Energieeffizienz von Gebäuden

Die Normenreihe DIN EN ISO 52000 (Entwürfe)

Mit der Umsetzung der europäischen Gebäudeeffizienzrichtlinie (EPBD) [1] ergeben sich gegenwärtig eine Vielzahl von neuen EN-Normen, die in nationale Normen (DIN EN) überführt werden müssen. Dabei wird es zukünftig eine strukturierte Gliederung geben. Dies wird anhand der Normenreihe DIN EN ISO 52000 (Entwürfe) näher erläutert.

Gemäß einer vorgegebenen Matrix enthalten die Normen und deren Teile zum Titel ergänzende Angaben in Form von vorgegebenen Abkürzun­gen, die sogenannte Module (M1 bis M14) und Untergruppen (sub1 bis sub14) [Anmerkung des Autors: Die Bezeichnung „sub“ ist unverständlich und wahrscheinlich entlehnt aus Sub = unter, d. h. Unterpunkt]. 

In den letzten Monaten erschienen eine Reihe von Entwürfen der Normenreihe 520xx zur Energieeffizienz, die bisherige DIN-EN-Normen zu dieser Problematik redaktionell überarbeiteten und umstrukturierten im Sinne der Vorgaben der EPB-Normen. 

Die Einspruchszeit...

Gemäß einer vorgegebenen Matrix enthalten die Normen und deren Teile zum Titel ergänzende Angaben in Form von vorgegebenen Abkürzun­gen, die sogenannte Module (M1 bis M14) und Untergruppen (sub1 bis sub14) [Anmerkung des Autors: Die Bezeichnung „sub“ ist unverständlich und wahrscheinlich entlehnt aus Sub = unter, d. h. Unterpunkt]. 

In den letzten Monaten erschienen eine Reihe von Entwürfen der Normenreihe 520xx zur Energieeffizienz, die bisherige DIN-EN-Normen zu dieser Problematik redaktionell überarbeiteten und umstrukturierten im Sinne der Vorgaben der EPB-Normen. 

Die Einspruchszeit zwischen Veröffentlichung und Einspruchsfrist liegt symptomatisch gerade mal bei einem Monat, was als nicht akzeptabel zu werten ist.

DIN EN ISO 52000 Bl. 1 (Entwurf) [2]

Der Normentwurf DIN EN ISO 52000 Blatt 1 [2] „Allgemeine Rahmen und Verfahren“ (Umfang der deutschen Fassung: 163 Seiten) stellt eine systematische, umfassende und modulare Struktur zur integrierten energetischen Bewertung von Gebäuden zur Verfügung, um die Einheitlichkeit aller EPB-Normen, die zur Berechnung der Energieeffizienz von Gebäuden erforderlich sind, sicherzustellen.

Er stellt einen Rahmen für die Bewertung der Gesamt­energieeffizienz von Gebäuden dar und umfasst u. a.:

allgemeine Begriffe und Symbole;
Gebäude und Bilanzgrenzen;
Partitionierung von Gebäuden in Bereichskategorien;
eine Methodologie zur Berechnung der Energieeffizienz von Gebäuden (eine Reihe von umfassenden Gleichungen zur Berechnung der Energie, die am Gebäudestandort und in der Nähe des Gebäudes verbraucht, geliefert, erzeugt und/oder exportiert wird);
eine Reihe von umfassenden Gleichungen und Eingabe-/Ausgabe-Beziehungen, die die verschiedenen Elemente, die für die Bewertung der Gesamtenergieeffizienz von Gebäuden maßgebend sind und in unterschiedlichen EPB-Normen behandelt werden, miteinander verbinden;
allgemeine Anforderungen an EPB-Normen, die Teilberechnungen behandeln;
Regeln für die Zusammenfassung unterschiedlicher Bereiche in Zonen;
Leistungsindikatoren;
Methodologie zur Bewertung der Energieverbrauchskennwert.

Die Verfahren berücksichtigen, die für die verschiedenen Anwendungen, wie z. B. den Gebäudeentwurf, das „fertige“ neue Gebäude, bestehende Gebäude in der Nutzungsphase und Renovierungen, geltenden speziellen Möglichkeiten und Begrenzungen.

Die Norm ist Bestandteil des EPB-Normenpakets und Tabelle 1 zeigt die relative Position der Norm (M1-1 bis M1-3, M1-5; M1-7 bis 1-10).

