IAQ für den IQ
Gute Luft im Gymnasium MarianumSchon im 19. Jahrhundert hat Max Pettenkofer in mehreren Versuchen den Kohlendioxidgehalt der Luft in Schulen gemessen und mit dem Geruchseindruck der Raumnutzer verglichen. Aus seinen Erkenntnissen stellte er die Maxime auf, dass der Kohlendioxidgehalt den Wert von 1.000 ppm nicht überschreiten dürfe, der immer noch geltende Pettenkofer-Wert. Dieser ist Basis für die Indoor Air Quality (IAQ).
Heutige Wissenschaftler wie Pavel Wargocki haben die Auswirkungen guter Raumluftqualität auf die Leistungen der Schüler gemessen und u.a. festgestellt, dass bei Verdopplung der Außenluftrate die Geschwindigkeit, mit der Rechenaufgaben gelöst wurden, durchschnittlich um bis zu 14 % gestiegen ist. Nach aktuellem Wissensstand besteht keinerlei Zweifel mehr, dass sich durch eine bessere Raumluftqualität Leistungsvermögen und Wohlbefinden steigern lassen, Allergien und Infektionen und daraus resultierend die Fehltage deutlich abnehmen.
Labore für die Forscher von morgen
Das Gymnasium Marianum in...
Heutige Wissenschaftler wie Pavel Wargocki haben die Auswirkungen guter Raumluftqualität auf die Leistungen der Schüler gemessen und u.a. festgestellt, dass bei Verdopplung der Außenluftrate die Geschwindigkeit, mit der Rechenaufgaben gelöst wurden, durchschnittlich um bis zu 14 % gestiegen ist. Nach aktuellem Wissensstand besteht keinerlei Zweifel mehr, dass sich durch eine bessere Raumluftqualität Leistungsvermögen und Wohlbefinden steigern lassen, Allergien und Infektionen und daraus resultierend die Fehltage deutlich abnehmen.
Labore für die Forscher von morgen
Das Gymnasium Marianum in Meppen ist eine katholische Privatschule in Trägerschaft der Schulstiftung des Bistums Osnabrück. Rund 1.150 Schüler werden von rund 90 Lehrkräften unterrichtet. Die parkähnlichen Anlagen auf der Südseite des Klostertraktes, die 1,3 ha große Streuobstwiese, der Schulgarten und die Imkerei regen zu Lernaktivitäten an und ergänzen das Schulgebäude sinnvoll und stimmig.
Das bestehende Gebäudeensemble mit dem denkmalgeschützten Klostertrakt aus dem Jahr 1901 wurde jetzt durch einen dreigeschossigen Neubau für die Naturwissenschaften Biologie, Physik und Chemie ergänzt.
Schüler der Leistungskurse Biologie, Physik und Chemie finden im neuen Gebäude ideale Voraussetzungen für eine fundierte und innovative naturwissenschaftliche Ausbildung. Hier wird nach neuesten Erkenntnissen experimentiert, analysiert und geforscht. Die neuen Chemieräume sind wie Forschungslabore ausgestattet: mit fachgerechten Laboreinrichtungen und -schränken sowie einem professionell ausgestatteten Lagerraum für die Substanzen und Laborgerätschaften, die zu Versuchszwecken bereitstehen.
Laborbedingungen brauchen ein spezielles Lüftungskonzept
Wo mit gesundheitsgefährdenden und gefährlichen Substanzen wie im naturwissenschaftlichen Trakt des Marianum-Gymnasiums experimentiert wird, muss das raumlufttechnische Konzept für die notwendige Sicherheit sorgen: In die Laborräume dürfen keine Gase, Dämpfe oder Stäube in gefährlicher Konzentration aus dem Inneren der Laborabzüge gelangen.
