4 GWh erneuerbarer Strom pro Jahr

Weltgrößte Solaranlage auf Stadiondach von Borussia Dortmund

Sechs Monate nach ihrer Inbetriebnahme entwickelt sich die weltweit größte Photovoltaikanlage auf einem Stadiondach zu einem der sichtbarsten Symbole für erneuerbare Energien im internationalen Sport. Auf dem Dach des Signal Iduna Park, der Heimspielstätte des Bundesligisten Borussia Dortmund, setzt das Projekt neue Maßstäbe für nachhaltige Energieversorgung im Profifußball.

Die offiziell als weltweit größte Solaranlage auf einem Stadiondach anerkannte Installation im Signal Iduna Park zählt zu den sichtbarsten Symbolen für erneuerbare Energien im internationalen Sport.
Bild: Borussia Dortmund

Die offiziell als weltweit größte Solaranlage auf einem Stadiondach anerkannte Installation im Signal Iduna Park zählt zu den sichtbarsten Symbolen für erneuerbare Energien im internationalen Sport.
Bild: Borussia Dortmund
Die Rekordanlage auf dem Dach eines der bekanntesten Fußballstadien Europas wird künftig mehr als 4 GWh erneuerbaren Strom pro Jahr erzeugen. Das entspricht der Energiemenge, die benötigt wird, um die Flutlichtanlage des Stadions rund 1.000 Spieltage lang zu betreiben. Gleichzeitig werden jährlich etwa 1.700 Tonnen CO₂-Emissionen vermieden.

Die seit Dezember 2025 vollständig in Betrieb befindliche Anlage ersetzt ein früheres System, welches den steigenden Energieanforderungen des Vereins nicht mehr gerecht werden konnte. Die Modernisierung ist Teil der umfassenden Nachhaltigkeitsstrategie von Borussia Dortmund und unterstützt das Ziel, den Stadionbetrieb langfristig durch großflächige saubere Energieerzeugung zukunftssicher aufzustellen.

„Für uns war dieses Projekt der nächste konsequente Schritt auf unserem Weg zu mehr Nachhaltigkeit“, sagt Florian Demnitz, Energy Manager bei Borussia Dortmund. „Wir hatten bereits eine Solaranlage auf dem Dach, aber es war klar, dass wir noch mehr erreichen können. Wir benötigten noch mehr Leistungsfähigkeit, um sicherzustellen, dass der Energiebedarf des Stadions auch in den kommenden Jahrzehnten gedeckt werden kann.“

Über 11.000 PV-Module installiert

Entwickelt wurde die Anlage von Borussia Dortmunds Energiepartner RWE. Dabei stand nicht nur die Maximierung der Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien im Fokus, sondern auch der Erhalt des unverwechselbaren Erscheinungsbildes des Stadions. Um diese Balance zwischen Leistungsfähigkeit und Design zu gewährleisten, entschieden sich Borussia Dortmund und RWE für JA (ehemals JA Solar) als Technologiepartner.

Die Module von JA wurden ausgewählt, um den hohen Energieanforderungen von Borussia Dortmund gerecht zu werden und über die gesamte Lebensdauer von 30 Jahren eine zuverlässige Leistung zu gewährleisten.
Bild: JA

Die Module von JA wurden ausgewählt, um den hohen Energieanforderungen von Borussia Dortmund gerecht zu werden und über die gesamte Lebensdauer von 30 Jahren eine zuverlässige Leistung zu gewährleisten.
Bild: JA
Die Anlage besteht aus insgesamt 11.132 bifazialen n-Typ-Modulen des Typs „JA JAM54D41/LB“ mit einer Leistung von bis zu 450 Watt pro Modul. Im Vergleich zu herkömmlichen Modulen bieten sie einen höheren Wirkungsgrad sowie eine geringere Leistungsdegradation über die gesamte Betriebsdauer, heißt es vom Hersteller. Die Doppelglas-Konstruktion erhöhe zusätzlich die Widerstandsfähigkeit und trage dazu bei, einen zuverlässigen Betrieb über die geplante Lebensdauer von 30 Jahren sicherzustellen. Durch das bifaziale Design wird das Sonnenlicht sowohl auf der Vorder- als auch auf der Rückseite der Module genutzt, was den Energieertrag zusätzlich steigert.