Es wurden folgende Änderungen vorgenommen: Normnummer geändert und Norm umfangreich überarbeitet.

In Tabelle 5 der Norm wird u. a. auch auf die Bedeutung einzelner Abschnitte der Norm hinsichtlich der Inspektion bzw. dazu auf entsprechende Erläuterungen in Blatt 2 der Norm (noch nicht veröffentlicht) verwiesen.

Bild 1 enthält eine schematische Darstellung des Perimeter- und Bilanzgrenzenkonzepts. Beschrieben werden:

Begriffe; Symbole, Einheiten und Indices (nur zum Teil Übereinstimmung mit VDI 4700 Bl. 3) [3];
Beschreibung des allgemeinen Rahmens und der Verfahrensweisen;
allgemeine Vorbereitungsschritte;
rechnerisch ermittelte Energieeffizienz von Gebäuden;
gemessene Gesamtenergieeffizienz und Vergleich mit den Berechnungen;
Bewertung der Gesamtenergieeffizienz von Gebäuden;
Zonierung;
Berechnung der Energieeffizienz, Vorgehensweise und Energiebilanz;
Bericht zur energetischen Bewertung – Allgemeines.

Die normativen Anhänge A, C und E behandeln:

Datenblatt für die Eingabedaten und die Auswahl des Verfahrens;
gemeinsame Indices;
Verfahren für die Berechnung der Energieeffizienzkennwerte je Gebäudeteil und/oder Versorgungsart.

Der informative Anhang B enthält ein Eingabedatenblatt mit CEN-Werten und Wahlmöglichkeiten.

Die informativen Anhänge D, F bis H beinhalten Aussagen zu:

Berechnung der gemessenen Energieeffizienz,
alphabetisches Verzeichnis der Begriffe,
stromnetzbezogene Kennwerte;
Vorschlag zu Kennwerten für die Bewertung von Niedrigst­energiegebäuden (nZEB).

DIN EN ISO 52003 Blatt 1 (Entwurf) [4]

Die DIN EN ISO 52003 [4] „Ener­gie­effi­zienz von Gebäuden – Festlegungen zur Bewertung der Energieeffizienz von Gebäuden – Blatt 1: Allgemeine Aspekte und Anwendung auf die Gesamtenergieeffizienz (deutsche [46 Seiten] und englische Fassung) ersetzt die bisherige DIN EN 15217 [5]. Der Normentwurf stellt einen Rahmen für mögliche Arten der Angabe der Energieeffizienz zur Verfügung, insbesondere mit dem Ziel, Anforderungen an die EPB auf der übergreifenden Ebene des Gebäudes, einschließlich der Technischen Gebäudeausrüstung und Energieausweiserstellung sowie Kennzeichnung der Energie(effizienz), festzulegen.

Die Indikatoren für die Gesamt- oder die Teilenergie­effi­zienz eines Gebäudes, d. h. die quantitativen Ausgabewerte von EPB-Bewertungen, können für verschiedene Zwecke angewendet werden:

Verordnungen: um die Einführung von Verordnungen zur Energieeffizienz von Gebäuden zu ermöglichen;
Entscheidungen: Zur Erleichterung von Entscheidungen oder Handlungen im privaten oder öffentlichen Bereich und
Information und Kommuni­kation: Für Gebäudeplaner, Eigentümer, Betreiber, Nutzer, politische Entscheidungsträger und Bürger (als Verkäufer oder Vermieter, als Käufer oder Mieter).

Die Norm wird von Normen ergänzt, die dasselbe Thema auf der Ebene des Gebäudes selbst (d. h. meist ohne Techni­sche Gebäudeausrüstung), auf der Ebene der Technischen Gebäudeausrüstung und der Ebene von Gebäudeelementen (z. B. Bausubstanz und Elemente der Technischen Gebäudeausrüstung) behandeln.

Die Norm bildet auch eine gemeinsame Grundlage und enthält allgemeine Betrachtungen für die nachfolgenden EPB-Normen, die dasselbe Thema für das Gebäude selbst (die Substanz) und die Gebäude­elemente sowie für spezielle Technische Gebäudeausrüstungen, die bestimmte Arten der Energienutzung bedienen (wie z. B. Heizung, Kühlung, Trinkwarmwasser und Beleuchtung), behandeln.

