Das „Living Circle“
Vom Thyssen Trade Center zum WohngebäudeMit der Umwidmung des „Thyssen Trade Center“ in das „Living Circle“ durch die Bauwert CA Grafenberger Allee GmbH, Bauwert AG Berlin, entstand ein großes Umwandlungsprojekt in Deutschland, bei dem ein Bürogebäude zu modernen Wohnflächen modifiziert wurde.
Das Projekt ist eines der bundesweit größten Umwandlungsvorhaben von Büro zu Wohnen. Es verkörpert einen inzwischen weit verbreiteten Trend der Wiederbelebung von Leerständen. Anstelle von Abriss und Neubau hat sich die Bauwert als Bauherr entschieden, die spezielle und außergewöhnliche Gebäudeform beizubehalten. In sich verschobene Kreissegmente geben der Wohnanlage ein unverwechselbares Erscheinungsbild.
Viele Büroflächen werden nicht genutzt, aber Wohnraum ist in vielen Städten ein knappes Gut. Resultierend daraus werden Büroflächen zu Wohnungen umgebaut: so in Düsseldorf das ehemalige...
Das Projekt ist eines der bundesweit größten Umwandlungsvorhaben von Büro zu Wohnen. Es verkörpert einen inzwischen weit verbreiteten Trend der Wiederbelebung von Leerständen. Anstelle von Abriss und Neubau hat sich die Bauwert als Bauherr entschieden, die spezielle und außergewöhnliche Gebäudeform beizubehalten. In sich verschobene Kreissegmente geben der Wohnanlage ein unverwechselbares Erscheinungsbild.
Viele Büroflächen werden nicht genutzt, aber Wohnraum ist in vielen Städten ein knappes Gut. Resultierend daraus werden Büroflächen zu Wohnungen umgebaut: so in Düsseldorf das ehemalige „Thyssen Trade Center“. 1991 ist die Gewerbeimmobilie nach Plänen des Architekten Magnus Maria Troll entstanden. Bis 2009 war dort das ThyssenKrupp-Handelszentrum angesiedelt. Vor Kurzem wurde der Umbau der 39.300-m²-Immobilie abgeschlossen. Es entstanden 340 Mietwohnungen mit Wohnflächen zwischen 45 und 150 m2, eine Kita und ein Lebensmittelmarkt für die Nahversorgung. Bis zu 1.300 Menschen konnten hier eine neue Heimat finden.
Nachhaltig ist dieses Umnutzungsprojekt gleich in mehrfacher Weise: Büroleerstände werden abgebaut und die freiwerdenden Flächen dem wachsenden Wohnungsmarkt zur Verfügung gestellt. Die Erneuerung der gesamten Haustechnik sowie der Fassaden und Dächer unter Einhaltung aller aktuellen EnEV-Anforderungen spart Energie, und der Erhalt bestehender Bausubstanz sowie das Recycling alter Baumaterialien wertvolle Ressourcen.
Im Zuge der Umnutzung wurde der gesamte innere oberirdische Ausbau, außer in den bestehenden Erschließungskernen, sowie die komplette oberirdische Gebäudehülle, einschließlich der Dachflächen, bis auf den Rohbau zurückgebaut. Die übertiefen Gebäudeteile im EG der Bauteile A + B sowie der Pavillon zwischen den Bauteilen A + B wurden ebenfalls zurückgebaut.
Ausschlaggebend für diese Umbaumaßnahme dürften aber ökonomische Gründe gewesen sein: Die Ausnutzung des Grundstücks hätte sich mit einem Neubau kaum übertreffen lassen, die Skelettbauweise gab viel Freiheit bei der Neugestaltung der Grundrisse und die halbrunden Innenhöfe eignen sich für gemeinsam genutzte Grünflächen. Letzteres mag die Bauherren dazu bewogen haben, ihr Projekt „Living Circle“ zu taufen.
Baubeschreibung
Das heutige Gebäude, an der Hans-Günther-Sohl-Straße 1 in 40235 Düsseldorf gelegen, wurde von 1989 bis 1991 als Hauptverwaltung der ThyssenKrupp AG errichtet. Das Gebäude besteht aus drei wesentlichen Gebäudebauteilen: A, B und D. Bauteil A besteht aus EG und bis zu fünf OG, Bauteil B aus EG und bis zu sieben OG, Bauteil D1 aus EG und zwei OG sowie Bauteil D2 aus EG und drei OG.
