Einsparpotentiale in gebäudetechnischen Anlagen nutzen
Gebäudeautomationskonzepte für energieeffiziente HotelsWie für alle Gewerbeimmobilien gilt auch für Hotels: Reduzierte Energiekosten tragen maßgeblich zum effizienten Betrieb bei. Anders als etwa in einem Bürogebäude ist die Nutzung und Auslastung von Hotelzimmern aber sehr flexibel. So sind viele Häuser unter der Woche stärker ausgelastet als an Wochenenden. Bei anderen verhält es sich jedoch anders herum. Mancher Gast hält sich nur wenige Stunden in seinem Zimmer auf, andere möchten es den ganzen Tag über warm haben. Eine bedarfsgeführte Steuerung der Gebäudetechnik durch moderne Gebäudeautomationssysteme bietet hier eine interessante Alternative zu konventionellen Lösungen.
Der Energieverbrauch von Hotels (bezogen auf das Jahr und den Quadratmeter Gebäudenutzfläche) ist erheblich: Eine aktuelle Zusammenstellung des Bundes-Verkehrsministeriums gibt als Vergleichswerte 110 bis 130 kWh/(m2NGFa) bei Heizung und Warmwasser und 75 bis 95 kWh/(m2NGFa) bei Strom an [1]. Energieeffizienz heißt im Hotelbetrieb deshalb auch Kosteneffizienz. Entsprechend hoch sind in Hotels die Einsparpotentiale durch eine Optimierung der gebäudetechnischen Anlagen.
Wie hoch diese Einsparungen ausfallen können, zeigt die neue EU-Norm EN 15 232 mit dem Titel „Energieeffizienz von Gebäuden –...
Der Energieverbrauch von Hotels (bezogen auf das Jahr und den Quadratmeter Gebäudenutzfläche) ist erheblich: Eine aktuelle Zusammenstellung des Bundes-Verkehrsministeriums gibt als Vergleichswerte 110 bis 130 kWh/(m2NGFa) bei Heizung und Warmwasser und 75 bis 95 kWh/(m2NGFa) bei Strom an [1]. Energieeffizienz heißt im Hotelbetrieb deshalb auch Kosteneffizienz. Entsprechend hoch sind in Hotels die Einsparpotentiale durch eine Optimierung der gebäudetechnischen Anlagen.
Wie hoch diese Einsparungen ausfallen können, zeigt die neue EU-Norm EN 15 232 mit dem Titel „Energieeffizienz von Gebäuden – Einfluss von Gebäudeautomation und Gebäudemanagement“. Sie beschreibt für Hotels und andere Gebäude- respektive Nutzungsarten erstmals standardisiert, welches Energie-Einsparpotential bei der Betriebsführung der gebäudetechnischen Anlagen besteht. Dafür definiert die Norm vier Effizienzklassen von „A = Hohe Energieeffizenz“ bis „D = Nicht energieeffizient“.
Energie-Einsparpotentiale durch vernetzte Gebäudeautomation (Tabelle 1) sind in Hotels besonders groß (Faktor 1,31 für D gegenüber 0,68 für A). Der Grund dafür liegt in der variablen Nutzung respektive Auslastung: also beispielsweise nachts stärker als tagsüber oder unter der Woche stärker als am Wochenende. Ein Gebäudeautomationssystem kann auf diese Schwankungen gezielt reagieren.
Nutzungskosten über den Lebenszyklus
In Deutschland werden viele größere Hotels als Investitionsobjekte erstellt. Eine gute Lage und Verkehrsanbindung, ein attraktives Gebäudedesign und eine ansprechende Inneneinrichtung bei möglichst niedrigen Investitionskosten stehen bisher für den Investor im Vordergrund. Die technische Gebäudeausrüstung spielt heute noch eine eher untergeordnete Rolle. So ist es nicht weiter verwunderlich, dass auch neu geplante Hotels oft nur die Norm-Energieeffizienzklassen C (Standard) oder D (Nicht energieeffizient) erreichen. Der Hotelier als Mieter hat mit den vorhandenen Anlagen für den Komfort seiner Gäste zu sorgen und die Verbrauchskosten zu tragen.
Doch Besserung ist in Sicht: Durch gesetzgeberische Vorgaben wie die Energieeinsparverordnung EnEV und anerkannte Gütesiegel für nachhaltiges Bauen wie GreenBuilding, LEED (Leadership in Energy and Environmental Design) oder DGNB (Deutsche Gesellschaft für nachhaltiges Bauen e.V.) finden die Kriterien Nachhaltigkeit sowie Öko- und Energieeffizienz über den gesamten Lebenszyklus des Gebäudes schnell Eingang in die Immobilienwirtschaft und wirken sich wertsteigernd aus.