Die Norm stellt einen strukturierten und transparenten Rahmen für verschiedene (nicht restriktive) Wahlmöglichkeiten bereit, der direkte Verweisungen in nationale Verordnungen ermöglicht, während er für die regulative Auswahl Flexibilität bietet.

Die Normennummer wurde geändert und das Dokument umfangreich überarbeitet. Die Norm ist Bestandteil des EPB-Normenpakets und Tabelle 1 zeigt die relative Position der Norm (M1-4). Behandelt werden:

Begriffe, Symbole und Abkürzungen,
Beschreibung der Norm,
Zusammenhang zwischen den EPB-Funktionen, -Indikatoren, -Anforderungen, -Kennwerten und der Ausweiserstellung,
Energieeffizienzfunktionen und ihre Indikatoren,
Anpassung von Anforderungen und Kennwerten,
Anforderungen an die Energieeffizienz,
Energieeffizienzbewertung,
Verfahren zur Erstellung des Energieausweises,
Qualitätskontrolle und Übereinstimmungsprüfung.

Die normativen Anhänge A und C enthalten Aussagen zu: Vorlage für Wahlmöglichkeiten und Parallelstrecken bei normativen Verweisungen. Der informative Anhang B legt die Standard-Eingangsdaten und Auswahlmöglichkeiten fest.

Bemerkungen zum Inhalt

Beim Vergleich der beiden Normen ist u. a. Folgendes aufgefallen:

Begriffe:

 Es wird unterteilt in Gebäude und Energiekenn­effizienz, Kennwerte und Ausweiserstellung.

 Bei den Bezugsflächen wird nicht mehr unterteilt, sondern einerseits eine Bezugsgeschossfläche definiert (Bezugsmaß, das auf der Nutzfläche basiert) und andererseits in Nutzfläche für die Bewertung der Energieeffizienz, die als Geschossfläche zur Quantifizierung bestimmter Nutzungsbedingungen definiert ist und als Grundlage für die Festlegung der Bezugsgeschossfläche dient (Anmerkung des Autors: Dies ist unklar, da es in den Deutschland üblichen Regularien [13] eindeutige Flächendefinitionen gibt).

Einführung des Begriffs „Energieeffizienzindikator“ (gmessen, Standard, EPB-Indikator)
Symbole und Abkürzungen

Es wird auf die DIN EN ISO 52000 Blatt 1 [2] Bezug genommen und auf ergänzende Symbole und Indices hingewiesen, die jedoch in ihrer Aussagefähigkeit ungenügend nachvollziehbar sind, vor allem wenn sie mit bisher in den EPB-Normen üblichen Symbolen und Indices verknüpft werden.

Kapitel 5

Es wird auf Verfahren zur Bewertung der Energieeffizienz (zwei Hauptverwendungen) hingewiesen und auf die Einführung von Indikatoren, die Zwischen- und Endergebnisse repräsentieren sollen. Dieses Kapitel (auch Aussagen zu Eingangs- und Ausgangsdaten) hätte sinnvollerweise an den Anfang der Norm gehört, um den Nutzer oder Leser in den Problemkreis und die Notwendigkeit einzuführen.

Kaptel 7: Gesamtenergieeffizienz

Die Gesamtenergieeffizienz wird durch eine oder mehrere Gesamtindikatoren Ewe dargestellt, bei denen es sich um die gewichtete gelieferte Energie abzüglich der gewichteten exportierten Energie handelt, die nach [2] ermittelt werden. Die beispielhaft aufgeführten Werte für Ewe sind allein schon wegen der gereihten, ohne Komma versehenen Indices schwierig nachzuvollziehen.

Kapitel 10: Energieeffizienzbewertung

Es werden zwei Verfahren dargestellt (Standardverfahren mit zwei Bezugspunkten und mit einem Bezugspunkt). Die Klassifizierung des Letzteren ähnelt in der Tabelle den Bewertungsverfahren nach DNGB bzw. BEAM.

Kapitel 11: Erstellung des Energieausweises

Es werden sowohl Inhalt des Verfahrens als auch der Inhaltes des Energieausweises beschrieben. Inwieweit diese Aussagen Auswirkungen auf die Erstellung des Energieausweises nach DIN V 18599 haben können, sollte hinsichtlich der Verbindlichkeit von [2] in Deutschland geprüft werden.