Die Bauteile A und B werden durch ein Verbindungsgebäude, Bauteil S, im 2. und 3. OG verbunden. Anschließend wurde, wenn notwendig, die bestehende Tragstruktur auf die geplante Nutzung angepasst. Durch den Einbau neuer Außenfenster und die Anbringung einer neuen Außendämmung wurde das Gebäude in einen zeitgemäßen energetischen Zustand versetzt.
Die vorhandene, eingeschossige Tiefgarage befindet sich unter allen Gebäudeteilen und erstreckt sich auf das gesamte Grundstück und erhielt, bedingt durch die neue Wohnnutzung, zusätzliche Treppenhäuser. Einige Treppenhäuser erhielten einen neuen Aufzugsschacht ins UG.
Alle Wohnungen, außer den Maisonette-Einheiten, sind ebenerdig im EG direkt von außen oder durch ein Treppenhaus mit Aufzugsanlage zu erreichen. Alle Aufzüge reichen bis in die Tiefgarage. Sämtliche EG-Einheiten in den Bauteilen B und A sind direkt über eigene Hauseingänge zu erreichen.
Zur Erschließung aller Wohnungen waren die vorhandenen Bestandstreppenhäuser nicht ausreichend. Daher wurden zusätzliche neue Treppenhäuser mit Aufzug vor die Fassade als Stahlbetonkonstruktion gebaut. Diese Treppenhäuser verbinden die Tiefgarage mit dem obersten Stockwerk und ermöglichen so einen direkten Zugang von der Tiefgarage in die Wohnungen. Für das Errichten der neuen Treppenhäuser wurde unter Berücksichtigung der statischen Gegebenheiten die bestehende Tiefgaragendecke geöffnet.
Die Tiefgarage wurde aus brandschutztechnischen Gründen in drei Abschnitte eingeteilt. Jeder Abschnitt ist durch eine zweispurige Rampe befahrbar.
Das Regenwasser wird über außen angebrachte Rinnen, Einläufe und Fallrohre bzw. innenliegende Entwässerungsleitungen in die öffentliche Kanalisation abgeleitet. Für die Notentwässerung der Dachflächen (Haupt- und Nebendächer) wurde ein Attika-Schnellablaufsystem als Speier eingebaut.
Fassade
Die Fassade ist mit einem Wärmedämmverbundsystem (WDVS) bekleidet (gem. Brandschutzkonzept teilweise mineralische Dämmung). Die Oberfläche ist in weiten Teilen mit einer mittelgrobkörnigen Silikonputzschicht von ca. 2,5 mm hergestellt. Fenster und Türen sind von Faschen (gefilzter Putz) eingefasst. Sämtliche der Witterung ausgesetzten Umwehrungskonstruktionen für Terrassen-, Balkon-, Fenster- und Treppengeländer wurden feuerverzinkt hergestellt, Fassadenabschlüsse und Attiken aus Titanzink, Fensterbänke und -austritte in Aluminium (pulverbeschichtet) ausgeführt.
Das Be- und Entlüftung der Tiefgarage einschließlich der notwendigen Anlagenteile wurden komplett erneuert – unter Einhaltung der aktuellen Anforderungen.
Die Fenster der Gemeinschaftsbereiche im EG wurden als Kunststoffkonstruktion mit Isolierverglasung entsprechend dem Gesamt-Fensterkonzept ausgeführt. Die Tiefgaragenein- und -ausfahrt besitzt ein elektrisch betriebenes Tor und kann von sämtlichen Tiefgaragennutzern mit einem Schlüsselschalter oder Kartenleser geöffnet werden.
Tiefgarage und UG
Die Bodenbeläge im UG und in der Tiefgarage verblieben wie im Bestand und wurden gereinigt. Es wurde eine Sichtüberprüfung und nötige Reparaturen durchgeführt. Die Parkplatzmarkierungen auf dem Boden wurden mittels geeigneter Anstrichfarbe erneuert. An den Wänden wurden die Nummerierungen der Stellplätze mittels Anstrich oder Beschilderung vorgesehen.
