Schall­absorption der neuen thermischen Decken ist vorbildlich.

Einfache Montage

Die Montage selbst gestaltete sich sehr einfach und konnte in die Innenausbau-Arbeiten integriert werden. Diese wurden von Zehnder bereits in der kor­rekten Abmessung, in der richtigen Reihenfolge und inklu­sive Befestigungssystem an die Bau­stelle geliefert.

Pro Geschoss installierten zwei bis drei Techniker von Zehnder die Bandrasterdecken. Denn es ist möglich, eine komplette thermisch aktive Decke bei Zehnder in Auftrag zu geben. Das be­deu­tet, dass sich die Experten des Herstellers von der Planung über die Installation bis hin zur In­betriebnahme und technischen Abnahme um alles kümmern.

„Laut unserer Berechnungen wird sich diese neuartige Heiz- und Kühldecke in wenigen Jahren amortisiert haben“, resümiert Henning Wolkenhauer.

„Von daher zahlt sich der Mehr­invest in das innovative System für den Auftraggeber allemal aus. Und das nicht nur fi­nanziell, auch die Mitarbeiter bewerten das behagliche Raum­klima und die individuellen Ein­stellungsmöglichkeiten der Tem­peratur sehr positiv.“

Aufgrund der guten Erfah­run­gen mit den Heiz-/Kühl­de­cken­sys­te­men rüstet der Logis­tik­riese auch seine nächsten drei Neubauten mit Zehnder-„Carboline“ aus – im Sinne wirt­schaft­licher Gebäude­tem­pe­rie­rung und eines angenehmen Raum­klimas am Arbeits­platz für die Belegschaft.

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