Gerade im Hotel ist es wichtig, der meist zwischen 30 und 70 % schwankenden Belegung des Hauses mit einem ausgereiften Gebäudetechnikkonzept zu begegnen. Das heißt, die jeweilige Belegung zu erfassen und bedarfsorientiert die Primäranlagen und die Gästezimmer zu regeln. Doch nur in Verbindung mit einem Raum- und Gebäudeautomationssystem sind hohe Einsparungen zu realisieren. Solche Systeme passen automatisch die jeweilige Menge an Wärme, Kälte, Luft sowie Licht dem aktuellen Bedarf an.
Eine Lösung: „Hotel Solution“
Hier bietet Siemens mit „Hotel Solution“ in Verbindung mit dem Gebäudeleitsystem „Desigo Insight“ eine Lösung an, mit der sich für Hotels die oberen Energieeffizienzklassen A oder B erfüllen lassen. Schon die Vorgabe einer Energieeffizienzklasse für die Planung kann die Rentabilität eines Hotels und damit den wirtschaftlichen Erfolg einer Immobilie maßgeblich beeinflussen. Denn jeder durch Energieeffizienz eingesparte Euro schlägt sich unmittelbar im Betriebsergebnis nieder.
Den Einstieg in die Optimierung der Energieeffizienz bringt das Energie-Controlling. Dabei werden die Verbrauchswerte für Öl/Gas, Strom, Wasser und weitere Medien zunächst kontinuierlich erfasst. Diese Messwerte können auf die Auslastung des Hotels normiert mit den jeweiligen Vormonaten oder Werten ähnlicher Bauten verglichen werden.
In einem zweiten Schritt lassen sich durch eine Verknüpfung der Datenpunkte im Gästezimmer schon auf Raumebene Zusatzfunktionen und Energieeinsparungen realisieren. Einzelraumregler vernetzen dann auf intelligente Weise etwa die Steuerung von Licht, Sonnenschutz und Zutrittskontrolle. So entsteht ein integriertes Gast- und Raummanagementsystem, das auf die speziellen Anforderungen jedes einzelnen Hotels zugeschnitten werden kann. Beim Betreten des Zimmers können dann automatisch vorprogrammierte Prozesse ausgelöst werden. So lassen sich beispielsweise Jalousien, Fernsehgerät und Heizung je nach Belegung des Zimmers aktivieren oder deaktivieren.
„Hotel Solution“ erfüllt alle Ansprüche an die dafür notwendige Flexibilität. Die bedarfsgesteuerte Klimatisierung der Hotelzimmer kann mit einem Anwesenheitsschalter im Gästezimmer und einem reservierungsabhängigen Energiemanagement mit einer Kopplung zum Frontoffice realisiert werden. Dazu stehen bei „Hotel Solution“ Schnittstellen zu den verbreiteten Frontofficesystemen wie „Micros-Fidelio“, „Protel“, „Amadeus“ (Hogatex) und Bosch zur Verfügung.
Gebäude-Performance-Optimierung (GPO)
für bestehende Hotels
Um eine hohe Energieeffizienz auf Dauer zu sichern, ist eine Transparenz der Verbrauchs- und Betriebsdaten notwendig. Das Konzept Gebäude-Performance-Optimierung (GPO) von Siemens stellt als Service die aktuellen Energieverbrauchswerte und Betriebskosten sowie repräsentative Kennzahlen zusammen. Auf dieser Grundlage werden die potentiellen Einsparungen identifiziert. Daraus können konkrete Modernisierungsmaßnahmen erarbeitet und gesamtverantwortlich umgesetzt werden. Das Ergebnis verbindet positive ökonomische Effekte mit einem sinnvollen Beitrag für die Umwelt. Die steigenden Energiekosten beschleunigen dabei die Amortisation der Modernisierungskosten.
Fazit
Mit ihren schwankenden Nutzungszyklen bergen Hotels durch eine optimierte Energieeffizienz besonders hohe Einsparmöglichkeiten. Um sie optimal ausschöpfen zu können, ist ein konsequentes Raum- und Gastmanagement auf der Grundlage moderner Gebäudeautomationssysteme notwendig. Eine bedarfsgeführte Steuerung der Gebäudetechnik stellt hier eine Branchenlösung mit hoher Flexibilität dar.
[1] Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung,
26. Juli 2007
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