Die Deckenuntersichten des UG und der Tiefgarage verblieben wie im Bestand. Die Oberflächen erhielten einen weißen Dispersionsanstrich. Entsprechend den Vorgaben der EnEV wurde die Tiefgaragendecke im Bereich der aufgehenden Gebäude gedämmt (Flankendämmung).
Die Wandoberflächen des UG und der Tiefgarage verbleiben im Bestand. Die Oberflächen erhielten ebenfalls einen weißen Dispersionsanstrich.
Die Türen im Untergeschoss verblieben wie im Bestand, sofern sie allen heutigen Anforderungen (insbesondere Brandschutz) entsprachen. Notwendige Fluchttürterminals wurden nachgerüstet. Neue Türen wurden als Metallblechtüren, Brandschutzqualität entsprechend dem Brandschutzkonzept, eingebaut.
Allgemeines zur TGA
Die vorhandenen Hausanschlüsse werden, soweit möglich, weitergenutzt. War dies nicht möglich (zu geringe Dimensionierung, veraltet etc.), wurden diese erneuert. Die Verlegung und Anschlüsse an die Versorgung sowie die Hausanschlussgebühren aller erforderlichen Versorgungsleitungen (Wärmeversorgung, Strom, Wasser, Abwasser, Telefon) erfolgten an das Versorgungsnetz.
Die gesamten vorhandenen oberirdischen haustechnischen Installationen wurden zurückgebaut. Leitungen in- und unterhalb der Stahlbetonstruktur blieben erhalten, wenn sie noch funktionstüchtig waren. Alle warm- und kaltwasserführenden Rohrleitungen und Armaturen erhielten Wärmedämmungen gemäß der zugrundeliegenden Energieeinsparverordnung (EnEV) und der gültigen Muster-Leitungsanlagen-Richtlinie (MLAR). Alle Rohrdurchführungen und -befestigungen wurden körperschallgetrennt, Rohrhalterungen und Rohrbefestigungen mit schalldämmenden Einlagen versehen. In den Wohnbereichen wurden sämtliche Leitungen nicht sichtbar unter Putz, in Schächten oder als Vorwandinstallation in Abkofferungen aus Gipskarton-Ständerwandkonstruktionen verlegt bzw. geführt. Die Abwasserleitungen wurden durch die Decke und anschließend im Deckenhohlraum der darunterliegenden Etage verzogen. Die Verlegung der Leitungen und Installationen innerhalb der Kellerräume erfolgte sichtbar unter der Decke bzw. an den Wänden. Frostgefährdete, Wasser führende Leitungen, Rinnen und Abläufe wurden, wo technisch erforderlich, mit elektrischer Rohrbegleitheizung ausgerüstet.
Sanitär
Abwasser
Auf dem Grundstück bestand für die Objektentwässerung von Schmutz- und Regenwasser ein Kanalsystem mit Anschluss an das öffentliche Kanalnetz in den umliegenden Straßen. Alle anfallenden Abwässer der unterhalb der Rückstauebene liegenden Entwässerungseinrichtungen werden gemäß DIN 1986-100 durch Hebeanlagen über die Rückstauebene gehoben und in den öffentlichen Kanal eingeleitet.
Die Ausführung der Entwässerungsanlage wurde gemäß Fachplanung auf Grundlage der Entwässerungsgenehmigung, einschließlich Dichtheitsprüfung, geprüft. Zugängliche Abwasserrohre wurden bei Bedarf erneuert, nicht zugängliche saniert. Zur Entwässerung unterhalb der Entwässerungsebene sind Hebeanlagen vorhanden – diese blieben bei Funktionstüchtigkeit im Bestand erhalten.
Schmutzwasser
Anschlussleitungen im Bereich der Vorwandinstallationen bestehen aus heißwasserbeständigen Kunststoffrohren (PP-Rohre). Die Schmutzwasserentsorgung innerhalb des Gebäudes erfolgt in den vorgesehenen Versorgungsschächten. Abwasserfall- und Sammelleitungen der Wohnnutzung bestehen aus schalldämmendem Material. Die Gewerbefläche im Bauteil D, EG, erhielt keine Schmutzwasserverrohrung.