Die Darstellung der Daten in den normativen Anhang A (ohne Werte) und dem informativen Anhang B (Tabellen mit Standardwerten) ist für den Autor nach wie vor nicht sinnvoll und nachvollziehbar.

Die bisherige Norm [3] war eindeutig klarer formuliert und praktikabel. Es ist unverständlich, warum in der Umgestaltung des Normungsprozesses in Bezug auf die EPB bewährte Unterlagen verkompliziert werden müssen.

DIN EN 52016 Blatt 1 (Entwurf) [6]

Der Titel der Norm DIN EN 52016 Bl. 1 [6] (Berechnung des Energiebedarfs für Heizung und Kühlung, Innentemperaturen sowie Heiz- und Kühllast in einem Gebäude oder Gebäudezone – Blatt 1: Berechnungsverfahren) assoziiert für den Planer als Benutzer ein europäisch abgestimmtes und verbindliches Berechnungsverfahren u. a. für die Innenraumtemperaturen (Lufttemperatur und operative Temperatur) und die Heiz- und Kühllast. Die Lastberechnungen sind gegenwärtig in der aktua­lisierten Heizlastberechnung DIN EN 12831 Bl. 1 [7] und der VDI 2078 [8] determiniert. Für die Untersetzung der Norm wird im Vorwort von [6] auf eine Blatt 2 (Erklärung und Begründung von Blatt 1) verwiesen.

Entsprechend der ausgewiesenen Anwendung enthält dieser internationale Normentwurf Berechnungsverfahren zur Bewertung

des Energiebedarfs für Heizung und Kühlung auf der Grundlage stündlicher oder monatlicher Berechnungen,
Innenraumtemperatur auf der Grundlage stündlicher Berechnungen und
Heiz- und Kühllast auf der Grundlage stündlicher Berechnungen.

Die Berechnungsverfahren können für Wohngebäude oder Nichtwohngebäude oder Teile davon angewendet werden. Die Norm gilt für Gebäude in der Entwurfsphase, für neue Gebäude nach der Bauphase und für bestehende Gebäude in der Nutzungsphase. Es wird u. a. betont, dass es Sache der nationalen Gremien ist, ob eine bestimmte Option der vorgelegten Verfahren als verbindlich gewählt wird.

Die 137-seitige Norm behandelt ausführlich

die Beschreibung der Verfahren,
das Berechnungsverfahren (A),
die monatsbezogene Berechnung des Energiebedarfs (N),
die Qualitätskontrolle und
die Prüfung der Erfüllung der Anforderungen.

Die normativen Anhängen A, C bis G enthalten Aussagen zu:

Vorlage für Eingangsdaten und Wahlmöglichkeiten,
parallele Abläufe in normativen Verweisungen,
Mehrzonenberechnung mit Wärmekopplung zwischen den Zonen,
Wärmetransfer und solare Einträge besonderer Bauteile,
Berechnung der Minderungsfaktoren für die Sonnenstrahlung und
dynamische transparente Bauteile.

Der informative Anhang B beinhaltet Standard-Eingangsdaten und -Wahlmöglichkeiten.

Die wesentlichsten Änderungen zu DIN EN ISO 13790 von 2008 [9] sind:

Titel geändert;
normative Verweisungen aktualisiert: Einbeziehung in das EPB-Normenpaket (Bezug EN 15603), wobei Berechnungselemente entfernt wurden, die in anderen Normen behandelt werden oder behandelt werden sollen (z. B. allgemeine Regeln zur Zonenaufteilung (EPB-Modul M1-8);
die Nutzungsbedingungen werden in gesonderter Norm (Module M1-6) übernommen;
größere redaktionelle Änderungen auf der Grundlage ausführlicher technischer Regeln für alle EPB-Normen, einschließlich der Ausgliederung aller informativen Anhänge in einen gesonderten technische Bericht (ISO/TR 52015 Blatt 2):
Überarbeitung des Monats-Berechnungsverfahrens und Entfernung des Heiz-/Kühlperiodenverfahrens;
Ersetzen des vereinfachten Stunden-Berechnungsverfahrens durch ein direkteres, transparenteres Verfahren, bei dem keine Eingangsdaten hinzugefügt werden müssen.

