Besseres Klima in Terminal 1 und 2

Raumbelüftung am Flughafen Köln/Bonn

Zum zweiten Mal in Folge zählt der Flughafen Köln/Bonn in 2014 mehr als 1 Mio. Passagiere in einem Monat. Wie schon im August 2014 wurde auch im September 2014 die Millionenmarke geknackt. Genau 1 033 371 Fluggäste starteten oder landeten im letzten September auf dem Köln/Bonn-Airport. Vor dem Hintergrund dieses Passagier­aufkommens verwundert es nicht, dass der Köln/Bonn-Airport (KBA) auf eine besondere Lösung zur energieeffizienten und kostenbewussten Klimatisierung seiner Gebäude nutzt. Diese führte zu einer erheblichen Verbesserung des Raumklimas und zu Energiekosteneinsparungen in Millionenhöhe.

Sowohl Terminal 1 als auch Terminal 2 am Flughafen Köln/Bonn wurden mit der Bosch-Raumbelüftungstechno­logie „Climotion“ ausgestattet. Dadurch konnte der Verbrauch von Wärme, Kälte und Strom erheblich reduziert werden. Mittels einer patentierten Regelungs- und Steuerungssoftware, die auch im Bochumer Starlight Express, in der Mannheimer Universitätsbibliothek und im Goldenen Saal des Musikvereins Wien verwendet wird, wurde eine Energieeinsparung bei Klima- und Lüftungsanlagen erreicht, die mit einer gleichzeitigen Verbesserung des Raumklimas für Passagiere und Mitarbeiter einherging.

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Sowohl Terminal 1 als auch Terminal 2 am Flughafen Köln/Bonn wurden mit der Bosch-Raumbelüftungstechno­logie „Climotion“ ausgestattet. Dadurch konnte der Verbrauch von Wärme, Kälte und Strom erheblich reduziert werden. Mittels einer patentierten Regelungs- und Steuerungssoftware, die auch im Bochumer Starlight Express, in der Mannheimer Universitätsbibliothek und im Goldenen Saal des Musikvereins Wien verwendet wird, wurde eine Energieeinsparung bei Klima- und Lüftungsanlagen erreicht, die mit einer gleichzeitigen Verbesserung des Raumklimas für Passagiere und Mitarbeiter einherging.

Eingeschränkte Behaglichkeit und hohe Energie­kosten

Insgesamt wurden vier Projekte zur Installation der Klima- und Lüftungstechnik der Bosch Energy and Building Solutions umgesetzt. Diese umfassen im Einzelnen:

Terminal 2: Abflug- und Ankunftsbereiche, Inbetriebnahme 2009;
Cargo Speditions-Center: Bürobereiche, Inbetriebnahme 2009;
Terminal 1: Abflug- und Ankunftsbereiche, Inbetriebnahme 2012;
DFS-Kontrollturm-Kanzel: sensibler Kontrollturmbereich, Inbetriebnahme 2013.

Die Situation vor der ersten Bosch-Installation schildert Lothar Mehnert, Leiter Versorgungstechnik am Köln/Bonn-Airport: „Durch den hohen Stahl- und Glasanteil in den Terminals haben wir praktisch keine Speichermasse für die gewünschte Temperatur. Eine Herausforderung an die neue Technik bestand also darin, schnelle Reaktionszeiten sowohl fürs Heizen als auch fürs Kühlen zu erzielen.“

Bei dem im Jahr 2000 in Betrieb genommenen Terminal 2 sorgt die patentierte Bosch-Regelungssteuerung für eine gleichmäßige Vermischung der vorhandenen Raumluft mit der zugeführten Frischluft. Der Energieverbrauch für Belüftung, Kühlung und Beheizung des Terminals 2 konnte dadurch um über 30 % ge­senkt werden. Bis zu 2000 t CO2 können so im Vergleich zur bisher verwendeten konventionellen Technik im Terminal 2 und dem Cargo-Center jedes Jahr gespart werden. Auch im Terminal 1 wird der CO2-Ausstoß mit dem Modell von Bosch und einer Mo­der­ni­sierung der Anlagentechnik mittelfristig signifikant gesenkt werden.

Umsetzung am Terminal 2

Die unbefriedigende Situation vor Einführung der neuen Technik in den raumlufttechnischen Anlagen führte aufseiten der Passagiere und Mitarbeiter zu einer spürbaren, eingeschränkten Behaglichkeit und aufseiten des Flughafenbetreibers zu hohen Energiekosten in Höhe von fast 2 Mio. € pro Jahr. Die technische Ausgangslage vor Bosch war gekennzeichnet durch zehn RLT-Anlagen, 342 Gebläsekonvektoren und neun Torluftschleieranlagen. „Nach Umsetzung der Bosch-Technologie sind gerade mal noch die zehn RLT-Anlagen übrig geblieben, was wiederum unseren Wartungs- und Reparaturaufwand und somit auch unsere Kosten reduziert“, sagt Lothar Mehnert.