Niederschlagswasser
Das anfallende Niederschlagswasser der Dachflächen wird über außen- und/oder innenliegende Fallleitungen gesammelt und den Grundleitungen bzw. dem öffentlichen Kanal zugeführt. Die Grundleitungen wurden mittels Videokamera befahren und schadhafte Stellen ausgebessert bzw. erneuert.
Trinkwasser
Die Trinkwasserversorgung des Objektes erfolgt zentral vom Hausanschlussraum im Untergeschoss aus. Die Trinkwasserverordnung (TrinkwV) mit Stand vom Januar 2013 wird vollumfänglich eingehalten.
Das Trinkwasserverteilungsnetz setzt sich zusammen aus Verteil- und Steigleitungen. Aus dem Untergeschoss erfolgt die Verteilung des Trinkwassers über die vertikalen Installationsschächte zu den einzelnen Wohneinheiten. Die Anschlussleitungen wurden bei Bedarf horizontal im Fußbodenaufbau bzw. in den Vorsatzschalen verlegt. Das Warmwasser wird zentral im Untergeschoss erwärmt. Warmwasser-Zirkulationsleitungen in den vertikalen Steigesträngen verhindern das Auskühlen des Warmwassers auf dem Weg zu den jeweiligen Wohnungsabzweigen.
Als Material der Warmwasser-, Zirkulations- und Kaltwasserleitungen wurden Kupferrohre im Press-Fitting-System eingesetzt. Es wurden Strangabsperrventile im UG installiert und Etagenabsperrventile für Kalt- und Warmwasser in jeder Wohnung. Die Steigestränge sind im Keller entleerbar.
Separate Verbrauchsmessgeräte (Zapfhahnzähler) sind, wo erforderlich, z.B. am Waschmaschinenzulauf in Wasch- und Trockenräumen im UG, an Waschmaschinen-Aufstellflächen in Abstellräumen, Ausgussbecken/Zapfstellen in Technikräumen installiert.
Im Bereich des Gewerbefläche Bauteil D, EG, wird die Trinkwasserverrohrung (Dimensionierung der Leitungen gemäß Nutzeranforderung eines Lebensmittelhandels) bis in den Mietbereich geführt und mit einem Kugelhahn abgesperrt.
Heizungstechnische Anlagen
Die Wärmeversorgung des Gebäudes erfolgt über das Fernwärmenetz der Stadtwerke Düsseldorf AG. Die Übergabestationen als Fernwärme-Kompaktstationen sind in vorgefertigter Bauweise, komplett isoliert und mit witterungsgeführter Regelungsanlage ausgestattet. Sie befinden sich in der Technikzentrale im UG. Von diesen Heizzentralen aus werden die Gebäude mit Warmwasser versorgt. Die Warmwasserbereitung erfolgt mittels Wärmetauscher und zentralem Warmwasserspeicher hausweise als Speicher-Ladesystem, versorgt durch die Fernwärme-Kompaktstationen.
Wärmeverteilung
Die Wärmeverteilung erfolgt in Stahl-, C-Stahl-, Mehrschichtverbund- oder Kupferrohren, frei verlegt in den Kellerräumen über Installationsschächte bis in die Wohneinheiten. Die Heizungsstränge werden durch Durchflussanzeiger und vorgeschalteten Durchflussmengenregler abgeglichen. Die Ansteuerung der Heizkreise erfolgt über eine witterungsgeführte Regelung mit elektronisch geregelter Umwälzpumpe. Jede Mieteinheit, Wohnen, Kita oder Gewerbe, erhielt eine Vorrüstung für zentrale Wärmemengenzähler (sichtbar mit Schauglas). Für die allgemeinen Wärmeverbraucher wurden sinnvolle Positionen für Zähleinrichtungen (Unterputz) vorgesehen.
