Raum für den A380

RWA in Frankfurter Flugzeughalle

Mit seinen beeindruckenden Ausmaßen und seiner außergewöhnlich belastbaren, außen­liegenden Tragwerkskonstruktion sorgt ein Industrieneubau für Aufsehen: Die Wartungs­halle der Lufthansa Technik für den neuen „Riesenvogel“ Airbus A380 auf dem Gelände des Frankfurter Flughafens. 120 Rauch- und Wärmeabzugsgeräte mussten dabei zu einem funktionierenden Ganzen verschaltet werden.

Am bedeutendsten deutschen Drehkreuz für den internationalen Flug­verkehr, dem Frankfurter Flughafen, ist auf einer Fläche von zwei Fuß­ball­feldern bereits im ersten Bauabschnitt mit Maßen von 180 x 140 m die größte Wartungshalle Europas für Jumbos und den neuen Passagier-Megaliner entstanden. Erst in 35 m Höhe wird das Bauwerk von einer Dachkonstruktion aus vielen Tonnen Stahl überspannt, wobei das Haupttragwerk nach Außen verlegt wurde. Die Ansicht der weiten Dachlandschaft wird neben dem markanten Tragwerk noch von einem weiteren wichtigen Bauelement des klassischen Industriebaus geprägt –...

Am bedeutendsten deutschen Drehkreuz für den internationalen Flug­verkehr, dem Frankfurter Flughafen, ist auf einer Fläche von zwei Fuß­ball­feldern bereits im ersten Bauabschnitt mit Maßen von 180 x 140 m die größte Wartungshalle Europas für Jumbos und den neuen Passagier-Megaliner entstanden. Erst in 35 m Höhe wird das Bauwerk von einer Dachkonstruktion aus vielen Tonnen Stahl überspannt, wobei das Haupttragwerk nach Außen verlegt wurde. Die Ansicht der weiten Dachlandschaft wird neben dem markanten Tragwerk noch von einem weiteren wichtigen Bauelement des klassischen Industriebaus geprägt – von knapp 600 m Lichtbänder, die hell und blendfrei das Halleninnere natürlich ausleuchten. Das Unternehmen Lamilux (www.lamilux.de) hat darüber hinaus in seine projektbezogen konzipierten und montierten Lichtbandkonstruktionen 120 Rauch- und Wärmeabzugsgeräte (RWG) für die kombinierte RWA- und Lüftungsfunktion samt der auslösenden und ansteuernden Automations- und Antriebseinheiten integriert, wobei die elektrisch überwachten und pneumatisch angetriebenen Systeme mit der zentralen Gebäudeleittechnik vernetzt wurden.


412 m2 Rauchabzugsfläche im Hallendach

So verfügen beispielsweise die mit Windleitwänden ausgestatteten Doppelklappensysteme der 120 Rauch- und Wärmeabzugsgeräte (RWG) mit einer aerodynamisch freien Rauchabzugsfläche von je 3,44 m2 vom Typ CI-System Rauchlift B über die Dynamische Momentenregelung – die von Lamilux entwickelte DMR-Technologie. Nicht erst nach den Änderungen der Windlastnorm DIN 1055, seitdem für die Windlastannahmen nicht mehr nur die Gebäudehöhe, sondern auch die geografische Lage Ausschlag gibt, ist diese Innovation zum Standard für robuste Klappensysteme geworden. Denn durch die Dynamische Momentenregelung (DMR) ist die Kunststoff-Verglasung noch besser in den Flügelsystemen der Lüftungs-, Rauch- und Wärmeabzugsklappen verankert. Dabei ist die Verglasung elastisch gebettet und durch ein federnd gelagertes Multipointsystem optimal gesichert. So regelt sich das Einspannmoment der Federn innerhalb des DMR-Systems je nach Last in Abhängigkeit von der Federkennlinie.

