Optimale Kostenkontrolle

Optimale Kostenkontrolle

Behaglichkeit und Substanzschutz im Bestandsbau

Kostensicherheit bei der Planung ist eine Anforderung, die im Neubau wie bei einer Umnutzung gleichermaßen gilt. Bei der Revitalisierung einer alten Spinnerei in Kolbermoor wurden die Kosten in der Planung stets so treffsicher aktualisiert, dass das Projekt am Ende erfolgreich innerhalb des vorgesehenen Kostenrahmens abgeschlossen werden konnte.

D er individuelle Charme aus Alt und Neu prägt die denkmalgeschützten Bauwerke der Alten Spinnerei in Kolbermoor. Herzstück des Geländes ist das Gebäudeensemble, das früher die notwendige Energie für den Spinnereibetrieb bereitstellte, kurz „Energiezentrale“ genannt. Im Batteurgebäude, dem Baum­woll­magazin, der Färberei und dem Turbinenhaus gestaltete das Team aus Architekten, Innenarchitekten, Ingenieuren und Technikern Flächen für Einzelhandel, Dienstleistung, Gastronomie, Büros und Praxen. Das ehemalige Kesselhaus mit bis zu 10 m Raumhöhe und dem alten Dampfkessel dient heute als Kulisse...
D er individuelle Charme aus Alt und Neu prägt die denkmalgeschützten Bauwerke der Alten Spinnerei in Kolbermoor. Herzstück des Geländes ist das Gebäudeensemble, das früher die notwendige Energie für den Spinnereibetrieb bereitstellte, kurz „Energiezentrale“ genannt. Im Batteurgebäude, dem Baum­woll­magazin, der Färberei und dem Turbinenhaus gestaltete das Team aus Architekten, Innenarchitekten, Ingenieuren und Technikern Flächen für Einzelhandel, Dienstleistung, Gastronomie, Büros und Praxen. Das ehemalige Kesselhaus mit bis zu 10 m Raumhöhe und dem alten Dampfkessel dient heute als Kulisse für Veranstaltungen. Zur Deckung des Wär­me­bedarfs werden alle fünf Gebäude durch eine Bauteiltemperierung beheizt. Dazu wurden in den Keller- und Erdgeschossen Rohre im Fußboden verlegt sowie Heizleitungen teils vor und teils in der Außenwand. Die Obergeschosse werden ausschließlich durch Heizungsrohre beheizt, die vor und in der Wand verlegt wurden. „Mit dieser Beheizung können wir den Problemen durch Erdfeuchte und schlechte Dämmeigenschaften der Gebäudehülle und der damit verbundenen Taupunktproblematik optimal entgegenwirken“, erläutert Dipl.-Ing. (FH) Thomas Gerhager, Projektleiter bei Quest Architekten (www.quest-immobilien.de). Die Bauteiltemperierung verhindert das Aufsteigen von Feuchte und schließt so Kondensation und Schadsalzwirkungen aus. Der U-Wert der Gebäudehülle wird verbessert und die raumseitige Oberflächentemperatur erhöht, um abstrahlende Kälte zum Raum hin zu verhindern. Dadurch kann auf eine zusätzliche Außendämmung verzichtet werden. Das Raumklima wird entscheidend verbessert, weil nur Strahlungsanteile zur Beheizung beitragen. „Strahlungswärme wird in der Regel als angenehm gleichförmige Raumtemperatur empfunden“, so Thomas Gerhager. Besonders in Großräumen wie dem Kesselhaus werden die klimatischen Verhältnisse durch das Fehlen von Raumluftkonvektion temperaturmäßig beherrschbar. In den gastronomisch betriebenen Einheiten musste eine zusätzliche Be- und Entlüftungsanlage eingebaut werden, die aber nicht der Beheizung dienst, sondern den kontrollierten Raumluftwechsel garantiert. Mit der Bauteiltemperierung werden auf lange Sicht Einsparungen bei den Heizkosten, die wärmetechnische Optimierung durch Austrocknung und die Vermeidung von Feuchteschäden wie Schimmel oder Hausschwamm erreicht.

 

Kostensicherheit trotz Unvorhersehbarkeiten

„Für die thermische Bausanierung können wir die Kosten im Vor­feld sehr exakt planen. Anders dagegen sieht es mit den Unwäg­barkeiten aus, die für das Bauen im Bestand typisch sind“, erläutert Thomas Gerhager. „Auch bei den Gebäuden der „Energiezentrale“ wurde der Zustand einzelner Bauteile an manchen Stellen erst sichtbar, als sie freigelegt waren. Viele Entscheidungen mussten deshalb kurzfristig getroffen werden“, so Thomas Gerhager weiter. Dabei greift das Quest-Team auf Erfahrungswerte und die in „Orca AVA“ (www.orca-software.com) gespeicherten Daten zurück. „Auch deshalb ist es für uns wichtig, von der ersten Kostenschätzung bis zur Zahlungsfreigabe der Schlussrechnung alles in der AVA-Software zu erfassen“, erklärt Thomas Gerhager. Zur Kostenschätzung und -berechnung nutzen Quest Architekten je nach Bedarf die Gewerkeschätzung, die DIN-Kontenrahmen oder Bauelemente. „Anhand der zahlreichen Auswertungsmöglichkeiten zur Kostenkontrolle und Prognose konnten wir den laufenden Kostenstand jederzeit überprüfen und so den vereinbarten Kosten­rahmen einhalten“, berichtet Thomas Gerhager.

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