Wärmeübergabe
Die kompletten Wohnungen wurden mit Fußbodenheizungen mit raumweisen, thermostatisch gesteuerten Heizkreisen ausgestattet. Die Raumtemperatur kann vom Nutzer über einen Raumregler inklusive Temperaturfühler eingestellt werden. Die Heizkreisverteiler befinden sich in den jeweiligen Wohnungen. Im Heizkreisverteiler ist ein Passstück für eine angemietete Wärmemengenzählung installiert.
In den Duschbädern und Badezimmern sind zusätzlich Handtuchheizkörper mit Anschluss an das Heizungsnetz angebracht. Die Beheizung der Handtuchheizkörper ist auch durch den Anschluss einer E-Patrone für die Sommermonate sichergestellt.
Treppenhäuser, Neben- undKellerräume sowie Tiefgarage
Die Treppenhäuser, Foyers, Nebenräume und Kellerräume wurden mit Heizkörpern ausgestattet, deren Regelung manuell über das Thermostatventil am Heizkörper erfolgt – dieses ist in den öffentlichen Bereichen abschließbar. Heizkörpergröße und -anzahl erfolgen gemäß Heizlastberechnung. Die Heizleitungen werden in den Wohnungen und Treppenhäusern unter Putz geführt.
Die Tiefgarage ist unbeheizt.
Gewerbefläche
Die Gewerbefläche im Bauteil D, EG, erhielt einen Übergabepunkt mit Vor- und Rücklauf mit Kugelhahn.
Dezentrale Wohnraumlüftung
Innenliegende Bäder, Duschbäder und Gäste-WCs erhielten jeweils Abluftventilatoren als Einzelraumlüfter. Anschlüsse an vertikal verlaufende, in die Installationsschächte integrierte Abluftleitungen wurden, unter Beachtung des notwendigen Brandschutzes, über das Dach geführt.
Die Luftnachführung wird über Außenluftdurchlässe (ALD) in den Fensterprofilen sichergestellt. Der stetig abzufordernde, minimale Abluftvolumenstrom des Abluftsystems nach DIN 18017 Teil 3 stellt die Lüftung zum Feuchteschutz nach DIN 1946 Teil 6 sicher. Die Anordnung der ALD in Form von nutzerunabhängigen Fensterfalzlüftern, Zuluftelementen auf Fensterflügel oder -rahmen erfolgt deshalb in den Wohn- bzw. Schlafräumen. Die Wohnungsinnentüren erhalten Unterschnitte zur Luftnachströmung. Die nutzerunabhängige Lüftung zum Feuchteschutz erfolgt im Dauerbetrieb über 24 Stunden je Tag. Die Lüftung wird bei individueller Nutzung der betreffenden Sanitärraume über eine vollautomatische, feuchteabhängige Steuerung angepasst. Damit wird sichergestellt, dass der Bautenschutz (Erhalt der Bausubstanz) in der Wohnung bei Abwesenheit der Nutzer unter üblichen Nutzungsbedingungen bei teilweise reduzierten Feuchtelasten eingehalten wird.
Die Wohnungen im Bauteil D1 erhielten bei Erfordernis der Schallschutzklasse IV anstatt des zuvor beschriebenen dezentralen Lüftungssystems eine zentrale Be- und Entlüftung mit Wärmerückgewinnung. Die Wohnungen wurden hierzu mit einem Konstantvolumenstromregler versehen. Durch einen Schalter kann die Be- und Entlüftung auf den minimalen Feuchteschutzwechsel reduziert werden.
Aufgrund des energetischen Konzepts der dezentralen Wohnraumlüftung ist in den Küchen lediglich der Einsatz von Dunstabzugshauben im Umluftbetrieb möglich, separate Wanddurchführungen nach außen wurden deshalb nicht vorgesehen.
Tiefgarage und Kellerbereiche
Die vorhandene Lüftungstechnik der Tiefgarage bleibt im Bestand, wurde überprüft und bei Bedarf instandgesetzt. Die aktuellen Anforderungen an die Be- und Entlüftung der Tiefgarage wurden eingehalten. Die Wohn- und Gewerbenutzung wird von der Abluft nicht beeinträchtigt.
Gewerbefläche
Für die Gewerbefläche Bauteil D1 EG wurde für die Gewerke Lüftung und Kälte wie folgt vorgerüstet.
