Bessere Luft im Logistikzentrum
Mit Luftfiltertechnik gegen FeinstaubDas Logistikzentrum von Atelco in Möhnesee sah sich in den letzten Jahren mit einer zunehmend hohen Staubbelastung konfrontiert, primär aufgrund eines relativ aufwendigen Kartonage-Handlings im Warenein- und -ausgang. Die Lösung für das Problem waren Luftreinigungssysteme, mit denen der Feinstaubgehalt in den betroffenen Bereichen um gut 80 % verringert werden konnte.
„Und genau diese Arbeitsbereiche sind auch primär der Grund für die große Feinstaubentwicklung im Logistikzentrum“, erklärt Dipl.-Wirtsch.-Ing. (FH) Marco Becker, Logistik-Leiter von Atelco. „Die hohe Staubbelastung liegt an der...
„Und genau diese Arbeitsbereiche sind auch primär der Grund für die große Feinstaubentwicklung im Logistikzentrum“, erklärt Dipl.-Wirtsch.-Ing. (FH) Marco Becker, Logistik-Leiter von Atelco. „Die hohe Staubbelastung liegt an der besonderen Form der Warenanlieferung durch Pappkartons. Da bei uns im Gegensatz zu einem Industrielager die Produkte just in time bzw. auftragsbezogen bestellt werden, befinden sich auf einer Palette viele einzelne Pakete unterschiedlicher Distributoren und eben nicht eine homogene Warenanlieferung. Deshalb müssen im Wareneingangsbereich alle Pappkartons zur Warenkontrolle und korrekten Bestellzuordnung erst einmal aufgeschnitten werden. Dieses permanente Aufklappen und Aufschneiden der Kartonagen verursacht eine starke Pappstaubbelastung. Genauso im Warenausgang, wenn wir die Produkte für die Bestellungen der einzelnen Filialen wieder neu verpacken“.
Ursachen und Diagnose
Dieser Feinstaub der Kartonagen hat sich im gesamten Lager auf den Regalflächen und damit auch auf die dort liegenden Produkte verteilt. Dabei wurde das Staubproblem noch zusätzlich dadurch verstärkt, dass man sich 2007 beim Bau des Logistikzentrums entschlossen hatte, keine Gitterregale zu verwenden, sondern geschlossene Regalböden aus Pressspan. So konnte der Staub nicht durch die Regale auf den Boden fallen, wo man ihn dann zumindest oberflächlich nass hätte aufwischen können. „Die Staubverschmutzung war für uns auch deshalb besonders ärgerlich, da bei uns in den Regalen durch die direkte Einzelhandelsanbindung überwiegend ausgepackte Ware in ihrer originalen Verkaufsverpackung liegt“, erläutert Marco Becker.
Um die geschilderte Staubproblematik in den Griff zu bekommen, überlegte man anfangs, einfach den Reinigungsaufwand zu steigern. So wollte man ursprünglich die gesamte Regalfläche des Distributionszentrums täglich nass durchwischen. Doch schnell erkannte die Geschäftsleitung, dass dies bei knapp vier laufenden Regalkilometern einen nicht zu realisierenden Aufwand dargestellt hätte. So kam nur noch eine sinnvolle, technologische „Staublösung“ in Frage.
