Erdgas wird wichtigster Energieträger

Studie des Energiekonzerns ExxonMobil

Erdgas wird einer Studie zufolge in knapp 20 Jahren der wichtigste Energieträger in Deutschland sein. Ab 2030 werde Erdgas das bis dahin dominierende Mineralöl ablösen und damit entscheidend zum Erfolg der Energiewende beitragen, heißt es in der am Freitag in Hamburg verbreiteten Untersuchung des Energiekonzerns ExxonMobil.

Das große Potenzial des flexiblen Energieträgers werde bislang bei weitem noch nicht ausgenutzt. Erdgas werde seine Rolle bei der Stromerzeugung ausbauen und - zusammen mit Biogas - nicht nur in großen Gas- und Dampfkraftwerken eingesetzt, sondern auch dezentral in kleineren Kraftwerken mit Kraft-Wärme-Kopplung.

Deutschland erhält sein Gas vor allem aus Russland, den Niederlanden und Norwegen. Bei der deutschen Förderung, die rund 14 Prozent des Erdgasbedarfs deckt, ist ExxonMobil eine der größten Förderfirmen.  Das Unternehmen steht gegenwärtig wegen der Fördermethode des Fracking unter Beschuss, die als umweltschädlich kritisiert wird.

Die regelmäßigen Analysen und Prognosen der Volkswirte des Konzerns dienen nach Angaben von ExxonMobil in erster Linie dazu, aus den erwarteten Verbrauchstrends die richtigen geschäftspolitischen Schlüsse zu ziehen, zum Beispiel für Investitionen und die Entwicklung neuer Geschäftsfelder.

Heute trägt Erdgas rund 20 Prozent zur deutschen Energieversorgung bei; bis zum Jahr 2040 werden es nach der ExxonMobil-Prognose 34 Prozent sein. Zusammen werden Öl und Gas dann immer noch fast 60 Prozent des Energiebedarfs sichern. Erneuerbare Energien kommen danach auf 25 Prozent, die Rolle der Kohle schrumpft kräftig auf 13 Prozent und die Kernenergie ist längst verschwunden.

Insgesamt werden die Deutschen im Jahr 2040 ein Viertel weniger Energie verbrauchen als heute, wenn die Prognose eintrifft. Das sei zum einen auf die schrumpfende Bevölkerung zurückzuführen, die von 82 auf 77 Millionen Menschen zurückgeht. Zudem werde der Energieeinsatz effizienter.

Die Autoren des Öl- und Gaskonzerns halten erneuerbare Energien für wichtig, sind aber skeptischer als die Bundesregierung, was deren wirtschaftliches Potenzial angeht. "Ihrem Wachstum sind Grenzen gesetzt, zum Teil auch natürliche", heißt es in der Studie.

Bei der Stromerzeugung, die rund 39 Prozent der in Deutschland verbrauchten Energie beansprucht, werden Erdgas und die erneuerbaren Energien bis 2040 die heutige Dominanz von Kernkraft und Kohle ersetzen. Der Ausstoß von klimaschädlichem CO2 durch Energieverbrauch wird sich nach der ExxonMobil-Prognose bis 2040 in Deutschland halbieren.

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