Raumlüftung im Altbau
Sanierung eines Würzburger StadthausesIm Würzburger Stadtteil Sanderau, unweit der historischen Altstadt und der Mainpromenade gelegen, steht seit 1911 das ansprechende Mehrfamilienanwesen Haus Zacharias. So attraktiv das beinahe 100 Jahre alte, noch im Stile der Jahrhundertwende errichtete Stadthaus schon seinerzeit angelegt worden ist, wurde es im Sinne der modernen Anforderungen an Wohnbauten im Jahre 2008 doch Zeit für eine umfassende energetische Sanierung des Baubestandes.
Das in Würzburg stehende Haus Zacharias aus dem Jahre 1911 befindet sich bereits seit 1918 in Familienbesitz. Um neben der schönen Wohnlage auch den modernen Anforderungen an ein Mietgebäude des 21. Jahrhunderts gerecht zu werden, entschied sich der Eigentümer 2008 zu umfangreichen Modernisierungsmaßnahmen an dem vierstöckigen Mehrparteien-Stadthaus. Neben dem Einbau eines Lifts wurden vor allem energetische Maßnahmen nötig. Durch die Abdichtung der Gebäudehülle wurden die acht Mieteinheiten mit einer Wohnfläche von je rund 60 m2 auf den Standard der um 30 % verschärften...
Das in Würzburg stehende Haus Zacharias aus dem Jahre 1911 befindet sich bereits seit 1918 in Familienbesitz. Um neben der schönen Wohnlage auch den modernen Anforderungen an ein Mietgebäude des 21. Jahrhunderts gerecht zu werden, entschied sich der Eigentümer 2008 zu umfangreichen Modernisierungsmaßnahmen an dem vierstöckigen Mehrparteien-Stadthaus. Neben dem Einbau eines Lifts wurden vor allem energetische Maßnahmen nötig. Durch die Abdichtung der Gebäudehülle wurden die acht Mieteinheiten mit einer Wohnfläche von je rund 60 m2 auf den Standard der um 30 % verschärften Energieeinsparverordnung (EnEV) gebracht. Im Zuge dieses Umbaus hielt auch die automatische, komfortable Raumlüftung Einzug in das Würzburger Anwesen.
Wärmedämmung und Lüftungssystem
„Die Besonderheit bei der energetischen Sanierung dieses Gebäudes besteht darin, dass wir die Straßenfront mit all den Säulen und Gesimsen in der ursprünglichen Optik bewahren wollten“, erläutert der zuständige Fachplaner Simon Englert vom Gemündener Studio Englert. „Daher wird in der Straßenfront des Gebäudes eine Innendämmung angebracht.“ An den restlichen Gebäudeseiten, die über keine besonderen Verzierungen verfügen, wird ein Wärmedämmverbundsystem verbaut. Diese Maßnahmen und die Wärmerückgewinnung über ein Lüftungssystem bringen das Gebäude energetisch auf das Neubauniveau von 30 % unterhalb der EnEV 2007, weshalb der Bauherr übrigens auch von einem zinsgünstigen Kredit im Zuge des CO2-Sanierungsprogramms der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) profitieren konnte.
Durch die quasi luftdichte Versiegelung der Gebäudehülle und die Einbringung von Fenstern mit Doppelverglasung, die ebenfalls mit Laibungsplatten im Sinne der maximalen Energieeffizienz abgedichtet werden, musste eine Lösung gefunden werden, um weiterhin für einen geregelten Luftaustausch in den Wohnräumen zu sorgen. Denn bei zu geringer Frischluftzufuhr entsteht nicht nur ein ungesundes Raumklima, auch die Bausubstanz kann enorm unter den negativen Folgen von zu feuchter Luft leiden.
„Gerade in Zeiten hoher Energiekosten lüften viele Menschen gezielt weniger, um die Wärme nicht nach draußen zu verlieren“, weiß Simon Englert. „Und auch ein strikt geregeltes Lüftungsverhalten, wie es solch ein dichtes Gebäude braucht, ist für viele Bewohner zeitlich nicht umzusetzen. Deshalb haben wir beschlossen, die Wohnungen im Rahmen der Sanierung alle mit einer komfortablen Raumlüftung auszustatten.“
Die Lüftungsanlage sorgt zukünftig nicht nur dafür, dass stets ausreichend Frischluft für die Bewohner zur Verfügung steht, sie erhöht durch die eingebauten Wärmetauscher auch die energetische Wertigkeit des Altbaus. So werden durch ihren Einsatz auch noch die Heizkosten sinken, da nun in der Lüftung nochmals rund 90 % der Wärme aus der Abluft zurückgewonnen und anschließend der Zuluft zugeführt werden können.
