Gebäude vor ihrer Nutzung testen?
Der Vollprobetest nach der neuen VDI 6010 Blatt 3Die Schlagzeilen um die noch nicht fertig gestellten Großprojekte zeigen es. Die Komplexität der technischen Anlagen und Schnittstellen in den Gebäuden erfordert eine Projektabwicklung, die die ursprünglichen Grundlagen des Planungsprozesses bis zur Fertigstellung fortführt.
Das Zusammenspiel der Gewerke ist eine Chance
Durch die Vielzahl von Gewerken, die zur Gesamtfunktion des Gebäudes beitragen, finden sich für den normalen Nutzungsfall und den baurechtlichen Sicherheitsfall zahlreiche Schnittstellen zwischen den Gewerken (siehe Bild 1).
Für die baurechtlich notwendigen Anlagen im Gebäude ist ein Wirkprinziptest vorgeschrieben, dieser bildet aber nur ein Teil der Gebäudefunktionen (nur für den baurechtlichen Sicherheitsfall) ab. Für diesen Wirkprinziptest gibt es bisher keine standarisierte Abfolge. Dieser Sachverhalt ändert sich mit Erscheinen des...
Das Zusammenspiel der Gewerke ist eine Chance
Durch die Vielzahl von Gewerken, die zur Gesamtfunktion des Gebäudes beitragen, finden sich für den normalen Nutzungsfall und den baurechtlichen Sicherheitsfall zahlreiche Schnittstellen zwischen den Gewerken (siehe Bild 1).
Für die baurechtlich notwendigen Anlagen im Gebäude ist ein Wirkprinziptest vorgeschrieben, dieser bildet aber nur ein Teil der Gebäudefunktionen (nur für den baurechtlichen Sicherheitsfall) ab. Für diesen Wirkprinziptest gibt es bisher keine standarisierte Abfolge. Dieser Sachverhalt ändert sich mit Erscheinen des Gründruckes der VDI 6010 Blatt 3.
Baurechtliche Funktion ist ein Muss – der Nutzer bestimmt weitere Vorgaben
Neben dem Wirkprinziptest gibt es aber auch Funktionen, die dem Nutzer des Gebäudes wichtig sind, also Funktionen im normalen Nutzungsfall des Gebäudes. So müssen z. B. für Einkaufszentren USV-Systeme für Kassen, für Glasfassaden der Sonnenschutz oder auch Systeme, die für die Behaglichkeit im Gebäude verantwortlich sind, funktionstüchtig sein. Diese dem Nutzer wichtigen Funktionen sollten auch, im Zuge eines Funktionstests, geprüft werden. Aus diesen Anforderungen wurde im Blatt 3 der VDI 6010 der Begriff Vollprobetest entwickelt, der den baurechtlich geforderten Wirkprinziptest und weitere, für den Nutzer wichtige, Tests beinhaltet. Der Vollprobetest ist ein Gewerke übergreifender Funktionsnachweis für sicherheitsrelevante Anlagen oder Anlagen mit hohem Verfügbarkeitsanspruch und Anlagen mit benutzerspezifischen Anforderungen der aus Wirkprinzipprüfung, Schwarzschaltung und zusätzlichen Prüfungen bestehen kann.
Die Schwarzschaltung (also das Abschalten der allgemeinen Stromversorgung) kann für beide Tests durchgeführt werden (siehe Bild 2).
Die VDI 6010 Blatt 3 gibt dem Nutzer ein Werkzeug in die Hand, Gebäude standardisiert auf Funktionsfähigkeit zu prüfen. Dabei wurden z. B. folgende Dinge vereinfacht:
Ablauf des Vollprobetests
Für den Ablauf eines Vollprobetests wurden in der VDI 6010 Blatt 3 Methoden entwickelt. Der Ablauf eines Vollprobetests ist in Bild 3 beschrieben.
Die VDI 6010 Blatt 3 hält Dokumente für den Vollprobetest bereit.
Ohne Test der Gesamtfunktion ist kein Erfolg bei der Nutzung des Gebäudes dokumentierbar
Voraussetzung für ein funktionierendes Gebäude ist die Verbindung aller Teilsysteme zu einem funktionierenden Gesamtsystem. Es führen schon wenige Fehlfunktionen zu Störungen in der Nutzung.
Da für ein funktionierendes Gebäude ein ganzheitliches Denken für den normalen Nutzungsfall und den baurechtlichen Sicherheitsfall ein Muss ist, kann ein Eigentümer mit seinen am Bau beteiligten Projektpartnern nur über einen Vollprobetest gemäß VDI 6010 Blatt 3 die Funktionsfähigkeit prüfen.
Literatur
[1] „Systeme der Gebäudeautomation“, Jörg Balow, cci Dialog GmbH, 2012 ISBN 978-3922420262 [2] VDI 6010 Blatt 3 Sicherheitstechnische Einrichtungen für Gebäude – Vollprobetest [3] „Ganzheitliches Denken in der Gebäudeautomation – Planung, Ausführung und Betrieb“, Jörg Balow, tab 05/2013Jetzt Artikel freischalten:
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