Der Effekt: Bei starken Belastungen auf die Lichtbandkonstruktion bleiben die Polycarbonatplatten der Verglasung spannungsoptimiert und sind bestens gesichert, da die Lasten optimal aufgenommen und somit abgefedert werden. Gleiches gilt im geöffneten Zustand der RWA-Klappen: Wenn Windböen angreifen, sorgen DMR und zusätzlich in die Klappenkonstruktion integrierte Multigelenktraversen für besten Schutz. Weitere große Sicherheit bieten die 120 pneumatischen Tandemzuhaltungen. So wird ein plötzliches Öffnen der Klappen durch Winddruck und Sogwirkungen verhindert.


Beeindruckte Optik

Schadhafte Auswirkungen dieser natürlichen Kräfte zu verhindern, galt es auch im gesamten Lichtbandverlauf. Dafür kam das „Lamilux CI-System Lichtband B“ zum Einsatz, das die Dachöffnungen der Riesenhalle überspannt: Zehn Lichtbänder mit einer Breite von 3,50 m, einer Länge von 23,80 m und einer Verglasung aus mehrschaligem Polycarbonat-Hohlkammerprofilen sowie weitere zehn Lichtbänder gleicher Breite bei einer Länge von knapp 35,70 m, ebenfalls mit einer mehrschaligen Polycarbonatverglasung in klarer, blendfreier Ausführung ausgestattet und oberflächenvergütet mit einer UV-resistenten Schicht. Alle Verglasungselemente erfüllen die Hagelschlagsicherheit gemäß der EMPA-Norm und gelten als „Durchsturzsicher zum Zeitpunkt des Einbaus“ entsprechend der GS-Bau-18. Um die einzelnen Verglasungselemente ebenfalls bei Wetterextremen sicher zu halten, verfügt das „CI-System Lichtband B“ mit dem Aktiven Dehnungsabsorber (ADA) über eine Technologie, die Dehnungen im Dichtungssystem absorbiert und ein Verrutschen der Verglasung im Bereich der Sprossen und der Spanngurte verhindert. Das gesamte Spanngurtsystem ist dabei so optimiert, dass die Dichtheit an den Stößen der einzelnen Verglasungselemente selbst bei großen Belastungen unbeeinträchtigt bleibt.


Durchsturzgitter und 120 PSA-Vorrichtungen

Hohe statische Ansprüche aufgrund des architektonischen Konzeptes des außenliegenden Tragwerkes der Halle wurden auch an die Unterkonstruktionen der Lichtbänder gestellt. Lamilux stattete hierfür die bauseitig vorhandenen Zargen mit 400 Zug- und Druckstreben in der Breite der Lichtbänder von 3,50 m aus, die zueinander in einem Abstand von 1,50 m montiert wurden. Weitere Ausstattungsmerkmale hatten vor allem die Personensicherheit im Blick – in Anbetracht der immensen Hallenhöhe ein absolutes Muss. So wurden zehn Durchsturzgitter in der Breite von 3,50 m und der Länge 23,80 m sowie weitere zehn in gleicher Breite und einer Länge von 35,70 m montiert. Darüber hinaus wurden an den Lichtbändern 120 PSA-Anschlageinrichtungen – Absturzsicherungslaschen aus Edelstahl – zur Befestigung von persönlichen Schutzausrüstungen angebracht.


Konzeption und Montage der gesamten Steuerungstechnik

Krönender Abschluss der Arbeiten war die Konzeption und Montage der gesamten Steuerungs- und Auslösetechnik für den Rauch- und Wärmeabzug und die Lüftungsfunktionen der 120 Doppelklappen. Das Herz der pneumatisch betriebenen Anlage bilden zwei große Gruppenschaltschränke, einer ausgelegt für die Koordination von zehn, der andere von 16 Schaltgruppen. Von dort aus wird die Druckluft über die Gruppenschaltkästen zu den 120 pneumatischen Tandem-Antrieben der RWA- und Lüftungsflügel geleitet. Darüber hinaus wird das gesamte System zur Abfrage der Klappenstellungen und der Schließfolgeregelung elektronisch überwacht.

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