Lösungssuche durch Messung
Bei der Sondierung des Marktes nach geeigneten Anbietern wurde Atelco auf den renommierten Raumklimaspezialisten Zehnder mit seinem Luftreinigungssystem „Clean Air Solutions“ aufmerksam. Die Spezialisten von Zehnder nahmen im August 2011 als erste Maßnahme umfangreiche Staubmessungen an einigen besonders belasteten Bereichen vor. So wurden an den relevanten Punkten im Warenein- und -ausgang über acht Tage hinweg entsprechende Staubmessgeräte angebracht. Danach wurden an definierten Punkten die Luftreinigungssysteme installiert. Die Vergleichsmessungen im Frühjahr 2012 zeigten dabei eine signifikante Reduzierung der Staubbelastung: So ergaben Staubmessungen vor der Installation am Wareneingang Spitzenwerte von bis zu 750 µ/m³ und einen Mittelwert für die Dauer der achttägigen Messzeit von immerhin noch 124 µ/m³. Nach der Installation der Luftreinigungsfilter gab es vereinzelte Spitzenwerte nur noch bis zu 250 µ/m³, der statistische Mittelwert betrug nur noch 25 µ/m³. Das entsprach einer enormen Reduzierung der Spitzenwerte um ca. 67 %, beim Mittelwert sogar um 80 %. Damit lag die Staubbelastung im Wareneingang unter dem internationalen Richtwert für den Außenbereich (24-h-Mittelwert bei 50 µ/m³).
Reduzierung nachgewiesen
Bei den Vergleichsmessungen an einem Hochregal konnten ebenfalls starke Reduzierungen erreicht werden: Hier konnte die Spitzenbelastung um ca. 60 % gesenkt werden, der statistische Mittelwert – also die allgemeine Staubbelastung während der Arbeitszeiten und zu den Ruhepausen – sogar um bis zu 90 % auf 20 µ/m³.
Diese Staubreduzierungen lassen sich aufgrund besonders leistungsfähiger Feinstaubfilter erzielen, welche als Herzstück der Zehnder-Filtertechnologie nach der Flimmertechnologie funktionieren. Beim Flimmerfilter findet die Staubabscheidung nicht durch eine Ablagerung in einem Fasergewebe statt, sondern entlang von 200 mm langen und sehr feinen Polypropylenfasern. Diese werden durch das Vorbeiströmen von Luft elektrostatisch aufgeladen und binden somit Fein- und Grobstaub.
Luftreinigung im Dauerbetrieb
Aufgrund der positiven Vergleichsmessungen hat sich Atelco im Frühjahr 2012 für die Installation von insgesamt sechs Luftreinigungssystemen entschieden: Drei Großgeräte (Zehnder-„Flimmer E12 000“ mit 12 000 m3/h Leistung) hängen im Wareneingang und bei der Endwarenverpackung, drei kleinere Filterboxen (Zehnder-„Flimmer E3000“ mit 3000 m3/h Leistung) hängen bei den Hochregallagern.
Das Luftreinigungssystem läuft automatisiert im 24-h-Dauerbetrieb. Dabei ist kein regelungstechnischer Eingriff seitens des Betreibers notwendig. Anhand der Vorfeldmessungen wurden die Leistungsstufen durch Zehnder definiert, mit denen die Geräte für jeden Einsatzbereich eingestellt wurden. „Damit kann man sich zum einen auf die jederzeit optimale Wirkungsweise der Luftfiltergeräte verlassen, zum anderen ist ein ökologisch, sparsamer Betrieb zu jeder Zeit gewährleistet“, erläutert Logistik-Chef Marco Becker. Auch um die Wartung der Geräte muss sich Atelco nicht kümmern: „Einmal im Jahr werden die Flimmerfilter ausgewechselt, zweimal im Jahr die Vorfilter. Das wird absolut autark von Zehnder erledigt, wir bekommen davon im Prinzip gar nichts mit“, erklärt Marco Becker.
Die Deckenmontage der Luftreinigungssysteme wurde schnell und professionell realisiert. Jedes Luftfiltergerät war innerhalb von 2 h mithilfe der vorhandenen Gabelstapler und mittels eines Kettensystems aufgehängt.
Fazit
Marco Becker zieht nach eineinhalb Betriebsjahren ein absolut positives Fazit: „Unsere Mitarbeiter haben sofort die bessere Luftqualität in den Arbeitsbereichen bemerkt. So konnten wir quasi zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen: Zum einen verlassen nun saubere Endkundenverpackungen unser Lager, zum anderen hat sich die Arbeitsplatzqualität erheblich verbessert“.
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