Es wurden Kanäle in den Schächten vorgesehen, die durch die darüberliegenden Wohnungen für einen späteren Einbau nicht mehr zugänglich gewesen wären. Die Leistungsgrenze ist hierbei der Austritt des Kanals auf dem Dach bzw. die Brandschutzklappe an der Gewerbemieteinheit. Als Planungsgrundlage diente ein zweifacher Luftwechsel in der gesamten Nutzfläche. Die Dachfläche berücksichtigt das Gewicht des Zu- und Abluftgerät statisch und wurde für eine Gerätegröße mit Gehwegplatten ausgelegt.
WC-Abluft
Es wurde ein Abluftkanal im Schacht für eine WC-Einheit (Damen und Herren) mit fünffachem Luftwechsel vorgesehen. Die Leistungsgrenze ist hierbei der Austritt des Kanals auf dem Dach bzw. die Brandschutzklappe an der Gewerbemieteinheit. Die Nachströmung erfolgt über Unterschnitte der WC-Türen.
Die Dachfläche berücksichtigt das Gewicht des Abluftgeräts statisch und wurde für eine theoretische Gerätegröße mit Gehwegplatten ausgelegt.
Sicherheitstreppenhäuser
Die Druckbelüftung der Sicherheitstreppenhäuser wurde in Zusammenarbeit mit dem Brandschutzgutachter, Anwenderleitfaden Druckbelüftung, Prüfsachverständiger und Genehmigungsbehörde erstellt. Alle notwendigen baulichen Maßnahmen zur Umsetzung der Sicherheitstreppenhäuser wurden gemäß Vorgaben ausgeführt.
Treppenhaus-Rauchverdrängungsanlage
Das Gebäude besteht aus einem UG, einem EG und bis zu acht OG. Jeder Treppenraum besitzt einen Zugang über den Aufzugsvorraum und ist mit einer Rauchschutz-Druck-Anlagen (RDA) ausgestattet. Im Brandfall wird die Rauchverdrängungsanlage automatisch über die bauseitige Brandmeldeanlage (BMA) oder manuell über den Handauslösetaste EG sowie über das Feuerwehrtableau in der BMA-Zentrale aktiviert.
Der Differenzdruck wird auf maximal 50 Pa eingestellt. Die Türöffnungskraft darf 100 N nicht überschreiten. Der Öffnungswinkel der Abströmung im Treppenraumkopf wird entsprechend der zu erzielenden Durchströmung eingestellt. Über die Druckregelung und den Frequenzumrichter wird der Volumenstrom des Ventilators erhöht.
Sobald im Zuge einer Evakuierung oder eines Löschangriffs die Tür zum Flur geöffnet wird, strömt die Luft vom Treppenraum in den Flur und drängt eventuell eingedrungenen Rauch zurück in den Brandbereich. Beim Zufallen der Türen wird der Volumenstrom über den schnell regelnden Frequenzumrichter so reduziert, dass keine unzulässigen Druckspitzen entstehen. Die Regelzeitvorgaben der EN 12101-6 von drei Sekunden werden erfüllt.
Um die Strömung in den Fluren bei geöffneten Türen sicherzustellen, sind ausreichend große Abströmöffnungen (Druckentlastungseinheiten) vorhanden. Diese werden nur auf der Brandetage geöffnet.
Elektroinstallationen
Die Elektroinstallation wurde nach den Vorschriften des Verbandes Deutscher Elektrotechniker (VDE) und den Technischen Anschlussbestimmungen (TAB) des örtlichen Energieversorgungsunternehmens (EVU) ausgeführt.
In Absprache mit den Stadtwerken Düsseldorf konnte die bestehende Trafoanlage im Gebäudeteil B mit drei Trafoanlagen à 1.000 kVA bestehen bleiben. Die Stadtwerke verzichteten hier auf eine niederspannungsseitige Einspeisung der Gebäude. Die Leistung wurde mit ca. 800 kW veranschlagt und kann somit über einen Trafo erfolgen, die beiden anderen Trafos wurden als Reserve mit einer nachzuinstallierenden Umschalteinrichtung für den Wartungsfall ausgestattet.
Die Trafoanlage im Bauteil D wurde komplett zurückgebaut.
