Monovalent im Mehrfamilienhaus

Wärmepumpenprojekt in Recklinghausen

Nach dem erfolgreichen Einsatz im ersten Bauabschnitt setzt der Bauherr eines Mehrfamilienhauskomplexes in Recklinghausen für die monovalente Beheizung eines weiteren Gebäudes erneut auf Wärmepumpen des gleichen Herstellers.

Im Wohngebiet Maybacher Heide ließ Bauherr Dr. Wolf­gang Höper unter Mitwirkung des Architekturbüros Schierbaum aus Herne einen komfortablen Mehrfamilienhauskomplex, bestehend aus drei Gebäuden, erstellen. Die einzelnen Häuser sind durch eine Tiefgarage miteinander verbunden. Das erste wird seit 2013 bewohnt, das zweite ist fertiggestellt, das dritte befindet sich derzeit noch im Bau. 

Architektur und Haustechnik

Bei dem zweiten Mehrfamilienhaus handelt es sich um einen viergeschossigen Gebäudeblock in Quaderform. Er verfügt über zwölf Wohneinheiten mit 2,5 bis 3,5 Zimmern, die Wohnfläche...

Im Wohngebiet Maybacher Heide ließ Bauherr Dr. Wolf­gang Höper unter Mitwirkung des Architekturbüros Schierbaum aus Herne einen komfortablen Mehrfamilienhauskomplex, bestehend aus drei Gebäuden, erstellen. Die einzelnen Häuser sind durch eine Tiefgarage miteinander verbunden. Das erste wird seit 2013 bewohnt, das zweite ist fertiggestellt, das dritte befindet sich derzeit noch im Bau. 

Architektur und Haustechnik

Bei dem zweiten Mehrfamilienhaus handelt es sich um einen viergeschossigen Gebäudeblock in Quaderform. Er verfügt über zwölf Wohneinheiten mit 2,5 bis 3,5 Zimmern, die Wohnfläche beläuft sich auf insgesamt 997 m2. Die barrierefreien Wohnungen verfügen über einen praktischen Grundriss mit lichtdurchfluteten Räumen und punkten durch ihre besonders komfortable Ausstattung. Als Beispiel sind hier die ebenerdigen Duschen, der Aufzug sowie Balkon bzw. Terrasse in barrierefreier Ausführung zu nennen. Errichtet wurde das Gebäude in Massivbauweise nach KfW-70-Standard. Das Effizienzhaus verfügt damit über einen Heizwärmebedarf von ≤45 kWh/(m2a). Die Heizlast des Gebäudes wurde nach DIN EN 12831 berechnet. Die Wärmeverteilung erfolgt komfortabel über Flächenheizungen. Zur Wärmeversorgung setzte der Investor auch in diesem Gebäudekomplex konsequent auf den Einsatz erneuerbarer Energien. Nach den guten Erfahrungen bei der Ausstattung des ersten Mehrfamilienhauses entschied man sich wieder für die Installation von Luft-/Wasser-Wärmepumpen aus dem Hause Remko. Zum Einsatz kamen zwei „Smart-WP“-Wärmepumpen der Baureihe „WKF 120 Duo“ in Kombination mit einem Pufferspeicher, die vom Heizungsfachbetrieb Appenzeller Sanitär-, Heizungs- und Elektrotechnik GmbH aus Recklinghausen installiert wurden.

Effiziente Wärmepumpen

Die Entscheidung fiel somit auf eine anpassungsfähige Luft-/Wasser-Wärmepumpe, die sich besonders für den Einsatz bei hohem Wärmebedarf eignet. Sie zeichnet sich durch ihre effiziente, energiesparende und ruhige Betriebsweise sowie ihre flexiblen Einsatzmöglichkeiten aus.