Bemerkungen zum Normentwurf

Der Titel der Norm erweckte Erwartungen, die beim ersten Durcharbeiten der umfangreichen Ausarbeitung kaum erfüllt werden konnten. Die normativen Verweisungen beziehen sich vor allem auf ISO-Normen, die jedoch teilweise noch nicht veröffentlicht sind (z. B. ISO 13786 bzw. noch als Entwurf vorliegen oder DIN EN ISO 16798 Blatt 11).

Neben einer umfangreichen Begriffserklärung werden Symbole und Abkürzungen erläutert. Leider gibt es bei den Symbolen z. T. falsche Zuordnungen (z. B. k spezifische Wärmespeicherfähigkeit und nicht „spezifische Wärmekapazität“, i. A. mit c be­zeich­net, und unglücklich gewählte Begriffe (z. B. G Feuchteproduktion anstelle von Feuchtelast [wahrscheinlich aus der Übersetzung]).

Die Indices gehen mit hoher Wahrscheinlichkeit auf englische Bezugsbegriffe zurück. Hier wäre es sinnvoll, neben den deutschen Begriffen die englischen Bezugsbegriffe zum Verständnis aufzunehmen.

Im Abschnitt 6.4 (Stundenbezogenes Berechnungsverfahren) ist zu lesen unter:

6.4.3 Annahmen: Bei den Annahmen wird auf die DIN EN ISO 52017 Blatt 1 [10] Bezug genommen, die bisher auch im Allgemeinen für die bisherigen nationalen Berechnungsverfahren galten.

6.4.3.3 Berechnung der Innentemperatur: Es wird auf die DIN EN ISO 13791 [11] verwiesen (keine Angabe in den Literaturhinweisen), wobei zwei zusätzliche Annahmen für die Berechnung erwähnt werden.

6.4.3.4 Berechnung der Heiz- und Kühllast: Hier gibt es nur eine ­Anmerkung mit einem Verweis auf die normative Anlage C (Tabelle C.1). Unter dem Themengebiet Berechnung der Heiz- bzw. Kühllast wird im CEN-Bereich auf die DIN EN12831 Blatt 1 [7] bzw. auf die noch nicht vorliegende DIN EN ISO 16798 Blatt 11 verwiesen. Da Deutschland zu dem CEN-Bereich gehört, ist der tabellarische Hinweis für sonstige Bereiche mit „Nationale Normen oder sonstige geeignete Dokumente nicht relevant.

Im Abschnitt 6.5 (Monatsbezogene Berechnung des Energiebedarfs) ist zu lesen unter:

6.5.4.5 Innere Wärmespeicherfähigkeit einer Zone: der Unterpunkt 6.5.4.5.2 (Ausführliches Verfahren) Ermittlung einer mittleren Wärmespeicherfähigkeit Cm in [J/K] nach der Beziehung



Formel zu lesen.

Für die innere Wärmespeicher­fähigkeit je Flächeneinheit k wird auf DIN EN ISO 13786 (Abschnitt 7) [12] hingewiesen bzw. eine maximale wirksame Dicke von 0,10 m (Abschnitt A in [12]) angegeben (Anmerkung des Autors: Dies ist bei einer üblichen Belastungsperiodendauer als viel zu hoch zu werten und führt zwangsläufig zu einer Überbewertung der Speicherfähigkeit.).

Der Unterpunkt 6.5.4.5.3 (Vereinfachtes Verfahren) beinhaltet Tabelle 9 für die innere Wärme­speicherfähigkeit, die fünf Klassen unterscheidet (von sehr leicht bis sehr schwer; in Analogie zur VDI 2078 [8]) und die Cm über eine vom Wert her kaum nachvollziehbare Formel in Abhängigkeit von Ause (nutzbare Fläche [was ist das, Netto- oder Bruttofläche?] (s. a. DIN 277-1 [13]) angegeben.

Die in dem normativen Anhang A und informativen Anhang B veröffentlichten Tabellen beinhalten für den Nutzer keine Zahlenwerte, sondern sind nur eine Auflistung der notwendigen Eingangsgrößen.

Schlussfolgerungen

Diese umfangreiche europäi­sche Norm assoziiert für den Planer als Benutzer ein euro­päisch abgestimmtes und verbindliches Berechnungsverfahren nur für die Berechnung des Energiebedarfs, jedoch nicht für die Berechnung der Innentemperatur und der Heiz- sowie Kühllast.

