Energieversorgung durch Effizienz sichern

Die atomare Katastrophe in Japan und die Frage nach der Sicherheit deutscher AKW hat die Debatte um die zukünftige Energieversorgung Deutschlands neu entfacht. Es wird diskutiert, ob ein schnellerer Atomausstieg ohne Versorgungsengpässe zu machen ist. Der Steigerung der Energieeffizienz kommt dabei eine Schlüsselrolle zu: Sie ist die sauberste, billigste und sicherste Energiequelle – und sofort verfügbar. Die Deutsche Unternehmensinitiative Energieeffizienz e. V. (DENEFF) schlägt der Bundesregierung in einem Zehn-Punkte-Programm für die kommenden zwölf Monate konkrete Sofort-Maßnahmen vor, mit...

Die atomare Katastrophe in Japan und die Frage nach der Sicherheit deutscher AKW hat die Debatte um die zukünftige Energieversorgung Deutschlands neu entfacht. Es wird diskutiert, ob ein schnellerer Atomausstieg ohne Versorgungsengpässe zu machen ist. Der Steigerung der Energieeffizienz kommt dabei eine Schlüsselrolle zu: Sie ist die sauberste, billigste und sicherste Energiequelle – und sofort verfügbar. Die Deutsche Unternehmensinitiative Energieeffizienz e. V. (DENEFF) schlägt der Bundesregierung in einem Zehn-Punkte-Programm für die kommenden zwölf Monate konkrete Sofort-Maßnahmen vor, mit denen die Energieeffizienz im Strom- und Wärmebereich gesteigert werden kann und somit bis 2020 alle bestehenden Atomkraftwerke eingespart bzw. ersetzt werden können – ohne zusätzliche Energieimporte und CO2-Emissionen.

Im Stromsektor können jährlich etwa 68,3 TWh aus dem Sofortprogramm zuzüglich 13 TWh durch bereits beschlossene Ökodesign-Maßnahmen (Pumpen, Stand-by, Haushaltsbeleuchtung) bis 2020 eingespart werden. Das entspricht der Jahresproduktion von über zehn Großkraftwerken (Maßnahmen 1 bis 4) Die Steigerung der Wärmeeffizienz ist wichtig für die notwendige Anpassung des Energie-Mix. Durch den Verzicht auf AKW-Kapazitäten steigt kurzfristig der Bedarf nach der Verstromung fossiler Energieträger wie Erdgas. Durch eine wirksame und schnelle Steigerung der Wärmeeffizienz kann der zusätzliche CO2-Ausstoß durch den Ersatz der Jahresproduktion neun weiterer AKW durch konventionelle Gaskraftwerke kompensiert und zusätzliche Energieimporte minimiert werden. Insgesamt können 155 TWh Wärme eingespart werden (Maßnahmen 5 bis 7). Unterstützend müssen Akteure aus der Finanzwirtschaft, neue Dienstleister, die öffentlichen Hand und die Wissenschaft aktiviert und motiviert werden, zur Schaffung attraktiver Rahmenbedingungen und Entwicklungen beizutragen. Nur so sind die genannten Einsparziele schnell und effektiv zu erreichen (Maßnahmen 8 bis 10).

Insgesamt würde durch die Maßnahmen des Sofortprogramms zwischen 260000 und 500000 zusätzliche Arbeitsplätze geschaffen und gesamtwirtschaftlich umgerechnet jeweils 19,3 Mrd. € Energiekosten pro Programmjahr eingespart werden. Dem gegenüber stehen zusätzliche Investitionen in Höhe von 11,8 Mrd. €, wovon 6,9 Mrd. € im Rahmen des Programms an öffentlichen Mitteln benötigt werden.

Dieser Beitrag ist eine Zusammenfassung der Expertise der Deutschen Unternehmensinitiative Energieeffizienz e.V. (DENEFF) mit wissenschaftlicher Beratung des Wuppertal Instituts für Klima, Umwelt, Energie. Ein Kurzinterview zum Thema mit Thomas Landmann, Verkaufsdirektor beim Energieversorger Primagas, lesen Sie in der tab 6/2011.

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