Bauteil D wird an die Trafoanlage der Bauteile A und B mit angeschlossen. Das vorhandene Stromschienensystem in den Bauteilen A, B und D wurden auf die neuen Bedürfnisse angepasst. Als einheitliches Schalterprogramm in allen Nutzungsbereichen wurde ein Großflächenprogramm in reinweiß und kantiger Form eingebaut.
Eigenstromversorgung
Für den Betrieb der Wohnanlage ist keine Eigenstromversorgung vorgesehen. Für die eventuell notwendigen Bereiche Sicherheitsbeleuchtung, Brandmeldeanlage etc. sind Batterieanlagen nach Bedarf oder behördlichen Auflagen installiert.
Für den Betrieb der Süla-Anlagen in den Sicherheitstreppenhäusern wird ein Bestandsnotstromdiesel genutzt. Dieser wird gewartet und bei Bedarf instand gesetzt.
Niederspannungs-
schaltanlagen
Die Energieversorgung je Haus erfolgt, wie oben beschrieben, aus einer zentralen Trafoanlage. Über Stromschienensysteme erfolgt die Versorgung bis in den Hausanschlusskasten im Elektro-Hausanschlussraum des jeweiligen Hauses im UG. Vom Hausanschlusskasten aus erfolgt die Einspeisung zur Zähleranlage, integriert im Hauptverteilerschrank, mit Zählerplätzen für die Aufnahme der Wohnungs- und Gemeinschaftsstromzähler. Von den jeweiligen Wohnungs- und Gemeinschaftsstromzählern wurden sämtliche Wohneinheiten hausweise sternförmig über Kabel-Steigleitungen in den zentral angeordneten Elektro-Versorgungsschächten an die Energieversorgung angebunden.
Stromschienen
Bei horizontaler Montage des Schienensystems wurden die Schienenverteiler immer so positioniert, dass der Neutralleiter an der Unterseite des Schienenstrangs verläuft.
Bei vertikaler Montage wurde der Schienenverteiler immer so ausgerichtet, dass der Neutralleiter beim KB-/KO-System an der rechten und beim KK-System an der linken Seite des Schienenstrangs verläuft. Ausnahme: Sind die Abgangskästen KOP04/08 und 10 vom KO-S, verläuft der Neutralleiter wegen der „Anschlussfreundlichkeit“ auf der linken Seite.
Die Abschottung des Stromschienensystems der Feuerwiderstandsklasse S90, zum Einbau in Wänden und Decken der Feuerwiderstandsklasse F90, wurde unter Einhaltung aller Bestimmungen der allgemeinen bauaufsichtlichen Zulassung hergestellt und eingebaut.
Die verwendeten Bauprodukte, Schienenelemente, Mineralwolle und Blechmanschetten sind entsprechend den Bestimmungen der allgemeinen bauaufsichtlichen Zulassung gekennzeichnet.
Niederspannungs-
installationsanlagen
Jede Wohneinheit erhält eine separate Elektro-Unterverteilung (Stromkreisverteiler), als Unterputzverteiler mit Blendrahmen und Tür aus Stahlblech, pulverbeschichtet, bestückt mit Sicherungsautomaten und Fehlerstrom-Schutzschalter zur Aufteilung und Absicherung der erforderlichen Wohnungsstromkreise (z.B. Herd, Geschirrspüler, Küche, Bad, Außeninstallation etc.), gemäß VDE 0100. Von den Unterverteilungen aus werden die Beleuchtungs-, Steckdosen- und Gerätestromkreise sternförmig mit Kunststoff-Mantelleitungen versorgt.