Das Full-Black-Design soll dafür sorgen, dass sich die Solaranlage harmonisch in die Dachlandschaft des Stadions einfügt und gleichzeitig die schwarz-gelbe Markenidentität von Borussia Dortmund widerspiegelt.
Bild: JA

Das Full-Black-Design soll dafür sorgen, dass sich die Solaranlage harmonisch in die Dachlandschaft des Stadions einfügt und gleichzeitig die schwarz-gelbe Markenidentität von Borussia Dortmund widerspiegelt.
Bild: JA
Für die Anlage wurde ein Full-Black-Design gewählt, welches sich harmonisch in die Dachlandschaft des Stadions einfügt, die visuelle Identität des Stadions bewahren soll und gleichzeitig die schwarz-gelben Vereinsfarben von Borussia Dortmund aufgreift. Die Module werden nach dem ITS Supply Chain Standard von JA gefertigt und erfüllen damit definierte Anforderungen hinsichtlich Nachhaltigkeit und vollständiger Traceability. „Wir sind stolz darauf, als Modullieferant für ein solch wegweisendes Projekt ausgewählt worden zu sein. Für uns ist dies ein Beleg für die Qualität und Zuverlässigkeit unserer Technologie“, sagt Alastair Mounsey, Vice President Europe bei JA. „Die Solaranlage leistet bereits heute einen wichtigen Beitrag zu den Nachhaltigkeitszielen von Borussia Dortmund, indem sie sauberen, erneuerbaren Strom für Spieltage und weitere Veranstaltungen bereitstellt. Darüber hinaus zeigt das Projekt eindrucksvoll, wie sich Solartechnologie in großem Maßstab in bestehende Infrastruktur integrieren lässt – von Stadien bis hin zu ganzen Städten. Mit Millionen von Fans vor Ort und vor den Bildschirmen weltweit ist der Signal Iduna Park heute weit mehr als ein Fußballstadion. Er ist zugleich ein starkes Beispiel dafür, wie Sport und erneuerbare Energien auf globaler Ebene zusammenwirken können.“

„Wir sind mit der Leistung der Solaranlage in den ersten Monaten ihres Betriebs sehr zufrieden. Die Ergebnisse entsprechen vollständig unseren Erwartungen“, ergänzt Demnitz. „Das Projekt hat bereits heute einen spürbaren Einfluss auf die Energieversorgung und die betriebliche Effizienz des Signal Iduna Park. Gleichzeitig hoffen wir, dass es andere Sportorganisationen dazu inspiriert, ihre eigenen Nachhaltigkeitsziele entschlossen voranzutreiben.“

Anlässlich der Zusammenarbeit zwischen Borussia Dortmund und JA wird Karl-Heinz Riedle, ehemaliger deutscher Nationalspieler und BVB-Legende, am Dienstag, den 23. Juni, gegen 15:30 Uhr den JA-Stand auf der Intersolar (Halle A2, Stand 380) besuchen. Besuchende haben die Möglichkeit, ein Erinnerungsfoto zu machen und sich ein Autogramm von einer der bekanntesten Persönlichkeiten der Vereinsgeschichte zu sichern.

Die Anlage wird künftig mehr als 4 GWh erneuerbaren Strom pro Jahr erzeugen – genug Energie, um die Flutlichtanlage des Stadions rund 1.000 Spieltage lang zu betreiben.
Bild: JA

Die Anlage wird künftig mehr als 4 GWh erneuerbaren Strom pro Jahr erzeugen – genug Energie, um die Flutlichtanlage des Stadions rund 1.000 Spieltage lang zu betreiben.
Bild: JA

Thematisch passende Artikel:

Ausgabe 06/2014 PV-Anlage für WM-Fußballstadion

Erste Solaranlage in Pernambuco

Solarmodule von Yingli Green Energie, die unter dem Namen „Yingli Solar“ vertrieben werden, versorgen die „Arena Pernambuco“, ein Stadion, das extra für die „FIFA-Fussball-Weltmeisterschaft...

mehr
Ausgabe 01/2014

Das aktuelle Baurechtsurteil: Photovoltaikanlage

Verjährungsfrist zwei Jahre

Zum aktuellen Fall Das Oberlandesgericht Oldenburg hatte mit dem Urteil vom 22. Ja­nuar 2013, 2 U 47/12, folgenden Fall zu entscheiden: Im Jahr 2004 erwarb der Kläger von dem Beklagten, einem...

mehr

TSG 1899 Hoffenheim setzt auf PV-Anlagen

Ökostrom für die Fußballarena
In etwa zwei Drittel des Strombedarfs der Arena wird mit der PV-Anlage abgedeckt.

Die TSG hat etwa 10.000 m2Arena-Parkfläche mit 4025 Solarzellen ausstatten lassen. Die Anlage soll knapp 1,1 Mio. kWh Ökostrom im Jahr erzeugen. Das entspricht in etwa zwei Drittel des Strombedarfs...

mehr
Ausgabe 7-8/2009

Vorfristiger Austausch lohnt sich

Durch eine geschickte Wechselstrategie lassen sich nicht nur auf dem grünen Rasen, sondern auch in der Gebäudetechnik eines Fuß­ball­stadions gute Ergebnisse erzielen. Das beweist zurzeit Stefan...

mehr
Ausgabe 03/2011

Solaranlage auf denkmal­geschütztem Haus

Als der Eigentümer eines Reihenhauses auf dem Dach eine thermische Solaranlage installieren wollte, bekam er Schwierigkeiten mit der Denkmalschutzbehörde, die der Meinung war, der Installierung...

mehr