Der Umbau und die konkre­ten Ergänzungsmaßnah­men in den Raumzonen an den noch bestehenden zehn RLT-Anlagen für die Terminal-2-Versorgungsbereiche Abflug, Ankunft, Gepäckausga­be und Gepäcksortieranlage mit einer Gesamtfläche von etwa 30 000 m2 umfassten im Einzelnen:

Die Bosch-Regelungs- und Steuerungssoftware,
Differenzdruckmessung an der Fortluftklappe,
Zuluft-Druckmessungen in den RLT-Anlagen,
Zonenklappen der einzelnen RLT-Anlagen,
Raumdruckmessungen je Zone,
Raumluftqualitätsmessungen je Zone sowie
Raumtemperaturmessungen je Zone.

Der Prognose an Kosteneinsparungen in Höhe von 25 % un­mit­telbar nach der Installation in Terminal 2 stehen heute satte 37,5 % an jährlichen Einsparungen im Vergleich zur Situation vor der Umsetzung der Maßnahmen gegenüber. Die Gesamtinvestitionen in Planung, Anlagen- und Regelungstechnik sowie eine einmalige Lizenzge­bühr schlagen mit 620 000 € zu Buche. Demgegenüber stehen jährliche Einsparungen seit 2009 bei den Energiekosten in Höhe von 650 000 € und bei den Instandhaltungskosten in Höhe von 75 000 €: Das macht in Summe eine jährliche Einsparung in Höhe von mindestens 725 000 €.

Nachrüstung am Terminal 1

Seit Fertigstellung der Gesamt­maßnahme im 80 000 m2 großen Terminal 1 Mitte 2013 liegen die Einsparungen dort im Bereich von etwa 34 % im Vergleich zu der vorherigen konventionellen Technik – bei einer Gesamtkos­ten­situation vor Bosch bei 1,65 Mio. € eine beträchtliche Einsparung pro Jahr. Die Maßnahmen in Terminal 1 umfassten die Sa­nierung, Erneuerung und Umstellung auf die Klima- und Lüf­tungs­technik der Bosch ­Energy and Building Solutions und betrafen die Versorgungsbereiche Abflug, Ankunft, Gepäckausgabe mit einer Gesamtfläche von 27 000 m2, im Einzelnen waren dies:

teilweise neue RLT-Anlagen (Kombigeräte),
Volumenstromboxen als stetige Zonenklappen umgebaut,
Raumdruckmessungen,
Raumluftqualitätsmessungen,
Raumtemperaturmessungen ,
Raumfeuchtemessungen sowie die
Bosch-Regelungs- und Steue­rungssoftware.

Der Prognose an Energie­kos­ten­ein­spa­run­gen in Höhe von 25 % unmittelbar nach der Bosch-Installation in Terminal 1 stehen heute 34 % an jährlichen Einsparungen im Vergleich zur Situation vor der Bosch-Technologie gegenüber. Die Gesamtinvestitionen in Planung, Anlagentechnik, Bautechnik Regelungstechnik und eine einmalige Lizenzgebühr schlagen mit 3,1 Mio. € zu Buche. Demgegenüber stehen jährliche Einsparungen seit 2012 bei den Energiekosten in Höhe von 600 000 € und bei den Instandhaltungskosten in Höhe von 60 000 €: Das macht in Summe eine jährliche Einsparung in Höhe von mindestens 660 000 €.

Dazu kommen noch die Einsparpotentiale im Cargo Spedition Center und in der DFS-Kontrollturm-Kanzel, die mit der Klima- und Lüftungstechnik von Bosch gehoben werden konnten und in Summe zu einer Reduzierung der Investkosten um etwa 420 000 € führten (Cargo). Für die DFS-Kontrollturm-Kanzel betrugen die Gesamtkosten für die Umstellung auf Bosch-Technik etwa 140 000 €. Demgegenüber stehen jährliche Einsparungen im Bereich von mindestens 35 %, darunter alleine 12 000 € niedrigere Energiekosten pro Jahr.

„Wir sind durch die Umrüstung auf die Bosch-Technologie ‚Climotion‘ nicht nur umweltfreundlicher, ressourcenschonender, sparsamer und kostenbewusster geworden, wir haben durch das bessere Raumklima auch einen wesentlichen, nachhaltigen Beitrag für einen erhöhten Wohlfühlfaktor unserer Passagiere und Mitarbeiter geleistet“, resümiert Lothar Mehnert, Leiter Versorgungstechnik KBA.

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