Heizungscontracting für Quartiere und Mehrfamilienhäuser

Welche Vorteile Planer und Betreiber von kompletten System-Lösungen haben

Bei Neubau oder Modernisierung technischer Gebäudeanlagen ist Contracting eine interessante Alternative, um Arbeitsaufwand, Energie und Investitionskosten zur Finanzierung und Umsetzung moderner, individueller Wärme-Lösungen einzusparen. Das Contracting-Unternehmen unterstützt dabei aktiv die Planung und übernimmt die Umsetzung des Projekters bis hin zur vollendeten Installation der Anlage. Darüber hinaus profitiert der Kunde oft von langfristigen Garantien und der Sicherheit, dass er seine Liquidität behält. Die Tab-Redaktion sprach hierzu mit Roland Gilges, Geschäftsführer von German Contract.

tab: Seit 20 Jahren ist German Contract als Dienstleister im Contracting-Geschäft unterwegs. Wie hat sich in diesem Zeitraum der Markt entwickelt?

Roland Gilges: Wir waren als einer der ersten Contractoren auch im Privatkundengeschäft tätig. Daher war es von Beginn an auch unsere Aufgabe, den Markt auf diese Dienstleistung vorzubereiten. Am aufwändigsten gestaltete sich dabei die Kommunikation des doch erklärungsbedürftigen Produktes „Contracting“. Auch wenn es am Anfang viele skeptische Stimmen gab, wurde diese Dienstleistung mittlerweile gut angenommen. Die Technologien wurden mit der Zeit...

Roland Gilges, Geschäftsführer von German Contract, setzt bei Contracting-Angeboten auf eine optimale Kombination aus Investitions- und Betriebsführungskosten.
Bild: German Contract

Roland Gilges, Geschäftsführer von German Contract, setzt bei Contracting-Angeboten auf eine optimale Kombination aus Investitions- und Betriebsführungskosten.
Bild: German Contract
tab: Seit 20 Jahren ist German Contract als Dienstleister im Contracting-Geschäft unterwegs. Wie hat sich in diesem Zeitraum der Markt entwickelt?

Roland Gilges: Wir waren als einer der ersten Contractoren auch im Privatkundengeschäft tätig. Daher war es von Beginn an auch unsere Aufgabe, den Markt auf diese Dienstleistung vorzubereiten. Am aufwändigsten gestaltete sich dabei die Kommunikation des doch erklärungsbedürftigen Produktes „Contracting“. Auch wenn es am Anfang viele skeptische Stimmen gab, wurde diese Dienstleistung mittlerweile gut angenommen. Die Technologien wurden mit der Zeit immer komplexer und die Investitionen steigen stetig – das sind Faktoren, die klar für Contracting sprechen. Deshalb sind die Betriebsführung und das Monitoring inklusive Störaufschaltung wichtiger denn je.

tab: Für wen ist Heizungscontracting interessant?

Das Planungsteam unterstützt bei der Beratung der Kunden, der Erstellung eines Energiekonzeptes bis zur Inbetriebnahme der Anlagentechnik und der vertrieblichen Unterstützung.
Bild: German Contract

Das Planungsteam unterstützt bei der Beratung der Kunden, der Erstellung eines Energiekonzeptes bis zur Inbetriebnahme der Anlagentechnik und der vertrieblichen Unterstützung.
Bild: German Contract
Roland Gilges: Heizungscontracting ist grundsätzlich für jeden interessant, der eine Immobilie besitzt. Das können private Immobilienbesitzer, Wohneigentümergemeinschaften, die Wohnungswirtschaft, Kommunen oder auch Gewerbetreibende sein. Diese kaufen sich mit Heizungscontracting bei German Contract nicht nur eine effiziente Wärmeversorgung ein, sondern auch einen ganzheitlichen Voll-Service, Liquidität und echte Sicherheit.

tab: Welche Unterstützung bietet German Contract bei Projekten?

Roland Gilges: Unser Planungsteam unterstützt von Beginn an: Angefangen bei der Beratung der Kunden, der Erstellung eines Energiekonzeptes bis hin zur Inbetriebnahme der Anlagentechnik und sogar der vertrieblichen Unterstützung. Oft präsentieren wir auch das Konzept bei Wohneigentümergemeinschaften in der Eigentümerversammlung. Überzeugen können wir in der Regel damit, dass wir gute Konzepte liefern, die langfristig viel Energie sparen und somit sowohl ökologisch als auch ökonomisch sinnvoll sind.

Seit 20 Jahren ist German Contract als Dienstleister im Contracting-Geschäft unterwegs.
Bild: German Contract

Seit 20 Jahren ist German Contract als Dienstleister im Contracting-Geschäft unterwegs.
Bild: German Contract
tab: Welche Schnittstellen gibt es zwischen Fachplanern der TGA und German Contract?