Auch wenn es ein Entwurf ist, so ist in ihm jedoch eine Reihe von Unkorrektheiten enthalten. Diese sollten beseitigt werden. Aber bei einer Einspruchsfrist von knapp einem Monat wird bewusst auf eine fachliche Mitarbeit seitens DIN bzw. des jeweiligen Normenausschusses verzichtet.

Unklar bleibt weiterhin für den Planer, welche Berechnungsalgorithmen zur Heiz- bzw. Kühllast anzuwenden sind.

Das vorgestellte Berechnungsverfahren ist nach Auffassung des Autors nur dann handhabbar, wenn es rechentechnisch umgesetzt und entsprechend validiert werden kann.

DIN EN ISO 52022 (Entwurf)

Mit der Neuordnung der europäischen Normen zur Energieeffi­zienz von Gebäuden wurden die bisherigen Normen DIN EN 13363 überarbeitet, ergänzt und in Norm DIN EN ISO 52022 mit den Blättern 1 [14] und 3 [15] überführt. Blatt 2 ist in Vorbereitung und entspricht dann einem Technischen Bericht (CEN ISO/TR 52022 Blatt 2) entsprechend der EPD-Normennomenklatur.

DIN EN 13363 Blatt 2 von 06/2005 [16] ist u. a. Grundlage für die VDI 6007 Blatt 2 [17], die wiederum Basis für die VDI 2078 (Berechnung der Kühllast) [8] ist. Während in [16] ebenso wie in [15] nur eine Darstellung der allgemeinen Bilanzgleichungen enthalten ist, erfolgt sowohl in [17] als auch in [18] die Lösung der Gleichungssysteme.

Da, wie folgend ausgeführt, keine wesentlichen inhaltlichen Änderungen in den Entwürfen ersichtlich und ausgewiesen sind, sollte zukünftig bei Bezug auf DIN EN 13363 diese durch DIN EN ISO 52022 ersetzt werden.

Beide Entwürfe liegen in deutscher und englischer Fassung vor, um u. U. eventuelle Übersetzungsfehler bzw. Fehlinterpretationen aus dem Originaltext (engl.) zu vermeiden.

DIN EN ISO 52022 Bl. 1 (Entwurf) [14]

Der Normentwurf „Vereinfachtes Berechnungsverfahren zur Ermittlung der solaren und tageslichtbezogenen Eigenschaften von Sonnenschutz in Kombination mit Verglasungen“ legt ein vereinfachtes Verfahren zur Bewertung des Gesamt-
energie-Durchlassgrades (für Solarstrahlung) einer Sonnenschutzvorrichtung in Kombination mit einer Verglasung fest, das auf dem Wärmedurchgangskoeffizienten und dem Gesamtenergie-Durchlassgrad der Verglasung sowie dem Lichttransmissions- und Lichtreflexionsgrad der Sonnenschutzvorrichtung beruht.

Das Verfahren gilt für alle Arten von Sonnenschutzvorrichtungen in Kombination mit der Verglasung, wie Jalousien und Rollladen. Die Einbaulage kann sich innen, außen oder bei einer Doppelverglasung zwischen den Scheiben befinden.

Das Verfahren ist bei einem Gesamtenergie-Durchlassgrad der Verglasung zwischen 0,15 und 0,85 anwendbar. Jalousien und Lamellensysteme müssen so eingestellt sein, dass kein direkter Durchtritt der Solarstrahlung möglich ist.

Bei außenliegenden und eingebauten Sonnenschutzvorrichtungen wird vorausgesetzt, dass der Zwischenraum zwischen diesen und der Verglasung unbelüftet ist, während der Zwischenraum bei innenliegenden Sonnenschutzvorrichtungen belüftet ist.

Die Norm ist Bestandteil des EPB-Normenpakets und Tabelle 1 zeigt die relative Position der Norm (M2-8). Beschrieben werden das Verfahren, das Berechnungsverfahren und der Bericht. Der normative Anhang A ist eine Vorlage für Eingangsdaten und Auswahlmöglichkeiten. Der informative Anhang B legt die Standard-Eingangsdaten und Auswahlmöglichkeiten fest und der normative Anhang C zeigt alternative Verfahren in normativen Verweisungen auf.

