BNB-Bewertung in „Gold“

Dezentrale Warmwasserbereitung im Neubau des BMBF

Der neue und zugleich zweite Dienstsitz des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) in Berlin ist sowohl architektonisch als auch in energetischer Hinsicht ein Vorzeigeobjekt: Klar und elegant integriert sich der 173 m lange und 22 m hohe Baukörper mit seiner 58.000 m2 Bruttogeschossfläche in das Umfeld der Spreebogenbebauung. Er ist u-förmig angelegt und vermittelt mit seinen ruhigen Innenhöfen Transparenz und Offenheit. Die Büros sind durchgehend nach Osten, Westen oder Süden ausgerichtet und bieten eine hohe Aufenthaltsqualität. Das für eine Investitionssumme von 115 Mio. € errichtete Gebäude erhielt eine Zertifizierung nach dem Bewertungssystem „Nachhaltiges Bauen für Bundesgebäude“ (BNB) mit der höchsten Auszeichnungsstufe in „Gold“. Dieses Ergebnis ließ sich nur realisieren durch die integrale Zusammenarbeit der Architekten mit qualifizierten Fachplanern und durch ein ganzheitliches Haustechnikkonzept.

Kluge System- und Produktwahl

Die Energieversorgung basiert auf zwei Anlagen: einer gasbetriebenen Brennstoffzelle und einem BHKW zur Strom-, Kälte- und Wärmeerzeugung. Die Abwärme der beiden Erzeuger wird von Absorptionskältege­räten genutzt, z.B. zur Kühlung der zentralen Rechnerräume. Beheizung, Kühlung und Belüftung der Räume erfolgen über thermoaktive Heiz- bzw. Kühldecken. Zur Steigerung der Gebäudeeffizienz befinden sich Photovoltaikanlagen auf dem Dach und an der Fassade. Sie liefern rund 100.000 kWh Strom im Jahr. Durch die Vernetzung der einzelnen Anlagenkomponenten ließ sich der Primärenergiebedarf des Gebäudes gemessen an den Vorschriften der aktuellen EnEV um fast drei Viertel unterschreiten.

Dezentrale Warmwasser­bereitung

Ein weiterer wichtiger Baustein der ressourcenschonenden Gebäudetechnik ist die dezentrale Warmwasserbereitung mit elektronischen Durchlauferhitzern von AEG Haustechnik. Nutzungsfrequenz und -dauer bestimmten im BMBF-Neubau die Gerätewahl für die einzelnen Aufenthaltsbereiche. So kamen in den WC-Bereichen an allen 215 Handwaschbecken elektronisch gesteuerte Kleindurchlauferhitzer „MTE 650“ zum Einsatz. Unter jedem Waschplatz befindet sich ein Kleindurchlauferhitzer, der mit seinen geringen Abmessungen von nur 165 x 190 x 82 mm (HxBxT) kaum störend ins Auge fällt. Mit seiner Leistung von 6,5 kW ermöglicht er eine komfortable Warmwasserentnahme bis zu 3,7 l/min – selbst für ausgiebiges Händewaschen ist das ausreichend. Während das Wasser fließt, hält der AEG-Kleindurchlauferhitzer die Auslauftemperatur konstant.

Eine höhere Warmwasserleistung wurde für die Duschbereiche benötigt. Zehn elektronische Durchlauferhitzer „DDLE Easy“ wurden dafür installiert. Ein Gerät pro Duschplatz sorgt dafür, dass das Wasser während des gesamten Duschvorgangs stets angenehm temperiert ist – von der ersten Sekunde an. Die schnelle Steuerelektronik ist verantwortlich für die hohe Temperaturkonstanz, Druck- und Zulauftemperaturschwankungen gleicht sie weitgehend aus.

Alle Teeküchen erhielten elektronische Kleindurchlauferhitzer „MTE 650“. Unter der Spüle nehmen diese Geräte so gut wie keinen Platz in Anspruch. Es fällt kein unnötiger Energieverbrauch an, weil kein Wasser bevorratet wird, das immer wieder aufgeheizt werden muss. Die Küchen­ausstattungen ergänzt das wandhängende, leistungsstarke Kochendwassergerät „Thermofix KL“ mit dem sich mit 2 kW Anschlussleistung zwischen 0,25 und 5,0 l Wasser erhitzen und heißhalten lassen. 

Elektrischen Begleitheizungen

Zu den Leistungen von AEG Haustechnik gehören zudem 1.020 laufende Meter Begleitheizungen für Dachabläufe und Rohre an der Fassade sowie für Rohre in der Tiefgarage. Die selbstlimitierenden Heizbänder verhindern zuverlässig, dass während des Winters Gebäudeschäden durch Vereisung bzw. geplatzte Rohrleitungen entstehen. Ein integrierter Thermostat schaltet die Rohrbegleitheizung automatisch und nur dann ein, sobald die Umgebungstemperatur auf unter 3 °C abfällt. Gemäß VDE DIN 0253 bestehen die AEG-Heizleiter aus einem Kupferdraht, einem zusätzlichen Kupfergeflecht sowie einer mehrschichtigen chemikalien-, hochtemperatur- und UV-beständigen PVC-Isolierung.

Bautafel

Bauherr: Bundesanstalt für Immobilienaufgaben, Berlin
Nutzer: Bundesministerium für Bildung und Forschung
Bezug nach Fertigstellung: November 2014
Architekten: Heinle, Wischer und Partner, Berlin
Generalplanung und Realisierung: Drees & Sommer in Kooperation mit BAM Deutschland AG Fachplaner: Haustechnik Projekt GmbH, Nürnberg
Ausführender Fachbetrieb für Sanitär, Heizung, Kältetechnik: Schöhl Haustechnik, Birstein / Berlin
Ausführender Fachbetrieb für Rohrbegleitheizung: Lessner Elektrotechnik GmbH, Nürnberg

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