Roland Gilges: Am besten geht es nahtlos: Wenn ein TGA-Planer das Projekt betreut, greifen wir als Unterstützung gerne auf ihn zurück, um möglichst wenig Schnittstellen zu haben. Wir begleiten das Projekt dann oft mit unseren Planern, die sich gegenseitig austauschen und unterstützen.

tab: Welche Besonderheiten sind bei Quartierslösungen im Rahmen von Heizungsmodernisierungen zu beachten?

Roland Gilges: Aktuell leider die sehr langfristigen Bauphasen. Das Wichtigste ist hier, das richtige, nachhaltige Konzept zu wählen. Dazu kommen noch die Förderthemen, die schnell mal zum Förderdschungel werden können. Der visierte Durchblick ist hier entscheidend.

tab: Wer trägt die Systemverantwortung bei Planung, Ausführung und Betrieb – insbesondere für hydraulische und regelungstechnische Abstimmungen?

Als Dienstleister kann German Contract flexibel auf die individuellen Wünsche der Kunden reagieren.
Bild: German Contract

Als Dienstleister kann German Contract flexibel auf die individuellen Wünsche der Kunden reagieren.
Bild: German Contract
Roland Gilges: Die Systemverantwortung liegt bei uns. Wir übernehmen für die Kunden auf Wunsch auch die Betriebsführung.

tab: Welche Effizienzkennzahlen oder Betriebsparameter (z. B. Jahresarbeitszahl, Anlagenverfügbarkeit, Emissionsgrenzen) bilden die Grundlage für das Contracting?

Roland Gilges: Die Voraussetzungen sind hier die Vorgaben der Investoren und die gesetzlichen Vorgaben. Unser Ziel ist es immer das beste Kosten-Nutzen-Verhältnis für den Kunden zu erzielen unter Berücksichtigung der entsprechenden Vorgaben.

tab: Wie wird die Wirtschaftlichkeit des Projekts kalkuliert – nach welchen Energiepreisen, Laufzeiten und Amortisationsmodellen richtet sich das Contracting-Angebot?

Roland Gilges: Maßgebend für die Kalkulation des Grundpreises sind immer die Investitions- und Betriebsführungskosten. Der Arbeitspreis ist abhängig von dem Energieeinkauf und der Effizienz. Die Kunst besteht nun darin, die optimale Kombination zu erarbeiten. Oft ist es so, dass sich höhere Investitionen langfristig durch den geringeren Energieverbrauch auszahlen. Dies berechnen wir vorab bei jedem Projekt, da diese sehr individuell sind.

tab: Wie lässt sich die Contracting-Anlage in eine bestehende Gebäudeleittechnik und Energiemanagement-Systeme integrieren?

Roland Gilges: Grundsätzlich ermöglichen wir auch dem Kunden die Aufschaltung auf die Gebäudeleittechnik. Hier sind die Wünsche sehr unterschiedlich – technisch ist alles machbar.

tab: Welche Rahmenbedingungen gelten für Vertragsverlängerungen, -kündigungen oder bei technischen Modernisierungen während der Laufzeit?

Roland Gilges: Hier zeigt sich die Flexibilität eines Dienstleisters. Wir können auf die Wünsche der Kunden reagieren. Insbesondere die Erweiterung der Technologien um regenerative Systeme – welche ja durchaus in unserem Interesse ist – ist durch eine Anpassung der Verträge möglich. Die technischen Herausforderungen löst hier unsere Planungsabteilung – vertraglich ist dies alles schnell umsetzbar.

tab: Wer hat Zugriff auf Betriebs- und Verbrauchsdaten, in welcher Form erfolgt das Monitoring, und wie werden Datenschutz sowie Datensouveränität gewährleistet?

Roland Gilges: Für uns sind in erster Linie die Betriebsdaten wichtig, um eine störungsfreie Wärme- und Kälteversorgung zu gewährleisten. Ziel ist es, dass der Kunde eine Störung nie bemerkt, indem es im Gebäude kalt wird, sondern wir diese im Vorfeld erkennen und beheben. Für die Effizienzsteuerung sind Reglereinstellungen, Heizkurven, Vor- und Rücklauftemperaturen sowie die Daten der Pumpen relevant. Auch wenn diese Daten vielleicht für andere nicht so interessant sind, wie die, die wir alle tagtäglich im Internet hinterlassen, so werden alle Systeme regelmäßig von unserem externen Datenschutzbeauftragten geprüft.

tab: Wie berücksichtigt das Contracting-Modell zukünftige Entwicklungen – etwa im Bereich erneuerbarer Energien, Sektorenkopplung oder digitaler Betriebsoptimierung?

Roland Gilges: Wir ermöglichen unseren Kunden auch im Bestand Vertragsanpassungen, so dass neue Technologien und Entwicklungen berücksichtigt werden können. Gerade im Neubaubereich berücksichtigen wir dies schon seit Jahren.

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