Die Absicherungen und Einbauten sind dauerhaft beschriftet, in der Tür ist eine Plantasche mit Schaltplan und Stückliste hinterlegt. Installationen und Leitungsverlegungen wurden unter Verwendung von Kunststoff-Mantelleitungen erstellt. Kabel- und Leitungsinstallationen wurden im Treppenhaus und in den Wohnbereichen verdeckt unter Putz und in Ständerwänden sowie in Beton und auf dem Rohfußboden im Schutzrohr ausgeführt. In der Tiefgarage und den Kellerräumen kam eine Feuchtraum-Aufputzinstallation in offener Rohrmontage zur Ausführung; die Leitungsverlegung erfolgt sichtbar auf Putz in Schutz- bzw. Montagerohren. Für die Elektrotrassenführung bei Kabelhäufungen wurden Kabelbühnen sowie in Steigeschächten Kabelleiter installiert. Für die Erfassung und Abrechnung des Stromverbrauchs hausweise in den allgemein genutzten Bereichen (Heizung, Aufzüge, Beleuchtung Tiefgarage, Treppenhaus, Flure, Außenanlagen etc.) wurden geeignete Allgemeinstromzähler im Zählerraum UG installiert. Jede Wohneinheit erhielt einen eigenen Stromzähler mit Aufschaltung aller zugehörigen Verbraucher.
Die Erdung der elektrischen Betriebsmittel und der Potentialausgleich aller berührenden Metallteile, insbesondere der Rohrleitungsnetze, wurden gemäß VDE-Richtlinien über die Installation eines Hauptpotenzialausgleichs mit Anschluss an den Fundamenterder sichergestellt.
Telekommunikations-
anlage
Die Ausführung des Telefon-Hausanschlusses aus dem öffentlichen Straßenbereich bis zum Übergabepunkt in den Hausanschlussräumen im Kellergeschoss erfolgte durch die Telekom AG bzw. den örtlichen Netzbetreiber. Eine ISDN-fähige Telefonverkabelung führt vom jeweiligen Übergabepunkt im UG zentral in jede Mieteinheit bis zur Montage der TAE-Übergabedose am Verteilerfeld.
Hauskommunikations- und -informationsanlagen
Es wurde eine Gegensprechanlage mit Türstation in der Eingangstüranlage und einer Sprechstelle im Eingangsbereich der Mieteinheit installiert. Die Hauseingangstür wird über einen Taster an der Gegensprechanlage aus der Mieteinheit offenbar geschaltet. An der Eingangstür zur Wohnung wurde zusätzlich ein Klingeltaster angebracht.
Die Versorgung der Mieteinheiten mit TV und Radio erfolgt über das Breitband-Kommunikationsnetz (NetCologne) des örtlichen Kabelnetzbetreibers im öffentlichen Straßenbereich.
Rauchmelder
In den Aufenthalts- und Schlafräumen sowie Flurbereichen der Wohneinheiten und den Räumen der Kita Bauteil D1 EG wurden batteriebetriebene Rauchmelder als Einzellösung im Deckenbereich montiert.
Fördertechnik
Die Aufzugsanlagen, Fabrikat ThyssenKrupp, fahren alle Wohngeschosse und die Tiefgaragen-/Kellerebene an. Die Zugänge und Kabinen der neuen Aufzugsanlagen wurden auf die Foyer- und Treppenhausgestaltung abgestimmt. Die Innenseiten der Kabinen sind mit Edelstahl-Wandpaneelen sowie Edelstahlhandlauf gestaltet und erhalten einen Spiegel rückseitig über dem Handlauf, die Kabinentüren erhalten kabinenseitig eine Edelstahlverkleidung.
Fazit
Das Umwandlungsobjekt „Living Circle“ bedeutete für die Planung und Ausführung der TGA eine besondere Herausforderung: Einhaltung des Kostenrahmens. Die partnerschaftliche Einschaltung des Ingenieurbüros für Haustechnik hatte bereits im Planungsprozess das Ziel, die vorhandenen Ressourcen aller am Projekt Beteiligten so zu nutzen und einzusetzen, dass die zur Ausführung kommenden Konstruktionen, Materialien, Arbeitsverfahren etc. zu einem möglichst frühen Stadium optimiert werden konnten.
Architekt, Fachingenieure und Bauunternehmung bündelten ihr Wissen und ihre Kompetenz, um so Doppel- und Fehlbearbeitungen zu vermeiden und Kosten zu sparen.
Durch die ursprüngliche Entscheidung von Bauwert gegen Abriss und Neubau sowie für die Umwandlung im Bestand konnte die spezielle und außergewöhnliche Gebäudeform des ehemaligen „Thyssen Trade Center“ in Düsseldorf beibehalten werden.
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