Bundesregierung verabschiedet neue Energieeinsparverordnung

Anhebung der Effizienzanforderungen für Neubauten um einmalig 25 %

Die Bundesregierung hat am 16. Oktober 2013 die Novelle zur Energieeinsparverordnung (EnEV) mit den vom Bundesrat vorgesehenen Änderungen beschlossen. Die Bundesregierung hat sich zum Ziel gesetzt, bis 2050 einen nahezu klimaneutralen Gebäudebestand zu erreichen. Die Novelle soll hierzu einen bedeutsamen Beitrag leisten.  
Bundesminister für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung, Dr. Peter Ramsauer: „Die für das Gelingen der Energiewende wichtige Novellierung der EnEV ist damit erfolgreich abgeschlossen. Dies ist eine Novelle mit Augenmaß im Rahmen der wirtschaftlichen Vertretbarkeit. Eigentümern, Wirtschaft und Mietern werden keine untragbaren neuen Lasten aufgebürdet.“  
Kernelement der Novelle ist eine Anhebung der Effizienzanforderungen für Neubauten um einmalig 25 % ab 1.Januar 2016. Bestandsgebäude sind von diesen Verschärfungen ausgenommen. Zudem wird die Bedeutung des Energieausweises als Informationsinstrument für die Verbraucherinnen und Verbraucher gestärkt.  
Bundesminister für Wirtschaft und Technologie, Dr. Philipp Rösler: „Mit dem heutigen Beschluss setzt die Bundesregierung anspruchsvolle und zugleich wirtschaftlich vertretbare Standards für Neubauten. Ganz bewusst machen wir keine neuen Vorgaben für Bestandsbauten.“
 
Mit der Novellierung der EnEV werden ein Beschluss der Bundesregierung zur Energiewende im Gebäudebereich sowie die europäische Gebäuderichtlinie vollständig umgesetzt. Der Bundesrat hatte am 11. Oktober 2013 der Vorlage der Bundesregierung weitgehend zugestimmt. Auf Wunsch des Bundesrates werden zusätzlich Effizienzklassen für Gebäude in Energieausweisen und Immobilienanzeigen eingeführt, um die Transparenz auf dem Immobilienmarkt weiter zu verbessern. Zudem sollen auf Verlangen des Bundesrates ab dem Jahr 2015 so genannte Konstanttemperatur-Heizkessel (Standard-Heizkessel, die ihre Temperatur nicht, wie modernere, der gefragten Heizleistung entsprechend anpassen) nach 30 Betriebsjahren stillgelegt werden. Ausgenommen sind selbst genutzte Ein- und Zweifamilienhäuser.
 
Die neuen Vorgaben der EnEV treten im Wesentlichen sechs Monate nach der Verkündung, das heißt voraussichtlich im Frühsommer 2014, in Kraft.

Thematisch passende Artikel:

Ausbau der Kraft-Wärme-Kopplung

Bundesrat macht Weg frei

Die Novelle des Kraft-Wärme-Kopplungsgesetzes hat heute, am 15.06.2012, die letzte Hürde des parlamentarischen Verfahrens genommen. Im Bundesrat wurden bei der zweiten und abschließenden...

mehr
2014-02 Software zur EnEV 2014

BKI-Energieplaner 12

Die Bundesregierung hat am 16. Oktober 2013 die Novelle zur EnEV 2014 beschlossen. Dies bedeutet u.a. eine Anhebung der Effizienzanforderung für Neubauten um 25?% und eine verpflichtende...

mehr
2013-12

Bundesregierung verabschiedet EnEV-Novelle 2014

Mit der Verabschiedung der EnEV-Novelle 2014 beendete die Bundesregierung am 16.?Oktober 2013 ein langwieriges Tauziehen und schafft für Bauherren wieder mehr Planungssicherheit. Die vom Bundesrat...

mehr
2019-12

Gebäudeenergiegesetz muss schon bald überarbeitet werden

Das Bundeskabinett verabschiedete am 23. Oktober 2019 den „Entwurf des Gesetzes zur Vereinheitlichung des Energieeinsparrechts für Gebäude (Gebäudeenergiegesetz – GEG)“. Die Verbände der...

mehr

Neue EnEV lässt weiter auf sich warten

Beschluss über EnEV-Novellierung verschoben

Eine Entscheidung über die Novellierung der EnEV (Zweite Verordnung zur Änderung der Energieeinsparverordnung) erfolgte auch in der 912. Sitzung des Bundesrates am 5. Juli 2013 nicht. Obwohl Bayern...

mehr