„Online Test Arbeitgeber Marketing“

Partnersuche in Sachen Personal

Die Perim Personalberatung im Mittelstand GmbH aus Nürnberg entwickelte die vom Bayerischen Wirtschaftsministerium mit einer „Innovationsförderung 2014“ ausgezeichnete Internet-Software „Online Test Arbeitgeber Marketing“ (OTAM). „OTAM“ überprüft blitzschnell und unkompliziert, ob und wie Unternehmen, auch aus der Baubranche, in der Öffentlichkeit gefunden werden.

Die Stellenannonce auf der eigenen Homepage nur als pdf-Datei hinterlegt, deren URL-Bezeichnungstitel eine kryptische Folge aus dutzenden Ziffern statt aus den relevanten Such­begriffen ist, der Titel der Stel­lenanzeige kompliziert, lang und niemals über eine Internetsuchmaschine auffindbar – die Chancen und Möglichkeiten, das eigene Angebot und damit die eigene Firma mangelhaft darzustellen, sind groß. „Und werden gerne genutzt“, sagt Christian Hödl charmant.

Was er meint, ist allerdings ein echtes Problem: „Die meis­ten Unternehmen halten sich für unwiderstehlich. Vor allem, seit es das...

Die Stellenannonce auf der eigenen Homepage nur als pdf-Datei hinterlegt, deren URL-Bezeichnungstitel eine kryptische Folge aus dutzenden Ziffern statt aus den relevanten Such­begriffen ist, der Titel der Stel­lenanzeige kompliziert, lang und niemals über eine Internetsuchmaschine auffindbar – die Chancen und Möglichkeiten, das eigene Angebot und damit die eigene Firma mangelhaft darzustellen, sind groß. „Und werden gerne genutzt“, sagt Christian Hödl charmant.

Was er meint, ist allerdings ein echtes Problem: „Die meis­ten Unternehmen halten sich für unwiderstehlich. Vor allem, seit es das Internet gibt. Nur, mit ‚OTAM‘ zeigen wir den Firmen, dass sie stattdessen eben nicht gefunden werden. Dies ist, genau umgekehrt, in Zeiten des Internet umso bedauerlicher.“

Die Software namens „Online Test Arbeitgeber Marketing“ überprüft binnen weniger Sekun­den die Stärke der Arbeitgebermarke. Sie filtert anhand von vier einzugebenden Begriffen heraus, was wo in welcher Form über ein Unternehmen im Internet sichtbar ist. Anhand frei zugänglicher Daten.

Heiko Simonek, Kaufmänni­scher Leiter des Unternehmens Kesslerdruck in Bobingen, weiß heute die Vorteile der Software zu schätzen: „Wir haben viel darüber gelernt, wie wir von Bewerbern draußen überhaupt gesehen werden; sieben Seiten Auswertung haben uns den Spiegel vor Augen gehalten.“

Die Frage, welche Positionierung die Firma im Internet, steht am Anfang –, „wichtig ist aber zu verstehen“, so Christian Hödl weiter, „dass jeder hochkarätige Bewerber, der sich bei der einen Firma nicht bewirbt, zur nächsten geht.“

Firmen, die sich darauf nicht einstellen, fallen durch den unbarmherzigen Rost des World Wide Web. Wer im Suchmaschinenranking hinter Platz 6 (so die Forschungsergebnisse), geschweige denn auf der zweiten Seite steht, ist chancenlos.

Bewerber steigen aus, wenn’s kompliziert wird

Perim-Mitarbeiter Thomas Bartelsen erklärt: „Die sogenannte ,Churn-Rate‘, die Absprungrate, ist ein Hinweis darauf, wie ein Unternehmen es mit der Selbstvermarktung hält. Wenn zum Beispiel der Start eines Bewerbungsvorgangs im Internet weiter als nur drei Schritte entfernt ist, springen Fachkräfte ab und suchen bei der Konkurrenz. Zu kompliziert. Nervtötend. Zu aufwendig.“

„‚OTAM‘”, nickt daher Heiko Simonek, „hat uns geholfen, darauf aufmerksam zu werden. Wir haben den Bewerbungsvorgang in vielerlei Hinsicht optimiert; heute ist er ein angenehmes Erlebnis. Unsere Absprungraten sind sehr weit nach unten gegangen.“ Schnell fand die Software heraus, welchen Stellenwert zum Beispiel Kesslerdruck in der Wahrnehmung hat; nur die vier Felder: Name, Homepage, Stadt und Stellentitel mussten dafür ausgefüllt werden. Ganz einfach.”

Zumal sich Arbeitssuchende nahezu immer identisch verhalten: Ort und Stellenbeschreibung. Das sind die beiden, meist einzigen Hauptkriterien, die von ihnen eingegeben werden. Welche Firma dann nicht gleich von der Suchmaschine angezeigt wird, hat „verloren“. Welche Begriffe sollten also in Stellenanzeigen vorkommen, welche nicht?

Thomas Bartelsen sagt dazu: „Die Analyse für Kesslerdruck dauerte nur 35 Sekunden, sehr gut −, der GAU aber ist, wenn ‚OTAM‘ nach ein paar Minuten die Suche abbricht.“ Warum? Weil die Stellensuchsoftware dann nichts vom Unternehmen im Internet findet. Nichts. „Und das“, bestätigt der Perim-Geschäftsführer, „kommt leider viel häufiger vor als man denkt. Sogar bei Konzernen. Die Personalverantwortlichen glauben das dann erstmal gar nicht.“

Doch „OTAM“, lächelt er, sei unbestechlich. Die Software biete drei Vorgänge: als erstes die Bekanntheits-, dann die Attraktivitäts- und am Schluss, als wichtigstes, die Recruitinganalyse.

Diese drei Vorgänge münden in einen finalen Statusbericht, der oftmals eines schwarz auf weiß dokumentiere: „Es muss etwas getan werden. Die Stellenanzeigen werden nicht gefunden, die Firma ist weit weniger bekannt als gedacht! Oft liegt dahinter ein strukturelles Problem.“

Perim berät daher die Unternehmen mit dem Ansatz, Recruiting­maßnahmen aus der Sicht der Bewerber zu betrachten und zu bewerten. „OTAM“ sei ein Maßnahmenauslöser; die Software „ist eigentlich“, motiviert Thomas Bartelsen weiter, „ein Instrument, die bisher vorhandenen Einschätzungen und Meinungen nun erstmals um konkrete Daten und Aussagen zu erweitern.

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