DIN EN ISO 52022 Bl. 3 (Entwurf) [15]

Der Normentwurf „Detailliertes Berechnungsverfahren zur Ermittlung der solaren und tageslichtbezogenen Eigenschaften von Sonnenschutz in Kombination mit Verglasungen“ legt ein detailliertes, auf den spektralen Transmissionsdaten der Materialien von Sonnenschutzvorrichtungen und Verglasungen beruhendes Verfahren fest, mit dessen Hilfe der Gesamtenergie-Durchlassgrad und andere solar-optische Kenngrößen der Kombination zu ermitteln sind. Stehen keine Spektraldaten zur Verfügung, lässt sich das Verfahren so anpassen, dass integrierte Daten verwendet werden können.

Das Verfahren gilt für alle Arten von parallel zur Verglasung angeordneten Sonnenschutzvorrichtungen wie Lamellensysteme, Jalousien und Rollladen. Die Sonnenschutzvorrichtung kann sich innen, außen oder bei einer Doppelverglasung zwischen den Scheiben befinden. In jeder Position ist eine Belüftung der zwischen der Sonnenschutzvorrichtung und Verglasung für die Bestimmung der von der Verglasung oder vom Sonnenschutz absorbierten Solarenergie bei vertikaler Ausrichtung der Verglasung zulässig.

Die Materialien des Sonnenschutzes können durchsichtig oder opak sein und mit Verglasungen kombiniert werden, deren Transmissions- und Reflexionsgrade der Solarstrahlung und der Emissionsgrade für Wärmestrahlung bekannt sind.

Die Richtlinie enthält außerdem Beschreibungen bestimmter Standardsituationen, zusätzliche Annahmen und notwendige Randbedingungen. Die Norm ist Bestandteil des EPB-Normenpakets und Tabelle 1 zeigt die relative Position der Norm (M2-8).

Es wurden folgende Änderungen vorgenommen:

notwendige redaktionelle Überarbeitungen, um den Anforderungen des EPB-Normpakets zu entsprechen,
Anhang C wird in den technischen Bericht CEN ISO/TR 52022 Blatt 2 eingebracht und
der Status von Anhang D wird in normativ geändert.

Beschrieben werden das Verfahren, das Berechnungsverfahren und Bericht.

Der normative Anhang A ist eine Vorlage für Eingangsdaten und Auswahlmöglichkeiten. Der neue normative Anhang D enthält die Bestimmung der äquivalenten optischen Solar- und Lichtkennwerte für Lamellensysteme oder Jalousien. Die normativen Anhänge E und F beinhalten Aussagen zum Kamineffekt und zu physikalischen Eigenschaften von Gasen. Der informative Anhang B legt die Standard-Eingangsdaten und Auswahlmöglichkeiten fest und der normative Anhang C zeigt alternative Verfahren in normativen Verweisungen auf.

Schlussfolgerungen

Die Einspruchszeit war wieder sehr knapp bemessen und ein Vergleich zur ursprünglichen Norm war schwierig, da der Zugriff kaum noch gegeben ist. Es ist davon auszugehen, dass alle Normen im Zusammenhang mit der Energieeffizienz von Gebäuden bzw. der EPBD unter DIN EN ISO 520xx zukünftig zu finden sein werden.