Für jeden der Laborräume im 2. OG des neuen naturwissenschaftlichen Gebäudes sorgen Abluftventilatoren auf dem Dach für den notwendigen Abluftvolumenstrom aus den Laborabzügen. Der Abluftverbrauch bestimmt die erforderliche Höhe der Zuluftvolumenströme. Die Abluftvolumenströme definieren sich je nach Art und Größe des Laborraums und den eingesetzten Laborabzügen und Absaugvorrichtungen. Neben der Einhaltung der Raumluftbilanzen muss die raumlufttechnische Regelung außerdem unterschiedliche Druckverhältnisse schaffen, um den Austritt von Stoffen aus dem Labor ins Gebäudeinnere zu unterbinden. Auch die Schubschränke des Lagerraums, in denen Chemikalien gelagert werden, sind in das Abluftsystem integriert, damit die Abluft aus den Schränken abgeführt werden kann.
Lüftungsintelligenz
Um die Sicherheit und den höchsten Komfort in den Klassenzimmern zu jeder Tageszeit sicherzustellen, sind die Komponenten des raumlufttechnischen Systems miteinander vernetzt. Ein intelligentes Luftmanagement erfasst alle relevanten Daten, wertet sie aus und sorgt für die Regelung des Systems nach den vorgegebenen Parametern.
Der naturwissenschaftliche Neubau wird von einem RLT-Gerät der Serie „X-Cube“ mit einer Luftvolumenstromleistung von insgesamt 22.000 m3/h versorgt, das mit hocheffizienten PM-Motoren ausgestattet ist. Die Klima- und Lüftungsanlage beheizt und kühlt die Räume des Neubaus. Laut Jens Hawighorst, technischer Leiter des Bistums, ist aufgrund der Passivbauweise des Gebäudes die Beheizung der Räume ganz selten und nur an sehr kalten Tagen erforderlich.
Lüftungskomfort aufgrund „intelligenter“ Raumregelung
Im Zentralgerät ist das Regelungssystem „X-Cube control“ integriert. Das Regelungssystem steuert zum einen das Klimazentralgerät. Zum anderen ist es durch intelligente Vernetzung der Lüftungskomponenten für eine energieeffiziente Versorgung der Gebäudeabschnitte und Räume je nach Belegungssituation verantwortlich. Sensoren für Raumbelegung, Luftqualität oder Temperatur melden ihre Messwerte über die Regelmodule an die übergeordnete Regelinstanz „X-Aircontrol“, so dass eine bedarfsgerechte Raumregelung erfolgt. In 28 Zonen der drei Etagen sind Zonenmastermodule mit Schnittstellen zur Gebäudeleittechnik für die geregelte Luftversorgung verantwortlich. Durch „X-Aircontrol“ war eine Vernetzung mit den Schnittstellen der Gebäudeleittechnik der bisherigen Gebäude per Plug & Play einfach zu bewerkstelligen. Im Schaltschrank des Neubaus wurde zudem ein Modem geschaltet, so dass eine Fernüberwachung der Anlage möglich ist.
Am Display des RLT-Geräts können die Parameter abgerufen, aber auch automatisierte oder manuelle Funktionstests visualisiert, verfolgt und dokumentiert werden, beispielsweise von Brandschutzklappen, die durch das „Troxnetcom“-System angebunden sind. Der Anschluss an die übergeordnete Gebäudeautomation erfolgt problemlos über standardisierte Protokolle.
In den Chemieräumen wird nicht ständig experimentiert. Sie dienen auch als „normale“ Klassenzimmer. Deshalb hat der Lehrer die Möglichkeit, bei Nicht-Laborbetrieb durch einen Schlüsselschalter am Lehrerpult die Lüftung von Labor- auf Normalbetrieb umzuschalten. Das heißt, die Luftzufuhr wird abgesenkt, da der Luftaustausch bei einer Nutzung als Klassenzimmer bei Weitem nicht so hoch sein muss wie beim Laborbetrieb. So wird wertvolle Energie gespart und Klimakomfort gesteigert.
