Die Luft-Rechnung bitte!
Klimaluft-Contracting ist möglichNatürlich ist es dem Laien nur schwer zu vermitteln, dass jetzt auch noch die Luft etwas kosten soll. Betreiber von Klimaanlagen dagegen wissen nur allzu gut, dass die erhitzte, gekühlte oder anderweitig aufbereitete Klimaluft nicht kostenlos ist. Neben der Investition gilt: Die Ventilatoren sind große Stromkonsumenten und die Heißwasser- und Kaltwasserverbräuche fallen durchaus ebenfalls ins Gewicht. Hinzu kommen Material- und Dienstleistungskosten für Wartung und Instandhaltung sowie für Regelung und Überwachung.
Es ist nicht verwunderlich, dass manche Firmen darüber nachdenken, ihre Klimaluft-Versorgung nicht (mehr) durch den Betrieb einer eigenen Anlage sicher zu stellen. Seit kurzem gibt es eine Alternative: Das Klimaluft-Contracting.
Konkret geht es um eine klare „Grenzziehung“ zwischen der Luftaufbereitung und der Luftnutzung. Die Klimaanlage befindet sich in alleiniger Verantwortung des „Contractors“, der Nutzer oder Contractingnehmer empfängt die aufbereitete Zuluft und gibt die Abluft wieder ab. Die klare Grenzziehung wurde nun (erstmals) möglich, indem sogenannte „Luftenergiezähler“ in der...
Es ist nicht verwunderlich, dass manche Firmen darüber nachdenken, ihre Klimaluft-Versorgung nicht (mehr) durch den Betrieb einer eigenen Anlage sicher zu stellen. Seit kurzem gibt es eine Alternative: Das Klimaluft-Contracting.
Konkret geht es um eine klare „Grenzziehung“ zwischen der Luftaufbereitung und der Luftnutzung. Die Klimaanlage befindet sich in alleiniger Verantwortung des „Contractors“, der Nutzer oder Contractingnehmer empfängt die aufbereitete Zuluft und gibt die Abluft wieder ab. Die klare Grenzziehung wurde nun (erstmals) möglich, indem sogenannte „Luftenergiezähler“ in der jeweiligen Zuluftleitung und damit am Übergabepunkt der aufbereiteten Luft eingebaut werden.
Das Messsystem „Luften-ergiezähler“ der Luftmeister GmbH erfasst den Luftmassenstrom in der jeweiligen Zuluftleitung sowie in Zuluft und Außenluft jeweils dieEnthalpie. Auf dieser Basis werden die folgenden drei Verbrauchswerte in gesonderte Zählerregister geschrieben:
Während einer Referenz-Betriebszeit vergleichen Contractor und Contractingnehmer gemeinsam, welche Verbrauchswerte in den drei oben dargestellten Zählern entstehen – und wie diese kostenseitig mit den Primärzählern (Strom, Warm- und Kaltwasser etc.) in Zusammenhang gebracht werden können. Auf Basis dieser Vereinbarung einigt man sich auf drei Übergabepreise:
Klimaluft-Contracting ist ein Garant für Nachhaltigkeit: Durch die klare Trennung an der Schnittstelle hat jeder Beteiligte einen klaren Einsparwillen. Verbraucht der Contractingnehmer weniger, so hat er linear geringere Kosten. Gelingt es dem Contractinggeber, die Effizienz seiner RLT-Anlage zu erhöhen, z.B. durch Umbauten oder bessere Regelung, so hat er einen höheren Projektgewinn.
Zugleich ermöglicht es erst diese klare Trennung dank der Luftenergiezähler, dass Wartung, Instandhaltung und effiziente Regelung der Klimaanlage eindeutig Aufgabe des Contractinggebers sind. In der Vergangenheit wurden gelegentlich Klimaluft-Contractingprojekte aufgesetzt, die eine „Grenzziehung“ bei den Primärzählern (Strom, Warm- und Kaltwasser) vorsahen. Hier „saßen alle in einem Boot“, keiner war zuständig.
Zwei der bislang umgesetzten Klimaluft-Contracting-Projekte sollen exemplarisch vorgestellt werden:
Beispiel 1: Enercity Contracting – Ringcenter Braunschweig:
Eine Bestands-Klimaanlage liefert ca. 80.000 m3/h aufbereitete Luft an mehrere Geschäftsflächen. Bislang erfolgte die Abrechnung über den Flächenschlüssel. Minderversorgungen führten nicht zu Kostenkorrekturen. Zugleich führten Leerstände zu einer einseitigen Belastung des Betreibers. Im Oktober 2019 erfolgte die Umrüstung auf Luftenergiezähler, die nun neben der Verbrauchsaufgabe auch dazu beitragen, dass die RLT-Anlage effizienter geregelt werden kann (Bilder 1 und 2).
Letzteres erfolgt dank der Anwendung „RLT-Controlling“, bei der vor und nach jeder relevanten Aufbereitungsstufe je ein Enthalpiefühler gesetzt wird. So wird das tatsächliche thermische Verhalten der RLT-Anlage in jedem Betriebszustand deutlich. Verbunden mit einer energetischen Simulation werden Effizienzlücken in der Regelung detektiert – eine Steilvorlage für die Anpassung der Regelalgorithmen.
Beispiel 2: Lufthansa Aviation Training Berlin – Getec
Eine Bestands-Klimaanlage liefert ca. 12.500 m3/h aufbereitete Luft an mehrere Flugsimulatoren (Bild 3), die der Weiterbildung von Piloten dienen. Der Klimaanlagenbetrieb liegt in der Verantwortung von Lufthansa Aviation Training, die bereits vor Jahren ihre Kälteversorgung dem Contractor Getec übergab.
Lufthansa Aviation Training prüft, im Rahmen eines möglichen Luftenergie-Contracting die gesamte RLT-Anlage an einen Contractor zu übergeben, sofern eine entsprechende Wirtschaftlichkeit erfüllt wird. Dazu wurde im Sommer 2019 in Zusammenarbeit mit der Getec und der Luftmeister GmbH eine Luftenergiezähler-Messlösung installiert (Bild 4).
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