Recht & Beruf | Normen/ Verordnungen/ Richtlinien | 02.11.2018

TÜV Rheinland: zur Revision der ISO 50001

Neue Anforderungen und Kriterien für Energiemanagementsysteme

Die internationale Norm für Energiemanagementsysteme ISO 50001 wurde seit Anfang 2016 überarbeitet und löste mit der Veröffentlichung die Version aus dem Jahr 2011 ab. Die revidierte Fassung der ISO 50001 stellt neue Anforderungen an Unternehmen und weist eine veränderte Struktur auf. Damit passt sich diese an andere Managementsystem-Normen an.

Änderungen und Schwerpunkte

Ähnlich wie schon andere internationale Normen – wie beispielsweise die ISO 9001 oder ISO 14001 – folgt die revidierte ISO 50001 ebenfalls der High Level Structure. Mit deren Einführung wurde eine übergeordnete Struktur geschaffen, die über verschiedene ISO-Managementnormen hinweg den Aufbau von Managementsystemen vereinheitlichen soll. Beispiele hierfür sind u.a. die Vereinheitlichung des Aufbaus (Inhaltsverzeichnis), von Kernaussagen und nicht zuletzt auch von Begriffen und Definitionen. Durch diese Angleichungen haben es Unternehmen zukünftig einfacher, verschiedene Managementsysteme in ein einziges System zu integrieren. Sowohl der Betrieb als auch Audit- und Zertifizierungsverfahren können sich durch diese Zusammenführung ebenfalls effizienter gestalten.

Erweiterung des Unternehmenradius

Ähnlich wie bei anderen ISO-Normen hat sich auch bei der ISO 50001 der Radius – in dem ein Unternehmen agiert und mit anderen Parteien interagiert – erweitert. Daher gilt es für Unternehmen zu bestimmen, in welchem Kontext die Organisation hinsichtlich ihres Energiemanagementsystems steht und die Erfordernisse und Erwartungen interessierter Parteien aufzuzeigen. Die Bestimmung des Kontextes umfasst sowohl eine nach innen als auch nach außen gerichtete Betrachtung. Dabei spielen beispielsweise Themen wie die strategische Unternehmensausrichtung oder energiepolitische Rahmenbedingungen eine Rolle. Der Kontext bzw. die Themen sind eng verknüpft mit den interessierten Parteien, zu denen unter anderem Kunden, Lieferanten, Gesetzgeber und Behörden zählen.

Unternehmen sind hier gefordert, zu analysieren und darzulegen, welche interessierten Parteien für die energiebezogene Leistung und das Energiemanagementsystem relevant werden und welche Anforderungen sich hieraus ergeben. Mit dieser Analyse verbunden ist auch das risikobasierte Denken.

Wo liegen Risiken und Chancen für das Energiemanagement, die durch externe und auch interne Faktoren beeinflusst werden?

Was passiert beispielsweise bei einer absehbaren Verknappung wichtiger Energieträger oder bei einem längerfristigen Investitionsstau in moderne energieeffizientere Maschinen?  

Unternehmen sollten eine solche Risiko- und Chancenanalyse bei ihrer weiteren Planung berücksichtigen.

Verpflichtung der obersten Leitung

Wie auch bei anderen ISO-Normen wird die oberste Leitung bezüglich Verpflichtung und Mitwirkung stärker einbezogen als bisher. Sie trägt die Gesamtverantwortung zur Erfüllung der Normanforderungen, auch wenn sie Verantwortlichkeiten delegiert. Dies wird unter anderem dadurch zum Ausdruck gebracht, dass die Ernennung eines Energiemanagementbeauftragten nicht mehr explizit gefordert wird. Das Top-Management hat aber die Pflicht, ein Energiemanagement-Team zu benennen, welches mit den erforderlichen Verantwortlichkeiten und Befugnissen bezüglich des Managementsystems ausgestattet ist.

Weitere Informationen gibt es auf www.tuv.com/iso-50001-revision

Thematisch passende Beiträge

  • Energiemanagement im Industrieunternehmen

    Nachhaltigkeit am Produktionsstandort

    Das Thema Energie & Umwelt spiegelt sich bei Herstellern in der TGA-Branche nicht nur in den vielfältigen Produktlösungen wieder, es ist bei vielen auch gelebte Unternehmensphilosophie. So wurde die Kermi GmbH in 2012 als eines der ersten Unternehmen nach dem neuesten internationalen Energiestandard der ISO 50001 zertifiziert.