Effiziente Luftführung
Am Ende des Luftwegs sorgen in den Schulräumen und den Fluren in das Deckenraster integrierte Dralldurchlässe der Serie „Xarto“ für einen komfortablen Lufteintritt ohne störende Geräusche und mit geringen Luftgeschwindigkeiten im Aufenthaltsbereich. Für den hohen Lüftungskomfort ist der schnelle Geschwindigkeitsabbau aufgrund strömungsoptimierter, dreidimensionaler Lamellen für die einströmende Mischlüftung verantwortlich. Trox fertigt das hinter der Durchlassfront befindliche Drallelement aus hochwertigem Kunststoff, der – anders als Metall – eine strömungstechnisch optimale Verformung der Lamellen ermöglicht. Die Abluft wird über eine zweite Reihe dieser Luftdurchlässe abgeführt, so dass sich ein symmetrisches Deckenbild ergibt und keine Abluftgitter benötigt werden.
Sensibler Umgang beim Brandschutz
Beim Brandschutz in Schulen ist hohe Sensibilität und Sicherheit gefordert. Das Marianum beheimatet über 1.000 Schüler. Das erfordert ein absolut zuverlässiges Sicherheitssystem. Das intelligente Steuer- und Überwachungssystem „Troxnetcom“ vereint in diesem Gymnasium Brandschutz- und Entrauchungsklappen, Rauchmelde- und Rauchauslöseeinrichtungen zu einem höchst zuverlässigen System. Aufgrund „Troxnetcom“ sind die Komponenten im ständigen Austausch. Zustände werden kontinuierlich erfasst und analysiert. So sorgt das System für absolute Sicherheit und verhindert im Brandfall die Rauchübertragung über die Lüftungsleitungen, indem es die Brandschutz- und Entrauchungsklappen gezielt ansteuert.
Alles aus einer Hand
Jens Hawighorst, der Planungsverantwortliche des Bistums, wollte eine Komplettlösung: „Zu viele Schnittstellen schaffen Reibungsverluste. Komponenten aus verschiedenen Quellen sind nicht optimal aufeinander abgestimmt, die Anbindung an die Gebäudeleitechnik gestaltet sich kompliziert. Deshalb haben wir uns für eine Lösung aus einer Hand entschieden, um Schnittstellen und den Planungs- sowie Abstimmungsaufwand zu minimieren. Die Kosten für die Anlagenkomponenten waren zwar etwas höher, aber insgesamt, durch eine geringere Schnittstellenproblematik, deutlich niedriger.“
Unterstützung vor Ort
Eine Automatisierung der Systeme verlangt spezielles Know-how hinsichtlich Parametrierung und Monitoring einer Anlage. Roland Becker, der zuständige Projektleiter für die Mess- und Regeltechnik, war zur Inbetriebnahme der Anlage in Meppen vor Ort, um alles durchzuchecken. Mit dem zuständigen Elektriker überprüfte er sämtliche Funktionen der RLT-Anlage. Störmeldungen wurden analysiert und beispielsweise eine fehlerhafte Verdrahtung korrigiert. Trox-Servicemitarbeiter kennen ihre RLT-Komponenten in- und auswendig, sie vernetzen sie intelligent und bieten vor Ort vor allem Unterstützung in der Mess-, Steuer- und Regeltechnik – nicht gerade klassische Bereiche der Kälte-Klima-Branche.
Fazit
Jens Hawighorst fühlt sich in seiner Entscheidung und Einschätzung bestätigt: „Ich habe wesentlich weniger Zeit auf der Baustelle verbracht, weil alles aus einer Hand geliefert wurde. Die RLT-Anlage arbeitet äußerst effizient und zuverlässig. Das innovative MSR-System informiert mich zu jeder Zeit über alle relevanten Lüftungsparameter oder meldet Unregelmäßigkeiten. Das Monitoring gibt mir die Möglichkeit, Effizienz und Effektivität der Anlage zu analysieren und gegebenenfalls vorgegebene Parameter zu korrigieren. Die Unterstützung vor Ort war einfach großartig.“
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