Systematik statt System

Canzler plant GA für Terminal 3

Das Planungs- und Beratungsunternehmen Canzler entwickelt für das Terminal 3 des Frankfurter Flughafens das Konzept für die Gebäudeautomation und Leittechnik. Beide Komponenten steuern und überwachen mit 150 000 Automationsfunktionen von der Klimatechnik über die Entrauchung bis hin zur Brandmeldeanlage die Gebäude und alle technischen Anlagen.

Wenn im Jahr 2021 die erste Ausbaustufe des Terminal 3 in Betrieb geht, soll es die Kapazität des Frankfurter Flughafens um 14 Mio. auf dann 77 Mio. Passagiere erhöhen. Das Inves­titionsvolumen beträgt 1,6 Mrd. €; davon fließen allein ca. 500 Mio. € in die Gebäudetechnik.

Canzler ist mit der Planung der Gebäudeautomation beauftragt worden, unterstützt Fraport bei der Vergabe und der Objektüberwachung und ist verantwortlich für die Integration der Technik in die übrigen Gewerke der Großbaustelle. Zehn von 30 Spezialisten für Gebäudeautomation arbeiten am Projekt Terminal 3. Die Gebäudeautomation wird nach dem BACnet-Standard von Fraport, den Canzler mitentwickelt hat, geplant und ausgeschrieben. 150 000 Automationsfunktionen gilt es abzubilden; sie beinhalten Steuerungen, Regelungen oder Überwachungen von Klimatechnik, Brandmeldeanlagen, Ent­rauchungen, Türen und Toren, Aufzügen usw. „150 000 Automationsfunktionen sind eine ganz schöne Menge und viele Automationsprozesse sind nicht alltäglich“, erläutert Bertram Canzler, geschäftsführender Gesellschafter von Canzler In­ge­nieure. Zum Vergleich: Beim Büroneubau des IBC in Frankfurt ging es zwar auch um 90 000 Datenpunkte, doch ist ein Büro­gebäude weniger komplex als ein Terminalgebäude.

Aus Gründen der Sicherheit werden sicherheitsrelevante Gebäudeteile und Anlagen am Terminal 3 mit allein 23 000 Automationsfunktionen – beson­ders im Bereich Brandschutz und Entrauchung – über ein se­pa­rates Automationskonzept mit redundanten SPS geführt, womit höchstmögliche Ausfallsicherheit und Hochverfügbarkeit gewährleistet sind.

„Beim Terminal 3 – wie bei allen von uns realisierten Großprojekten – planen wir kein System, sondern eine Systematik“, erläutert Bertram Canzler den Ansatz seiner Büros. „Diese Systematik ermöglicht es uns, die zum Zeitpunkt des Vergabe­wettbewerbs aktuellste Hard- und Software der Hersteller einzubeziehen. Damit wir nicht etwas planen, das beim Baubeginn bereits veraltet ist.“

Bertram Canzler weiß, wovon er spricht. Seine heute an fünf Standorten präsente Planungs- und Beratungsgesellschaft plant und berät seit über 50 Jahren im Fachbereich Gebäudeautomation, arbeitet bei Normvorhaben und Forschungsprojekten mit und verfügt über das Know-how und die personellen Kapazitäten für Großprojekte. Canzler zählt hier zu den Marktführern in Deutschland und erwirtschaftet mehr als ein Fünftel des Umsatzes mit diesem Geschäftsbereich.

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