Lösungen für jede Anwendung

Heizkörper sicher befestigen

Die VDI 6036 definiert Mindestanforderungen an Heizkörperbefestigungen. Die Richtlinie berücksichtigt dabei nicht nur den bestimmungsgemäßen Gebrauch, sondern auch eventuell zu erwartende Fehlnutzungen. Vier Anforderungsklassen gilt es bei der Planung zu berücksichtigen. Der Heizkörperhersteller Purmo bietet für jede dieser Klassen geeignete Befestigungen.

Alle Heizkörperbefestigungen sind so auszuwählen und zu dimensionieren, dass sie nicht nur bei bestimmungsgemäßem Gebrauch, sondern auch bei vorhersehbaren unsachgemäßen Nutzungen einen sicheren Halt der Heizkörper an der Wand gewährleisten. Damit sollen Personen- und Sachschäden vermieden werden, denn von einem schweren Gegenstand wie einem gefüllten Heizkörper kann durchaus ein Gefahrenpotential ausgehen. Unsachgemäße Nutzungen sind im Alltag eher die Regel, denn Heizkörper werden immer wieder gerne als Sitz, Steighilfe oder Ablage für schwere Gegenstände benutzt. Und auch wenn im Schadensfall niemand verletzt werden sollte, so kann das Heizungswasser doch kostenintensive Schäden am Bau und an der Einrichtung verursachen. Aushalten sollte die Verankerung der Heizkörper auch diverse Kollisionen mit Kinderfahrzeugen, Rollstühlen und anderen Geräten, wie sie in Privathaushalten, Krankenhäusern oder in der Gastronomie anzutreffen sind.

Ein Kapitel für sich sind öffentliche Bereiche, wo vielleicht sogar mit vorsätzlicher Zerstörung zu rechnen ist. Besondere Belastungen können weiterhin durch Panik in Fluchtwegen auftreten. Am Ende dieser Skala wären dann extreme Formen von Vandalismus, wie sie in Psychiatrien und im Justizvollzug gelegentlich vorkommen. Die Heizkörperbefestigung ist also durchaus ein weites Feld und wenn etwas passiert, steht auch gleich die Haftungsfrage auf der Tagesordnung.

Vier Anforderungsklassen

Eine fundierte Entscheidungshilfe bei der Wahl geeigneter Be­fes­ti­gungs­sys­teme für Heizkörper bietet die VDI 6036. 

Eventuelle Zusatz­belas­tun­gen, mit denen der Wahrscheinlichkeit nach zu rechnen ist, berücksichtigt die Richtlinie und definiert je nach Anwendung vier Anforderungsklassen. Diese legen die Beschaffenheit der Heizkörperbefestigungen fest. Allerdings ist dabei stets auch die Qualität des Baukörpers zu berücksichtigen, also die Tragfähigkeit der Wand oder des Bodens, falls Standkonsolen zum Einsatz kommen.

Für normale Anforderungen sind Befestigungssysteme der Klasse 1 vorgesehen. Anwendungsbereiche hierfür sind Wohn- und Personalbereiche. Erhöhte Anforderungen, wie sie in öffentlichen Bereichen, Fluren und Treppenhäusern anzutreffen sind, deckt Klasse 2 ab. Etwas mehr zur Sache darf es bei Klasse 3 gehen. Sie gilt bei hohen Anforderungen, wie sie z.B. in Klassenräumen, Fluchtwegen und öffentlichen Bereichen anzutreffen sind. Die schon genannten Extremanforderungen werden mit der offenen Klasse 4 abgedeckt. 

Auch wenn VDI-Richtlinien grundsätzlich den Charakter von Empfehlungen haben und keine Verpflichtung zur Anwendung besteht, so wird sich im Falle eines Rechtsstreits ein Gericht erfahrungsgemäß am Stand der Technik orientieren. Dieser wird in der Regel durch aktuelle Normen und Richtlinien abgebildet, in diesem Fall durch die VDI 6036.

Produkte und Planungshilfen

Für das gesamte Spektrum der Anforderungsklassen 1 bis 3 und teilweise auch für Klasse 4 liefert der Hersteller Purmo (www.purmo.com/de/) entsprechende Wand- und Standkonsolen. Das Angebot ist dabei so strukturiert, dass es Planern und Installateuren in den Standardfällen die Arbeit vereinfacht: Fast alle Heizkörper, die zusammen mit Befestigungen geliefert werden, decken die Anforderungsklassen 1 und 2 ab.

Einzige Ausnahme sind die Röhrenradiatoren „Delta Laser­line“. Für einige Konsolen sind bei Anforderungsklasse 2 zusätzliche Sicherungssets und Klemmhalter erforderlich. In einer achtseitigen Broschüre sind diese Fälle in Tabellenform übersichtlich dargestellt. Die Broschüre ist auf der Downloadseite von Purmo zu finden, der Kurzlink //bit.ly/2IyqEPa:https://bit.ly/2IyqEPa führt dorthin. In der Broschüre werden auch die Befestigungen für höhere Anforderungsklassen tabellarisch behandelt.

Ab der Anforderungsklasse 3 wird es für die Bauverantwortlichen etwas komplizierter. Es geht dabei um die Anwendungsgebiete Fluchtwege, Schulen und Jugendzentren, Versammlungsstätten und Bahnhöfe sowie Kasernen. 

Auch hier sind die meisten Produkte zulässig, die Purmo für die Klassen 1 und 2 liefert. Ausnahmen sind in der genannten Broschüre dargestellt. 

Speziell für die Anforderungsklasse 4 hält der Hersteller Be­fes­ti­gun­gen für den Röhrenradiator vor. Allerdings sind für diese Anforderungsklasse Rücksprachen mit den Bauherren erforderlich. 

Fazit 

Die Heizkörperbefestigung ist ein wichtiges Planungsdetail, für das die VDI 6036 mit ihren vier Anforderungsklassen die Planungsgrundlage bietet.

Info

VDI 6036 – Anforderungen an Heizkörperaufhängungen

Anforderungsklasse 1: normale Anforderungen wie im Wohnbereich oder Büro. Der Heizkörper ist kaum Zusatzbelastungen ausgesetzt, die eine verstärkte Befestigung erfordern.

Anforderungsklasse 2: erhöhte Anforderungen in öffentlich zugänglichen Bereichen wie Verkaufsräumen, Treppenaufgängen und Hotelzimmern. Hier kann es zu einem unvorsichtigen Gebrauch kommen. Fahrräder werden angelehnt oder die Reinigungskraft fährt mit ihrem Putzwagen gegen den Heizkörper.

Anforderungsklasse 3: hohe Anforderungen, die in Klassenräumen und Fluchtwegen auftreten können. Heizkörper werden vorsätzlich als Sitzgelegenheit genutzt oder müssen in den Fluchtwegen Paniksituationen standhalten.

Anforderungsklasse 4: sehr hohe Anforderungen und Sonderbelastungen wie sie beispielsweise in Justizvollzugsanstalten oder in der Psychiatrie zu erwarten sind. Höchste Befestigungsstabilität muss gewährleistet sein.

Auch die beste Heizkörperaufhängung nutzt nichts, wenn die Bausubstanz keine ausreichende Festigkeit aufweist. Dies gilt es ebenfalls zu berücksichtigen.

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