  • GFR nach DIN EN ISO 50001 zertifiziert

    Energiemanagement in Unternehmen

    Als Unternehmen das sich mit seinem Produktangebot dem Thema Energieeinsparung verschrieben hat, geht die GFR Gesellschaft für Regelungstechnik und Energieeinsparung mbH (www.gfr.de) mit gutem Beispiel voran. So wurde die GFR im Oktober 2015 erfolgreich nach DIN EN ISO 50001: 2011 zertifiziert. Insbesondere mit seinem Energiemanagement-Produktangebot lässt GFR seine Kunden an der jetzt...

  • Energiemanagementsysteme nach DIN EN ISO 50001

    2. Februar 2016/?Wuppertal Aktiv betriebenes Energiemanagement ist für alle Organi­sa­tionen (wie Unternehmen, öffentliche Hand etc.) ein zen­tra­les Instrument, um Energiekosten zu senken und die Umweltauswirkungen des eigenen Energieverbrauchs (CO2-Fußabdruck) zu minimieren. Das Seminar gibt einen Überblick über diese Norm und vermittelt die Kenntnisse, die erforderlich sind, um eine...

  • Energiemanagementsysteme nach DIN EN ISO 50001

    10. Februar 2015/Wuppertal Aktiv betriebenes Energiemanagement ist für alle Organi­sa­tionen (Unternehmen, öffentliche Hand etc.) das zen­tra­le Instrument, um nachhaltig Energiekosten zu senken und die Umweltauswirkungen des eigenen Energieverbrauchs (CO2-Fußabdruck) zu minimieren. Obgleich sich Energiemanagement auch ohne einen weiteren finanziellen Anreiz rentiert, gibt es durch die...

  • Energiemanagementbeauftragter (TAW Cert) nach ISO 50001

    14. bis 16. März 2018/Wuppertal Aktiv betriebenes Energiemanagement ist für alle Organi­sa­tionen (Unternehmen, öffentliche Hand usw.) ein zen­tra­les Instrument, um Energiekosten zu senken und die Umweltauswirkungen des eigenen Energieverbrauchs (CO2-Fußabdruck) zu minimieren. Durch das Energiedienstleistungsgesetz (EDL-G) von 2015 und der For­derung nach Energieaudits (DIN EN 16247-1) sind...

alle News

News der SHK- und Kältebranche

  • Alle News


  • Alle News


  • Top 5 - Meistgelesen

    Inhalte der nächsten Heftausgaben

    • Heft 02 / 2019

      Dezentrale Trinkwarmwasserversorgung – Effizient und hygienisch erprobt

      Frischwasserstationen sind bereits seit Jahren eine feste Größe in der Wohnungswirtschaft. Sie können stoßweise warmes Wasser bereitstellen – und das energieeffizient sowie hygienisch einwandfrei. Zudem können die Größe des Pufferspeichers und damit einhergehende Wärmeverluste begrenzt werden. Genutzt werden können diese Vorteile jedoch nur bei richtiger Planung und Auslegung.
      Frank Urbansky, Freier Journalist und Fachautor, Mitglied der Energieblogger, 04158 Leipzig

      Foto: Buderus

    • Heft 03 / 2019

      Klimatechnik für ein Hochleistungsmessgerät – Die German Biomedicine NanoSIMS Facility in Göttingen

      Das Center for Biostructural Imaging of Neurodegeneration (BIN) der Universitätsmedizin Göttingen (UMG) weihte Ende Oktober 2018 sein Nano-Sekundärionen-Massenspektrometer (NanoSIMS) feierlich ein. Das Architektur- und Ingenieurbüro pbr, Niederlassung Magdeburg, erbrachte nicht nur die Gesamtplanung für den Neubau des Forschungsgebäudes, sondern auch die bauliche Planung zur Einbringung und Sicherstellung des reibungslosen Betriebs des hochsensiblen NanoSIMS. Dabei lohnt sich ein besonderer Blick auf die spezifische Klimatechnik für das Messgerät.


      Foto: Christian Bierwagen

    tab @ Twitter

    Branchenbuch der Kälte- und Klimatechnik

    Branchenbuch der Kälte- und Klimatechnik

    Branchenbuch der Kälte- und Klimatechnik

    Das Branchenbuch der Kälte- und Klimatechnik bietet ausführliche Informationen rund um die Anbieter von Kälte- und Klimatechnik.
    Hier geht's zur Online-Recherche