Literatur

[1] EPBD 2010: Richtlinie über die Gesamtenergieeffizienz von Gebäuden des Europäischen Parlaments und Rates der Europäischen Union (Neufassung), 19.05.2010, 2010/13/EU, Brüssel [2] DIN EN ISO 52000 Blatt 1 (Entwurf): Energieeffizienz von Gebäuden – Festlegungen zur Bewertung der Energieeffizienz von Gebäuden – Blatt 1: Allgemeiner Rahmen und Verfahren (deutsche und englische Fassung) 10/2015; (Einsprüche bis 11.11.2015, Ersatz für DIN EN 15603 von 07/2008 bzw. E DIN EN 15603 von 05/2013). Beuth-Verlag GmbH, Berlin [3] VDI 4700 Blatt 3: Begriffe der Bau- und Gebäudetechnik Formelzeichen (Schwerpunkt Raumlufttechnik); 05/2015. Beuth Verlag GmbH, Berlin [4] DIN EN ISO 52003 Blatt 1 (Entwurf): Energieeffizienz von Gebäuden – Festlegungen zur Bewertung der Energieeffizienz von Gebäuden – Blatt 1: Allgemeine Aspekte und Anwendung auf die Gesamtenergieeffizienz (deutsche und englische Fassung) 09/2015; Ersatz für DIN EN 15217 von 09/2007. Beuth-Verlag GmbH, Berlin [5] DIN 15217: Energieeffizienz von Gebäuden – Verfahren zur Darstellung der Energieeffizienz und zur Erstellung des Gebäude­energieausweises, 09/2007. Beuth Verlag GmbH, Berlin [6] DIN EN ISO 52016 Blatt 1 (Entwurf): Energieeffizienz von Gebäuden – Berechnung des Energiebedarfs für Heizung und Kühlung, Innentemperaturen sowie Heiz- und Kühllast in einem Gebäude oder einer Gebäudezone – Blatt 1: Berechnungsverfahren; 03/2015. Beuth-Verlag GmbH, Berlin [7] DIN EN 12831 Blatt 1 (Entwurf): Heizungsanlagen und wasserbasierte Kühlanlagen in Gebäuden – Verfahren zur Berechnung der Norm-Heizlast Blatt 1: Raumheizlast; veröffentl. 11/2014; Einsprüche bis 31.12.2014; Ersatz für DIN EN 12831 von 08/2003. Beuth-Verlag GmbH, Berlin [8] VDI 2078 Berechnung von Kühllast und Raumtemperaturen von Räumen und Gebäuden (VDI-Kühllastregeln); 06/2015. Beuth-Verlag GmbH, Berlin [9] DIN EN ISO 13790: Energieeffi­zienz von Gebäuden – Berechnung des Energiebedarfs für Heizung und Kühlung, 09/2008. Beuth-Verlag GmbH, Berlin [10] DIN EN ISO 52017: Energieeffi­zienz von Gebäuden – Berechnung der Dynamischen Thermischen Balance in einem Ge­bäude oder Bauzone – Blatt 1: Allgemeines Berechnungsverfahren, 03/2015. Beuth-Verlag GmbH, Berlin [11 DIN EN ISO 13791: Wärmetechnisches Verhalten von Gebäuden – Sommerliche Raumtemperaturen bei Gebäuden ohne Anlagentechnik – Allgemeine Kriterien und Validierungsverfahren; 08/2012. Beuth-Verlag GmbH, Berlin [12] DIN EN 13786 (Entwurf): Wärmetechnisches Verhalten von Bauteilen – Dynamisch­thermische Kenngrößen – Berechnungsverfahren, 04/2005. Beuth-Verlag GmbH, Berlin [13] DIN 277: Grundflächen und Rauminhalte im Bauwesen – Teil 1: Hochbau, 03/2015. Beuth-Verlag GmbH, Berlin [14] DIN EN ISO 52022-1 (Entwurf): Energieeffizienz von Gebäuden – wärmetechnische, solare und tageslichtbezogenen Eigenschaften von Bauteilen und Bauelementen – Blatt 1: Vereinfachtes Berechnungsverfahren zur Ermittlung der solaren und tageslichtbezogenen Eigenschaften von Sonnenschutz in Kombination mit Verglasungen (deutsche und englische Fassung), 08/2015. Beuth-Verlag GmbH, Berlin [15] DIN EN ISO 52022 – Blatt 3 (Entwurf): Energieeffizienz von Gebäuden – wärmetechnische, solare und tageslichtbezogenen Eigenschaften von Bauteilen und Bauelementen – Blatt 3: Detailliertes Berechnungsverfahren zur Ermittlung der solaren und tageslichtbezogenen Eigenschafen von Sonnenschutz in Kombination mit Verglasungen (deutsche und englische Fassung), 08/2015. Beuth-Verlag GmbH, Berlin [16] DIN EN 13363 Blatt 2: Sonnenschutzeinrichtung in Kombination mit Verglasung – Berechnung der Solarstrahlung und des Lichttransmissionsgrades – Blatt 2 Detailliertes Berechnungsverfahren, 06/2005. Beuth-Verlag GmbH, Berlin [17] VDI 6007 Blatt 2: Berechnung des instationären thermischen Verhaltens von Räumen und Gebäuden – Fenstermodell; 03/2012. Beuth Verlag GmbH, Berlin [18] VDI 6007 Blatt 3: Berechnung des instationären thermischen Verhaltens von Räumen und Gebäuden – Modell der solaren Einstrahlung; 06/2015. Beuth Verlag GmbH, Berlin

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