„Gerade in Würzburg herrscht auf dem Mietwohnungsmarkt häufig eine Preispolitik, die sehr niedrige Kaltmieten mit hohen Nebenkosten kombiniert“, erklärt Englert weiter. „Durch die hohe Energieeffizienz, die uns die Wohnungslüftung ermöglicht, können wir nach der Sanierung Wohnungen zu einer sicherlich angemessenen Basismiete anbieten, die sich aber durch niedrige Nebenkosten und hohe Mietpreisstabilität auszeichnen.“
Von den niedrigeren Nebenkosten profitiert nicht nur der Mieter, der keine „böse Überraschung“ bei der nächsten Heizkostenabrechnung mehr fürchten muss, sondern natürlich auch der Vermieter, der schlicht und einfach einen höheren Anteil an der Gewinnschöpfung seines Objektes verbuchen kann, der nicht an den Energielieferanten abfällt.
Integration der Raumlüftung
Bei der Wahl des Lüftungssystems galt es einige bauliche Gegebenheiten zu beachten. So war es wichtig, nicht das Konzept der Fassade des Gebäudes durch die Luftein- und -auslässe zu stören. Und weil die größtenteils vermieteten Wohnungen einzeln Zug um Zug nachgerüstet wurden, mussten Einzelgeräte gefunden werden, die möglichst leise, energieeffizient, platzsparend und unauffällig in die einzelnen Wohneinheiten integriert werden konnten. Ein einzelnes Zentralgerät wäre ohne massive Eingriffe in die vorhandene Bausubstanz nicht zu realisieren gewesen.
Wahl des Lüftungssystems
Aufgrund ihrer enorm flachen Bauweise boten sich hierfür die „ComfoAir flat 150“-Komfortlüftungsgeräte des Herstellers Zehnder Comfosystems ideal an: Wie im Altbau um die Jahrhundertwende üblich, haben die Räume im Haus Zacharias eine extreme Deckenhöhe von etwa 3,50 m. Dadurch ergab sich bei der Verwendung der extraflachen zentralen Lüftunggeräte von Zehnder die planerische Möglichkeit, die automatische Raumlüftung praktisch völlig unsichtbar zu machen. Simon Englert erläutert dies: „Die „ComfoAir flat“-Einheiten haben wir jeweils im Flur unter der Decke montiert und dann vom Trockenbauer mit abgehängten Akustikplatten kaschieren lassen. Dadurch hat man im Gang eine optisch unauffällige, minimal niedrigere Decke als in den anderen Räumen der Wohnung, die alle von diesem Gerät belüftet werden. Und die losen Platten bieten zudem den Vorteil, dass wir jederzeit ohne Revisionsklappe an das Gerät herankommen, wenn eine Wartung ansteht.“ Das Abhängen der Decke bedeutete kein Problem, da in dem Altbau sowieso eine große Raumhöhe zur Verfügung stand.
Unauffällige Lösung und einfache Montage
An der Außenfassade mussten für den Luftein- und -auslass der Lüftung pro Wohnung nur je eine Abdeckung angebracht werden. Im Inneren der Wohnungen werden die Luftein- und -auslässe durch optisch zurückhaltende Tellerventile verblendet. Damit arbeitet die komfortable Raumlüftung nicht nur zugluftfrei und praktisch unhörbar, sie fällt auch nicht störend ins Auge und sorgt für eine optimale Durchströmung des Raumes. „Sollten diese wenigen technischen Elemente tatsächlich jemandem auffallen, so handelt es sich hier ja nur um kleine moderne Aspekte am alten Bestand“, meint Englert.
Die Montage der kompletten Lüftungsanlage ging vollkommen unproblematisch über die Bühne. Pro Wohnung nahmen die gesamten Arbeiten, also das Schlagen der Durchbrüche für das Luftverteilsystem, die Verlegung der insgesamt jeweils bis zu 12 m langen Rohrleitungen, die Montage des Zentralgeräts sowie die Verputz- und Trockenbauarbeiten nur jeweils zwei Tage in Anspruch.
Wiederherstellung des Erkerturms
Ein klein wenig länger dauert es wohl noch, bis das Haus Zacharias seinen ganz ursprünglichen Baueindruck aus der Zeit vor dem Zweiten Weltkrieg wiedererhält: In einer letzten Phase der Sanierung soll als neunte Mieteinheit wieder ein Penthouse mit kleinem Turm entstehen. „Das jetzige Dach ist eigentlich immer noch ein Behelfskonstrukt, nachdem im Krieg der alte Dachaufbau abgebrannt war“, so Englert. „Wir werden hier wieder eine Penthouse-Wohnung mit Erkerturm schaffen und damit den eigentlichen Baukörper wiederherstellen. Nur das Zwiebeldach des alten Türmchens werden wir nicht mehr umsetzen, sondern den Neuen in einem modernen Dachstil abschließen.“ Und natürlich wird nach den guten Erfahrungen auch im neuen Dachgeschoss moderne Wohnraumlüftung von Zehnder Comfosystems zum Einsatz kommen.
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