Das BVF-Siegel für Flächenheizungen

Orientierung und Sicherheit bei Flächenheizungen

Flächenheiz- und -kühlsysteme liegen im Trend; der Markt boomt. Nicht immer wird dabei ausreichend Wert auf die Systemqualität der angebotenen Produkte gelegt. Damit alle Beteiligten, vom Fachplaner über den Ausführenden bis hin zum Endkunden, auf der sicheren Seite sind, führte der Bundesverband Flächenheizungen und Flächenkühlungen e.V. (BVF) aus Hagen ein Siegel ein. Geschäftsführer Joachim Plate äußert sich im Interview mit der tab über die Kriterien des BVF-Siegels und welche Ziele der Verband damit verfolgt.

tab: Herr Plate, vertraut man der Online-Plattform „Label Online“, sind in Deutschland schätzungsweise über 1000 Label aller Art und Güte zu finden. Warum braucht es also ein BVF-Siegel?

Joachim Plate: Der Markt im Bereich Flächenheizungen und Flächenkühlungen hat sich in den letzten Jahren stark vergrößert; auch dadurch, dass die Flächenheizung längst nicht mehr nur im Neubau eingesetzt wird. Ich vermute, dass heute rund 100 Anbieter vertreten sind. Insgesamt schätze ich den deutschen Markt inklusive Regelungstechnik auf rund 300 Mio. €. Wir gehen von ca. 135 bis 140 Mio. Metern Rohr per anno aus. Der Marktanteil der Flächenheizung im Bereich der neu errichteten Ein- und Zweifamilienhäuser liegt bei deutlich über 50 %. Zunehmend interessanter wird der Bereich der Nichtwohngebäude. Für Ausfüh­rende, Planer sowie auch Häuslebauer oder -renovierer ist es daher schwer, sich einen objektiven Überblick zu verschaffen und das richtige Produkt auszuwählen. Hier wird der BVF eine klare Orientierung im Dschungel der Informationsflut geben – produktneutral und kompetent.

tab: Wie sieht sich der BVF in dieser Hinsicht selbst?

Joachim Plate: Der BVF ist ein Zusammenschluss von 46 namhaften System- und Komponentenanbieter. Wir verstehen uns als kompetente Ansprechpartner für zahlreiche Zielgruppen: Planer, Architekten, Handwerker, Bauherren, Verbände, Prüfinstitute und Verordnungsgeber. Wir wollen die Flächenheizung bzw. -kühlung weiter fördern und die Branchenkompetenz verbessern. Deshalb haben ja auch gerade wir diese Qualitätsoffensive auf den Weg gebracht.

tab: Was sagt das BVF-Siegel über die ausgezeichneten Hersteller aus?

Joachim Plate: Es garantiert, dass der System- bzw. Komponentenanbieter all jene Kriterien sowie die separate Siegelsatzung erfüllt, die der BVF zuvor in intensiven Diskussionen praxisorientiert festgelegt hat. Im Mittelpunkt stehen die Aspekte Qualität, Kompetenz und Sicherheit. Lassen Sie mich hier einige Beispiele nennen: Es geht um klare Anbieteridentifizierungen, eindeutige Ver­trags- bzw. Geschäftsbedin­gun­gen, Pro­dukt­beschreibungen, Sys­tem­spezifikationen, Pro­dukt­zulassungen, Eignungs­zu­sicherun­gen, technische Beratung, Sys­tem­gewährleistung und die Einhaltung weiterer Gesetze und technischer Regeln.

tab: Was heißt das konkret in der Praxis?

Joachim Plate: Praktisch bedeutet dies: Wer das BVF-Siegel sieht, weiß, dass es sich hier um perfekt abgestimmte, zuverlässige, effiziente, normgerechte und innovative Produkte handelt. In Bezug auf einzelne Komponenten wird deutlich gemacht, dass diese, sofern sie zum gleichen Programm gehören, problemlos und sicher im System eingesetzt werden können. Das ist insbesondere für den Fachhandwerker von Bedeutung, denn er wird im Schadensfall vom Bauherrn in die Verantwortung genommen – gut also, hier auf Nummer sicher zu gehen.

tab: Ist es die Komple­xität der Systeme, die das Siegel nötig macht?

Joachim Plate: Natürlich, das spielt auch eine wichtige Rolle. Eine Fußbodenheizung besteht aus einer Vielzahl von Komponenten wie Wärme- und Trittschalldämmung, Rohrsysteme, Verbindungstechnik und zugehörige Regelungstechnik. Wenn hier nicht alles perfekt aufeinander abgestimmt ist, kann dies zu massiven Effizienzeinbußen bis hin zu Schadensfällen führen.

tab: Wie laufen das Vergabeverfahren und die anschließende Überprüfung der Kriterien ab? Welche Hersteller sind über­haupt berechtigt, das Siegel zu tragen?

Joachim Plate: Generell sind alle Firmen – gleich ob Systemanbieter oder Komponentenhersteller – dazu berechtigt, das Siegel zu tragen, sofern sie Mitglied in unserem Bundesverband sind. Über eingereichte Bewerbungen wird im Siegelausschuss beraten; ggf. folgt dann die Erstzertifizierung. Der Ausschuss überwacht auch die Einhaltung der Kriterien in unregelmäßigen Zeitabständen. Darüber hinaus sorgt jeder Siegelträger eigenverantwortlich für die Überwachung. Selbsterklärung und Selbstüberwachung sind hier das durchgängige Prinzip.

tab: Wo werden Fachleute und Laien das BVF-Siegel zukünftig finden können?

Joachim Plate: Die Träger des Siegels sind dazu angehalten, die Bildmarke möglichst offensiv zu veröffentlichen, damit auf den ersten Blick ersichtlich wird, wer das BVF Siegel tragen darf – und wer eben nicht. Dazu wird es in Zukunft auf Verpackungen, Pro­dukt­unterlagen, Briefbögen und Broschüren sowie den Webseiten der jeweiligen Unternehmen zu sehen sein. Darüber hinaus wird das Siegel auch in Anzeigen und Präsentationen oder auf Messen in den Blickpunkt gesetzt werden.

tab: Herr Plate, wir danken Ihnen für das Interview.

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