Die Duo-Split-Wärmepumpe ist in zwei Leistungsgrößen mit 25 und 35,4 kW Heizleistung erhältlich, wobei in Recklinghausen das kleiner dimensionierte Modell zum Einsatz kam. Da die Wärmepumpe über Inverter-Technologie verfügt, lässt sich mit ihr ein Leistungsbereich zwischen 2,5 und 25 kW effizient abdecken. Der Hersteller gibt einen COP von bis zu 4,82 bei A12/W35 an. Wird die Luft-/Wasser-Wärmepumpe – wie hier – monoenergetisch betrieben, kann mit „Smart-Serv“ ein zusätzlicher 9-kW-Heizstab eingesetzt werden. Installiert wurden die wandhängenden Innenmodule in einem Kellerraum. Dabei war von Vorteil, dass die Abmessungen mit 1.000 mm Höhe, 800 mm Breite und 500 mm Tiefe eine einfache Einbringung ermöglichten.

Die Außenmodule – zwei pro Wärmepumpe – konnten aufgrund der Splitausführung auf dem Flachdach des Gebäudes installiert werden. Geräuschbelästigungen während des Betriebs sind durch die entfernte Positionierung ausgeschlossen. Der Schalldruckpegel pro Außenmodul beläuft sich im Freifeld bei einem Abstand von 5 m auf 42 dB(A). Auch die Optik des Gebäudes wurde durch die Module mit den Maßen 998 mm Höhe, 940 mm Breite und 330 mm Tiefe nicht gestört.

Kombiniert wurden die beiden Wärmepumpen mit einem externen Pufferspeicher mit 800 l Fassungsvermögen für die Heizungsanlage, der als hydraulische Weiche fungiert. Zum Einsatz kam der Multifunktionsspeicher „MPS 800“. Die Warmwasserbereitung erfolgt dezentral über elektrische Durchlauferhitzer.

Regelung und Fernzugriff

Gesteuert wird das Wärmepumpensystem über die integrierte Regelung „Smart-Control“, die das komplette Energiemanagement des Heizungssystems übernimmt. Sie überwacht die Funktion der Wärmepumpe ständig. Der Fernzugriff ist über eine Schnittstelle möglich. Die Daten werden auf einem externen Datenspeicher gesichert, so dass sie bei Bedarf auf dem PC zur Verfügung stehen. Da die Regelung eine spezielle Software sowie einen „CheckServ“-Assistenten beinhaltet, werden die Servicetechniker bei Inbetriebnahme und Wartung zusätzlich unterstützt.

Darüber hinaus sorgt die Regelung dafür, dass sich die beiden Außenmodule in kaskadierter Weise je nach Leistungsanforderung auf und ab modulieren. So wird das erste Außenmodul auf 80 % Leistung hochmoduliert, bevor das zweite zugeschaltet wird. Beide laufen dann mit 40 % Leistungsanforderung. Sollte mehr Leistung benötigt werden, modulieren die Außengeräte entsprechend hoch. Das Resultat ist ein effizienter und schallreduzierter Betrieb. Mit der Funktion des leistungsgeregelten Nachtbetriebs kann der Schall in der Nacht reduziert werden.

Alles im Blick

Durch ein spezielles Kommu­nikationsprotokoll können unterschiedliche Daten der Außengeräte ausgelesen werden. Hierzu gehören:

Kompressorfrequenz,
Ventilatordrehzahl,
Öffnungsgrad des elektronischen Expansionsventils,
Temperaturen der
Sensoren,
Störcodes des
Außenmoduls.

Diese Daten helfen dem Techniker, schnell und einfach einen Überblick über die Gesamtanlage und die aktuellen Betriebszustände zu bekommen.

Fixe Warmmiete

Aufgrund des guten Gebäudestandards und der ausgefeilten Haustechnik können sich die Mieter über Jahre hinweg auf konstante Heizkosten einstellen. Deshalb erhebt Dr. Höper die Kosten für die Wärmeerzeugung bereits pauschal mit der Miete. Der Grundmietpreis beläuft sich dabei auf 8,50 €/m2. Hier sind die anfallenden Stromkosten für den Betrieb der Wärmepumpen bereits inbegriffen.

Ein Konzept mit Zukunft – wie auch die große Nachfrage zeigt. Bereits zwei Monate vor Fertigstellung waren alle Wohnungen vermietet. Auch der zukünftige Teilabschnitt ist bereits teilweise vermietet. „Die innovative Heizungstechnik von Remko ermöglicht uns einen problemlosen Betrieb und eine preisgünstige Warm-Vermietung der Wohnanlage“, stellt Bauherr Dr. Höper zufrieden fest.

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