Treiber der steigenden Komplexität der zu installierenden Anlagentechnik und die damit in Verbindung stehende Gebäudeautomation sind zum einen die unmittelbare Forderung von Bauherren und Nutzern nach Effizienz und Komfort und zum anderen die gesetzlichen Rahmenbedingungen vor dem Hintergrund der zu erreichenden Klimaschutzziele. Die zu installierende Anlagentechnik ist technologisch und ökonomisch zweckmäßig zu planen, in Form einer fehlerfreien Integrationslösung zu realisieren, um diese anschließend effizient betreiben zu können. Dabei nimmt die Gebäudeautomation inklusive der damit im Zusammenhang stehenden Fachkräfte die erfolgsentscheidende Rolle ein.
Bauprojekte verlaufen vielfach in einer sequentiell organisierten Prozesskette ohne prozessgliedübergreifende Integration. Weiterhin fällt auf, dass den einzelnen Gliedern innerhalb der Prozesskette prozesskettenübergreifendes Know-how fehlt und zum Teil auch inhaltliche Schwächen in den individuell besetzten Fachbereichen vorliegen. In der Konsequenz führt dieser Missstand dazu, dass ein „Roter Faden“ in Bauprojekten zum Teil gar nicht erst besteht und/oder sich während des Projektablaufs immer wieder verschlingt bzw. abzureißen droht. Ein verschärfter Bruch in der Prozesskette lässt sich insbesondere beim Übergang zwischen Bau- und Betriebsphase feststellen.
Das Ausmaß des Projekterfolgs in einem Bauprojekt ist unmittelbar abhängig vom Handeln der prozessbeteiligten Akteure. Die Akteure müssen in der Lage sein, ihre fachspezifischen Aufgabenpakete hinreichend zu erfüllen. Und sie müssen ihre Aufgaben immer im Kontext der gesamten Prozesskette und des damit in Verbindung stehenden Gesamtergebnisses – der funktionierenden Integrationslösung über Baukonstruktionen, technische Anlagen respektive der Gebäudeautomation und des Nutzers hinweg – verstehen und erfüllen. Nur auf diese Weise kann es gelingen, Aufgaben-Differenzierung und Aufgaben-Koordination lösungsorientiert in Einklang zu bringen und den gewünschten Projekterfolg für alle Bauprozessbeteiligten zu erzielen. Voraussetzung dafür ist ein angemessenes fachspezifisches und generalistisches Know-how-Niveau aller Beteiligten. Weiterhin müssen die Teilleistungen der Akteure rechtzeitig und kollaborativ in den Bauprozess einfließen.
Dieses Problems hat sich das IMB-Institut angenommen und ein Lehrgangskonzept entwickelt, welches nun mit der ersten Präsenzunterrichtsphase an der HWK Reutlingen begann und demnächst ebenfalls in Zusammenarbeit mit den Handwerkskammern Düsseldorf, Leipzig, Mainz und Nürnberg fortgesetzt wird; weitere Standorte befinden sich in Vorbereitung. Die gewählte Form der Lernorganisation kombiniert die Vorteile von Selbstlernphasen, Präsenzveranstaltungen und E-Learning. Die besonderen Belange Berufstätiger werden dadurch optimal berücksichtigt. Das Lehrgangskonzept ermöglicht eine problemlose Teilnahme an den einzelnen Lehrgangsstandorten aus einer Entfernung von mehr als 300 km.
